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Im Test: Leef iAccess fürs iPhone
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Im Test: Leef iAccess fürs iPhone

von 26. April 2016

Bildübertragung von der alten Spiegelreflexkamera ohne große Umwege zum iPhone? Nicht immer ganz so einfach. Während es bereits zahlreiche Lightning Sticks wie den iBridge von Leef für iPhones gibt, kann man die USB-Reader fast an einer Hand abzählen. Nerdbench schaut sich nach dem Break mal Leef iAccess an.

Nerdbench bedankt sich bei Leef für die Bereitstellung des iAccess

Vielfältige Gründe für einen Kartenleser

Moderne Kameras, wie die GoPro oder die Panasonic GH4 haben alle WiFi mit an Bord. Damit lassen sich Bilder problemlos von der SD-Karte aufs iPhone übertragen, ohne einen Zwischenschritt über den PC zu gehen. Doch längst nicht jede Kamera kommt mit WiFi daher und so schauen viele Nutzer von Kompaktkameras in die Röhre. Gerade wenn man zwar ein noch funktionsfähiges iPhone 5 oder 5s hat, aber Instagram lieber mit qualitativ-hochwertigen DSLR Bildern befüllen will, kann so ein Kartenleser sehr praktisch sein. Ein weiterer Grund, auf externen Speicher beim iPhone zu setzen sind die Preise. Zwischen 16 und 64 GB beim neusten iPhone liegen für einige Kunden Welten. Im ersten Schritt wird also lieber ein wenig gespart und somit die kleinere Ausführung mit nur wenig ROM gekauft. Das rächt sich im Laufe der  Benutzung oft relativ früh, vor allem wenn man an den Speicherfresse 4K denkt.

Nach dem ich vor einigen Wochen bereits einen anderen Kartenleser für iOS ins Ökosystem aufgenommen hatte, bin ich über ein – für mich – ärgerliches Problem gestolpert: während ich den entsprechenden Stick von Photofast für Backups nutzen wollte, entschied sich die App dazu, jedes Produkt des Herstellers als Backup Medium zu nutzen. Da sich dies leider nicht auf ein Gerät einschränken lässt, bin ich fast schon gezwungen gewesen, auf ein Gadget der Konkurrenz zu switchen. Nach dem die Kollegin Dine mit dem iBridge sehr zufrieden war, schielten meine Augen also auf den iAccess.

Kinderleichte Bedienung

Der Kartenleser kommt kommt in einer schicken Verpackung daher, in der sich allerdings wirklich nur der iAccess befindet. Auf der OVP-Rückseite gibt es in verschiedene Sprachen noch eine Überschrift über die Vorteile und Features des iAccess, auf ein gedrucktes Handbuch hat man bei Leef allerdings verzichtet. Das ist aber auch gar nicht nötig, denn der iAccess funktioniert wie jeder andere Kartenleser auch: ihr braucht eine SD-Karte, zum Beispiel aus dem Hause Leef, auf die oder von der beispielsweise Bilder übertragen werden sollen. Diese wird mit der Vorderseite nach oben (wenn man auf den Lightning Port blickt) in den Kartenleser eingesteckt. Versucht man die SD-Karte falsch einzustecken, blockiert iAccess dies. Hat man den Card Reader mit einer SD-Karte beladen, kann es auch schon losgehen.

Firmware-Updaete führt zu holprigem Start

Kaum steckt man den iAccess an das iPhone meldet jenes, dass neues Zubehör gefunden wurde und eine App hierfür installiert werden muss. „Mobile Memory“ ist kostenlos und steht im App Store bereit. Ist die Anwendung installiert, schlägt iOS zukünftig vor, die Leef-App zu öffnen, wenn der iAccess angeschlossen wird. In meinem Fall hat sich Mobile Memory zunächst mit einem Firmware Update für den iAccess gemeldet. Hierfür solltet ihr eine FAT32 formatierte SD-Karte einlegen, die keine wichtigen Daten mehr enthält.

Hier startete eine kleine Odyssee, denn das Firmware Update war keine leichte Sache: der interne Updater meckerte ständig über nichtvorhandene Update-Dateien, die Installation brach ständig ab. Meine erste Überlegung: vielleicht war die von der Agentur mitgelieferte SD-Karte nicht im Fat32-Format. Aber doch, dass war sie. Auch nach einer schnellen Formatierung in der GoPro wollte das Update nicht durchlaufen. Gegebenenfalls war ja was mit der App nicht in Ordnung? Also diese gelöscht, neu runtergeladen, iAccess an das iPhone gesteckt und Update gestartet. Ergebnis: nach wie vor kein Update möglich. Ich wollte mich als nächstes kurz in der App umschauen, aber die scheint mit der alten Firmware nicht mehr zulaufen: die Videoaufnahme lies sich nicht mehr beenden und auch die Foto-Funktion brauchte Ewigkeiten.

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Der Betrieb mit der alten Firmware war keine Lösung. Also den iAccess noch mal dran und das Update zwei, drei Mal gestartet – und siehe da: es läuft. Und läuft. Und läuft. Ja, im Hinweistext steht, dass das Update einige Minuten dauernd kann – aber 15? Niemals. Nachdem meine Frustationsgrenze erreicht war, trennte ich iAccess und das iPhone auf die Gefahr hin, damit den Card Reader zu zerstören. Erstaunlicherweise meldete die App beim Reconnect, dass das Update erfolgreich durchgeführt wurde. Eine Meldung, dass der iAccess während dem Update einfach entfernt und neu angesteckt werden muss, gab es aber nicht.

iAccess vielseitig einsetzbar

Schließt man den iAccess an das iPhone an und öffnet die App startet standardmäßig ein Backup. Dieses kann aber auch jederzeit angehalten werden. Im Menü gibt es nun vier Optionen: Dateien senden, Contentviewer sowie iAccess-Kamera und Einstellungen. Unter dem ersten Punkt versteckt sich die Möglichkeit, iPhone Bilder vom Smartphone zum iAccess zuschicken. Diese können zu nächst auf Wunsch des Nutzers durch einfaches Anklicken in groß betrachtet und im zweiten Schritt mithilfe eines längeren Touchs (oder via „Auswählen“) markiert werden. Der Nutzer kann beliebig viele Fotos auswählen und kopieren. Auch ist es möglich, Bilder über die App zu löschen. Die App fragt in diesem Fall selbstverständlich nach, ob das Foto wirklich gelöscht werden soll. Die genannten Möglichkeiten bieten die Leef-App auch, wenn es um Bilder vom iAccess geht, die auf das iPhone übertragen werden sollen. Unter dem Reiter „Dateien Verwalten“ gibt es einen Dateimanager. Die Dateiansicht gleicht der, wenn ihr beispielsweise einen USB-Stick an den Mac schließt. Über den Dateimanager kann der Nutzer auch andere Datei-Typen, wie zum Beispiel Word-Dokumente, betrachten. Die Seitenansicht passt das Dokument gut an den Screen an, reinzoomen ist allerdings auch möglich. Hat man viele (50+) Fotos auf der SD-Karte des iAccess, gerät jener beim Erstellen der Tumbnails etwas ins Stocken und braucht eine Weile, bis alle Bilder geladen wurden. Die Dateiebetrachtung ist auch im  Contentviewer möglich, die Ansicht hier ist etwas schöner aufbereitet wie bei einem einfachen Dateimanager. Über die iAccess Kamera können Bilder und Video aufgenommen und direkt auf dem iAccess bzw. dessen SD-Karte gespeichert werden. Eine Option, in welcher Auflösung die Kamera aufnehmen soll, gibt es App-weit nicht.

Scrollt man den Startscreen etwas nach unten werden die Einstellungen sichtbar. Hier kann man in „Fotos/Kontakte Backup“ einstellen, ob automatische Backups durchgeführt werden sollen. Schaltet man diese aus, ist es aber auch möglich über „Jetzt sichern“ manuell ein Backup zu starten. Die App informiert den Nutzer, wann das letzte Backup durchgeführt wurde. Standardmäßig werden die Backups in den Ordner „PhotoBackup“ gespeichert. Der Pfad kann durch den Nutzer geändert werden. Gleiches gilt für die Kontakte: es ist möglich, den Zielordner anzupassen, die Kontakte automatisch oder manuell zu sichern und die App gibt dem Nutzer Aufschluss darüber, wann das letzte Backup der Kontakte angefertigt wurde. Zusätzlich kann man über „Jetzt Wiederherstellen“ Kontakte vom iAccess auf das iPhone übertragen.

Die Einstellungen ermöglichen es weiterhin, den Speicher für die Leef App einzuschränken. Standardmäßig sind hier 1,95 GB eingestellt, was wahrscheinlich vor allem Nutzern von iPhones mit geringem internen Speicher helfen sollte. In meinem Fall, mit 128 GB, habe ich die Begrenzung ausgeschaltet. Weiterhin lassen sich über die Einstellungen versteckte Dateien aus- und einblenden sowie das Gitter aktivieren etc. Während der Anfang ein wenig holprig war, konnte die weitere Benutzung des iAccess überzeugen: Bilder werden flott übertragen und auf Wunsch zuverlässig automatisch gesichert. Direkt auf dem iAccess aufgenommene Filme und Fotos lassen sich problemlos auf dem PC sowie dem iPhone betrachten. Hier lässt der iAccess keine Wünsche übrig.

Auch für das neue iPhone SE

Im Gegensatz zum iBridge kann man den iAccess nicht einfach mit dem PC verbinden und die auf der MircoSD-Karte gespeicherten Dateien lesen. Hierfür würde man einen weiteren Cardreader, aber eben mit USB, benötigen. Auf der iOS Seite hingegen stehen dem Nutzer Tür und Tor offen: ab dem iPhone 5 sind alle Geräte mit Lightning-Port kompatibel. Das schließt das neue iPad Pro und auch das iPhone SE ein. Selbstverständlich kann auch die neuste Generation des iPod Touchs auf die Daten des iAccess zugreifen. Wie bei allen (!) iOS-Sticks ist die App nicht optional: ohne jene kann man nicht auf den Card Reader zugreifen.

Der Nutzer kann den iAccess mit MicroSD-Karten füttern. Diese dürfen bis zu 128 GB groß sein. Es ist also alles möglich: von der poppeligen 2 GB SD-Karte, die irgendwann mal bei einem Handy dabei war, bis hin zur großen SD-Karte für viel 4K Content. SD-Karten sind allerdings wirklich günstig geworden, weswegen selbst 64 GB sehr erschwinglich sind.

Dank dem gebogenen Design kann der iAccess auch mit Schutzhülle am Smartphone genutzt werden. Im Test macht es keinen Unterschied, ob es sich dabei um besonders dicke Bumper handelt, die das Gerät um jeden Preis schützen sollen, oder um einfache Cases, die nur für den nötigsten Schutz sorgen.

Budgetfreundliche Speicherlösung

Weiter oben hatten wir die Gründe besprochen, die externe Speichermöglichkeiten für Kunden attraktiv machen – allen voran die stolzen Preise für iPhones. Doch hier darf man nicht allein die Preise für iDevices sehen. Ein weiterer Faktor sind auch die Preise für iOS Sticks: der iBridge mit 64 GB kostet aktuell 80 Euro, während der iAccess mit 40 Euro sehr günstig ist. Hat man sowieso schon SD-Karten über die Jahre angesammelt, die gleichermaßen in der Kamera und dem Leef Kartenleser laufen, kann sich noch mal knapp 50 % der Ausgaben sparen. Selbst wenn man eine 64 GB Karte kaufen wollen würde, ist diese mit 33 Euro immer noch 7 Euro günstiger als ein iBrdige.

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Praktisch, Günstig, Gut

Speicher bei iOS Geräten muss nicht teuer sein: wer gerne ein paar GB mehr für sein iPhone parat hat, kann dies am günstigsten über Card Reader lösen. Der iAccess funktioniert im Test nach einigen Startschwierigkeiten einwandfrei und lässt gerade bei meinem Einsatzzweck, hochwertige Bilder aber auch Filme in Richtung Instagram zu schiffen, fast keine Wünsche übrig. Die App wirkt in meinen Augen sehr aufgeräumt und auf ihre Funktionen konzentriert. Man wird nicht mit Features überschlagen und kann trotzdem produktiv mit dem iAccess arbeiten. Aktuell ist der Stick für 40 Euro auf Amazon verfügbar.

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Positives

- Schickes Design
- Auch mit Case benutzbar
- Bis zu 128 GB Extra Speicher
- Gute, aufgeräumte
- Sehr günstig
- Web Auftritt
-- Unterhaltsame YouTube Werbe-Videos!
-- Vielseitige Insta/FB-Posts
-- Schicke Homepage

Negatives

- Kein USB-Anschluss für den PC
- Funktioniert nur mit App
- Firmware-Update-Horror

Bewertung
Unsere Bewertung
Technik
9.4
Performance
8.9
Design
10
Social Media
9.3
Web Auftritt (außerhalb Social Media)
9.0
Preis
10
Preis-Leistungsverhältnis
10
Fazit

Externer Speicher muss nicht teuer sein: der Leef iAccess ermöglicht es für den schmalen Taler, Bilder vom iPhone zu sichern oder Videos zu übertragen. Dank gutem Handling und ansprechender App ein kleines Must-Have für iDevice-Besitzer.

9.5
Unsere Bewertung
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Über den Autor
Timm Mohn
Schreib- und Technikbegeistert. Freut sich über innovative Technik, kann Budget Smartphones nur bedingt ausstehen - WiFi Gadgets, wie die GoPro, umso mehr. Gründer von Nerdbench.com
  • d1-mein

    Hab den schon ne Weile im Betrieb. Firmware war bei mir aber kein Problem!

  • Anna-Bell

    Im Vergleich zu eurem Photofast Review gefällt mir die Oberfläche hier deutlich besser. Dafür sind die anderen P I N K !!!
    Ich stehe hier wirklich vor einer schweren Entscheidung.