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Withings Steel HR im Test: Die stylisch ungenaue Smartwatch
(Bild: Jake Pietras)
Review

Withings Steel HR im Test: Die stylisch ungenaue Smartwatch

von 5. April 2017

Bevor die Marke Withings vollends in Nokia aufgeht, hat das französische Unternehmen noch Mal sein Produktportfolio aktualisiert. Der Nachfolger der Fitness-Uhr Activité Steel heisst Steel HR und erweitert die stylische Uhr um einen Herfrequenzmesser und ein kleines Display. Wir haben getestet, wie gut die neuen Features sind.

Das stylische Design der Withings Steel HR

Im direkten Vergleich fällt sofort auf, dass die Steel HR gegenüber ihrer Vorgängerin in allen Belangen zugelegt hat. Sie ist merklich schwerer, das Gehäuse ist größer und auch das Armband ist ein paar Millimeter breiter. Das ist auch verständlich, denn unter dem Uhrglas befindet sich jetzt ein kleines rundes Display, dass euch die gemessenen Daten anzeigt.

Schön: Die Withings Steel HR sieht weniger geekig aus, als Smartwatches anderer Hersteller

Der Aktivitätsmeter der Steel HR ist dagegen kleiner geworden, nach unten gewandert und zeigt das Tagesziel von 100 Prozent jetzt nach einer ganzen und nicht nach einer dreviertel Umdrehung an. Und die Technik für die grünen LEDs zur Herzfrequenzmessung braucht vermutlich auch etwas Platz, was die Steel HR etwas größer, aber noch nicht zum Wecker an der Hand macht.

Bedienung und Features

Für die Bedienung der Displayfunktionen hat die Steel HR einen Button an der rechten Seite spendiert bekommen. Der dient aber nicht wie bei der Apple Watch als Uhrkrone zum switchen durch die Anzeigen. Stattdessen schaltet ihr mit einem Druck durch die gemessenen Daten, wie Puls, gelaufene Strecke und Schritte, die vibrierende Alarmfunktion, verbrauchte Kalorien sowie das Datum und die Uhrzeit. Auch wenn das etwas redundant wirkt, da die Steel HR diese natürlich auch klassisch mit Zeigern darstellt.

Die vibrierende Alarmfunktion kann als Wecker oder für Erinnerungen genutzt werden

Per Bluetooth mit dem Smartphone verbunden zeigt die Smartwatch ausserdem Nachrichten, Kalendererinnerungen und Anrufer an, was mittlerweile bei allen Modellen auf dem Markt so. Somit war ein Update der Activité Steel somit auch sinnvoll. Und wie auch schon der Vorgänger misst die Steel HR ausgeübte Aktivitäten automatisch.

Darunter Gehen, Laufen, Schwimmen (auch die Steel HR ist wieder wasserdicht bis 50 Meter) sowie neuerdings auch Tischtennis, Volleyball oder Tanzen. Somit wird jetzt fast alles gemessen und euch sollte somit in der App nahezu jede verbrannte Kalorie und jeder gelaufene Schritt angezeigt werden.

Manko: Die Messungen

Nur leider ist die Steel HR nicht so genau wie man sich das wünsche würde. Ich habe sie mal mit anderen Fitnesstrackern gleichzeitig am Arm getragen und musste feststellen, dass die Schrittmessung am Ende des Tages arg abwich. Oft um mehrere tausend Schritte und mehrere zurückgelegte Kilometer zu wenig. Das war beim Vorgänger auch schon so, bei der Steel HR sind es nun aber nicht mehr fünf Prozent Abweichung, sondern deutlich mehr.

Das sollte natürlich nicht sein, vor allem da Withings den Preis für die Steel HR gegenüber der Activité Steel um satte 60 Euro auf 190 hochgeschraubt hat. Wäre dank dem Herzfrequenzmesser auch irgendwo noch zu vertreten, doch auch der hat leider seine Aussetzer.

Das Ladegerät ist etwas klein und wirkt lieblos designed

Wenn er funktioniert, misst er auch genau, manchmal zeigt die Steel HR aber auch Werte jenseits von Gut und Böse an. Herzschläge von 40 pro Minute sind wohl sonst eher bei Apnoetauchern zu finden. Und da mein Maximalpuls sich meist bei 120 irgendwas einpendelt, schien mir die Messung der Steel HR mit teils 190 Schlägen über mehre Minuten hinweg auch ein recht ungenau.

Darstellung der Daten in der App

Zumindest wird die Art Aktivitäten recht genau erkannt und in der App aufbereitet. Die könnte fürs Web noch ein wenig übersichtlicher sein, auf dem Smartphone ist die Darstellung aber in Ordnung, wenn auch manchmal etwas kleinteilig gestaltet. Dort könnt ihr euch alle Statistiken auch über längere Zeiträume oder für einen Tag anzeigen lassen und eurer Training entsprechend optimieren. Dabei helfen natürlich auch Badges, die zusätzlich motivieren.

Das Dashboard listet Aktivitäten und Schlafrhythmus in der Übersicht oder detailliert auf

Geht ihr schlafen, erkennt die Steel HR das und zeichnet eure Schlafaktivität inklusive Dauer und unruhigen Phasen auf. Das schafft die Smartwatch im Gegensatz zur Schrittzählung ziemlich gut und meiner Ansicht nach noch einen Ticken besser als bei den Modellen von Fitbit.

Geladen wird die Steel HR übrigens über ein relativ kleines Ladegerät aus Plasitk, auf das ihr die Smartwatch über den Kontakten positioniert. Die sind zwar magnetisch, aber leider sehr schwach, so dass die Steel HR leicht runterrutschen kann. Dafür lädt sie in ein paar Stunden relativ flott und hält dann mehrere Wochen durch. Ein deutlicher Vorteil gegenüber der Activité Steel, bei der die Batterie gewechselt werden muss.

Bewertung
Unsere Bewertung
Akkulaufzeit
10
Konnektivität
8.0
Zubehör
5.0
Ideenreichtum
8.0
Preis
7.0
Preis-Leistungsverhältnis
5.0
Fazit

Die Steel HR könnte so eine schöne Smartwatch mit Fitnessfunktionen sein, wenn sie denn nur genauer messen würde. Eventuell behebt das aber ein Softwareupdate. In der getesteten Version ist Withings Modell aber leider nur für Leute zu gebrauchen, denen ein ungefährer Wert reicht und mehr Wert auf Style legen. Sportler werden mit dem Fashion-Statement leider nicht glücklich.

Dafür sieht die Uhr aber recht schick aus, die Akkulaufzeit ist meines Wissens nach für eine Smartwatch mit Display ungeschlagen. Und die Möglichkeit zum Wechsel der Armbänder ist auch schön. Das mitgelieferte aus Silikon ist nämlich nicht mein Gusto und fühlt sich etwas labrig und wenig wertig an. Alternativen aus anderen Materialien hat Withings aber natürlich im Shop.

7.4
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Über den Autor
Jake Pietras
Jake ist gelernter Web-Developer, studierter Technikjournalist und autodidaktischer Geek. Er interessiert sich für digitale Kultur, lebt in Düsseldorf und liebt den Austausch mit Menschen.