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Slider im Test: Kenley 100cm
Review

Slider im Test: Kenley 100cm

von 24. September 2015

Aktuell investiere ich etwas Geld in neue Technik. Dazu gehört auch ein Slider, um ein wenig mehr Bewegung in meine Video-Reviews zu bekommen. Slider gibt es in allen Preisbereichen, ich habe mir mal die günstigere Version angeschaut: einen 100 Euro Slider.


Der Lieferumfang
Der Slider ist groß, dementsprechend hatte der Paketbote auch einiges zu tragen. Im länglichen Paket stecken die Füße für den Slider, jener selbst und ein Inbuss-Schlüssel. Mit jenem kann der Slider zerlegt und wieder zusammen gebaut werden. Dies ist ggf. notwendig, falls der Slider gereinigt werden soll. Selbstverständlich liegt auch eine Tragetasche bei.


Der erste Eindruck
Der Slider wirkt wertig verarbeitet: ich würde zwar keine Liegestütze auf dem Gerät machen (was mit anderen Slidern möglich ist!), trotzdem entspricht das Gerät meinen Erwartungen respektive des Preises. Erste Sliderbewegungen – noch ohne Kamera – gehen leicht von der Hand und man könnte versucht sein zu denken: so schwer kann das ja gar nicht sein. Die Realität sieht aber ganz anders aus: zum Slidern, egal mit welchem Slider, benötigt man viel Fingerspitzengefühl. Außerdem sollte man im Hinterkopf behalten, dass der Slider allein nicht als Investition reicht.

 


Die Features
Der Kenley ist einen Meter lang. An jeder Seite verfügt er über 4 Füße, die für Halt auf dem Boden sorgen sollen. Jene Füße lassen sich individuell einstellen, je nach dem, was für eine Höhe benötigt wird. Der Slider läuft auf den ersten Blick sehr flüssig auf seiner Spur. Auf der Halterung steckt eine 1/4 Schraube, auf jener ist ein 3/8 Adapter angebracht. An den Seiten können Stative mit 1/4 Schraube angebracht werden.  Um sich einen genauen Überblick über die aktuelle Bildsituation zu verschaffen ist eine Wasserwaage mit an Bord. Verwendet man den Slider ohne Stativkopf wird jene aber meist verdeckt.


Die Folgekosten
Mit einem Slider allein ist es noch nicht getan. Um wirklich gute Bilder zu produzieren benötigt man im besten Fall zwei (!) Stative sowie einen Ballhead. In meinem Fall werde ich erst einmal auf ein Stativ setzen, habe mir allerdings meinen Stativkopf ein zweites Mal gekauft. Der Vorteil liegt auf der Hand: Einfach die Kamera samt Schnellspannkopf vom Stativ nehmen, den Slider mit Schnellspannkopf drauf und im letzten Schritt die Kamera auf den kompatiblen Stativkopf, welcher auf dem Slider sitzt, stecken. So wird das ab- und aufdrehen der Schrauben verhindert. Alles in allem darf der Kunde, je nach Budget, mit mindestens 50 bis 180 Euro weiteren Kosten für Stative und Ballhead rechnen.


Die Praxis
Wie bereits erwähnt benötigt es viel Übung, mit dem Slider umzugehen. Mit der Zeit hat man das aber verinnerlicht und so lassen sich schöne bewegte Bilder erstellen. Gänzlich ruckelfrei werden die Bilder zwar nicht, aber so sieht man wenigstens den Unterschied zwischen einem digitalen Slide und dem manuellen. Wer wirklich ruckelfreie Bilder in seinen Videos benötigt, sollte sich direkt nach einem motorisierten Modell umschauen.


Das Fazit
Eins ist klar: Hollywood ist mit der Videoschiene von Kenley noch etwas entfernt. Für den Anfang bietet die Kenley Videoschiene aber den perfekten Einstieg in die Welt der Slider. Mit 100 Euro ist der Slider sehr günstig und sich billig anzufühlen. Motorisierte Geräte gibt es ab 400 Euro aufwärts, was meist das Budget der Nutzer sprengt. Auf Amazon geht der Slider aktuell für 93 Euro über die Ladetheke.

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Positives

- Günstiger Preis
- Schickes Design
- Gutes Bild
- Wenig Widerstand
- Wasserwaage

Negatives

- Richtig flüssig wird erst mit einem Motor

Bewertung
Unsere Bewertung
Technik
7.6
Performance
7.3
Spielspaß
9.0
Schwierigkeit
5.4
Preis
10
Preis-Leistungsverhältnis
10
Fazit

Wer ins Slidern einsteigen möchte ist mit dem Kenley 100 cm Slider gut beraten. Für Produktfotos lohnt sich fast schon ein 80 cm Slider. Neben Folgekosten sollte man vor allem eins Bedenken: das Slidern braucht Übung und somit Geduld.

8.1
Unsere Bewertung
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Über den Autor
Angelika Gotthardt
Angelika ist mit 3 Jahren nach New York gezogen und lebt inzwischen in Brooklyn. Neben ihrem Studium ist sie ein echter Serienfan und immer bei der Erstausstrahlung dabei. Um ihr Deutsch nicht zu sehr einrosten zu lassen, bloggt sie über aktuelle Episoden ihrer Lieblingsserien.