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Im Test: LeEco Le3 Pro

Im Test: LeEco Le3 Pro

von Sarah Elisa Oley19. Oktober 2016

Für mich etwas überraschend hat LeEco kurz vor den chinesischen Feiertagen das neue LeEco Le3 Pro vorgestellt. Nachfolgend will ich euch das Flaggschiff zum oberen Mittelklasse-Preis einmal genauer vorstellen.

Mit USB-C Adpter auf Klinke

Dem LeEco L3 Pro liegt ein kleines Handbuch, ein USB Kabel sowie ein USB-C auf Klinken-Kabel bei. Dazu gibt es noch ein Ladegerät, welches mit einem EU Adapter auch bei uns genutzt werden kann. Um das Gerät zu schützen, liefert LeEco direkt eine Silicon Hülle mit. Das Le3 Pro macht, ähnlich wie die Vorgänger, einen sehr guten Eindruck – auch wenn ich noch immer den Mute-Button vom Le1 vermisse und LeEco nicht mehr auf einen Metall-Body setzt. Das Gold wirkt sehr schick,  die Display schwarzen Ränder tragen allerdings erneut recht dick auf.

Gewohnt gutes Display

LeEco verbaut ein 5.5 inch Full-HD Display im Le3 Pro. Das InCell Display ist ausreichend hell und kann auch im Freien bedient werden. Die Blickwinkel sind gewohnt gut und der Touchscreen reagiert zügig auf meine Eingaben. Serien und Filme machen Spaß auf dem Le3 Pro. Persönlich nutze ich 5,5 inch Geräte aber auch gerne als Handkarten bei Uni-Referaten. Das große Display des Le3 Pro eignet sich sehr gut hierfür und hat mich noch nicht ins stottern gebracht.

Audiogenuss der Extra Klasse

Auch am Speaker wurde nicht gespart: der Sound klingt zwar nicht zu basslastig, verzerrt allerdings auch auf höchster Lautstärke nicht. Ihr könnt das Le3 Pro auch mal nebenbei Musik-Spielen lassen, wenn gerade keine Boxen vorhanden sind. Mein Gegenüber versteht mich während Telefongesprächen gut – auch wenn es mal im Hintergrund etwas lauter ist. Das gleiche gilt für den Gesprächspartner: bisher sind mir keine Klagen über meinen Sound untergekommen. Das Soundbeispiel kann leider so gar nicht die Realität widerspiegeln: durch die Beats-Aufteilung zwischen Ohrmuschel und Hauptspeaker wirkt es, als hätte man einen Soundteppisch vor sich, von dem ich gar nicht genug haben kann. Hier müsst ihr mir leider einfach glauben, dar sich der Sound nicht wirklich gut auffangen lässt. Für den Speaker gibt es von mir eine 1 mit zwei Sternchen im LeEco-Hausaufgaben-Heft!

Der Grill auf der linken Seite beherbergt das Mikrofon, während auf der rechten Seite der Speaker sitzt. Jener wird durch den Sound aus der Hörmuschel unterstützt. Dank der guten Positionieren auf der Oberseite während horizontalen Games wird der Speaker nicht verdeckt.

Volles Power im Inneren

Im Le3 Pro steckt ein Snapdragon 821, 6 GB LPDDR4 Ram und eine Adernd 530 GPU. Das merken auch Antutu Benchmark und Geekbench 4. Allerdings kann das Phablet nicht nur in Benchmarks punkten: Android läuft butterweich, Apps starten zügig und auch aufwendige Rechenprozesse gehen zügig von der Hand. Wer mit dem Le3 Pro eine Runde zocken möchte, muss nicht vor grafikintensiven Spielen zurückschrecken: bisher geriert noch kein Spiel ins Stocken. Volle Details in Spielen wie Asphalt sind natürlich auch kein Problem. Ob man nun 4 oder gar 6 GB Ram wie meinem Le3 Pro braucht, sei mal dahin gestellt. Für s gute Gewissen ist der Extra Ram aber auf jeden Fall gut: gleich zum Start steht deutlich mehr Arbeitsspeicher zu freien Verfügung, als bei Geräten mit 2 oder 3 GB Ram. Der bequemen Nutzung des Le3 Pro steht dank der Power-Kombi die nächsten Jahre (!) nichts im Wege.

Kamera nur Mittelklasse

Auf der Rückseite des Le3 Pro sitzt eine 16 Megapixel Kamera mit f/2.2 Blende. Das Kamera Modul schaut arg raus und schreit förmlich danach, dass das Le3 Pro nur mit Case benutzt wird, um die Linse vor Beschädigungen zu schützen. Fotos gelingen mir im ersten Anlauf meist direkt und das Ergebnis kann sich auch sehen lassen. Leider fehlt es der Kamera an einem optischen Bildstabilisator, sodass Nachtaufnahmen Luft nach oben bieten. Videos werden mit 4K bei 30 Fps aufgenommen.  Selfies schießt das Le3 Pro mit 8 Megapixel. Einen Front LED Blitz hat man sich leider gespart – und genauso auch gute Qualität abseits von Sonnenschein: Selfies gelingen mit wenig Licht quasi nie. Und ich meine wirklich quasi nie. Trotz der 8  Megapixel nimmt die Frontkamera Videos nur in 720p auf. Warum auch immer.

Die Kamera bleibt ein wenig hinter meinen hohen Erwartungen an ein LeEco Smartphone zurück. Die Bilder werden zwar gut, aber nicht sehr gut, wie ich es von LeEco gewöhnt bin.

Selfies sollte man nur im guten Licht machen – im Low Light gelingen sie so gut wie nie. Selbst wenn man sich ein kleines Lichttool dazu holt. Das frustriert und wirkt auf mich wie ein unnötiger Patzer in einem fast perfekten Smartphone.

2 Tage sind kein Problem

2016 scheint das Jahr der großen Akkus zu sein: das Le3 Pro darf sich über einen 4.070 mAh Akku freuen. Dieser ermöglicht es, selbst Heavy Usern wie mir, locker einen zweiten Tag zu erreichen. Eine Sache, die mir mit dem iPhone 6s Plus leider nicht möglich ist. Hab ich das LeEco Le3 Pro doch mal leer bekommen, ist es dank Quick Charge 3 in 39 Minuten auf 50 % aufgeladen. Danach geht es etwas langsamer, aber in knapp 90 Minuten ist der Akku komplett voll. Austauschbar ist der Akku leider nicht.

Keine MicroSD-Karte

Vor mir liegt die 64 GB Version des Le3 Pro. Der UFS 2.0 Speicher lässt sich leider nicht per MicroSD Karte erweitern, sodass man mit dem internen Speicher auskommen muss. In meinen Augen dürfte das aber selbst als Daten-Messi nicht weiter problematisch werden.

Mit NFC

Beim Le3 Pro handelt es sich um ein Dual Sim Smartphone. Ihr könnt also zwei Nano Simkarten gleichzeitig nutzen. Bei China Smartphones gibt es oft Diskussionen um Band 20 – und Hallejulia – das LeEco Le3 Pro spricht auch 800 MHz. LTE ist also auch in ländlichen Umgebungen kein Problem.

Auf der Oberseite sitzt ein Infrarot-Sensor, auf den ich persönlich verzichten kann. Als weiteres Extra ist noch NFC dabei. Die drahtlose Übertragungstechnologie hilft, beispielsweise Geräte ohne die Eingabe von Passwörtern zu verbinden.

Leider, Leider, Leider verbaut man den Fingerabdruckscanner auch beim Le3 Pro auf die Rückseite. Er ist zwar schnell eingerichtet und erkennt meinen Finger auch in 99 % der Fälle – ich hab das Feature allerdings nach wenigen Tagen wieder ausgeschaltet, da ich den Sensor auf der Vorderseite bevorzuge. Im Gegensatz zu billigen Geräten mit Fingerabdruckscanner lässt sich das Smartphone nicht austricksen: ein Finger kann nicht zwei mal eingespeichert werden.

Unter dem Display sitzen die Softkeys. Zwar hat man den Homebutton in eine LeEco verwandelt, an der Helligkeit geschaut hat man aber auch beim inzwischen dritten Modell nicht. Hier dürfte LeEco gerne nachbessern und etwas mehr Licht reinpumpen.

Das 5 bzw 2.4 GHz Wifi bleibt während der Verwendung im heimischen WLAN Stabil. Bluetooth 4.2 ist wie GPS zuverlässig und hält die Verbindung zu meiner Smartwatch.

Multirom verfügbar

Beim Betriebssystem müssen Kunden etwas aufpassen: Das Original Rom mit eUI 5.8 kommt nur in Englisch und Chinesisch daher. Bestellt ihr jene Version, kommt das Gerät ohne Play Store daher. Allerdings gibt es inzwischen auch eine MultiRom, bei der der Play Store installiert ist und das LeEco-Media Center fehlt. Für einige ein eindeutiges Plus bei der Bestellung bzw. Auswahl. Persönlich bleibe ich lieber beim Original Rom.

USB-C Umstellng in Sachen Zubehör

Das Le3 Pro kommt ohne Kopfhörer-Anschluss daher. Der CDLA-fähige USB Port allerdings ermöglicht es, über den USB-C Port Musik zu hören. Die Kopfhörer kosten 25 Euro extra und liefern einen in meinen Augen etwas besseren Sound, als die EarPods von Apple. Selbstverständlich kommen die Kopfhörer mit einer Fernbedienung und Mikrofon daher, sodass Anrufe  annehmen und führen kein Problem ist.

Darüberhinaus lässt sich USB-C Zubehör, wie beispielsweise USB-C Sticks problemlos nutzen. Solltet ihr noch MicroUSB Zubehör besitzen, könnt ihr jenes mit einem 2 Euro Adapter weiterhin nutzen.

Verschiedene Versionen

Das Le3 gibt es in verschiedenen Versionen. Die günstigere Version kommt mit „nur“ 4 GB Ram und 32 GB Rom daher. Die anderen Daten gleich sich: ein Snapdragon 821 ist bei beiden Varianten mit an Bord. Und ja: das heißt man bekommt über etwas unter 300 Euro den Flaggschiff Prozessor aus dem Hause Qualcomm serviert. Egal ob 6 GB oder 4 GB RAM: Das LeEco Le3 Pro ist eine geballte Ladung Power für einen beachtlich schmalen Taler. Wer keine Performance einbüßen, aber trotzdem keine 800 Euro auf den Tisch legen will, ist beim LeEco Le3 Pro genau richtig.

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Über den Autor
Sarah Elisa Oley
Technik ist für Sarah kein Fremdwort: den Einstieg in die Smartphone Welt wagte sie bereits 2004 mit dem MPX 200 von Motorola. Sarah studiert Publizistik, wenn sie mal nicht gerade tippt, fährt Sarah Longboard.
  • Sebastian L.

    Fettes Teil!