Du liest gerade
Traditionelle Spiele für eure Smartphones

Traditionelle Spiele für eure Smartphones

von Cindy12. Juni 2017

Gesellschaftsspiele waren schon immer ein echter Spaß. Sie begleiten uns unser gesamtes Leben; sie führen Freunde zusammen, können aber auch Auslöser für richtige Dramen sein. Wir halten kurz inne für die zahlreichen Monopoly Spielbretter, die durch die Lüfte geflogen sind. Für all die vergeblichen Beruhigungsversuche, wenn es hieß „Mensch, ärgere dich doch nicht“ oder auch das triumphale Gefühl, wenn wir beim Yahtzee gewonnen haben. Alles in allem sind es schöne Erinnerungen, die das Leben geschrieben haben. Heute lassen wir euch in Gedanken schwelgen und stellen einige Apps vor, die euch ermöglichen, die ganze Freude wieder aufleben zu lassen.

Wir steigen ein mit dem Klassiker unter den Kartenspielen, nämlich Poker. Der Ursprung dieses Spiels, so wie wir es heute kennen, liegt wohl im längst vergessenen Pochen begründet. Dieses tauchte erstmals im 14. Jahrhundert auf; 500 Jahre später machte auch das verwandte Spiel Poque die Runde in Frankreich. Wir können also davon ausgehen, dass der Name Poker von dem deutschen und dem französischen Begriff abgeleitet wurde. Richtig populär wurde das Kartenspiel dann wieder Anfang der 2000er Jahre, seitdem ist Poker eines der beliebtesten Strategiespiele überhaupt. Im Zuge der digitalen Revolution können wir nun ganz gemütlich eine Partie über das Smartphone oder das Tablet beginnen, dank der PokerStars App steht einem adrenalingeladenen Abend auf der Couch nichts mehr im Wege. Neben einer Menge Action werden bei diesem Klassiker auch unsere strategischen, mathematischen und psychologischen Fähigkeiten geschult, wodurch sich die Begeisterung erklären lässt. Für das Spielen auf den mobilen Endgeräten ist aber glücklicherweise kein Pokerface nötig.

Wenn wir schon dabei sind genau diese Eigenschaften zu schulen, dann sollten wir jetzt auch in diesem Metier bleiben. Weiter geht es also mit dem legendären Brettspiel Schach. Texte aus dem Jahr 500 übermitteln, dass Schach bereits damals gespielt worden sei. Allerdings ist es schwer zu beurteilen, woher es genau stammt, die Quellen nennen vor allem Indien, China und Persien als Ursprungsländer. Einig sind sich die Experten da also bis heute nicht. Sicher ist jedoch, dass das obligatorische Schachmatt am Ende des Spiels aus dem persisch-arabischen kommt, denn „Shah mat!“ bedeutet so viel wie „Der König ist tot.“ Davon abgesehen ist Schach ein friedliches Brettspiel, das ganz ohne Blutvergießen auskommt. Genug der Facts, jetzt wird es Zeit für die App. Die kostenfreie Schach (Chess Free) App von Al Factory Limited gefällt uns am besten. Hier können wir uns durch verschiedene Schwierigkeitsstufen spielen, Anfänger bekommen die nötige Hilfe, um das Spiel schnell zu verstehen. Es gibt sogar einen Schach-Tutor, der den Beginnern dabei hilft, richtig ins Spiel reinzukommen und die Fähigkeiten zu verbessern.

Das Mühlespiel zählt absolut zu den Goldies der Gesellschaftsspiele. Es ist sogar noch wesentlich älter als das Schachspiel, denn der älteste Mühlespielplan wurde bereits 1400 vor unserer modernen Zeitrechnung in Kurna, Ägypten entdeckt. Wann genau wir uns in Europa daran erfreuen konnten, ist unklar. Fakt ist jedoch, dass es immer noch begehrt ist und oft gespielt wird. Erhältlich sind verschiedene Mühlebretter wie beispielsweise das rechteckige Brett für neun Steine sowie ein weiteres für zwölf Steine. Außerdem gibt es noch ein sechseckiges Mühlebrett für ebenfalls zwölf Steine. Man spielt Mühle für gewöhnlich mit zwei Personen, sollte euch jedoch ein Gegenspieler fehlen, dann könnt ihr auf die kostenlose Mühle App von LITE Games zurückgreifen. Hier könnt ihr euch auch noch mal die Regeln durchlesen, wenn ihr sie nicht mehr genau auf dem Schirm habt. Ein weiterer Pluspunkt: wahlweise könnt ihr mit dieser App auch gegen den Computer oder online im Mulitplayer-Modus gegen andere Strategen antreten.

Kommen wir nun zu unserem geliebten Mensch ärgere dich nicht. Das Gesellschaftsspiel ist ein Abkömmling des indischen Pachisi und wurde um 1907 von Josef Friedrich Schmidt neu auferlegt. Dieser kombinierte Pachisi mit dem englischen Spiel Ludo; als Ergebnis entstand der populäre Klassiker. Bereits 1914 wurde dieser in Serie aufgelegt, bis dato wurden mehr als 70 Millionen Exemplare verkauft, doch die Erfolgslinie reißt nicht ab, denn es gehen noch stets 100.000 Einheiten jährlich über die Ladentheke. Im Wesentlichen geht es bei diesem Spiel darum seine vier Spielfiguren vor den anderen Mitspielern ins Häuschen zu bringen. Sollte ein Feld von zwei Figuren doppelt belegt werden, dann wird das Figürchen der Gegenseite vom Spielfeld geschubst und landet wieder beim Start. Dies ist besonders unerfreulich, wenn man kurz vor dem Ziel stand. Weil wir in diesen Momenten eh noch nicht deprimiert genug sind, macht kurzerhand unser Freund Klaus den Spielnamen zum Programm „Mensch ärgere dich doch nicht.“ Jetzt sind wir auf solche Freunde nicht mehr angewiesen und können uns von virtuellen Gegnern triezen lassen. Mit der Mensch ärgere dich nicht! FREE App von b-interaktive ist alles möglich. Lustig hüpfen unsere Kegel über das Spielfeld und es dreht sich weiter, sobald ein Zug beendet ist. Alles in allem ist es ein gelungener Spielersatz.

„Du musst mir Miete zahlen!“ Bei diesem Satz flossen dem ein oder anderen schon dicke Krokodilstränen über die Wangen. Schon wieder hat uns der Würfel so laufen lassen, dass wir auf der Schlossallee landen. Genau da hat gerade aber unser besagter Freund Klaus freudestrahlend sein neustes Hotel eröffnet. Nie lagen Hass und Freude so nah beieinander: Monopoly – für den einen das tiefste Grauen, für den anderen die pure Glückseligkeit. Erfunden wurde der Klassiker bereits 1904 von Elizabeth „Lizzie“ Magie in den USA. Die deutsche Version folgte erst 1936 in der Lizenz von Schmidt Spiele. Seit einiger Zeit ist Monopoly aber auch für das Smartphone verfügbar. Das kostenpflichtige Spiel von Electronic Arts bietet alles, was das Original ebenfalls ausmachte. Ein kleines Manko gibt es, denn nicht jeder, der die App hat, kann mit euch spielen. Es können sowieso nur die Android Geräte untereinander sowie die iOS Versionen miteinander zocken. Zudem ist es noch belangreich, dass alle Geräte die gleiche Version des Spiels installiert haben. Habt ihr diese kleinen Hürden überwunden, dann steht dem Spielspaß nichts mehr im Wege. Eine kleine Bitte haben wir dann doch noch: Schmeißt euer Smartphone nicht aus dem Fenster, wenn eure Bekannten wieder Miete fordern – weder wir, noch EA übernehmen an dieser Stelle die Haftung.

Das jüngste Spiel der vorgestellten Games ist Yahtzee. Dieses Original kommt ebenso wie Monopoly aus Amerika. 1956 brachte E.S. Lowe das Würfelspiel auf den Markt, später übernahm dann die Milton Bradley Company (MB Spiele) und seit 1984 wird das Spiel über Hasbro verkauft. Jährlich werden laut dem aktuellen Verlag 50 Millionen Exemplare des Freizeitspaßes erworben. Besonders eignet sich Yahtzee für einen gemütlichen Abend in der Kneipe. Gebraucht wird dafür nur ein Becher, fünf Würfel und – falls vorhanden – der übliche Yahtzee Block. Bei diesem Spiel geht es eher ruhiger ab, böse Worte fallen hier selten, da es wenig Möglichkeiten gibt, um den Gegenüber auf die Palme zu bringen. Sollten euch gerade die Würfel und der Becher fehlen, dann könnt ihr das Spiel auch mit Hilfe der App genießen. Dabei kann sowohl auf einem einzigen als auch auf verschiedenen Smartphones miteinander gespielt werden. Außerdem habt ihr noch die Möglichkeit euch mit euren Freunden über Facebook zu connecten, der Herausgeber Scopely hat sich da so einiges einfallen lassen.

Nostalgische Gefühle könnt ihr also sowohl in der klassisch-analogen Version aufleben lassen oder ihr greift zum mobilen Endgerät. Egal wofür ihr euch entscheidet, hier könnt ihr jeden einzelnen Spieleabend noch mal durchleben oder gar für euch alleine neu erfinden. Baut euch euer eigenes Immobilienimperium und stürzt eure Mitspieler in den finanziellen Ruin, brüllt laut durch euer Wohnzimmer: „Ärgert euch doch nicht“ oder feiert, dass ihr den König mattgesetzt habt. In euren eigenen vier Wänden verurteilt euch niemand, also wünschen wir euch beim Ausleben viel Spaß.

Was denkst du?
Grandios
0%
Genial!
0%
Es ist Liebe
0%
Kann man machen
0%
Wos?
0%
Nope.
0%
Über den Autor
Cindy

Darfs ein bisschen mehr sein? Emilia traut sich an smarte Themen, die nicht jedermanns oder besser jederfraus Sache sind. Hier bitzelt es – und das ist gut so.