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Gaming im Jahr 2017: Gelten noch die alten Stereotypen?

Gaming im Jahr 2017: Gelten noch die alten Stereotypen?

von Sarah Elisa Oley7. Juli 2017

Jahrelang wurde man als Gamer in eine Schublade gesteckt, aus der man recht schwer wieder herauskam. Wer gerne zockte, war im Grunde nie außerhalb des Hauses zu sehen und schon gar nicht in der Lage, soziale Kontakte zu besitzen. Mittlerweile wird die Problematik fundierter und auf wissenschaftlicher Grundlage angegangen. Wir werfen einen Blick auf die neuesten Trends und klären die entscheidende Frage: Wer ist der Gamer des Jahres 2017?


Studie der ESA mit interessanten Erkenntnissen

image source: Twitter

Jedes Jahr bringt die Entertainment Software Association (ESA) einen Report über die neuesten Entwicklungen am Gaming-Markt heraus. So war es auch im April 2017, als nach Befragungen von über 4.000 US-amerikanischen Haushalten die neuesten Statistiken analysiert werden konnten. Die Bewohner eines jeden Haushaltes wurden bezüglich ihrer Videospiel-Gewohnheiten befragt und einige Ergebnisse sind durchaus erstaunlich bzw. unerwartet. Natürlich ist die angesprochene Studie recht spezifisch, da ausschließlich in Nordamerika ausgetragen. Doch trotzdem bietet sie einen guten Überblick über die allgemeine Entwicklung der Industrie und ihrer Anhänger.

Nun also heran ans Eingemachte: Wer ist der durchschnittliche Gamer im Jahr 2017? Jung und männlich? Nicht wirklich, denn die Studie kam zum Ergebnis, dass der durchschnittliche Gamer 35 Jahre alt ist. Tatsächlich werden die Spiele heutzutage in überwältigender Mehrheit von Menschen über 18 Jahren gespielt. Diese Gruppe wird mit über 72% der spielenden Gesamtzahl repräsentiert. Erstaunliches gibt es auch beim Geschlecht zu vermelden, denn tatsächlich spielen erwachsene Frauen fast doppelt so viel wie männliche Erwachsene. Es ist zwar klar, dass die Gruppe erwachsener Frauen in der Gesellschaft deutlich größer ist, doch mit dem Klischee des typischen Gamers stimmt dies nicht annähernd überein. Das wird zusätzlich beim Blick auf die Durchschnittswerte nur bei Frauen deutlich: Die Gruppe Frauen 50+ nimmt mit 13% den größten Anteil ein.
Ein weiterer großer Teil dieses Klischees liegt darin, dass Gamer oft alleine vor sich hin spielen und keinen Kontakt mit anderen Menschen haben. Auch dies lässt sich teilweise widerlegen. Tatsächlich fand die ESA heraus, dass knapp über die Hälfte der am häufigsten in Spielen aktiven Menschen oft im Multiplayer-Modus zu finden sind. Ein Verlust der sozialen Kompetenz ist allenfalls am Rande und in Einzelfällen zu befürchten. In den Top-10 der bestverkauften Videospiele des Jahres 2016 finden sich alle möglichen Genres wieder. Mit Call of Duty: Infinite Warfare gibt es einen Shooter an erster Stelle, doch vor allem Sportspiele wie Madden NFL oder FIFA 17 finden sich neben dem seit Jahren überaus beliebten Minecraft. PC Games erklärt hier alles, was für den Erfolg im Verkaufsschlager Minecraft benötigt wird.

Auch Casino-Vorurteile widerlegt

Casinos und deren Slot-Maschinen sind auch heute gelegentlich verschrien als Treffpunkt für ältere, ungepflegte Männer, die ihre letzten Geldvorräte für den Gewinn des großen Jackpots einsetzen möchten. Eine andere Studie unter 1.000 Casino-Besuchern schafft hier Abkehr vom gefährlichen Halbwissen. Wie im International Journal of Contemporary Hospitality Management zu lesen ist, ist der durchschnittliche Slot-Spieler eine weibliche Hausbesitzerin zwischen 55 und 60 Jahren, im Übrigen inklusive College-Abschluss. Während dies den einen oder anderen überraschen mag, sind Slot-Spiele schon lange nicht mehr das, was sie früher einmal waren. Das liegt auch am zunehmenden Wandern in die Online-Casinowelt. Mittlerweile muss man sich zum Beispiel für die meisten Games eine Strategie zurecht legen, um die immer besser werdenden Spiele erfolgreich zu überwinden. Laut einer Übersicht zu Slot- und Casino-Strategien sollte man zum Beispiel genau über die einzelnen Funktionen des Automaten Bescheid wissen. Viele Unternehmen bieten dafür mittlerweile Testspiele oder eigene Anleitungen an. Auch im Hinblick auf die sogenannten Paylines und Walzen sowie Wild und Scatter-Symbole sollte man sich auskennen, bevor man sein Geld einsetzt. Maschinen mit Obst auf den Walzen waren zwar schön, doch heutzutage lässt sich in auf TV-Serien bezogenen Games spielen. Insbesondere die wertvolle Zielgruppe unter 30 Jahren möchte gerne themenspezifische Games serviert bekommen, weshalb die diversen Casinos entsprechend reagieren. Unter anderem bestehen Slots zu Jurassic Park oder Game of Thrones, die man sowohl via Desktop als auch mobil nutzen kann. Laut der Studie sind circa 60% der Themen-Slots-Liebhaber an Gameshow- und Actionfilm-Thematiken interessiert.

Des Weiteren reagieren auch vor allem die Online-Anbieter auf einen Trend, der bereits seit einiger Zeit vorzufinden ist und klar zum Slot-Spiel geht. Über 70% des Umsatzes von Casinos geht auf Slots zurück, sodass hier natürlich ein Fokus gelegt wird, um die nötige Anzahl an Kunden anzulocken und auf ihre jeweiligen Bedürfnisse einzugehen. Diese sehen völlig unterschiedlich aus: Einige Menschen spielen ausschließlich aus Spaß und bevorzugen dabei thematische Spiele. Auf der anderen Seite spielen viele, um von der Arbeit zu entspannen. Ganz allgemein lässt sich bei Frauen vor allem der soziale Faktor und Spaß als Motiv für das Spielen ansehen, während Männer eher auf Gewinne aus sind. Weitere Tipps zur Entspannung beim Spielen hat das Magazin CHIP gesammelt.

Klischees offensichtlich widerlegt

Wer selbst nach einer Vielzahl an aufgeführten wissenschaftlichen Fakten noch immer an das Klischee des Gamers von damals glaubt, der ändert seine Meinung wohl nicht besonders gerne. Die Fakten unterstreichen vor allem in den älteren Generationen eine erstaunliche Affinität zum Spielen, sei es im Hinblick auf Casinos oder Computer-/Konsolenspiele. Durch das Wachsen der gesellschaftlichen Anerkennung des Gamings, sei es durch eSport oder die Einführung von TV-Shows in Slot-Maschinen, wird ein Trend fortgesetzt, der vor einigen Jahren begann, doch sein Ende noch lange nicht gefunden hat.

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Über den Autor
Sarah Elisa Oley

Technik ist für Sarah kein Fremdwort: den Einstieg in die Smartphone Welt wagte sie bereits 2004 mit dem MPX 200 von Motorola. Sarah studiert Publizistik, wenn sie mal nicht gerade tippt, fährt Sarah Longboard.