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Im Test: Medion Life X5020
Review

Im Test: Medion Life X5020

von 19. Januar 2016

Mit unserem heutigen Review-Gerät lag zum ersten Mal ein Medion Smartphone auf  der Nerdbench-Testbank. Auf der Verpackung des X5020 klebt ein winziger Aufkleber: „Best Design Brand 2014/2015“  – und damit bringt man es eigentlich direkt auf den Punkt: Das Medion Smartphone ist ein verdammt schickes Smartphone, dass auf den ersten Blick direkt zu gefallen weiß. Ob dieser Eindruck im Test bestehen bleibt, erfahrt ihr nach dem Break.

Nerdbench bedankt sich bei Medion für die Bereitstellung des X5020 (MD 99462)

Der Lieferumfang ist ein Gesamtpaket

Die auf den ersten Blick recht kompakte Verpackung des X5020 ist gefüllt mit Zubehör und natürlich dem Smartphone selbst. Neben jenem befindet sich ein USB Netzteil sowie das passende USB Kabel in der OVP. Damit auch Einsteiger mit dem Smartphone zu recht kommen legt Medion eine Kurzanleitung bei sowie ein Sicherheitshandbuch. Das Gesamtpaket wird durch ein Paar Kopfhörer sinnvoll ergänzt.

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Ein Aldi PC in Smartphone Form?

Medion ist bekannt für ihre günstigen Produkte, die viel leisten aber wenig kosten. Diesen Eindruck bekommt man beim X5020 allerdings nicht: das Snapdragon 615 Smartphone ist auf einem normalen Preis-Level, auch wenn es natürlich Schmankerle wie die 3 GB Ram und satte 32 GB interner Speicherplatz gibt, die leider bei vielen Flaggschiffen anderer Unternehmer noch keinen Einzug erlebt haben. Persönlich hat mich ein Smartphone ja schon halb überzeugt, wenn Google’s Stock  Feature, wackelnde Android-Örchen während dem Reset / Update vorhanden ist – wie etwa beim X5020. Man könnte meinen, ich wäre leicht zu beeindrucken und in diesem Fall stimmt das vollkommen. Weniger beeindruckt bin ich über die Menge an Bloatware auf dem Gerät: ohne läuft das X5020 deutlich flüssiger und wer auch immer dafür verantwortlich ist sollte zur Strafe nur noch Budget Smartphones designen. Der Medionschriftzug auf der Vorderseite wirkt schick, dafür fällt die Rückseite wenig auf: hier versteckt sich kein Hersteller Logo oder Symbol. Wäre da nicht der viel zu große CE Zeichen Aufdruck käme einem die Rückseite schon fast zu leer vor.

Randvoll mit Technik

Im Inneren des X5020 tickt ein 1,5 GHz OctaCore Prozessor. Dabei handelt es sich um einen Snapdragon 615. Der im 28 nm Verfahren gefertigte Prozessor verheißt nicht nur sehr gute Performance sondern auch problemlose GPS Verbindungen. Dem Medion X5020 steht eine Adreno 405 GPU zur Seite. Neben 32 GB internem Speicher freut sich der Käufer über 3 GB Ram. Genug zu tun haben Prozessor und Ram: das Smartphone verfügt über ein 5 Zoll IPS Display mit Full HD Auflösung.

Auf der Rückseite befindet sich eine 13 Megapixel Kamera. Fotos auf der Vorderseite werden mit 5 Megapixel aufgenommen. Unter der Hauptkamera befindet sich ein einfacher LED Blitz, welcher für ausreichende Helligkeit im Dunkeln sorgen sollte und mit entsprechenden Anwendungen auch als helle Taschenlampe fungieren kann.

Damit dem X5020 nicht so schnell der Saft ausgeht, hat Medion einen 2600 mAh Akku verbaut. In Sachen Konnektivität werden dem Käufer Bluetooth 4.0, Wireless LAN sowie GPS geboten. NFC sucht man vergebens. Auf einen SD Karten Slot muss der Kunde nicht verzichten: Das X5020 verfügt über einen MicroSD Karten Slot Auf dem Boden des Gerätes befindet sich der mUSB Anschluss. Beim neuen Medion Smartphone handelt es sich um ein DualSim Gerät mit Platz für eine MicroSim sowie NanoSim.

Trotz der ganzen Technik handelt es sich beim X5020 nicht um einen Backstein: mit 127 Gramm ist das Coolpad Smartphone angenehm leicht. Das Coolpad Modena gibt es aktuell in weiß sowie schwarz verfügbar.

Lichtstarkes Display

Die Front des X5020 wird größtenteils vom 5 Zoll display eingenommen. Jenes kann mit einer guten Farbwiedergabe überzeugen und auch die Blickwinkel sind sehr gut: egal ob man von links oder rechts auf den Screen schaut, das Bild bleibt sich treu. Dank Full-HD Auflösung kommen Spiele, wie Modern Combat, in sehr guter Qualität daher. Pixel sucht man generell beim x5020 vergebens. Wer gerne noch mehr aus dem Display rausholen möchte, stellt die Schriftgröße auf „Klein“ und erfreut sich an deutlich mehr Text auf einer Seite. Scrollen ist aber auch so wenig nötig: mit 1920x1280p lassen sich Websiten optimal anzeigen und das gelegentliche eBook in der Bahn ist auch kein Problem.

Telefonate ohne Probleme

Mit dem Speaker auf der Unterseite kann der Nutzer die eine oder andere Runde „Clash of Clans“ spielen, ohne dass die aneinander schlagenden Schwerter zu blechern klingen. Auch YouTube Videos sin kein Problem: zwar kommt der Speaker nicht an die Qualität des neusten iPhones ran, das ist aber in der 300 Euro Klasse auch gar nicht nötig. Telefonate können problemlos über das Mikrofon und die Ohrmuschel geführt werden: mein Gegenüber versteht mich stets und auch ich muss nicht nachfragen, was man mir gerade sagen wollte. Die Freisprecheinrichtung lässt den Nutzer auch ohne Telefon an der Wange Gespräche führen.

(Audio:  „Für mehr Reviews von der Nerdbench, abonniert uns auf YouTube, Facebook, Twitter, Google Plus und Instagram“)

Kompakte Kamera in der Hosentasche

Mit der 13 Megapixel Kamera lassen sich am Tag gute Fotos erzielen: die Bilder werden schnell ausgelöst und gelingen im Normfall im ersten Moment. In schummrigen Lichtverhältnissen muss der Nutzer ein wenig mehr drauf achten, dass er das Smartphone ruhig hält, um keine verwackelten Bilder zu verursachen. In der Nacht könnte der Blitz bei den Bildern aushelfen und diese gelingen lassen – leider werden die Bilder in absoluter Dunkelheit oft unscharf. Der Blitz sitzt gefühlt etwas zu nah an der Linse, sodass der Lichtschein stark im Bild zu sehen ist. Nachfolgend gibt es einen Satz Beispielbilder.

Die Frontkamera macht für 5 Megapixel Fotos, die in Ordnung gehen. Sie wirken etwas grobkörnig und es gibt kein Touch-to-focus für die Frontcam, sodass man warten muss, bis diese sich scharfgestellt hat.

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Massig Speicherplatz für eigene Inhalte

Medion setzt mit dem X5020 einen zu begrüßenden Trend: das Smartphone kommt direkt mit 32 GB Rom daher. Der Nutzer hat somit ordentlich Speicherplatz, um wie wild Fotos zu knipsen, eine Sprachnachricht nach der anderen rauszuhauen und Google Play Movies so richtig auszunutzen. Doch dabei hat es Medion nicht belassen: Das Smartphone kann darüber hinaus auch per SD Karte erweitert werden, womit man kostengünstig auf 64 GB Rom erweitern kann.

Gerüstet für den Alltag

Dank Snapdragon 615 ist der Alltag für das Medion Smartphone kein Problem: der Prozessor der Mittelklasse sorgt für genug Power, um Android flüssig zu bedienen und auch meine tägliche Runde Minion Rush gerät nichts ins Stocken. Nicht wenige Einsteiger-Smartphones haben mit meinem Springfield, dass nach knapp 2 Jahren Spielzeit wirklich überfüllt ist, Probleme, flüssig zu laufen. Der Snapdragon im Inneren hält allerdings stand: weder das Geld einsammeln noch die Berechnung der Ausschüttung kommen ins Stocken. Es gibt klar schnellere Prozessoren, die Aufgaben vielleicht noch etwas flüssiger laufen lassen, für 300 Euro liefert Medion hier allerdings ein grundsolides Smartphone ab, dass auf jeden Fall die nächsten 2 Jahre im Vertrag oder Prepaid Gebrauch durchhalten dürfte.

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Wenn da nicht die Bloatware wäre

Viel Speicher schön und gut – aber muss man ihn so zumüllen? Auf dem X5020 finden sich fast mehr unnötige Apps als auf einem Samsung Gerät, die in Sachen Bloatware seit Jahren die Nase vorn haben. In meinen Augen wäre es nicht nötig gewesen, hier dem Marktführer nachzueifern. 1,38 GB (hier gedanklich beliebig viele Ausrufezeichen einfügen, bitte) Apps hat Medion auf dem X5020 installiert. Eins Komma Drei Acht Gigabyte.

Neben den unnötigen Zusatz von Bloatware funktioniert Android gut: das Smartphone lässt sich flüssig bedienen, jedenfalls wenn man den internen Speicher aufräumt. Im Alltag kommt es zu keinen Abstürzen oder Fehlermeldungen. Eine erfreuliche Ergänzung zu Stockdroid: im Taskmanager lassen sich alle Apps auf einmal beenden.

Keine Probleme für Gadget-Fans

Das X5020 hat Bluetooth 4.0 an Bord, welches sich bei mir natürlich direkt unter Beweis stellen musste. Wird Bluetooth erstmals aktiviert tauchen fix neue Geräte in der Umgebung auf. Die Verbindung mit Gadgets wie dem Sphero Bruder Ollie stellt kein Problem dar, auch die Sengled Pulse gibt ohne Störungen den Ton über die drahtlose Verbindung wieder.

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Auch bei WLAN lässt das Medion Smartphone kaum Wünsche übrig: die Verbindung zum Router wird stabil gehalten und die GoPro verbindet sich weitere Probleme mit dem X5020. Wem die Qualität der Kamera nicht reicht, wird sich freuen, dass auch die QX100 Snap-On Kamera die WLAN Verbindung erfolgreich aufbaut. Filme lassen sich ohne Probleme zum X5020 streamen und auch Spiele, die eine dauerhafte Verbindung zum Internet erfordern meckern nicht über einen eventuellen Verbindungsverlust.

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Solide Mittelklasse im schicken Gewandt

Mit dem Medion X5020 macht der Hersteller grundsätzlich alles richtig: das Smartphone ist flott unterwegs und kann im täglichen Gebrauch überzeugen. Dazu hat man am Whiteboard nicht geschlampt und ein wirkliches schönes Gerät auf den Markt gebracht. Wenn man jetzt noch die Bloatware im Werkzustand verschwindet, kann man sich auch wirklich über die 32 GB Rom freuen. Aktuell ist das Smartphone für circa 300 Euro auf Amazon verfügbar.

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Positives

- Schickes Design
- 32 GB interner Speicher
- Nahezu Stockdroid....
- Schneller Prozessor
- Sehr gutes Display
- MicroSim Karten Slot
- Bloat Ware lässt sich deinstallieren.

Negatives

- Viel. zu. viele. Bloat. Ware. Apps.
- ... die das System unnötig ausbremsen

Bewertung
Unsere Bewertung
Technik
Akkulaufzeit
Bildschirm
Betriebssystem
Performance
Konnektivität
Design
Ton
Kamera
Bildqualität (Tag)
Bildqualität (Nacht)
Zubehör
Preis
Preis-Leistungsverhältnis
Fazit

Mit dem Medion Life X5020 macht der Hersteller sehr viel richtig: das Smartphone liegt gut in der Hand und gibt sich sehr handlich. Ärgerlicherweise wird ein sehr gutes Handset durch zu viel Bloatware verschlimmbessert. Da sich die unnötige Software entfernen lässt, kann der Nutzer nach ein wenig Hand anlegen sein System in vollen Zügen genießen.

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Über den Autor
Timm Mohn

Schreib- und Technikbegeistert. Freut sich über innovative Technik, kann Budget Smartphones nur bedingt ausstehen – WiFi Gadgets, wie die GoPro, umso mehr. Gründer von Nerdbench.com

  • Silbersurfer

    Sehr gutes Handset! Was mich interessiert: wie ist GPS?

  • iGamer

    Danke für das Review! Wie immer super geschrieben.

  • CleanSchön

    Das weiß ist ja schön, aber gibt es das Gerät auch in schwarz – und wenn ja; wo?

  • Anna-Bell

    Hat die Selfie Cam einen Beauty Modus?

  • sputnik1969

    Wenn CPU-Z das Display mit 13,77 INCH angibt, würde ich mich auf die anderen Angaben auch nicht verlassen…