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Hands-On: LeEco (LeTV) Le2 Pro

Hands-On: LeEco (LeTV) Le2 Pro

von Timm Mohn12. Juni 2016

Vor gut einem Jahr hielt ich das erste LeEco in den Händen: das LeEco Le1. Zwischenzeitig brachte man auch noch eine verbesserte Version mit Fingerprint heraus, namentlich das Le1s. Als der Postbote die Tage klingelte, übergab er mir das LeEco Le2 Pro. Das leicht bessere Modell der neuen Produktlinie aus dem Hause LeEco. Mit einem schnellen Prozessor, einer vielversprechenden Kamera und sage-und-schreibe 4 GB Ram möchte das LeEco Le2 überzeugen. Ob das gelingt, erfahrt ihr nach dem Break.

Nerdbench bedankt sich bei TinyDeal für die Bereitstellung des LeEco Le2 Pro (Ref-Link* seitens TinyDeal)

Kein Headset dabei

Wie immer liefert LeEco sein Smartphone in einer schicken Verpackung aus. Im Inneren befindet sich das LeEco Le2 Pro selbst sowie ein kleines chinesisches Handbuch. Dazu gibt es noch einen Simtray Remover und ein USB-C Kabel samt Netzteil. Da man bei der Le2 Reihe generell auf den Kopfhörer-Eingang verzichtet, wird ein Adapter von USB-C auf Klinke mitgeliefert. Ein Headset sucht man vergebens. Meinem Paket lag kein EU-Adpater bei.

10 Kerner im Smartphone

Die Front des LeEco Le2 Pro wird von einem 5,5 inch Full-HD Display eingenommen. Jenes löst mit 1920×1080 Pixel auf und kommt somit auf 403 DPI. Über dem Screen sitzt eine 8 Megapixel Seflie Kamera sowie die Ohrmuschel. Für eine flüssige Performance sorgt ein MediaTek Helio X20 Prozessor mit 2,3 GHz – jedenfalls in der Theorie. Beim 64bit MTK6797 handelt es sich um den ersten 10-Kerner, den ich je in den Händen halten konnte. Bei grafikintensiven Spielen wird der Helio X20 von einer Mali-T880 unterstützt. Um die Anzahl mehrere gleichzeitig geöffneten Apps muss man sich beim Le2 Pro nicht kümmern: LeEco hat dem Phablet 4 GB Ram spendiert. Auch der interne Speicher kann sich sehen lassen: die Grundversion komm mit 32 GB Rom daher.

Auf der Rückseite sitzt eine 21 Megapixel Hauptkamera (Sony IMX230) mit einer f/2.0 Blende. Diese kann 4K Aufnahmen meistern und wird im Low Light von einer einzelnen LED unterstützt.Beim Le2 Pro handelt es sich um ein Dual-Sim Smartphone, das mit zwei Nano-Sim-Karten bestückt werden kann.

Sehr gutes Display

Nimmt man das LeEco Le2 Pro das erste mal in die Hand bemerkt man gleich das hochwertige Feeling eines „kleinen“ Flaggschiffes. Im Vergleich zum Le1 kommt kein Plastik zum Einsatz, was dem Smartphone-Handling sehr zuträglich ist. Auch das Display weiß zu begeistern: zusammen mit der in meinen Augen sehr hübschen Font von LeTV und Schriftgröße „Klein“ hab ich das Gefühl, das Meiste aus dem meinem Smartphone herauszuholen. Umso erfreulicher ist, dass LeEco abermals an der Helligkeit gedreht hat und das Display ohne Probleme im Freien ablesbar ist. Die 10 Kerne im Inneren scheinen sich gelohnt zu haben: das Le2 Pro ist im Alltag ordentlich flott unterwegs. Ein kleines Aber gibt es hier aber: der Prozessor taktet nur mit 1,85 GHz, statt wie versprochen mit 2,3 GHz. Ob sich dieser Unterschied in der Praxis negativ bemerkbar macht, wage ich jetzt mal dahin zustellen.

Für das Design muss ich an dieser Stelle mal eine Lanze brechen: das Rosé Gold ist nicht wirklich intensiv, sodass ich mich von Zeit zu Zeit sogar frage, ob mein Gerät nicht eher silber ist. Gerade bei der weiblichen Bevölkerung findet die Farbgebung aber dennoch großen Anklang: „Das ist ja hübsch“ hab ich in den letzten Tagen öfter gehört. Damit der hübsche Zustand auch erhalten bleibt, liefert LeEco direkt ein Schutzcase mit. Daumen hoch dafür!

In Sachen Akku konnte sich das LeEco Le2 Pro direkt beweisen: um 19 Uhr verlies ich das Haus mit 30 % und circa um 23 Uhr waren immer noch 2 % Restsaft im Gerät, obwohl das Gerät zuvor nicht vollständig aufgeladen wurde und das Gerät ständig verwendet wurde (Fotoauslösungen: 97 mal!). Gefallen kann auch der Mono Speaker auf der Unterseite des Gerätes: Anrufe werden nicht überhört und auch der gelegentliche YouTube-Podcast sollte kein Problem darstellen.

In Sachen Verbindungen kann nicht meckern: 5 GHz Wlan Netzwerke werden umgehen gefunden und Telefonate sind störungsfrei möglich. Apps lassen sich problemlos auf dem LeEco Le2 Pro installieren. Dank zügiger Verbindung zum Router ist man hier auch nicht ewig beschäftigt.

Ein Stück Eco-System

LeEco – bzw LeTV steht, das drückt gerade der neue Name aus, für ein Ekosystem. Am liebsten wäre dem Hersteller wahrscheinlich, wenn von eurem Auto bis hin zu eurem Smartphones alles aus dem Hause LeEco stammt. Die Media-Player App-Verknüpfung im Homescreen lässt sich ohne einen Launcher von Dritten nicht entfernen und wird euch im besten Fall mit chinesischem Content erfreuen. Oder nerven.

Eine etwas ärgerliche Sache betrifft die Apps von Dritten: beispielsweise das EA Center lässt sich ohne Root nicht entfernen. Ich hab es erstmal in einen System-Ordner geschoben und dort wird es nun erstmal verbleiben. Die Stock-Rom ist nicht 100 % englisch: hier und da gibt es noch mal ein paar chinesische Zeichen.

Einige Käufer dürften sich davon abgeschreckt sein, dass das LeTV Le2 Pro aktuell nur in Rosé Gold verfügbar ist. Persönlich macht mir das erstmal nichts aus – wofür gibt es Cases.

Kamera schaut stark heraus

#supercamerabump nannte es eine Userin auf Chinamobiles und es steckt ein bisschen Wahrheit drin: es ist zwar nicht ganz so schlimm wie bei Motorola, aber trotz Case kann man die Linse der Kamera auf dem Tisch schleifen. Wünschenswert wäre es gewesen, wenn das Case wenigstens so viel Höhe gehabt hätte, als das die Linse den Boden nicht mehr erreicht.

Das Le2 begrüßt den Nutzer mit wenig ermunternden Botschaft, dass das Handy unlocked wurde und man ihm nicht vertrauen darf. Eine Anleitung, wie ihr die Rom entfernt, gibt es hier.

Underdog mit Potenzial

LeEco bemüht sich aktuell, Fuß auf dem Smartphone Markt zu setzen. Auch wenn manche Sachen kräftig in die Hosen gehen (LeEco Le1 Pro US Version Deaster): beim LeEcoLe2 Pro handelt es sich um ein auf den ersten Blick grundsolides Smartphone mit ein paar bekannten Schwächen von LeEco (beispielsweise die Softkeys) aber auch vielen Stärken, allen voran die gute Ausstattung beim kleinen Preis. In den nächsten Wochen wird sich das LeEco beweisen müssen. Ich bin gespannt, wie sich das Gerät in meinem Alltag schlagen wird. Ihr habt bereits Lust auf das LeEco Le2 Pro bekommen? Dann schaut bei TinyDeal vorbei. Hier ist es aktuell für 263,35 Euro verfügbar.

* Die Ref-Links im Artikel dienen der Reichweitenmessung durch TinyDeal. Wir haben keine Kontrolle über die Daten und deren Auswertung. 

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Über den Autor
Timm Mohn

Schreib- und Technikbegeistert. Freut sich über innovative Technik, kann Budget Smartphones nur bedingt ausstehen – WiFi Gadgets, wie die GoPro, umso mehr. Gründer von Nerdbench.com

  • d1-mein

    Wann folgt das gesamte Review???