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Im Test: Reality Lovers (NSFW)

Im Test: Reality Lovers (NSFW)

von Sarah Elisa Oley23. Dezember 2016

VR ist überall: viele Firmen setzen bei Marketing-Aktionen auf Cardboards als Werbegeschenk. Doch ist die Virtuelle Realität wirklich schon soweit, als dass sie zur Unterhaltung genutzt werden kann? Das Team von Reality Lovers ist der Meinung: Ja! Die Nerdbench hats ausprobiert. 

Neue Dimension für Erotik-Enteraiment

Ja, Reality Lovers bietet Unterhaltung für Erwachsene. Ruft man die Seite auf, wird der Nutzer zunächst gefragt, ob er bereits über 18 ist. Im Hintergrund eine Dame, die durch eben diesen Balken „zensiert“ wird. Wer noch keine 18 ist, musst leider draußen bleiben. Die Seite ist flott unterwegs: das zeigt sich bei der Navigationsgeschwindigkeit, aber auch bei beim Download der Dateien. Am Server wird hier nicht gespart.

 

Diese weißt auf bald startende Events in, zum Beispiel ein Christmas Special an Weihnachten. Runtergescrollt kann der zukünftige oder bestehende Nutzer sich eine Übersicht über die letzten Inhalte verschaffen und ggf. Interesse aufbauen oder sich einzelne Episoden anschauen. Die 13 bis 30 Minuten langen Episoden erscheinen alle 5 bis 7 Tage, manchmal allerdings auch in kürzeren Abständen.

Vielfältiges Programm

Es ist nicht mehr 1999 und genau das erwarten auch Zuschauer: Die Episoden sind in guter Qualität aufgenommen und können auch im VR-Headset überzeugen. Aktuell gibt es etwa 45 Folgen, die sich Benutzer im Abo anschauen können. Alle sind in Full-HD, eine 2K Option (beispielsweise für Samsung S7 Nutzer) sucht man bisher vergebens. VR-typischen gibt es weiche Übergänge, denn der Zuschauer erlebt die Story aus Sicht der Kamera. Seine Augen sind die Kamera. Anders als bei herkömmlichen Programm, kann der Nutzer sich in der Szene umschauen, muss also nicht zwangsläufig zur Handlung schauen, sollte die Aussicht anderswo schöner sein. Aber mal ehrlich: Wem wird das passieren?

Die eben erwähnten Schnitte sind für VR-Produktionen schwer zu realisieren, da der Nutzer in diesem Moment wieder bewusst erfährt, dass es sich hierbei eben wirklich nur um einen Film handelt. Das ist selbstverständlich klar, aber je nach dem, wie stark man sich auf die Situation einlässt, können Schnitte den Nutzer aus der Situation herausholen, was es zu verhindern gilt.

Die Filme haben einen 180 Grad Blickwinkel. Der Nutzer kann also nicht nach hinten schauen, was dort so passiert, sonder nur zur Seite, nach oben oder unten. 360° Filme würden mehrere Handlungsstränge erlauben und die Sicht weniger stark einschränken. Hier darf Reality Lovers gerne nacharbeiten.

Die Nutzung

Um in den VR-Genuss zu kommen, muss die Episode zunächst heruntergeladen werden. Dabei stehen verschiedene Qualitätsstufen zur Verfügung, die entsprechend auch unterschiedlich groß sind. Rift oder Gear VR sollten mit unter 3 GB bzw. 2,1 GB Speicherplatz zur Verfügung haben. Normale Smartphone-Nutzer können zwischen 60 und 30fps Dateien wählen. Selbstverständlich kann man beliebig weit nach hinten blättern, um auch älteren Content anzuschauen.

Der heruntergeladene File wird auf das Smartphone kopiert (zum Beispiel über den Explorer). iOS User kopieren den Film via iTunes auf das iPhone. VR-Player gibt es kostenlos (iOS, Android) auf beiden Systemen. Im Anschluss kann es auch schon losgehen: Datei auswählen und Film starten. So einfach gehts!

Die Zukunftsperspektive

Schließlich stellt sich die Frage: ist VR nur ein neues Buzzwort und wird sich die Nutzung eines VR Headsets durchsetzen? In meinen Augen bietet die neue Perspektive einen großen Vorteil für viele Produktionen. Das Erleben kann viel authentischer, echter und intensiver sein, als ohne den Blick durch eine Brille. Die VR-Brille bringt den Nutzer mitten ins Geschehen, statt nur von außen einem Film zu zuschauen. Nur eine Sache lässt sich (noch?) nicht realisieren: Interaktion mit dem Filmmaterial, das der Nutzer gerade geschaut.

Lohnendes Paket?

Um Zugang zu den Filmen zu bekommen, muss der Nutzer ein Abo abschließen. Dies kann monatlich oder jährlich abgerechnet werden. Als Zwischenschritt gibt es noch eine Vierteljahr-Option. Für den Preis erhalten User mindestens jede Woche eine neue Episode, die auf jedem kompatiblen Gerät abgespielt werden kann. Aber Achtung: nur weil man ein neues Smartphone kauft, heißt das nicht, dass dies auch die volle VR- Experience bietet. Hier sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass ein Beschleunigungssensor sowie ein Gyroskop mit an Bord ist. Google-Smartphones sollten mindestens mit Android 4.1 ausgestattet sein. iOS-User sollten vor dem Abo-Abschluss kontrollieren, ob auf dem Gerät mindestens iOS 8.0 läuft.

Wer noch keine VR Brille zu Hause hat, bekommt zum Abschluss seines Abos eine kostenlose VR-Brille. Man muss also nicht extra in den nächsten Elektromarkt gehen, um eine kompatible Brille aussuchen. Die Brille lässt sich gut auf die eigenen Augen einstellen und mach auch sonst keinen schlechten Eindruck: sie sitzt gut auf dem Kopf, vorausgesetzt man hat sich die Gurte richtig angepasst. Nur um eine Sache muss sich der Nutzer selbst kümmern: den Ton. Die meisten Handy-Speaker sind gelinde gesagt Mist und werden die Erfahrung eher trüben, als diese authentisch rüberzubringen. Hier könnt ihr beispielsweise die EarPods eures iPhones nutzen oder andere (Bluetooth-) Kopfhörer.

Je nach dem, was für ein Abo ihr abschließt, bezahlt ihr pro Monat 19 Euro, im Vierteljahres-Takt 49 Euro oder pro Jahr 119 Euro. Das ist zwar deutlich weniger, als bei Kink.com, aber zumindest im Jahresabo auf der Höhe mit Brazzers. Dafür muss das (großflächige) Angebot bei Reality Lovers aber noch ausgebaut werden: Bedingt durch das Alter des Services stehen bei anderen Portalen mehr Episoden zur Verfügung. Neugierig geworden? Dann auf zu Reality Lovers.

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Über den Autor
Sarah Elisa Oley
Technik ist für Sarah kein Fremdwort: den Einstieg in die Smartphone Welt wagte sie bereits 2004 mit dem MPX 200 von Motorola. Sarah studiert Publizistik, wenn sie mal nicht gerade tippt, fährt Sarah Longboard.