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Im Test: TurnsPro (Batch 2)
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Im Test: TurnsPro (Batch 2)

von 2. Juli 2016

Time Lapse Aufnahmen können sehr beeindruckend sein: der Nutzer stellt seine Kamera oder das Smartphone auf und lässt die Cam einen bestimmten Punkt über Stunden fotografieren. Das Licht wechselt, Personen tauchen auf und verschwinden binnen Sekunden – obwohl sie vielleicht Stunden da gewesen sind. Noch eindrucksvoller werden die Aufnahmen, wenn etwas Bewegung im Spiel ist. Mit dem TurnsPro Time Lapse Camera Mount soll genau das erreicht werden. Ich habe das Gadget einmal ausprobiert.

Nerdbench bedankt sich bei TurnsPro für die Bereitstellung des Time Lapse Camera Mount

Für Time Lapse mit Anspruch

Die TimeLapse Mount kommt in einem runden Karton samt aufgedrucktem Interface des Gadgets daher. Im Inneren befindet sich der TurnsPro Mount selbst, sowie ein Smartphone Aufsatz, um zum Beispiel euer iPhone auf dem Time Lapse Mount zu befestigen. Falls ihr Fans von Aufklebern auf dem Notebook seid, hat TurnsPro einen solchen beigelegt. Ein Handbuch gibt es allerdings nicht. Dafür allerdings eine sehr ausführliche Erklärung der Buttons auf der Außen. Die Skizze wirkt auf den ersten Blick etwas viel, aber man gewöhnt sich mit der Zeit an das Interface. Für den Betrieb werden 4 AA Akkus benötigt, die dem Mount eine ordentliche Portion Gewicht verleihen. Mit vollaufgeladenen Batterien soll der TurnsPro Mount bis zu 10 Stunden am Stück durchlaufen. Das ist nützlich, wenn ihr den Mount mal nicht auf einem Stativ irgendwo aufstellen wollt. Am Boden des Mounts findet sich außerdem ein 1/4 Gewinde für Stative, um TurnsPro auf einem solchen zu befestigen und ihm somit mehr Standhaftigkeit zu ermöglichen.

Vielseitig einsetzbar

TurnsPro ist mehr als nur eine Eieruhr, welche die Kamera in eine Richtung bewegt. Der Nutzer kann seine Kamera, das Smartphone oder eine Action Cam in verschiedene Richtungen, mit verschiedenen Winkeln in einer von ihm bestimmten Zeit drehen lassen. Das Ergebnis hängt ganz allein von der Kreativität des Users ab. Kameras können auf dem TurnsPro Mount eine 360° Drehung hinlegen. Diese komplette Drehung kann bis zu 10 Stunden dauern – oder nur 20 Sekunden. Über das Interface ist es möglich, die Abstände bis auf eine Sekunde genau einzustellen, sodass der Mount sich wirklich exakt solange dreht, wie der Nutzer dies will. Der Mount kann gegen und mit dem Uhrzeigersinn rotieren. Schwenks können 15 bis 360 Grad betragen und sind im Abstand von 15 Grad einstellbar.

Nimmt man den Mount erstmals aus der Verpackung, könnt einen das Gewicht beunruhigen: eigentlich ist TurnsPro wirklich sehr leicht. Das ändert sich wie bereits erwähnt, wenn man Batterien ins Innere steckt. Aus dem Eigen- und Fremdgewicht entsteht eine gute Mischung und so hält TurnsPro auch ohne Stativ etwas Wind aus. Für maximalen Stand empfehle ich allerdings ein Stativ.

Während normale Kameras einfach auf TurnsPro geschraubt werden können, befestigt man Smartphones über den mitgelieferten Smartphone-Mount. Im Test hält dieser Smartphones stabil genug fest, selbst wenn es sich um ein so glattes Smartphone wie das Nubia Z9 Classic handelt. Nur eine Sache sollte man nicht mit mit der Smartphone Halterung machen: Videos, bei TurnsPro zum Beispiel auf einem Stativkopf angewinkelt ist. Hier besteht die Gefahr, dass das Smartphone rausfällt bzw. flutscht.

Wer mit TurnsPro nicht nur gerade aus, sondern auch nach oben oder unten filmen möchte, braucht entweder ein Stativ, dessen Kopf sich anwinkeln lässt, oder schafft sich einen Kugelkopf an. Aber Achtung: ist TurnsPro angewinkelt, darf die Kamera gerade mal 250 Gramm wiegen. Das entspricht einer GoPro, aber mit möglichst wenig Gewicht für die Halterung. Zwar lässt sich die Drehung mit der Fahrradhalterung-Konstruktion machen, beim Weg nach oben Stock TurnsPro allerdings deutlich, da die Kombi zu schwer ist.

Display gut abzulesen

Viele Time Lapse-Geräte kommen ohne Display, aber etlichen Knöpfen daher. Beim TurnsPro ist das anders: der Nutzer kann jederzeit sehen, wie lange die aktuelle Aufnahme noch dauert und was er gerade wirklich eingestellt hat. Dem Benutzer zugewandt befindet sich auf der Vorderseite des Gadgets das Display. Im ersten Anzeigebereich wird entweder die aktuelle Turn- oder Grad-Anzahl angezeigt. Je nach dem, in welchem Modi man sich befindet also zum Beispiel noch 3 Turns oder 75 Grad. Als nächstes kommt die Stunden, Minuten und Sekunden Anzeige, welche bis auf eine Sekunde genau ist. In der unteren Zeile kann sich der Nutzer darüber informieren, ob TurnsPro sich gerade im Uhrzeigersinn oder gegen den Uhrzeigersinn bewegt.

Der monochrome Screen lässt sich sehr gut ablesen und kommt auch mit Hintergrundbeleuchtung daher. Diese lässt sich über die Powertaste auf Wunsch des Nutzers auch ausschalten. Nimmt man eine Time Lapse-Aufnahme bei Nacht auf, ist das Licht allerdings goldwert. Die Anzeige reagiert flott auf den Nutzer und leistet sich im Testzeitraum auch keine Darstellungsfehler.

Nicht jede Kamera ist für TurnsPro geeignet

Kameras dürfen, wenn normal und nicht seitlich angebracht, bis zu 1 Kilo wiegen. Viele Modelle, gerade mit großen Objektiven, sind von daher nicht mit TurnsPro kompatibel. Persönlich besitze ich eine Panasonic GH4 und Nikon D5100. Mit beiden war Filmen kein Problem. Action Kameras können, wie beschrieben, sogar seitlich positioniert werden. Das sollte aber nicht mit schweren DSLRs gemacht werden, da eine große Chance besteht, dass beides – sowohl Kamera als auch TurnsPro – bei dem Versuch beschädigt wird. In die Smartphone Halterung passt auch ein iPhone 6s Plus samt Bumper.

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Stative müssen auf der Schnellspannplatte eine 1/4 Schraube haben. Sollte euer Stativ mit einer 3/8 Schraube daher kommen, benötigt ihr einen Adapter. Beispielsweise der Slider One von Edelkrone hat nur eine 3/8 Schraube auf der Oberseite. Mit dem FlexTilt Head allerdings lässt sich dieses Problem allerdings sehr fix lösen. Hier ist übrigens ganz vorsichtiges Anwinkeln möglich. Dies sollte allerdings wirklich schrittweise ausprobiert werden, damit es nicht zu unschönen Rucklern im Video kommt.

Qualität hat ihren Preis

Time Lapse Gadgets gibt es in vielen Preisbereichen. Mit 90 Euro gehört das TurnsPro sicher nicht zu den billigsten Geräten. Sie Skala fängt an bei Küchenuhren, die einen Kamera-Mount auf der Oberseite haben. Hier lässt sich keine Geschwindigkeit einstellen und die Uhr bewegt sich nur in eine Richtung. Wie bereits ausgeführt, kann TurnsPro nicht nur die Richtung wechseln, sondern es lässt sich auch einstellen, wie oft sich der Mount drehen soll. All diese Features schlagen sich im Preis nieder und somit werden aktuell 86,09 Euro für TurnsPro fällig. Damit ist das Gadget übrigens deutlich billiger, als in den USA: dort muss der Kunde aktuell knapp über 110 Euro zahlen.

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Positives

- 10 Stunden Akkulaufzeit mit vier AA Batterien
- Stabile Position auch ohne Stativ
- Viele Einstellungsmöglichkeiten
- Smartphone-Halterung direkt dabei
- Mit GoPro auch angewinkelte Aufnahmen möglich.
- Sehr gut ablesbares Display mit Hintergrundbeleuchtung

Negatives

- Plastik fühlt sich teils billig an (nicht vertrauenswürdig)
- Gerät muss für neue Einstellungen ein und wieder ausgeschaltet werden.
- Motor darf gerne kräftiger werden (für seitliche Aufnahmen)
- Geringe Traglast (1 KG)
- Ohne GoPro Kopf

Bewertung
Unsere Bewertung
Technik
9.0
Akkulaufzeit
10
Bildschirm
10
Performance
9.0
Design
9.5
Zubehör
8.5
Preis
9.5
Preis-Leistungsverhältnis
10
Fazit

Für 90 Euro bekommt der Nutzer eines der fortschrittlichsten Time Lapse Gadgets überhaupt. Die Konkurrenz liefert entweder weit weniger für einen schmaleren Taler oder kommt ohne Display daher. Gerade für Neulinge ist TurnsPro wegen der Einfachheit sehr empfehlenswert. Nächstes Mal darf man aber gerne auf hochwertigeres Material setzen. Mit der Batch Nummer 2 läuft TurnsPro auch bei hohen Geschwindigkeiten flüssig und sorgt so für ein sehr gutes Time Lapse-Erlebnis.

9.5
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Über den Autor
Timm Mohn

Schreib- und Technikbegeistert. Freut sich über innovative Technik, kann Budget Smartphones nur bedingt ausstehen – WiFi Gadgets, wie die GoPro, umso mehr. Gründer von Nerdbench.com