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Im Test: Neewer DC-70 Clip-on LCD Monitor

Im Test: Neewer DC-70 Clip-on LCD Monitor

von Timm Mohn24. Mai 2016

Um das Bild bei einer Filmproduktion genauer im Blick zu halten, sind die 3 Zoll LCDs normaler Camcorder oder DSLRs oft zu klein. Gerade wenn man sich selbst filmt und ein wenig entfernt steht, kann man oft nicht so genau einschätzen, ob das Bild jetzt noch im Focus ist, oder nicht. Genau hier kann ein externer Bildschirm aushelfen. Seit einigen Monaten setze ich für diese Zwecke den Atomos Shogun ein, aber wie gefühlt bei allem gibt es auch hier eine günstige Option von Neewer. Beim DC-70 handelt es sich um einen 7 inch HD Monitor, der in wenigen Handgriffen auf eurer Kamera montiert ist. Wie sich der LCD schlägt, erfahrt ihr im Test.

Bin ich im Bild?

Jahrelang habe ich mich am Anang eines Video auf meine Couch gesetzt und dann erstmal den Kopf gereckt um zu sehen, ob ich wirklich im Bild bin. Meist hießt es dann noch mal aufstehen, wieder hinsetzen, den Rahmen prüfen und eventuell noch mal den Bildausschnitt prüfen. Ihr seid euch nicht sicher, ob alles auf dem Bild zu sehen ist? Das Gefühl kenne ich gut. Auch wenn man die Bildschirme meiner Kameras (Panasonic HX-WA10, Nikon D5100 und schließlich Panasonic GH4) stets umdrehen konnte, wirklich viel erkennen kann man auf ein paar Metern nicht mehr. Das sieht schon ganz anders aus, wenn man aus der Ferne auf 7 Zoll blickt.

Überraschend wertiges Feeling

Die OVP ist überraschend kompakt für einen 7 Zoll Bildschirm. Mit dabei ist ein HDMI to MiniHDMI Kabel sowie ein kleines Handbuch in Chinesisch und Englisch. Darüberhinaus legt Neewer noch eine Soff-Tragetasche bei, der Sonnenschutz ist direkt auf dem Gerät installiert. Einen Akku oder ein Netzteil sucht man vergebens. Wer also mit dem DC-70 etwas anfangen möchte, muss unbedingt eine Stromversorgung dazu ordern.

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Packt man den Bildschirm aus, fühlt sich dieser erfreulich hochwertig an. Auch der Kameraschuh-Adapter dürfte den Bildschirm ohne Probleme tragen. Laut Handbuch kann man den Sonnenschirm einfach abnehmen, in dem man die Unterseite in die eigenen Richtung drückt. Zunächst hatte ich meine Probleme damit, aber öffnet man den Sonnenschutz und drückt nachfolgend auf den unteren Teil des Sonnenschutzes, geht die Trennung auf einmal sehr leicht von der Hand. Aufgetragen wird der Sonnenschutz allerdings am besten, wenn jener geschlossen ist. Setzt man beispielsweise einen Sony NP-F970 in das Akkufach, startet der LCD nach kurzer Denkpause und ist sogleich einsatzbereit. Auf meinem Gerät ist die Firmware Version 1.2 installiert.

7 Zoll für unterwegs

Die Front wird von einem 7 Zoll Display eingenommen. Auf dem Sonnenschirm prangt ein großes Neewer Logo.Öffnet man den Sonnenschirm, springen automatisch die beiden Seitenteile auf. Diese lassen sich aber sehr einfach wieder einklappen, wenn man den Bildschirm abbauen möchte. An jeder Seite des Gerätes gibt es eine Einlassung für eine 1/4er Schraube, allerdings kann der mitgelieferte Adapter auf Grund des zweiten Stabes nur an der Unterseite benutzt werden: die anderen drei Ports kommen ohne zweite Aussparung daher. Auf der rechten Seite befindet sich zum einen der Menü-Button samt Scrollrad sowie der Mini-USB Eingang für Firmware Updates. An der Seite ganz oben befindet sich der Powerbutton sowie eine Status LED. Die linke Seite beherbergt noch den Audio-Ausgang sowie den AV-In-Port. Auf der Rückseite wird der Akku oder das Netzteil eingesteckt. Es ist also ein Netz- sowie Batteriebetrieb möglich. Über HDMI-in kann der Nutzer den Bildschirm mit dem Signal der Kamera versorgen, während über HDMI-Out das Bild an einen Dritten Bildschirm weitergegeben werden kann. Neewer gibt an, dass man drei verschiedene Akkutypen mit dem DC-70 verwenden kann: die Modelle FM500H, QM71D und QM91D dürften mit dem Bildschirm laufen.

Mit so ziemlich jeder DSLR kompatibel

Alles, was ihr für eine Verbindung braucht, ist ein HDMI Port an eurer Kamera. Über jenen verfügen eigentlich so ziemlich alle Modelle: meine D5100 hat einen, die GH4 auch. Aber Achtung: kontrolliert auf jeden Fall, ob ein HDMI-Ausgang vorhanden ist. Beispielsweise meine Sony QX100 und die RX Modelle gehen leer aus. Zwar liegt dem DC-70 ein HDMI-Kabel bei, die meisten Kameras verfügen allerdings über einen MicroHDMI statt MiniHDMI Port. Solltet ihr kein solches Kabel zu Hause haben, legt am besten direkt eins in den Warenkorb.

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Je nach Akku-Größe unterschiedlich

Persönlich nutze ich Baxxtar Pro Energy Akkus mit 7.800 mAh. Die müssen einmal leer zwar fast 24 Stunden aufgeladen werden, halten dafür im DC-70 ewig. Und wenn ich sage ewig, meine ich ewig: über 3 Stunden Daueraufnahme waren mit den Sony NP-F970 Ersatzakkus kein Problem. Aber Achtung: die Pro Energy Akkus sind auf Grund ihrer Kapazität ordentlich schwer, weswegen ich dazu raten würde, einen sehr stabilen Kameraschuh-Adapter zu kaufen. Nicht, dass euch der Bildschirm von der Kamera fällt. Wie auch in anderen Bewertungen zu lesen, kann man bei eingesetztem Akku noch ein wenig von den Akku-Connectorn sehen. Zwar bleibt der Bildschirm auch konstant an, wenn man mal am ihm wackelt, es wäre dennoch wünschenswert, wenn Neewer hier ein wenig nachbessert, sodass die Akkus besser im Gerät sitzen. Wer den DC-70 lieber am Netz betreibt, sollte auf die Spezifikationen achten: 8V-18V, 2A.

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Gute Sicht auch im Freien

Obwohl billige Bildschirme gerne mit etwas Display-Bleeding daher kommen, ist beim DC-70 kein solches festzustellen. Der Screen ist gleichmäßig beleuchtet, sodass man sich bei der Bildabnahme nicht an unschönen Farbstörungen aufhalten muss. Auf die Ferne lässt sich dank dem DC-70 nun deutlich besser abschätzen, ob man wirklich im Frame ist. Auch den Focus kann man mithilfe von Focus Peaking kontrollieren. Erfreulicherweise ist der Bildschirm auch recht stabil: einmal ist er bereits zu Boden gekracht, ohne dass das Display kaputt gegangen ist.

Auf den zweiten Blick etwas teurer

136 Euro klingen für den Bildschirm auf den ersten Blick sehr gut. Allerdings bleibt es dabei nicht: ihr braucht mindestens einen Akku, um den Bildschirm zu betreiben. Solltet ihr noch keinen zu Hause haben, lege ich jedem die Baxxtar Pro Energy ans Herz: diese sind zwar mit 36 Euro nicht ganz so billig, haben aber ordentlich Power im Gepäck. Wie bereits erwähnt, reichen 7.800 mAh für eine ganze Weile und ihr dürftet auch längere Vlogs mit einem Akku problemlos schaffen. Die passenden Netzteile gibt es bereits ab 17 Euro. Günstiger wird es eventuell, wenn ihr ein Netzteil dazu kauft. Einfache Blitzschuh-Adapter gibt es bereits ab 2 Euro, ihr solltet aber wirklich lieber auf etwas Massives setzen.

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In meinen Augen wäre es gut, wenn Neewer eine zweite Version, mit perfektem Zubehör anbieten würde. Diese könnte man natürlich nicht für 135 Euro verkaufen, dafür hätte der Kunde direkt alles, was zum Filmspaß dazugehört und müsste sich nicht bei Dritt-Anbietern nach den passenden Teilen umschauen.

Perfekt für den YouTube Start

Gerade wenn man mit YouTube anfängt, haben zukünftigen Kuzrfilm-Sternchen oft nicht das nötige Budget zur Verfügung. Mit dem Neewer DC-70 7 Zoll Bildschirm verschafft man sich mit einem schmalen Taler eine gute Übersicht über die Produktion und kann für klare Verhältnisse im Video sorgen. Ein wenig nachbessern darf Neewer beim Akku-Port. Darüberhinaus gibt es eigentlich wenig zu meckern. Wer vor allem einen Bildschirm für eine größere Live-Vorschau während einer Produktion sucht, ist beim Neewer DC-70 genau richtig. Der DC-70 gehört nun zur festen Ausrüstung der Nerdbench und wird sich auch in den kommenden Monaten beweisen müssen. Neue Erkenntnisse oder Firmware Updates werden wir in diesem Post einfügen.

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Über den Autor
Timm Mohn
Schreib- und Technikbegeistert. Freut sich über innovative Technik, kann Budget Smartphones nur bedingt ausstehen - WiFi Gadgets, wie die GoPro, umso mehr. Gründer von Nerdbench.com