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Novathings Helixee – Deine eigene Cloud im Test
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Novathings Helixee – Deine eigene Cloud im Test

von 14. Januar 2018

Ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber ich lasse des Öfteren mal mein Smartphone fallen. Und mindestens einmal ist dabei das Display kaputt gegangen, sodass man das Gerät nicht mehr bedienen konnte. In dem Moment sind alle Daten auf dem Gerät faktisch weg. Sie sind quasi Schrödingers-Daten: Sie sind da, aber wenn man versucht, auf sie zuzugreifen, sind sie weg – beziehungsweise unerreichbar. Das Szenario kann man auf Notebooks, Desktops oder Tablets übertragen. Die Ursachen können unterschiedlich sein: ein falscher Klick, ein falscher Griff oder einmal zu fest an den Schreibtisch gestoßen – schon sind eventuell Tausende von Bildern weg.

Private Lösung

Das muss aber nicht sein: eine Lösung hierfür können Backups in der Cloud sein. Dropbox erlaubt es, (erstmal) völlig umsonst, über den Kamera-Upload gerade gemachte Bilder in die Cloud zu übertragen. Ein externes Backup ist auch eine gute Idee. Allerdings gibt es einige Bedenken bei Cloud-Lösungen wie Dropbox: die Dateien werden auf fremden Servern gespeichert.

Eure Bilder liegen somit auf Servern weit ab von eurem zu hause. Helixee macht Schluss damit: Die Cloud-Speicherlösung sitzt fortan nicht etwa in Amerika, England oder China – nein, sie ist direkt bei euch zu Hause: Auf dem Schreibtisch, dem Schrank, unter der Couch.

Wie viel Speicher darf es sein?

Helixee gibt es in verschiedenen Versionen: auf Amazon gibt es die Cloud als Leergehäuse, mit 1 oder 2 TB internem Speicher. Wie später auch noch mal ausgeführt, würde ich die 2 TB Variante empfehlen, da wir schlicht die Generation Snapchat, Instagram, Facebook-Status-Update sind. Wir machen täglich meist mehrere Fotos oder Videos – selbst die Katze hat 2018 einen eigenen Instagram-Account.

Novathings liefert auch eine Tragetasche aus Stoff mit. Persönlich denke ich nicht, dass sich das NAS noch mal von meinem Schrank wegbewegen wird, die Idee ist aber durchaus nett. Mit dabei ist natürlich wie immer ein USB-Netzteil. Habt ihr die Cloud mit Strom verbunden kann es eigentlich schon losgehen.

Die Wolke im Wohnzimmer

Novathings Helixee ist schneeweiß – jedenfalls zum größtenteils: der Deckel ist schwarz und kann ganz leicht abgenommen werden. Zwischen Deckel und Körper setzt ein blauer Rahmen einen schönen Akzent. Das Blau wird auf dem Boden fortgesetzt. Das Design ist schick-modern und kann sich auf dem Schreibtisch sehen lassen. Erfreulicherweise kommt die Helixee ohne Lüfter daher und ist somit still. Am Boden gibt es einen Reset-Button sowie Gummifüße, damit die Cloud einen festen Stand in eurem Wohnzimmer hat. Auf der Rückseite befindet sich der Netzteil- sowie Lan-Anschluss und ein USB-Port.

Erstmal ein Update

Hat man die Helixee ans Internet angeschlossen führt sie selbstständig ein Update aus, das laut Anleitung bis zu 30 Minuten dauern kann. In der Realität war es bei mir mit 5 Minuten deutlich kürzer. Die LED leuchtet dauerhaft grün, wenn das Update abgeschlossen ist. Das Update hat sogar nur so kurz gedauert, dass ich nach dem ersten (unscharfen) Foto des Blinken nicht mal mehr genug Zeit hatte, ein scharfes Bild des Blinken zu machen. Somit: die 30 Minuten kommen vielleicht hin, wenn ihr mit einem 56k Modem unterwegs seid.

Fix eingerichtet

Über eine im Handbuch angegebene URL könnt ihr beginnen, eure Helixee einzurichten. Ihr kommt auf eine Startpage, bei der ihr euer Modell auswählen könnt.

Solltet ihr nicht weiter ins Handbuch geschaut haben, begleitet euch das Tool nun bei der Einrichtung. Ich hab die Helixee vorbildlicherweise bereits startklar gemacht. Ihr legt nun einen Account an, setzt ein Passwort und benennt eure Helixee. Gleichzeitig wird damit ein digitales Postfach mit @helixee.me eröffnet. In meinem Fall zum Beispiel datenmohn@helixee.me.

Die Einrichtung verlief soweit problemlos. Das Einzige, was etwas verwundert ist die französische Bestätigungs-Email, bei der ich auf Gutglück die Anmeldung bestätigte. Mein PC spricht eigentlich Deutsch und somit hat mich das schon etwas verwundert.

Hat man die Helixee eingerichtet, muss man sie ein letztes Mal ausschalten, in dem man den Strom entfernt. Anschließend kann die Stromversorgung wieder hergestellt werden und die Cloud bootet erneut. Für den Einrichtungsprozess würde ich also insgesamt circa eine halbe Stunde einrechnen. Jedenfalls, wenn man, wie ich, dabei gemütlich eine Tasse Tee trinkt.

Nach dem die Cloud nun einmal neugestartet wurde, kann es losgehen: Ihr könnt eure Daten auf dem bis zu 2 TB internem Speicher sichern.

Loggt man sich das erste Mal ein, gibt es zu nächst eine Tour für das aber sehr übersichtliche Interface. Die Tour kann man natürlich auch skippen.

Bei den Screenshots dürfte euch eine Sache direkt auffallen: das Web-Interface ist englisch. Nur Englisch. In den Einstellungen gibt es gerade Mal eine Option für die WiFi Netzwerke und die User-Accounts. Spracheinstellungen sucht man leider vergebens.

Schön ist allerdings, dass man die Helixee als WiFi access Point einrichten kann und somit das WLAN im Haus kostengünstig ohne zusätzlichen Repeater in der Reichweite erhöhen kann. Die zusätzlichen Nutzer-Accounts machen die Helixee familientauglich.

Was kostet Privatsphäre?

Oben habe ich und unten werde ich noch mal die 2 TB Variante der Helixee empfehlen. Diese kostet, stand heute, 249 Euro. Das ist ganz schön viel Geld für Speicherplatz auf dem Schrank. Blickt man aber zu anderen Cloud-Anbietern, wie das eingangserwähnte Dropbox, wird der Preisvorteil schnell klar: Hier kostet 1 TB pro Jahr 99 Euro. Eine 2 TB Variante wird gar nicht erst angeboten. Gehen wir von 200 Euro für die 2 TB Variante bei Dropbox aus, hat man bereits nach 1,5 Jahren den Preis der Helixee wieder drin, ganz ohne die eigenen Daten aus der privaten Hand zu geben.

Behaltet euch die Privatsphäre!

Ihr wollt eure Daten nicht in fremde Hände gegeben? Dann seid ihr bei Helixee genau richtig: Mit der Cloud-Lösung für den eigenen Schreibtisch seid ihr Herr eurer Daten. Auf Amazon geht es ab 99,99 Euro los. Die 1 bzw. 2 TB Variante ist jeweils etwas teurer. Hier müsst ihr wissen: Wie viele Daten werdet ihr in Zukunft produzieren, die gesichert werden sollen? Meine Prognose: es werden immer mehr, nicht weniger. Die 2 TB Variante dürfte somit die to-go Variante sein.

Positives

- Kompakt/Klein
- Lautlos
- Keine sinnlosen LEDs
- Kann selbst mit HDD's bestückt werden
- Leichte Einrichtung
- Software Updates durch den Hersteller
- Mehrere Nutzer möglich

Negatives

- Kein WLAN bei Einrichtung (muss in der Nähe des Routers stehen)
- Franz. Bestätigungs-Email
- Web Interface nur Englisch

Bewertung
Unsere Bewertung
Technik
8.6
Performance
9.0
Design
7.0
Speicher
7.5
Preis
8.0
Preis-Leistungsverhältnis
8.6
Fazit

Mit Helixee kann auch der misstrauischste Smartphone-Nutzer seine Bilder und Videos sicher backupen, ohne, das er sich sorgen muss, dass Dritte die Daten zu Gesicht bekommen. In Sachen Preis kommt man deutlich günstiger weg, als bei Dropbox und Co. Das größte Hindernis dürfte sein, dem 0815 Nutzer zu vermitteln, dass seine Daten einmalig 200-300 Euro wert sind - aber das sind sie! Sichert eure Bilder - bevor sie weg sind.

9.2
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Über den Autor
Timm Mohn
Schreib- und Technikbegeistert. Freut sich über innovative Technik, kann Budget Smartphones nur bedingt ausstehen - WiFi Gadgets, wie die GoPro, umso mehr. Gründer von Nerdbench.com