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Im Test: Seek Thermal Compact
Review

Im Test: Seek Thermal Compact

von 6. Dezember 2015

Es gibt etliche Erweiterungen für das Smartphone: Lautsprecher, Game-Controller und externe Kameras. Bei Seek Thermal handelt es sich auch um eine Kamera fürs iPhone bzw Android Smartphone – allerdings sind die gemachten Schnappschüsse eher weniger für Instragram bestimmt, sondern für die Kontrolle von Wänden, Rohren und vielem mehr. Die letzten 1 1/2 Monate hab ich Seek Thermal ausführlich testen können. Nach dem Break erfahrt ihr, ob die Redaktion ein paar Wärme-Lecks hat.

Nerdbench bedankt sich bei Seek Thermal für die Bereitstellung der iOS Variante


Der Lieferumfang
Die Lightning Kamera kommt in einer schicken OVP daher. Im Inneren befindet sich ein kleines Handbuch sowie die Kamera selbst. Ein Ladegerät ist nicht mit dabei, da in der Kamera kein Akku steckt. Im Lieferumfang befindet sich noch ein Case, um Seek Thermal sicher zu transportieren.


Die Technik
Im Gegensatz zu professionellen Tools ist Seek Thermal etwas mehr in Plastik gekleidet, sieht dafür aber ein Stück schicker aus. Selbstverständlich fällt das Gadget vor allem durch die kompakte Größe auf, obwohl sich die technischen Daten sehen lassen können: Unsere Compact Version schafft 32.000 Thermopixel und kann einen Blickwinkel von 36 Grad vorweisen. Außerdem lassen sich Temperaturen im Bereich von -40 bis +330 Grad. Mit der Standard-Variante lässt sich Wärme auf bis zu 300 Metern ausmachen. Die geschossenen Bilder lösen mit einer Auflösung von 206 x 156 auf.

Der Nutzer kann den Fokus für ein (möglichst) scharfes Bild einstellen. Die Begleiter-App ist kostenlose für iOS und Android verfügbar. Googelt man die App spuckt der App Store nur einen Stern aus – diesem Urteil kann ich mich nicht anschließen. Mit Strom wird der Adapter über das Smartphone versorgt, nicht wie Reveal per Akku. Einen Port, um das Smartphone während der Nutzung aufzuladen, gibt es nicht. Viel Gewicht wird mit Seek Thermal nicht aufgetragen: das Gadget wiegt gerade mal 20 Gramm.


Die Anwendung
Wie bereits erwähnt, ist Seek Thermal nicht dafür gedacht, um schöne Bilder fürs digitale Fotoalbum zu produzieren. Die Bilder werden nicht gestochen scharf, sondern zeigen Wärme und Kälte auf. Der Nutzer kann sich somit mit der Wärmebildkamera eine Übersicht über den Zustand seiner Umgebung machen. Dies ist mit herkömmlichen Kameras nicht möglich, die Profi-Tools sind durchaus sehr teuer. Seek Thermal nicht: mit knapp 300 Euro in der Lightning Variante spart man fast 1/3 am Preis.

Seek Thermal lässt sich beispielsweise dafür nutzen, um im stockdunklen Wald Lebewesen (beispielsweise Tiere) ausfindig zu machen, die man sonst eventuell verschreckt hätte. Wie im Video demonstriert lassen sich darüber hinaus auch Lecks und Isolierungsprobleme schnell ausfindig machen.

Wenn man im Dunkeln sehen kann, kann man einigen Gefahren aus dem Weg gehen. Compact ermöglicht Ihnen, Menschen und Tiere sogar bei völliger Dunkelheit und schlechten Sichtverhältnissen aus der Ferne zu sehen, damit Sie sich zu Hause sicherer fühlen. Mit Seek Compact wird die ganze Welt erleuchtet.

Durch das Blickfeld von (nur) 38° lässt sich mit Seek Thermal deutlich weniger Bild einfangen, als man das von seinem Smartphone gewöhnt ist. Wer sich also im Nahbereich umschauen will, muss manchmal nach links und rechts wandern, um sich ein komplettes Bild der Sachlage zu machen. Seek Thermal verarbeitet die aufgenommen Bilder zwar zügig, trotzdem sollte man nicht zu ungeduldig mit den Messergebnissen sein.


Die App
So richtig zum Leben erwacht die Kamera erst durch ihre App, welche, wie bereits erwähnt, zu unrecht mit einem Stern bei Apples App Store bzw. drei Sternen bei Google Play abschneidet. Es Wärmebereiche lassen sich in verschiedenen Abstufungen betrachten und es ist möglich, sich die Temperatur von Gegenständen in der Umgebung anzeigen zu lassen. In meinem Fall war ich beispielsweise erstaunt, wie heiß mein Notebook nach einer Stunde After Effects-Rendern wirklich wird. Auch wenn das Sichtfeld deutlich kleiner ist, als mit der herkömmlichen Kamera: das Interface erinnert sehr stark an eine normale Kamera-Anwendung: mit dabei ist ein großer Auslösebutton sowie die Möglichkeit, zwischen Bilder und Video Modus zu switchen.

Während der Aufnahme wird man schnell feststellen, dass die Bildrate deutlich geringer ist als bei normalen Kameras – hieran gewöhnt man sich aber recht schnell. Wärmebilder um 90 Grad gedreht aufgenommen. Erfreulicherweise ist es kein Problem, die Fotos zu drehen – bei Videos ist dies allerdings nicht möglich – außer man bearbeitet sie nach.


Die Kompatibilität 
Während meine Variante am Lightning Port angeschlossen wird, müssen Android User natürlich auch nicht in die Röhre schauen. Für etwa 4 Euro mehr können Nutzer, die ein USB-OTG kompatibles Gerät besitzen, Seek Thermal nutzen. USB-OTG ist ein wichtiges Stichwort in diesem Zusammenhang: Käufer sollten auf jeden Fall sicherstellen, dass man Zubehör abseits des Ladegerätes anschließen kann. Eine gute Anlaufstelle hierfür ist DeviceSpecifications. Es gibt verschiedene Variante der Kamera: im Test haben wir die normale Version besprochen. Mit der „XR – Extended Range“-Version lässt sich Wärme aus bis zu 550 Meter Entfernung ausmachen. Auch die XR-Ausgabe von Seek Thermal ist für iOS sowie für Android Gerät verfügbar.

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Wer bereits ein Android Handy mit USB-C hat, schaut erst einmal in die Röhre: bisher gibt es nur eine MicroUSB Version. Android User sollten sich zu nächst einmal informieren, in welche Richtung ihr USB Port eingebaut wurde. Smartphones, die den Port an der Seite haben, lassen sich zwar auch bedienen, konzipiert ist die Anwendung allerdings für die Nutzung mit einem Port auf der Ober- bzw. Unterseite.


Das Fazit
Bei Seek Thermal handelt es sich um ein weiteres Profi-Gadget, welches die Möglichkeiten eines Smartphones erweitert. Trotz der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten lohnt sich die Anschaffung sicherlich vor allem für bestimmte Berufsgruppen am meisten. Bei der Nerdbench wird Seek Thermal fortlaufend für Stress-Tests unserer Smartphones eingesetzt werden. Wir halten euch selbstverständlich auch bei Updates zum Gerät auf dem Laufenden. Für Immobilienmarkler dürfte sich Seek Thermal sehr schnell zum Geheimtipp mausern.

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Positives

- Schnelle Installation
- Viele Einsatzmöglichkeiten
- Kompaktes Design
- App ohne Abstürze während der Nutzung
- mit 20 Gramm sehr leicht
- Wasserdichtes Case

Negatives

- Plastik könnte hochwertiger sein
- Keine USB-C Variante verfügbar

Bewertung
Unsere Bewertung
Technik
9.2
Performance
10
Design
8.6
Spielspaß
10
Preis
9.3
Preis-Leistungsverhältnis
10
Fazit

Wärmebildkameras müssen nicht mehr teuer sein: mit knapp 300 Euro verwandelt man sein iOS Gerät ab iOS 7 oder Android Gerät in ein Multifunktions-Tool, welches Bauingenieuren oder Mietern mit Isolationsproblemen helfen kann. Die Möglichkeiten darüber hinaus sind vielfältig: von der Sicherheitskontrolle des Grundstücks bis hin zur Gefahrenabwendung durch frühzeitiges Entdecken von bevorstehenden Kurzschlüssen.

9.6
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Über den Autor
Timm Mohn
Schreib- und Technikbegeistert. Freut sich über innovative Technik, kann Budget Smartphones nur bedingt ausstehen - WiFi Gadgets, wie die GoPro, umso mehr. Gründer von Nerdbench.com
  • Silberserufer

    Was es nicht alles gibt!

  • Trebur

    Wollte +itx tutor nicht die android version testen?

  • KeinN

    Wärmebild Seflies -das nächste große Ding!

  • Aria

    Mal zugeschlagen. Ich rechtfertige es mit Weihnachten xD

  • Remeund

    Ich darf nicht, ich darf nicht, ich darf nicht-..

    300 Euro sind schon nicht wenig Geld. Ich hab zwar das „will ich haben gefühl“ durch euer Review, aber was will ich danach damit anfangen ^^

  • Booth-Bones

    Super Testbricht, danke!

  • ZeigWasInDirSteckt

    Ihr testet ja lustige Sachen,, aber mal ehrlich: braucht doch wirklich niemand….