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Cat Helix im Test: Günstiges Android Tablet
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Cat Helix im Test: Günstiges Android Tablet

von 4. Oktober 2015

Während unsere Smartphones bereits fast als Tablets durchgehen, nutze ich mit Vorliebe immer noch 8-10 Zoll Geräte auf der Couch. Auf den großen Screens lassen sich Spiele, wie etwa Star Trek Pixels, einfach angenehmer spielen. Je nach Preisklasse liefen Tablets echte Leistungswunder ab. Das Helix steht am Ende der Preistabelle. Was das 99 Euro Tablet leistet, erfahrt ihr nach dem Break.

Nerdbench bedankt sich bei CAT für die Bereitstellung des Cat Helix 8 inch


Der Lieferumfang
Das Helix kommt in einer kompakten OVP. Dazu gesellt sich nur ein Flachband USB-Kabel samt einem Handbuch. Der Hersteller verzichtet hier auf weiteres Zubehör, wie etwa einem (meist sowieso billigem) Headset oder HDMI Kabel. Ein Netzteil sucht man vergebens.

Der Lieferumfang

Der Lieferumfang


Der erste Eindruck
Wir reden bei der Nerdbench ja eigentlich eher selten über das Design der OVP, aber CAT hat hier ordentlich Eindruck geschaffen: die Aufklappbare Innenseite sieht einfach richtig schick aus und macht Neugierig auf das Gerät. Das Helix selbst kann die Begeisterung im ersten Hands-On weiter halten: Das Plastik fühlt sich nicht billig an, das Tab booted gemütlich, dafür aber mit einer schicken Animation. Allerdings sind die Buttons doch für große Finger, wie die meinen, etwas klein Geraten. Hat man sich daran gewöhnt, was durchaus etwas dauern kann, steht dem Tablet Genuss aber nichts mehr im Wege.


Die Technik
Die Front wird von einem 8 inch 720p Display mit einer 1280×800 Auflösung eingenommen.  Damit kommt der Screen auf 160 dpi. Über jenem sitzt eine 1,3 Megapixel Frontkamera sowie eine LED. Eine Ohrmuschel ist nicht vorhanden. An der Oberseite des Gerätes (im vertikalen Modus) befindet sich der HDMI Port sowie ein Micro USB Anschluss. Um Körper anzuschließen steht ein Eingang hierfür bereit. Ein wenig klein geraten sind die Lautstärke Buttons, die kaum vom daneben liegenden Powerbutton zu unterscheiden sind. Die Oberseite beherbergt ebenfalls den SD Karten Slot. Sie Aussparung neben jenem ist wahrscheinlich für die 3G Variante vorgesehen.

Rückseitig findet man eine 5 Megapixel Kamera vor. Jener steht kein LED Blitz zur Seite. Alle anderen Seiten sind leer. Auf dem Gerät läuft Android 4.4.2. Die System Version stammt noch aus 2014: sie wurde im Dezember letzten Jahres zusammengestellt. Für Power sorgt ein MediaTek MT6582 sowie eine Mali 450 GPU. Dazu gesellen sich 1 GB Ram sowie 8 GB Rom. Damit dem Tablet nicht so schnell der Saft ausgeht, spendiert der Hersteller einen 5.500 mAh Akku.


Das Display
Das Display löst zwar nicht mit Full HD auf, kann dafür mit guten Blickwinkel überzeugen. Persönlich ziehe ich diese Kombi einer höheren Auflösung vor. Das Gerät reagiert sehr gut auf meine Eingabe und es ließen sich keine Ghost Touches feststellen. Videowiedergabe und das Lesen von Texten sind kein Problem mit dem Helix: Während der Fahrt zum diesjährigen Oktoberfest unterhielt mich das Helix mit dem ein oder anderen Film aus Google Play. Nutzt man Display draußen muss der Nutzer die Helligkeit aufs Maximum einstellen – sonst wird es schwer etwas zu erkennen.


Der Sound
Der Sound auf der Rückseite des Gerätes reicht aus für das ein oder andere Filmchen auf YouTube, Spiel- und Serienuntermalung. Für längerfristige Wiedergaben allerdings greife ich lieber zu Bluetooth Lautsprechern, wie den Sengled Pulse Speakern. Während Skype-Anrufen versteht mich mein Gegenüber gut und ich muss das Gerät nicht zu nah an den Mund führen.

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Die Akkulaufzeit
Mit dem 5.500 mAh Akku kommt man gut zurecht: persönliche lege ich oft nach der Arbeit kleine Surf Sessions ein oder googele schnell etwas, bevor das CAT Tablet auf die nächste Verwendung wartet. In diesem, recht typischen Use-Case Szenario kommt das Tablet auf knapp eine Woche Nutzung. Verwendet man das Gerät öfter, beispielsweise für Videowiedergabe, ist nach etwa 4 bis 4,5 Stunden Schluss. Binnen 3 Stunden ist das Gerät wieder vollständig aufgeladen. Hierfür kann einfach das USB Kabel genutzt werden.


Der Speicher
Anfangs habe ich bereits erwähnt, dass das Helix mit 8 GB Speicher daher kommt. Hier spielt sicherlich der Preis eine wichtige Rolle: verbaut ein Hersteller in Deutschland mehr Gigabyte, werden auch mehr Abgaben fällig (etwa 32 Euro insgesamt). So wird natürlich auch das Produkt teurer, was man natürlich vermeiden möchte. Gleichzeitig wird dem Nutzer so ein sehr knappes Speichervergnügen an die Hand gegeben. Aktuell habe ich nur die wichtigsten Apps installiert und dennoch nur knapp 2 GB frei. Ich bin somit eine Simpsons Tapped-Out Installation von Digitaler Platzangst entfernt. Zwar kann der Speicher erweitert werden, Apps können aber nicht auf jenen externen Speicher verschoben werden. Somit sind größere Spiele der natürliche Feind des Helix. Filme und Musik können problemlos auf die SD Karte ausgelagert werden. Erfreulicherweise verzichtet man bei Cat auf Bloatware.

 


Die Kamera
… ist eindeutig das schwächste Glied in der Hardware-Kette. Die Bilder wirken meist weich gezeichnet. Im ersten Moment überlegt man, ob hier schon ein Instagram Filter drauf liegt – doch die Bilder verspüren auf natürliche Art und Weise das Gefühl von Steinzeit. Mangels LED-Flash können Fotos bei Nacht erst recht nichts werden. Insgesamt sollte man sich das Helix nicht kaufen, wenn man auf die Kamera im Tablet wert legt. Wie man billig gute Kameras hinbekommt, kann man sich bei MobiWire abschauen: im Einsteiger Gerät Pegasus sitzt eine wirklich gute Cam für den Preis.

Selbstverständlich kann das Helix auch Videos aufnehmen, ein Beispiel dafür gibt es hier.


Die Performance
Die Hardware ist vielleicht nicht auf dem neusten Stand, trotzdem reichen 20.000 Antutu Benchmark Punkte für ein geschmeidiges Navigieren durch das System. Anspruchsvolle Spiele wie Modern Combat 5 oder Dead Trigger laufen in Ordnung, der DS Emulator Drastic läuft aber sehr gut. Videos werden flüssig wiedergeben und auch die Musik- und YouTube Wiedergabe lässt nicht zu wünschen übrig.

Im normalen Gebrauch, mit zwei offenen Apps, sind noch 315 MB Ram verfügbar. In Antutu Benchmark reicht die verbaute Hardware für 19.843 Punkte.

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Die Konnektivität
Über Bluetooth verbinde ich mich mit der Jawbone Big Jambox. Jene Musikbox gleicht die Schwächen im Sound perfekt aus und sorgt für angenehme Musikwiedergabe. Auch zur Sengled Pulse ist die Verbindung kein Problem. Für den gewissen Outdoor Spaß steure ich über Bluetooth BB-8, die Kopplung und Verbindung erfolgen schnell und stabil.

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Mit WLAN verbinde ich mich zur QX100 oder auch TomTom Bandit. Die Action Cam hatten wir hier schon vorgestellt. Dank stabiler Verbindung lässt sich ein gutes Vorschaubild bei beiden Kameras erzeugen. Auch die Verbindung zum Router ist 1A: die Apps werden schnell auf den neusten Stand gebracht und der Nutzer muss sich nicht mit Verbindungsabbrüchen rumschlagen.


Das Betriebssystem
Wie bereits erwähnt läuft auf dem Helix Android 4.4 – damit ist das System etwas über ein Jahr alt. Schlecht macht es dies grundsätzlich nicht, schließlich war KitKat ein sehr gutes Betriebssystem. Kleinere Bugs, wie ein (zuerst) nicht ladender Play Store der sich allerding später wie durch ein Wunder berappelte oder eine sich schließende Mail-App könnte man allerdings durch Software Updates vermeiden.

Grundsätzlich wirkt das System auf dem 800p Display aufgeräumt und vor allem erstaunlich klein. Dieser Trugschluss auf Grund der Skalierung wird leider bitterlich aufgehoben, sobald der Nutzer beispielsweise die Kamera-App öffnet. Mit nur einem Klick verwandelt sich das Helix in ein Senioren Tablet mit riesigen Buttons.

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Ansonsten orientiert sich Android sehr stark an Stockdroid und spielt sich so leicht in mein Herz. Auf Updates würde ich allerdings nicht hoffen, schließlich öffnet sich mit der Update App nur eine Fehlermeldung im Browser.

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Das Fazit
Das Helix kann vor allem in Sachen Display überzeugen: für aktuell 99 Euro in der WiFi Version liefert der Hersteller hier einen wirklich guten Screen ab. Sieht man mal vom Totalausfall in Sachen Kamera ab, kann auch der Rest sich in das Gesamtbild einfügen. Wer wirklich ein High End Gerät möchte, ist natürlich mit dem Cat-Tablet falsch beraten. Das Gerät orientiert sich am Tablet Einsteiger,  eventuell dem Technik-Neugierigen Nutzer. Wirklich zukunftssicher ist das Gerät auf Grund seines begrenzten internen Speicherplatz leider nicht, schließlich nimmt beispielsweise Simpsons Tapped Out allein schon 1,2 GB von den 5 verfügbaren GB ein. Dazu noch ein paar Apps und der magere interne Speicher ist voll.

Dank dem HDMI Port kann der Nutzer Filme auch auf dem großen Bildschirm genießen und ist nicht auf den 8 inch Screen angewiesen. Erfreulicherweise sind beide Ports weit genug von einander entfernt, um das Gerät während dem Anschluss an den Fernseher noch zu laden.

Positives

- sehr gutes Display
- Ausreichende Performance
- (Fast) Fehlerfreies Android
- Breite App-Kompatibilität
- HDMI Port

Negatives

- Viel zu wenig Speicher
- Sound in Ordnung
- kein 3G (keine Möglichkeit der Nachrüstung)
- Back-Cam auf Steinzeit Level

Bewertung
Unsere Bewertung
Technik
7.1
Akkulaufzeit
8.2
Bildschirm
9.3
Betriebssystem
6.7
Performance
7.8
Konnektivität
8.0
Design
8.4
Ton
6.9
Speicher
4.4
Grafik
7.6
Kamera
3.0
Bildqualität (Tag)
3.3
Bildqualität (Nacht)
2.1
Preis
7.5
Preis-Leistungsverhältnis
8.0
Fazit

Mit dem Helix schafft der Hersteller ein Einsteiger Tablet mit den nötigsten Specs, um nicht unterzugehen. Die Investition ins Display hat sich gelohnt: dank sehr guten Blickwinkel vergesse ich sogar gerne mal die schlechte Kamera. Jetzt noch ein bisschen mehr Speicher und man hat ein rundes Paket abgeliefert.

7.3
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Über den Autor
Timm Mohn

Schreib- und Technikbegeistert. Freut sich über innovative Technik, kann Budget Smartphones nur bedingt ausstehen – WiFi Gadgets, wie die GoPro, umso mehr. Gründer von Nerdbench.com

  • CatLady

    Hab mal die 3G Variante geordert. Danke für den Tipp!

    • Sarah | Nerdbench.com

      ist auch sinnvoll. Überall surfen hat seine Vorteile!

  • Sven3

    Wie siehts den aus mit Root???? Brauch ich für meine Apps!

    • Sarah | Nerdbench.com

      Hat der Kollege noch nicht ausprobiert. Ich gebs mal weiter!

  • Serienhoch

    Löblich, dass man vorallem auf das Display setzt. Die Kamera finde ich nicht so wichtig, die hätten sie auch weglassen können. Aber wahrscheinlich verkauft sich so ein Tab ohne Kamera einfach nicht?

  • Nirgendwo

    Endlich wieder ein Tablet Review, danke!

    • Sarah | Nerdbench.com

      Gern :)