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Hands-On: Docooler Gimbal (Jiji JJ-1)

Hands-On: Docooler Gimbal (Jiji JJ-1)

von Sarah Elisa Oley16. Juli 2016

Smartphone-Videos kommen meist etwas verwackelt daher – daran können auch Selfie Sticks nicht ändern. Hierfür gibt es sogenannte Gimbals wie die Docooler Gimbal. Jene verspricht Handy-Videos etwas mehr Stabilität zu verpassen, ohne das man bei der Anschaffung arm wird. Ob die 85 Euro gut investiert sind, erfahrt ihr nach dem Break.

Direkt startklar

In der großen OVP der Gimbal befindet sich neben jener selbst noch ein Set Batterien samt Ladegerät.In meinem Fall waren die Batterien noch sehr vollgeladen und konnten direkt in die Gimbal gesteckt werden. Dazu gibt es ein englisches Anleitungsheftchen. Der Hersteller legt noch ein Garantieheftchen bei, auf welchem die Kontaktadresse des Herstellers, Jiji, vermerkt ist. Die Website des Herstellers ist auf jeden Fall einen Blick wert: aktuell gibt es bereits ein Firmware Update für die Gimbal.

Mit Bluetooth an Bord

Das Herzstück der Gimbal ist sicherlich der 2 Achsen Motor auf der Oberseite des Gerätes. Die Handy-Fixierung ist auch gelungen: Smartphones können einfach in die vorgesehene Halterung eingeklipst und ebenso geschwind wieder heraus geholt werden. Der Arm, welcher zur besagten Halterung führt, kann je nach Smartphone ausgefahren werden. Über Bluetooth 3.0 kann man die Handy-Kamera fernsteuern, sodass der Nutzer für den Videostart nicht extra auf das Display touchen muss.

Mit Strom wird die Gimbal via drei 18350 Batterien versorgt. Am Boden jenes Akkufachs ist ein 1/4 Port für Schrauben, um die Gimbal eventuell an einem Stativ anzubringen. Auf der OVP spricht der Hersteller von 3 Achsen, in meinen Augen sind es allerdings wirklich nur zwei, wie bei Amazon angegeben.

Schnell startbereit

Damit es losgehen kann, werden die Batterien mit der Plus Seite Richtung Gimbal Ende eingesteckt. Als nächstes bringt man den Gimbal-Kopf in Position. Hierfür justiert ihr auch den Arm der Halterung: Smartphones bis 4 Zoll benötigen keine Erweiterung des Arm, darüber muss jener ausgefahren werden. Bevor man nun den „Start“-Button drückt, bringt man das Smartphone in eine gerade Position, um den Gyro-Sensor im Inneren nicht zu verwirren.

Kurze Eingewöhnungsphase

Die JJ-1 ist recht einfach zu bedienen. Es gibt zwei Modi: der Standard-Modus ist Automatik. Hier blinkt die untere LED bei der Steuerung blau. Mit den Pfeilen hoch und runter kann der Nutzer das Smartphone senken und anheben. Drückt man den „M2“ Button kommt man in den Locking Mode. Hier bleibt die Kamera auf einen Punkt fixiert, auch wenn man den Griff bewegt. Über die Pfeile hoch- und runter ist dem Nutzer auch hier möglich, die Position des Smartphone nach oben oder unten zu verändern. Am Anfang war ich noch etwas unbeholfen was die Haltung der Gimbal und deren Steuerung anbelangt – das hat sich allerdings schnell gelegt. Auch mit einer Gimbal ist es notwendig, sich Szenen zu überlegen oder zumindest eine grobe Vorstellung zu haben, wohin man das Smartphone als nächstes orientieren möchte.

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Gerade bei Smartphones ohne Bildstabilisierung, wie dem Nubia Z9, kann die JJ-1 einiges an Wacklern rausholen. Die Gimbal erhöht somit die Qualität der Videos und hebt die Kamera in eine ganz andere Klasse. Erfreulich ist, dass der Hersteller bei der Größen-Angabe von Smartphones nicht zu viel versprochen hat: selbst das iPhone 6s Plus passt problemlos in die Halterung der Gimbal. Daumen hoch!

Die günstigste Gimbal überhaupt?

Bei meiner Recherche zu Smartphone-Gimbals hab ich größtenteils vergleichbare Geräte im 200 Euro Segment gefunden. Teilweise vielleicht kurz darunter, aber nie unterhalb von 100 Euro. Die Docooler Gimbal ist somit die günstige ihrer Art, auch wenn der Käufer dafür auf Bewegungen von links nach rechts verzichtet, was etwas schade ist. Mit dem Preis kommt natürlich auch ein entsprechend billiges Material: auch wenn ich nicht denke, dass die JJ-1 schnell kaputt geht, etwas mehr Fingerabdruck-widerstandsfähiges Material wäre schön gewesen. Darüberhinaus macht die Kunststoff-Gimbal einen guten Eindruck.

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Für ambitionierte Touristen

Ihr wollt Filme mit dem Smartphone drehen und hierfür eine möglichst günstige Gimbal kaufen? Dann würde ich 100 Euro drauflegen und eine Gimbal mit Drehung nach links und rechts kaufen. Für einen Ausflug ins fremde Land ohne DSLR eignet sich die JJ-1 allerdings schon. Auch Vlogger dürften vom Locking-Modus profitieren. Mit aktuell 85 Euro auf Amazon kann man eigentlich nur sehr wenig falsch machen.

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Über den Autor
Sarah Elisa Oley
Technik ist für Sarah kein Fremdwort: den Einstieg in die Smartphone Welt wagte sie bereits 2004 mit dem MPX 200 von Motorola. Sarah studiert Publizistik, wenn sie mal nicht gerade tippt, fährt Sarah Longboard.
  • Serienjunkie

    Ziemlich cooles Teil! Schön, dass sowas endlich bezahlbar wird.