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Philips PicoPix PPX4935 im Test: Pocket Beamer mit Android
Review

Philips PicoPix PPX4935 im Test: Pocket Beamer mit Android

von 11. März 2016

Philips ist den Lesern der Nerdbench bekannt für ihre schicken kleinen Projektoren, die mit wenig Licht trotzdem ein kleines Kino ins Wohnzimmer zaubern können. Mit dem PPX4935 hat die PicPix Serie eine Auffrischung erhalten: statt 100 Lumen wirft der neue Beamer satte 350 Lumen an die Wand und auch HD Content kann endlich in vollem Glanz erstrahlen. Die Nerdbench hat sich mit einem Marathon von „How to get away with murder“ mit dem PPX4935 genau auseinander gesetzt.

Zum Start alles mit dabei

Obwohl die Verpackung des PicoPix sehr kompakt daher kommt, versteckt sich im Inneren teilweise mehr, als bei den großen Projektoren. Neben dem Projektor selbst gibt der Hersteller dem Kunden noch eine Fernbedienung sowie Tragetasche an die Hand. Dazu gibt es natürlich ein Netzteil und ein passendes miniHDMI auf HDMI Kabel. Eine Garantiekarte und Quick Start Guide liegt natürlich auch bei.

Starke Lampe und ausdauernder Akku

Die Front wird von einem metallenen Grill eingenommen, sowie der Lampe des Projektors. Jene leuchtet erstmals mit 350 Lumen und soll so für ein deutlich helleres Bild als noch bei den Vorgängern sorgen. Der PPX4935 löst mit 1280×720 auf. Das Kontrastverhältnis liegt bei 100.000:1. Die Zeiten von 4:3 Bildern ist vorbei: der PicoPix gibt standardmäßig ein 16:9 Bild aus. Die Oberseite ziert ein großes Touchpad für die Bedienung von Android. Im unteren Bereich gibt es einen Zurück, Home und Menü Button. Auf der linken Seite lässt sich das Gerät einschalten und über Micro SD-Karte erweitern.  Links lässt sich mit Hilfe eines kleinen Rädchens der Focus einstellen. Die Rückseite bietet die Möglichkeit, ein USB-OTG Kabel anzuschließen, Kopfhörer mit dem Gerät zu verbinden und zum Beispiel eine Maus über den normalgroßen USB Port anzuschließen. Der letzte Port ist für den Anschluss des Netzteiles vorgesehen.

Dem Nutzer stehen im Inneren des PicoPix 4 GB Speicherplatz zur Verfügung. An Bord sind Bluetooth sowie WiFi b/g/n. Mit Strom wird der Projektor entweder über das erwähnte Netzteil versorgt oder mobil mit dem internen 2.000 mAh Akku. Trotz der vielseitigen Technik gibt sich das Gerät sehr leicht: Der PPX4935 bringt nur 351 Gramm auf die Waage.

Vielseitig verwendbar

Während auf der Oberseite ein Touchfeld ist, liefert der Hersteller wie bereits erwähnt eine Infrarot Fernbedienung mit. Persönlich nutze ich den PicPix im Wohnzimmer am liebsten mit der Logitech K400 Plus. Die Maus und Tastaturkombination lässt sich über den großen USB Port auf der Rückseite anschließen und funktioniert im Test sehr gut: meine Befehle werden erkannt und Texte zügig eingetippt. Wer nur mal schnell unterwegs einen Film (beispielsweise für den letzten Schultag oder Zeugnistag) starten möchte, wird vollkommen mit dem Touchpad auf der Oberseite zurechtkommen. Die Fernbedienung hab ich in den vergangenen Wochen genau einmal benutzt: umzusehen, ob sie funktioniert. Das liegt auch daran, dass das Touchpad wirklich gut funktioniert und die Bedienung flüssig von der Hand geht. Während Präsentationen eignen sich sogenannte Fly Mäuse perfekt für das Weiterschalten von Folien.

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Für einen kleinen Raum gerüstet

Bereits die Vorgänger ist der PPX4935 sehr gut out of the box dazu geeignet, in Räumen ohne viele Störgeräusche Filme und Serien wiederzugeben. Auch bei Präsentationen mit kleinen Effekten im Hintergrund kann sich der Lautsprecher beweisen. Wer aber wirklich Ton genießen möchte, sollte auf einen Lautsprecher setzen. Im Falle des PicoPix PPX4935 ist es möglich, entweder eine Bluetooth Box anzuschließen, oder über den Kopfhörer-Eingang auf der Rückseite den Ton auszugeben. Persönlich gleiche ich am liebsten zur Jawbone Big Jambox, da diese mobil viel leistet und keine weiteren Kabel zum Setting hinzufügt.

Ein Hollywood Film im mobilen Kino

Philips gibt die Akkulaufzeit mit circa zwei Stunden an. Im Test hält der PPX4935 knapp 110 Minuten durch, ehe sich das Bild verabschiedet. Das reicht für den letzten Fanatasic Four Film oder etwas über drei Folgen „How to get away with murder“ – wobei allerdings nur letzteres wirklich ein Genuss darstellt in Sachen Unterhaltung. Aufgeladen ist der Akku in etwa 3 Stunden, diese Zeit sollte man also einberechnen, wenn man mit dem PicoPix unterwegs ist. Je nach dem, was für Technik am PPX4935 verwendet wird, verringert sich die Akkulaufzeit: werden beispielsweise beide USB Ports, die Bluetooth und WiFi Verbindung genutzt muss man sich mit 1 1/2 Folgen eines typischen Dramas begnügen. Im Office Betrieb reicht der interne Akku locker für eine 90 Minuten PowerPoint Präsentation. Auf Grund des veränderten Designs lässt sich das alte Battery Pack der bisherigen PicoPix Geräte nicht anschließen. Ein Anschluss für ein solches ist leider nicht mehr vorgesehen.

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Vielseitige Anwendung dank Android

Auf dem PicoPix läuft Android 4.4. Dabei handelt es sich zwar nicht mehr um das aktuellste Android, die meisten Apps aus dem Alltag sind aber dennoch auf dem PicoPix spielbar. Dank Zusatz-Apps sind den verwendeten Formanten eigentlich keine Grenzen gesetzt, von Haus aus lassen sich aber beispielsweise mp4-Dateien problemlos abspielen. Die Wiedergabe stockt auch nach einiger Zeit nicht, der Ton bleibt synchron mit dem Bild. Musik-Junkies werden sich freuen, dass die MP3 Wiedergabe kein Problem darstellt. Möchte der Nutzer ein paar Dias zeigen, wechseln die Fotos zügig und ohne spürbare Verzögern. In der Uni hab ich den PPX4935 vor die Vorstellung meiner BA-These eingesetzt und wie bereits erwähnt keine Probleme mit Laufzeit oder Darstellung erlebt.

Deutlich helleres Bild

250 mehr Lumen als beim Vorgänger klingt zunächst nicht nach viel, in der Praxis gibt es allerdings deutliche Unterschiede: Der PPX4935 eignet sich besser für etwas hellere Räume, da mit 350 Lumen deutlich mehr Licht zur Verfügung steht. Selbstverständlich hängt das Ergebnis stark von der Distanz zur Projektionsfläche ab und auch von der Umgebungshelligkeit. Ein Seminarraum direkt neben der Sonne wird früher abgedunkelt werden müssen, als ein Büro, das eher im Schatten steht. Hat man den Raum komplett abgedunkelt und auch die Möglichkeit, sehr weit nach hinten zu gehen, lässt sich ein Kino-ähnliches Erlebnis erzeugen. Dafür muss der Raum allerdings wirklich stockdunkel sein und viel Raum (circa 8-12 Meter) zwischen PPX4935 zur Verfügung stehen. Die beste Performance liefert der Projektor allerdings im typischen Office Setting: etwa 4 Meter von der Wand entfernt, auf der das Bild ausgegeben werden soll. Mit einer Beamer-geeigneten Unterlage für die Projektion geht möglichst wenig Licht verloren und der Nutzer kann sich über maximale Helligkeit bei maximalen Transportkonform freuen. Der Fortschritt, den der 4935 an den Tag legt, ist schon erstaunlich, wenn man bedenkt, wie dunkel der Vorgänger respektiv in der gleichen Situation ist. Ein Update von 3410 oder verwandten Geräten ist somit wirklich empfehlenswert.

Je nach dem wie weit man von der Projektionsfläche entfernt ist, muss über das Fokus-Rädchen an der Seite jener eingestellt werden. Meiner Erfahrung nach klappt das sehr gut: vom kleinen bis zum sehr großen Bild lässt sich beim PPX4935 eigentlich alles scharf stellen.

Tripod-Adapter auf der Unterseite

Wer schon mal einen Projektor aufgestellt hat weiß, dass dies jene Menge Spaß bedeutet. In meinem Fall wird der inzwischen betagte Full-Size Beamer beispielsweise von ein paar Uni Büchern gehalten. Die Füße auf der Vorderseite werden eher vernachlässigt, das Gerät von der Schrankkante gehalten. Eine recht abenteuerliche Kombination. Beim PPX4935 geht die Positionierung etwas leichter von der Hand: Der Benutzer muss den Projektor einfach auf einen Tripod schrauben und dann die Position dessen Kopfs anpassen. Hierfür muss nicht mal ein großes Stativ gekauft werden, ein kleiner Tripod aus dem Hause Joby reicht schon, um den Beamer in Position zu halten und für ein stabiles Bild zu sorgen. Dank den vielfältigen Möglichkeiten, das Joby GripTight zu positionieren ist ein Bild in allen möglichen Situationen möglch.

Lüfter übertönt nicht den Lautsprecher

Gerade wenn man ohne Zusatz Hardware, wie etwa Lautsprecher, arbeiten möchte, sind jegliche Störgeräusche ein Ärgernis. Erfreulicherweise arbeitet der PPX4935 sehr leise, sodass man immer noch Darsteller und Darstellerinnen versteht. Auch Musik lässt sich im Hintergrund wiedergeben, ohne dass der Lüfter die Instrumente übertönt. Unhörbar macht ihn das nicht: die LED im Inneren muss selbstverständlich gekühlt werden und somit kommt es zu einem hörbaren Lüftergeräusch. Auch wenn es prinzipiell möglich ist, den PPX4935 ohne externe Soud-Hardware zu benutzen: empfehlenswert macht es das nicht. Ich sehe den Kauf eines Lautsprechers als Must-Have zum PPX4935.

Kleine Anschaffungen, die das Leben leichter machen

Damit der Artikel gutlesbar bleibt, ist die Zubehör Abteilung hierhin ausgegliedert worden.

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Perfekte Ergänzung für mobiles Office

Wer sich nicht genre auf die Technik in fremden Büros verlässt oder auch als Lehrer den Kampf um den (Uralt-) Fernseher scheut, ist beim PPX4935 richtig: der Pocket Beamer kann bei den richtigen Lichtverhältnissen sehr gut professionell eingesetzt werden. Darüberhinaus lässt sich aber auch das alltägliche Unterhaltungsprogramm mit dem PPX4935 bewältigen. Durch Android kann der Projekt flexibel eingesetzt werden, ganz ohne Anschluss eines eines Windows-PC oder Mac. Gerade in Verbindung mit den neuen mobilen Windows-Boxen mit intrigierten Akku aber entfaltet ein mobiler Projektor sein volles Talent, da auf diese Weise wirklich überall mobil gearbeitet werden kann, ohne auf einen großen Bildschirm zu verzichten.

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Der PPX4935 hat im Vergleich zur letzten Generationen viele Updates erhalten, die sich positiv bemerkbar machen: angefangen beim 3 Watt-Lautsprecher und dem aktuelleren Android bis hin zu dem offensichtlichen Vorteil von 350 Lumen im Vergleich zu 100 wie bei den bisherigen Modellen. Aktuell ist Philips PicoPix PPX4935 auf Amazon für 585 Euro erhältlich.

Positives

- Helles Bild
- 3 Watt Lautsprecher angenehm laut
- Schnelles Hoch- und Runterfahren
- HDMI Port für externe Geräte
- 720p Auflösung

Negatives

- Nur Android 4.4
- knapp unter 2 GB Speicherplatz frei
- Kein Schnäppchen

Bewertung
Unsere Bewertung
Technik
8.8
Akkulaufzeit
9.5
Bildschirm
10
Performance
9.3
Design
10
Ton
8.6
Speicher
4.0
Zubehör
9.0
Preis
7.7
Preis-Leistungsverhältnis
8.7
Fazit

Nächstes Mal darf der interne Speicher gerne deutlich größer ausfallen: 4 GB sind nicht mehr zeitgemäß. Trotzdem hat Philips sich beim PicoPix PPX4935 für die richtigen Änderungen im Vergleich zu bisherigen Geräten entschieden: das Bild macht deutlich mehr her und der Ton lässt bei Ruhe auch die Beschallung einer kleinen Gruppe Menschen zu (z. B.: bei einer Präsentation). Die vielen Features kommen mit einem Preis: mit 600 Euro kostet der sehr mobile Beamer fast so viel wie ein Smartphone. Wer allerdings beruflich auf einen Beamer angewiesen ist, der mal eben in der Handtasche verschwinden kann, kommt am PPX4935 nicht vorbei.

8.5
Unsere Bewertung
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Über den Autor
Timm Mohn
Schreib- und Technikbegeistert. Freut sich über innovative Technik, kann Budget Smartphones nur bedingt ausstehen - WiFi Gadgets, wie die GoPro, umso mehr. Gründer von Nerdbench.com
  • Silbersurfer

    Ah, zu erst falsch gepostet: wirklich ein nettes Gerät, aber schon etwas sehr teuer für mein Budget leider. ABer ich schau mir mal den vorgänger an :)