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MEL Chemistry – Chemie für jedermann
Review

MEL Chemistry – Chemie für jedermann

von 28. Juni 2016

MEL Chemistry hat ein neues Produkt auf den Markt gebracht, welches die Kinderzimmer-Chemie auf ein neues Niveau hebt.


Wenn ihr euch auf der Homepage von MEL Chemistry mit eurer E-Mail-Adresse, Adresse und Kontodaten registriert, erhaltet ihr kostenfrei das sogenannte Starter Kid zugesandt, dieses enthält das Basis-Equipment wie die VR-Brille, Trichter, Plastikbecher, Erlenmeyerkolben, Schutzbrillen, Hubkolbenspritzen, Beckerglas und vieles mehr, außerdem bekommt ihr zu Beginn eures Abos noch einen Karton mit Reagenzien, wie beispielsweise Natronlauge (NaOH) und Ammoniak (NH3). Dieses Equipment benötigt ihr dann für die weiteren Boxen, wovon ihr jeden Monat zwei Stück im Abo-Modell für ca. 50€ im Monat bekommt.

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Bisher gibt es 38 Experimentierboxen zu verschieden Themen; uns lagen die Boxen „Metal battles“; „Chemistry & light“ und „Nitrogen“ zum Testen bei.

Beispielhaft möchte ich euch nun an der „Metal battles“-Box zeigen, wie eine solche Box aufgebaut ist und wie die Versuche strukturiert sind.

In jedem Experimentierkasten sind drei Experimente enthalten, die ihr jeweils mit den enthaltenden Reagenzien zweimal durchführen könnt.

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In der „Metal-Battle“-Box waren die Experimente „Martian rust“, „Copper tree“ und „Copper Coral“ enthalten. Dazu bekommt ihr dann die Reagenzien, die ihr benötigt um die Versuche je zweimal durchführen zu können, und das nötige Equipment für die Durchführung (hier waren Schutzhandschuhe, Gummis, Schappdeckelgläser und Objektdeckelträger enthalten).

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Für jedes Experiment gibt es dann eine Karte, auf der ihr die Reakionsgleichung und eine bebilderte Anleitung zu finden.

Bevor es dann mit dem Experimentieren losgeht, solltet ihr eure Schutzhandschuhe und Schutzbrillen aufsetzen, dann folgt ihr einfach der Anleitung und schon habt ihr die Chemie bei euch zuhause :).

Dazu braucht ihr ein Android oder iOS Smartphone und die „MEL Chemistry“ App, hier könnt ihr euch dann die Verbindungen dann als Kugelstabmodell, als Skelettstruktur, als Kristallgitter oder mit Hilfe eurer VR Brille in 3D anschauen.  Außerdem findet ihr hier nochmal ein Video zu jedem Versuch und auch die Anleitungen, Sicherheitsanweisungen und Reaktionsgleichungen könnt ihr in der App schnell finden und euch diese während des Versuchs anschauen.

Ich möchte mit euch ein Experiment am Beispiel des „Martian Rust“ Experimentes durchsprechen:

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Oben rechts auf der Karte findet ihr die Schwierigkeitsstufe, die Gefährlichkeitsstufe und die Dauer, wobei diese Informationen eher für Kinder relevant sind, Jugendliche und Erwachsene sollten alle Experimente lösen können.

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„Martian Rust“ gehört zu den leichtesten und ungefährlicheren Versuchen. Jedoch ist es dennoch wichtig sich vor jedem Versuch darauf zu besinnen, dass man hier mit Chemikalien arbeitet und so vorsichtig mit den Reagenzien umgehen sollte und einige Sicherheitshinweise, z.B. Schutzhandschuhe und Schutzbrille tragen, nicht essen und trinken und nach den Versuchen die Hände waschen, beachten sollte.

Unter dem Versuchsbild findet ihr immer die Reaktionsgleichung, damit ihr auch wisst was chemisch gesehen passiert und ihr wisst was ihr für Produkte und Edukte einsetzt und erhaltet. Darunter findet ihr Sicherheitshinweise, die jedoch relativ kurz ausfallen und „Tipps“, wie hier zum Beispiel dass ihr am besten nicht nur die angegebenen 15 Minuten warten solltet, sondern ca. 1 Stunde bis sich die blaue Lösung entfärbt hat.

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Auf der Rückseite der Experimentierkarte geht es dann mit der bebilderten Anleitung des Experimens weiter: Ihr findet ihr alles was ihr für den Versuch braucht, bildlich und leicht erklärt. Bei unserem Beispiel sollt ihr also das Schnappdeckelglas mit dem blauen Punkt nehmen und dort die komplette Flasche Kupfersulfat (CuSO4), dann einen Eisennagel nehmen und diesen in die Kupfersulfat – Lösung geben und dann eben abwarten bis sich Kupfer auf dem Eisennagel absetzt.

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Die Reagenzien sind übrigens Versuchsweise nochmals in kleine Zipp – Tüten verpackt, sodass ihr euch nicht alles zusammen suchen müsst, hier wäre es nur noch besser wenn die Tüten mit den Experimenten beschriftet wären, für die sie bestimmt sind.

Dann braucht ihr bei manchen Versuchen etwas Zeit und Geduld, denn manche Reaktionen brauchen etwas länger als andere :)  Bei „Martian Rust“ müsst ihr beispielsweise nur 15 Minuten warten und ihr sehr schon erste Ergebnisse, bei „Copper Coral“ braucht es 2-4 Stunden und bei „Copper Tree“ sogar eine ganze Woche.

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Als angehende Chemikerin sind viele Versuche für mich natürlich „Kindergarten-Chemie“, jedoch gefällt mir die Aufmachung der Boxen von MEL Chemistry sehr gut. Die Anleitungen sind zwar (noch) nur auf Englisch, aber durch die Bilder sehr gut und leicht zu verstehen.

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In unserem Testpaket roch es leider in der „Nitrogen“ Box etwas sehr nach Ammoniak und in unserem Reagenzpaket war die Natronlauge etwas ausgelaufen. Als angehende Chemikerin weiß ich damit zwar umzugehen, jedoch würde ich mir hier etwas Nachbesserung wünschen, damit es durch ausgelaufene Substanzen nicht zu Verletzungen kommt.

Auch unsere VR-Brille hatte ein kleines Manko: Denn eine der Linsen war lose, sodass man die Brille nur eingeschränkt nutzen konnte.

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MEL Chemistry empfiehlt seine Experimente zwar erst für Kinder ab 12 Jahren, jedoch denke ich, dass auch jüngere Kinder mit Hilfe und vor allem im Beisein ihrer Eltern schon Spaß an den Experimenten haben könnten.

Meiner Meinung nach ist die Idee hinter MEL Chemistry super, denn so können interessierte Kinder und Jugendliche abseits des teilweisen sehr öden Chemieunterrichts eigenständig beziehungsweise mit Hilfe ihrer Eltern die an sich sehr spannende Welt der Chemie entdecken.

Die Kinder und Jugendlichen können so die Chemie in ihrem Tempo erkunden und durch den Einsatz der VR-Brille trifft das Produkt den Puls der Zeit und das Interesse von Kindern und Jugendlichen.

Mit einem guten Smartphone, wir haben es mit dem Samsung Galaxy S6 edge getestet, funktioniert der Blick in virtuelle Molekularebene sehr gut, was Kinder und Jugendlichen, aber auch uns als Chemiestudenten sehr hilft sich die Welt und die Anordnung der kleinen Teilchen genauer vorzustellen.

Bei der Kristallstruktur von Essigsäure reist man quasi virtuell durch die Kristallstruktur, dies lässt einen wahrnehmen wir groß so ein Verbund ist beziehungsweise wie viele Teilchen in einer geringen Menge einer Substanz wie beispielsweise Essigsäure stecken.

Was ich etwas schade finde ist, dass man nicht mitentschieden kann, welche Experimentboxen man wann in seinem Abo bekommt. Auch der Preis von 50€ pro Monat ist relativ hochangesetzt, sodass sich ein Abo wohl nur für wirklich interessierte Familien lohnen dürfte.

Die Boxen von MEL Chemistry gibt es derzeit leider noch nicht für den deutschen Markt, jedoch ist eine zweistufige Markteinführung geplant: Zwischen August & September 2016 wird geplant die ersten Boxen mit englischer Anleitung nach Deutschland zu liefern und für 2017 ist eine Übersetzung der Boxen ins Deutsche geplant. Auch hier wird es die Boxen im Abo-Modell für ca. 50€ pro Monat zu kaufen geben.

Wie findet ihr die Idee der MEL Chemistry Box?Und wie findet ihr den neuen Zugang zur Chemie?

 

 

Positives

- tolle Verpackung und Aufmachung
-gute Anleitungen
- anderer Blick auf die Chemie

Bewertung
Unsere Bewertung
Schwierigkeit
5.0
Zubehör
7.5
Unterhaltung
10
Effekte
9.8
Darsteller-Leistung
9.2
Wow-Faktor
9.9
Atmosphäre
9.1
Humor
6.6
Spannung
9.7
Ideenreichtum
8.8
Zeichnungen
10
Preis
6.9
Preis-Leistungsverhältnis
7.4
Fazit

Abgesehen davon finde ich den Aufbau und die Aufmachung der Boxen sehr schön und hochwertig. Auch die Versuche sind kinderleicht zu verstehen, obwohl es die Anleitungen bisher nur auf Englisch gibt. Besonders gefällt mir der Einbau der virtuellen Realität, da ich dies so noch nie gesehen habe und sehr spannend und interessant finde um sich besser mit der Chemie auseinander zusetzen.

8.6
Unsere Bewertung
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Über den Autor
Maike Kö
Ich bin Maike, 20 Jahre alt und Chemiestudentin. Wenn ich gerade mal nicht im Labor stehe blogge ich, kümmere mich um meine Tiere und treibe Sport.