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Im Test: Garmin Vívosmart – Activity Tracker mit Smartphone Notifications
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Im Test: Garmin Vívosmart – Activity Tracker mit Smartphone Notifications

von 30. August 2015

Garmin bringt mit dem Vívosmart einen Activity Tracker heraus, der um Smartphone-Funktionen erweitert wurde. Schlafüberwachung, Wecker, Inaktivitätsanzeige, Kalorienverbrauch – all das und viel mehr verspricht das schlanke Smartband. Was das Activity Tracking-Armband mit Smartphone Skills wirklich drauf hat – wie immer nach dem Break. 

Die Nerdbench bedankt sich bei Garmin für die Leihstellung des Vívosmart -Bundle mit Herzfrequenz-Brustgurt.


Der Lieferumfang
Der Vívosmart ist in den Farben berry, lila ,blau, grau und schlichtem schwarz und in je zwei Größen klein (127 bis 172 mm) und groß (155 bis 221mm) erhältlich – also vor dem Kauf besser das Handgelenk abmessen.

vívosmart

Quelle: http://sites.garmin.com/de-DE/vivo/vivosmart/

Im Lieferumfang des Vívosmart Bundles befinden sich außerdem die USB Daten- und Ladeklemme, der Vívokeeper, ein Herzfrequenz-Brustgurt und eine Anleitung.


Der erste Eindruck
Das große Vívosmart wiegt gerade mal 19 g, das kleine 18,7 g und der Vívokeeper, die kleine Sicherungslasche die mitgeliefert IMG_2839wird, 1,4 g. Ein durchaus kleines, handliches Gewicht, das beim Tragen nicht auffällt oder einschränkt. Die Materialbeschaffenheit des Vívosmart ist für ein Fitness-Armband optimal gewählt. Es fühlt sich weder zu weich noch zu hart an. Auch nach wochenlangem tagtäglichen Gebrauch sind keine Kratzer oder Macken zu sehen. Das Band hat eine Breite von 15 Millimetern (gegenüber 21 Millimetern beim Fitbit) und ist somit eines der schlankeren, zurückhaltenderen Fitness-Armbändern.
Verschlossen wird das Vívosmart durch eine einfaches aber effektives System, ähnlich eines Druckknopfes. Damit der Tracker trotzdem nicht verloren werden kann, legt Garmin den sogenannten Vívokeeper bei. Dieser macht das Band zwar an der entsprechenden Stelle dicker und härter, schützt dafür aber vor Verlust. Ich habe das Armband lieber ohne Vívokeeper getragen, weil es mir sonst zu dick war. Jedoch habe ich als MacBook-Userin Sorge, durch das Metall Garmin Emblem auf der Innenseite mein Notebook zu zerkratzen.


Die Technik
Der Lithium-Akku hält bis zu 7 Tage durch und wird mithilfe der mitgelieferte USB Ladeklemme aufgeladen. Durch die Wasserdichtigkeit von 5 ATM, was dem Prüfdruck in 50 m Wassertiefe entspricht, ist es möglich das Vívosmart rund um die Uhr, auch beim Baden oder Duschen zu tragen.

Das Vívismart verfügt über Zahlreiche Funktionen:

  • TelefonsucheIMG_3039
  • Lauffunktion (ein Beschleunigungsmesser berechnet die Distanz auch für Indoor-Trainings, ohne dass ein Laufsensor erforderlich ist)
  • Musiksteuerung des Smartphones
  • Smart Notifications (zeigt bei Kopplung mit Ihrem kompatiblen Smartphone Email-, SMS- und andere Alarme an)
  • Vibrationsalarm (Bei Notifications, Anrufen, Inaktivität oder als Weckfunktion)
  • Kopplung mit einem Herzfrequenzmessgerät via ANT+ und Anzeige der Herzfrequenz und HF-Zone
  • Herzfrequenzbasierte Kalorienberechnung
  • Tracking von Workouts
  • Berechnung des Kalorienverbrauchs
  • Schrittzähler mit automatischem oder anpassbaren Tagesziel
  • Inaktivitätsleiste (wird auf dem Gerät nach einer Zeit der Inaktivität angezeigt. Vívosmart vibriert nach einer gewisse Zeit und macht auf Inaktivität aufmerksam)
  • Fernbedienung der Garmin-Action-Cam VIRB
  • Schlafüberwachung (überwacht die gesamte Schlafzeit und Zeiten der Bewegung oder des ruhigen Schlafs)

IMG_2842Das Vívosmart verwendet eine gemittelten Schrittlänge, die sich aus der Körpergröße ergibt. Im Profil kann allerdings die individuelle Schrittlänge hinterlegt werden, wodurch die Entfernungsermittlung natürlich genauer wird.
Wer seine Herzfrequenzzone während des Trainings im Auge behalten möchte kann mit Hilfe eines separaten ANT+ Brustgurtes Herzfrequenz und Herzfrequenzzone auf seinem Vívosmart anzeigen lassen. Leider kann man nicht einstellen, dass das Display während des Trainings eingeschaltet bleibt, sodass man schnell die Frequenz checken kann. Hier muss das Display zunächst durch doppeltes Tippen oder die Gestenerkennung aktiviert werden.

Das Vívosmart speichert die Daten über einen Zeitraum von bis zu 3 Wochen. Wenn der Speicher voll ist, werden die ältesten Daten mit den neuen überschrieben. Bei Herzfrequenzmessung verringert sich der Zeitraum drastisch, da das Vívosmart hier viel Speicherplatz benötigt. Eine regelmäßige Kopplung mit dem Smartphone ist also ratsam um keine Daten zu verlieren.


Das Display
Das beleuchtete OLED-Display des Vívosmart ist mit 128 x 16 Pixeln 3,44 x 0,35  Zentimeter groß. Ist das Display ausgeschaltet verschwindet es komplett und die Oberfläche des Bandes wirkt homogen schwarz. Das Display wird durch tippen oder Wischbewegungen bedient. Zum aktivieren des Displays wird doppelt auf das Display getippt. Der Ansichtswechsel wird durch ein Wischen erreicht und zu den Einstellungen gelangt man durch ein längeres Drücken auf das Display. Die einzelnen Menüpunkt werden durch anklicken bedient. Entscheidet man sich für die Gestenerkennung, unter der allerdings die Akkulaufzeit leidet, wird das Display automatisch aktiviert, sobald man den Arm hebt. Die Displayhelligkeit kann manuell am Armband eingestellt werden. 
Auf dem Display kann man durch Aktivierung mit Doppelklick mittels wischen zwischen folgenden Datenfelder wählen: Schrittzahl pro Tag, Ziel-Countdown, Inaktivitätsbalken, Distanz, Kalorienverbrauch, Uhrzeit/Datum, Herzfrequenz (Gurt erforderlich), Fahrradgeschwindigkeit (Sensor erforderlich), VIRB®-Action-Kamera/Fernbedienung (VIRB erforderlich), Music-Player-Funktionen. Einzelne dieser Menüoptionen können ausgeblendet werden. Es kann eingestellt werden, welcher Menüpunkt beim Aktivieren des Displays angezeigt werden soll: ein bestimmter Punkt oder der zuletzt aktive.

Das Display kann in den Einstellungen auch gedreht und vertikal angeordnet werden. 

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Erhält man einen Anruf oder eine Notification auf dem Handy, äußert sich as Vívosmart sogar vor dem gekoppelten Handy. Bei Anrufen vibriert es lange und zeigt – je nach Datenschutzeinstellung – an, wer anruft. Bei Emails, Mails oder anderen Nachrichten oder Erinnerungen vibriert das Vívosmart kurz und zeigt den Notificationtyp und die ersten Zeilen der Nachricht an. Zu weiteren Informationen gelangt man indem man den Bildschirm berührt. Mit einem Tippen auf den Pfeil rechts neben der Nachricht kann man runter scrollen.

IMG_8517Folgende Auswahlmöglichkeiten bietet das Display in den Einstellungen (lange auf den Bildschirm tippen):

  • Training starten / pausieren / speichern oder löschen
  • Schlafaufzeichnung starten / beenden
  • Helligkeit des Displays einstellen
  • Warnung bzw. Vibration aktivieren/ deaktivieren
  • Handysuche 
  • eine Synchronisation starten
  • Bluetooth ein- und ausschalten bzw. Geräte koppeln
  • Uhrzeit manuell einstellen / vom mobile Gerät auslesen
  • Softwareversion und Akku-Zustand anzeigen

Alle anderen Einstellungen werden über die App getätigt.


Garmin Connect
Für die Kopplung mit dem Smartphone ist Bluetooth Smart, also mindestens ein iPhone 4s erforderlich oder ein anderes Gerät, welches über Bluetooth 4.0 verfügt und auf dem die Garmin Connect- App läuft.

Über die kostenlose Garmin Connect App oder die Browservariante können die vom Vívosmart ermittelten Daten analysiert, klassifiziert und ausgetauscht werden. Eine detailliertere Auswertung der Schritte, verbrauchten Kalorien, der zurückgelegten Strecke und der absolvierten Trainings ist auf der Garmin Connect Onlineplattform möglich. 

Die Garmin Connect App ist mit der MyFitnessPal App kompatibel. Die Konten können verknüpft und so kann die Kalorienaufnahme mit dem von Vívosmart berechneten Kalorienverbrauch in Einklang gebracht werden.


Die Performance
Der Akku des Vívosmart kann in 2 Stunden voll aufgeladen werden und hält bis zu 7 Tagen durch. IMG_3046Man
lädt den Akku mithilfe der mitgelieferten Ladeklemme auf. Schade, dass man nun wieder ein Spezialkabel mehr in seiner Sammlung hat, an das man bei Reisen denken muss. Während der Ladung kann das Vívosmart natürlich keine Daten tracken wodurch eine Lücke in der Aufzeichnung entsteht, was ich als störend empfinde, vor allem da ich nicht immer daran gedacht habe das Samtband nach 2 Stunden wieder anzuziehen. 

Der Beschleunigungsmesser soll Distanzen selbst bei Indoor-Trainings messen können. Wir können dies nicht bestätigen. Weder bei Indoorworkouts noch beim Radfahren im Freien wurden authentische Werte getrackt. Bei einer zweistündigen Radfahrt wurde zwar die Zeit getrackt aber nur 1,2 Kilometer Distanz angezeigt. Die Entfernungsermittlung kann mit einem GPS-System also nicht mithalten. Die Aufzeichnung der Herzfrequenz mit dem Brustgurt funktionierte leider auch nur unzuverlässig und so gelang es mir bislang nicht eine ganze Radfahrt lang meine Herzdaten aufzuzeichnen.

Die Bildschirmhelligkeit ist abgesehen von starker Sonneneinstrahlung gut zu lesen. Die niedrigste IMG_3061Helligkeitsstufe ist absolut ausreichend. Die automatische Helligkeitsregulierung sorgt leider für einen stärkeren Akkuverbrauch und ist weniger empfehlenswert. Die stärkste Helligkeitsstufe überstrahlt leider etwas, ist in den meisten Situationen nicht nötig und bei Sonnenschein zwecklos, da auf dem Smartband trotzdem nichts zu sehen ist.

Im Alltäglichen gebrauch erweist sich die Bluetooth Reichweite als ausreichend. In meiner Wohnung meckert das Vívosmart zwar jedes mal wenn ich in der Küche bin und mein Handy in meinem Zimmer liegt, weil die Bluetooth Verbindung abgebrochen ist – aber die Wohnung ist mit 100qm auch ziemlich groß. Anders herum hat mir die Meldung des Smartbands, das sich das Handy außerhalb der Bluetooth-Reichweite befindet, schon häufig erspart erst spät zu erkennen das ich mein Handy im Auto vergessen habe, so das schnell noch mal zurück gehen konnte, um das Handy zu holen. Einerseits ausgesprochen praktisch aber auch nervig, wenn man nur mal kurz in der Küche was zu trinken holen möchte und denk man bekommt eine neue Nachricht und dann ist doch nur die  Bluetooth-Verbindung verloren gegangen.IMG_8514

Bezüglich der Benachrichtigungsfunktion bietet Garmin eine Datenschutzoption an, bei der zwar über eingehende Meldungen und Anrufe benachrichtigt wird, aber kein Inhalt oder Absender auf dem Vívosmart zu sehen ist.
Dank der Vibrationsfunktion kann das Vívosmart auch als Wecker fungieren. Es kann eine tägliche Weckzeit eingestellt werden oder nur für Werktage. Benötigt man jeden Tag eine individuelle Weckzeit muss dies jeden Tag aus neue eingestellt werden. Zur vereinbarten Weckzeit geht das Display an, die Uhrzeit wird angezeigt und das Band vibriert.  Nach wenigen Sekunden hört das Samtband automatisch auf mich zum aufstehen zu bewegen und gibt klein bei. Meiner Meinung ein zu nachsichtiger Wecker und nicht für jeder Mann geeignet.

IMG_8512Das Vívosmart überwacht auch den Schlaf, dazu setzt man eine tägliche Schlafenszeit fest, in der gemessen wird oder stellt beim zu Bett gehen am Band den Schlafmodus ein. Die Auswertungen des Schlafs können nach Synchronisierung und recht langer Ladezeit auf dem Smartphone oder der Onlineplattform eingesehen werden.
Noch ein Wort zur Kalorienermittlung: Leider zeigt das Smartband aus dem Hause Garmin nur die Gesamtkalorien des Tages an und unterscheidet nicht auf dem Display nicht zwischen dem Gesamtumsatz und den Aktivkalorien. Aktivkalorien lassen sich nur über die erkannte Schritte erzielen, somit werden andere körperlich anstrengenden Tätigkeiten tendenziell mit zu wenig Kalorien bedacht. Außer man misst sie als Aktivität und speichert diese dann. Somit hat die Kalorienermittlung des Vívosmart deutliche Lücken und ist für Menschen mit aktivem Lebensstil bezüglich der Kalorienermittlung weniger geeignet.


Das Zubehör
Der Brustgurt  überträgt Herzfrequenzdaten via ANT+ drahtlos an das Vívosmart.IMG_2880
Die Batterielaufzeit beträgt laut Hersteller ungefähr 3 Jahre bei einer täglichen Nutzung von einer Stunde. Ich empfand das Tragen des Brustgurtes durch die verhältnismäßig große und breite Plastikfläche ausgesprochen unbequem und störend. Garmin vertreibt auch einen Brustgurte der hauptsächlich aus elastischem Gummi bestehen und bei dem die Hardware in Hartplastik drauf geklickt wird, dieser ist wahrscheinlich wesentlich bequemer.
Bei mehreren Radtouren brach das ANT+ Signal ab, sodass die Herzfrequenz nicht die gesamte Fahrt über getrackt werden konnte. Sehr ärgerlich. Womöglich liegt es an der relativ steifen Beschaffenheit des Plastikteiles des Brustgurtes, der den Hautkontakt verloren hat. Dies dürfte zumindest aus diesem Grund bei den anderen Brustgurten von Garmin nicht vorkommen.


Das Fazit
Das Armband trägt sich wirklich angenehm und kann rund um die Uhr und zu allen Aktivitäten anbehalten werden, auch Duschen und Schwimmen ist kein Problem für das Vívosmart. IMG_3062

Die Bedienung des Bildschirm war wirklich angenehm und funktionierte einwandfrei. Nach der einmonatigen tagtäglichen Nutzung versagte plötzlich die Bluetooth Verbindung und das Vívosmart lässt sich nicht mehr mit dem Smartphone koppeln. Zuvor funktionierte dies vollkommen problemlos und ganz ohne manuelles einstellen. Nach einem Neustart des iPhone 4s funktionierten die Notifications und das Koppeln plötzlich wieder. Das manuelle koppeln funktionierte im Übrigen nicht jedes mal auf Anhieb und benötigte oft mehrere Anläufe.IMG_8833

 

Die Kopplung mit dem Brustgurt war ebenfalls nicht zufriedenstellend und die Aktivitäten-Aufzeichnung hat wie oben bereits beschrieben auch deutliche Schwachstellen. Ich sehe somit eindeutiges Verbesserungspotenzial beim Smartband. Die Datenschutzfunktion beispielsweise ist eine tolle Sache, jedoch sind die Einstellungsoptionen etwas mager.
Als Fazit lässt sich sagen, dass mich das Vívosmart angesichts seines Funktionsumfangs etwas enttäuscht hat, für andere mag es jedoch eine wirkliche Bereicherung für den Alltag darstellen. Entscheidet selbst.

Der Brustgurt alleine kostet 43,89€. Das Vívosmart 121,95€. Beides zusammen im Bundle 159,95€.

Positives

Klein
Leicht
Gut verarbeitet
Schlichtes zurückhaltendes Design

Negatives

All or Nothing Notifications
Kein eingebauter Herzfrequenzmesser
recht kostspielig
Kein tracking während der Aufladezeit
Bildschirm schlecht bei Sonnenschein
ungenaue Kalorienmessung
Kopplung nur mit Myfitnesspal möglich

Bewertung
Unsere Bewertung
Technik
Akkulaufzeit
Bildschirm
Performance
Konnektivität
Design
Speicher
Zubehör
Wow-Faktor
Fazit

Mich hat das Vívosmart nicht überzeugt, darum empfehle ich es nur bedingt weiter. Für die jenigen die sich an den von mir genannten Kritikpunkte nicht stören, ist das Vívosmart eine Investition wert. Es bleibt eine stylische Armbanduhr, ein stabiler Schrittzähler, ein minimalistischer Wecker, solider Schlaftracker mit dem Bonus der Smartphonebenachrichtigungen. Mehr leider aber auch nicht.

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Über den Autor
Dine
Fahrradbegeistertes Mac-Mädchen, mit Vorliebe für Reisen und Outdooraktivitäten. Nicht nur das leidenschaftliche Kochen versüßt ihr Leben sondern auch das Testen von Gadgets. Mit ihren Erfahrungen bereichert sie seit 2015 die Nerdbench.