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Smartphone: Was will ich, was brauch ich?

Smartphone: Was will ich, was brauch ich?

von Sarah Elisa Oley7. Oktober 2015

Wir schreiben das Jahr 2015 und trotzdem fühle ich mich manchmal noch ein wenig wie in der Steinzeit. Der Grund ist schnell ausgemacht: Ich verwende seit Ewigkeiten (jedenfalls kommt es mir so vor!) ein Samsung Galaxy S3 Mini. Das Smartphone ist an sich nicht schlecht, aber inzwischen einfach unheimlich langsam und eigentlich fällt es auch schon längst auseinander. Wie ich zu meinem neuen Smartphone gefunden habe, erzähle ich euch nach dem Break.

Auf einmal alt

Auch wenn ich mich für technisch-affin halte, hab ich ein bisschen geschlafen: obwohl LTE Verträge inzwischen quasi mit dem Smartphone hinterher geworfen werden, bin ich noch bei meinem alten UMTS Vertrag – seit Jahren. Nun stand vor einigen Wochen eine Vertragsverlängerung an, die mir den selben teuren Vertrag für weitere zwei Jahre an die Backe geschmiert hätte. Die Neuverhandlungen waren schnell gescheitert und fast ebenso schnell die All-on Flat bei Simyo bestellt. Doch an eine Sache hatte ich dabei nicht gedacht: zwar konnte ich nun fix surfen, viel telefonieren und auch simsen – wirklich vom Acker kam mein Smartphone trotzdem nicht. Schweren Herzens musste ich also einsehen: mein S3 Mini ist alt, es muss was Neues her. Das stellte sich als weit aus schwerer dar, als ich zunächst dachte.

Kein Regenwetter mehr

Smartphone sind wie das Wetter: sie sind immer da und man kann im besten Fall präventiv etwas ausrichten. Präventiv heißt in dem Fall: sich keinen Schrott aussuchen und etwas mehr Geld in die Hand nehmen. Mit leistungsschwachen Komponenten kommen zwangsläufig längerfristig Komplikationen auf.  Um beim Wetter Vergleich zu bleiben: ein günstiges Smartphone mit dünnen Specs ist wie Regen, während ein Flaggschiff strahlender Sonnenschein bedeutet. Und hier muss sich jeder selbst fragen: wenn es morgens laufen geht, dann doch lieber bei Sonnenschein, als im strömenden Regen mit Gewitterwolken, oder? Mir fiel die Entscheidung nach einem langen Tief sehr leicht: lieber etwas mehr Geld in die Hand nehmen als nachher jeden Tag mit einem Regenschirm im Gesicht herumzulaufen.

5 Zoll, Phablet oder gar gleich ein Tablet?

Mein S3 Mini wird seinem Namen gerecht: es ist schnuckelig klein und passt sogar in Frauenhosentaschen – ein Testkriterium, dass längst in Testberichten fehlt, wie ich finde. Doch die Smartphone Welt hat sich inzwischen weiterentwickelt und nach stundenlangem Suchen habe ich das Gefühl, dass es gar keine vernünftigen Handsets mehr unter 5 Zoll gibt. Wahrscheinlich wäre es mir weitaus schwerer gefallen, überhaupt an 5,5 Zoll Geräte zu denken, hätte ich nicht durch meinen Kollegen oft verschiedene Smartphones in der Hand. Ich habe also für mich festgelegt, dass meine Schmerzgrenze bei 5,5 Zoll liegt. Natürlich haben die Geräte meist noch ein Rahmen um das Display und somit musste ich mich direkt vom Plus Modell der aktuellen iPhone Serie verabschieden: nicht immer ist mehr auch besser, schließlich ist das Gerät gefühlt fast größer als mein Gesicht.

HexaCore ich hör dich trapsen

Hat man sich in meiner Schulzeit noch über Pokémon Karten definiert, ist inzwischen der Smartphone Prozessor das Thema bei den Jugendlichen. Und auch ich musste mich damit beschäftigen. Unsere Smartphones haben bald mehr Kerne als so manch ein PC. Nein, Moment: die meisten Smartphones haben mehr Kerne als mein MacBook. Und zumindest unter Android ist das auch wirklich notwendig: ohne einen QuadCore fang ich gar nicht dran zu denken, ein Smartphone zu empfehlen. Und auch wenn es mir schwer fällt, wirklich zufrieden bin ich von der Performance nur bei Geräten mit einem OctaCore samt 3 GB Ram. Auf iOS sieht das anders aus: man muss sich eigentlich an den Kopf fassen, wenn man daran denkt, dass in den neuen Geräten immer noch ein Dual Core steckt. Ein Dual Core! In Android Jahren ist das ungefähr 2012 – also wie im Falle meines aktuellen Smartphones die Steinzeit.

Aber aus jener versuche ich gerade auszubrechen, weswegen alle Smartphones ohne OctaCore mit Android rausfallen und das iPhone 6s (ohne Plus) im Rennen bleibt. Auch hier bekommt iOS einen Sonderpunkt: mit sage und schreibe 2 GB an Bord hält man das System flott, während Android User bei diesen Zahlen schon Sorgenfalten auf der Stirn bekommen.

Ihren Fingerabdruck, bitte!

Ich muss ja zugeben: ich bin auf den Geschmack gekommen. Die Rede ist vom Fingerabdruckscanner. Egal, ob wie beim Honor 7 an der Seite, bei Samsung hinten oder beim iPhone vorne: Hauptsache, ich kann mein Smartphone damit entsperren. Nun habe ich den gesamten Nachmittag unter genervten Augen von Store Mitarbeiter ein Gerät nach dem anderen ausprobiert und kann mit Sicherheit sagen: ans iPhone kommt wirklich kein Hersteller dran. Es ist kaum zu glauben, wie schnell hier das Gerät entsperrt und freigeschaltet wird – ein Druck und schon bin ich auf dem Homescreen. Der weitere Vorteil: der Fingerprint Scanner befindet sich vorne, also ist er leicht zu erreichen und auch noch schick ins Design eingebracht.

Sie haben da eine Lücke im Datenblatt

Wie so oft im Leben ist der Smartphone Kauf aber kein Wunschkonzert: ich kann mir zwar eine schicke Kamera, gute Akkulaufzeit wünschen, doch an anderer Stelle mangelt es dann wieder: persönlich bin ich begeistertes Fangirl von QuickCharge und NFC. Doch beides oder nur eins davon ist teilweise schwer zu finden. Von Wireless Charging brauch ich gar nicht anzufangen, sonst könnte ich mich direkt einfach dem Galaxy S6 Edge verschreiben. Die Technologie ist zwar endlich selbst im Möbelhaus angekommen (Wireless Charging Schränke, Lampen – mein kleines Nerdherz leuchtet auf!), in Smartphones wird es allerdings eher selten verbaut – was verdammt schade ist.

Was bei vielen Geräten zu kurz kommt ist der Speicher. Die meisten Geräte besitzen keine Speichererweiterung (unnötiges Verlangsamen der Phones, dies das) und somit müssen die Kunden mit dem auskommen, was im Auslieferungszustand dabei ist. Meist heißt das: im besten Fall 32 GB. In Zeiten von 4K Aufnahmen, 2K Displays und jeder Menge HD-Content sind 16 GB Geräte der Hauptauslöser von Digitaler Platzangst, an welcher ich ungern weiter leiden möchte. Mit den Speicheroptionen vom iPhone könnte ich „Datensparsamkeit“ endlich aus meinem Vokabular streichen – die 128 GB würde ich sowieso nicht vollkriegen.

Ich suche keinen One Night Stand

Das Problem an den ganzen Überlegungen: egal wofür ich mich entscheide, ich bin dann doch unzufrieden. Auch beim S3 Mini hab ich mich damals über das ein oder andere geärgert. Aber nach einigen Jahre Nutzung bin ich daran gewöhnt und somit bestens darauf vorbereitet, die ein oder andere Enttäuschung bei einem neuen Device zu erleben. Nur eins ist mir wichtig: ich will mich fest binden. Auch wenn Online Shopping inzwischen fast schon ein ständiges zalandoen ist, möchte ich dem Trend trotzen und das Gerät behalten – ganz ohne tausendmal zurück zum Händler schicken. Mein Warenkorb ist derweil besser gefüllt als die Tinder Like-Liste meines Sitzkameraden in der Uni und ich trotzdem noch unentschlossener als am Anfang.

Völlige Katastrophen sind nicht mehr dabei, dafür habe ich gesorgt. Doch was fast wichtiger ist, als das Datenblatt, ist eindeutig das Feeling während der Nutzung des Gerätes. Wie bereits erwähnt habe ich viele Stunden damit verbracht, alle Geräte durch meine Finger gleiten zu lassen – und mich dann schnell vom S6 Edge verabschiedet. Die Rückseite mag in Gold so edel aussehen wie sie will, das Gerät wirkt wie ein schlechter Versuch, ein hochwertiges iPhone 5c auf den Markt zu bringen. Auf der Rückseite finden sich schneller Fingerabdrücke ein, als wenn man mal das Smartphone ohne Screenlock im Seminarraum liegen lässt. Von meinem zukünftigen Smartphone erwarte ich aber, dass es auch ohne Hülle nach einigen Wochen noch schick aussieht.

Mehr Artikel als eine Bibliothek fassen kann

Aber es gibt gegen alles ein Hilfsmittel: Gegen Müdigkeit hilft ein Schläfchen, bei Bauchweh eine Wärmflasche. Bei Shopping-Kopfschmerzen hilft in der Regel lesen. Viel lesen. Erstaunlicherweise erwarten einen dann an den unerwartetsten Stellen wirklich gute Artikel, die mich bei meiner Vertragssuche vor ein paar Wochen wirklich überrascht haben. Auf die Gefahr hin, dass mich mein Chef-Autor während der Korrektur böse anschaut, sollte man auf jeden Fall mal einen Blick auf den Simyo Blog werfen, der in meinen Augen durch den Vorzug von Qualität vor Quantität deutlich besser dasteht, als manch ein anderer Firmenblog. Mit Hinblick auf die YouTube Klickzahlen ist das Simyo Magazin übrigens so etwas wie die gelbe Konkurrenz, nur mit etwas weniger Rants einer Blogger-Ikone und der eigentlich verdienten Zuschauer-Zahlen.

Kauf ein neues Smartphone, haben sie gesagt.

Deine alten Sorgen werden vergessen sein, haben sie gesagt. Dass das gar nicht so einfach ist, haben sie nicht gesagt. Inzwischen sind unzählige Stunden seit den ersten Überlegungen vergangen – und ich hab mich entschieden. Ja, die Kunden an der Smartphone-Theke hinter mir können endlich aufhören genervt zu schauen. Mein nächstes Smartphone wird, durch Sonderpunkte sowie einem fabelhaften Design, ein iPhone 6s. Das Gerät ist gerade so noch kompakt, hat in meinen Augen den besten Fingerprint Sensor auf dem Markt und ordentlich Power unter der Haube. Und wenn ich neben meinem Longboard eins schätze, sind das PS unter der Haube.

Und wenn mir das iPhone nicht gefällt? Dann beiße ich die nächsten Jahre einfach in den sauren Apfel.

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Über den Autor
Sarah Elisa Oley
Technik ist für Sarah kein Fremdwort: den Einstieg in die Smartphone Welt wagte sie bereits 2004 mit dem MPX 200 von Motorola. Sarah studiert Publizistik, wenn sie mal nicht gerade tippt, fährt Sarah Longboard.
  • Janina

    Endlich mal ein frischer Artikel! herrlich zu lesen!

    • Sarah | Nerdbench.com

      Danke schön!
      LG Sarah

  • Siebenstein7

    Hui, das waren bestimmt ein paar Wörter, aber daumen hoch! Hat sicher einiges gedauert dass zu schrieben

    • Sarah | Nerdbench.com

      Hat aber Spaß gemacht :)

  • MarkusD

    Ich bin auch gerade am überlegen, was für ein gerät ich kaufe- so richtig kann ich mich aber nicht entscheiden. Gut dass es auch anderen so geht. Wie ist dein simyo empfang? hast du das neue gerät schon? Würde mich interessieren!

    • Sarah | Nerdbench.com

      Bin soweit zufrieden! Hat sich noch niemand beschwert und ich hab auch überall Netz. Das Smarti ist aber noch nicht da, gurke gerade noch mit dem S3 mini herum

  • Althaus

    Ist mit dem gelben riesen curved gemeint :P ? Dann weiß ich auch wer herum rantet :D

    • Sarah | Nerdbench.com

      Das bejahe ich und verneine ich nicht ;)

  • Smartui

    Wirklich mal erfrischend sowas hier zu lesen! großes Danke!

  • DieGräfin

    Hab mal ein bisschen in dem Blog gestöbert von Simyo. warum testet ihr nicht mal sowas?????

    via on.simyo.de/einfach_easy/die-5-coolsten-iphone-gadgets/