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Xiaomi Yi Cam: Selfie-Kamera im GoPro Gewand
Review

Xiaomi Yi Cam: Selfie-Kamera im GoPro Gewand

von 20. Mai 2015

Seit Monaten gab es Gerüchte, das Xiaomi auch eine GoPro auf den Markt bringen wird. Im März 2015 war es dann endlich soweit: Xiaomi kündigte die Yi Cam wurde vorgestellt. Wir haben uns nicht lange bitten lassen und auch ein Gerät in die Redaktion geholt. Im Gegensatz zu anderen China-Alternativen der GoPro kommt die Yi Cam ohne Bildschirm und Unterwassercase daher. Ob und was man mit der Selfie-Kamera anstellen kann, erfahrt ihr nach dem Break

Nerdbench bedankt sich bei Gearbest für die Bereitstellung der Xiaomi Yi Camera


Der Lieferumfang
Die Yi Cam wird in zwei verschiedenen Versionen angeboten. Der Nerdbench liegt die Version ohne Stativ vor. In der kompakten Verpackung versteckt sich neben der Kamera selbst noch ein USB Kabel sowie der Akku. Eine SD-Karte sowie ein Netzteil werden nicht mitgeleifert.

Der Lieferumfang

Der Lieferumfang


Die Technik 
Auf der Front sitzt die Linse sowie der Powerbutton. Neben jenem sind zwei LEDs abgebracht, die den Betrieb signalisieren. Leider ist die Linse ungeschützt und GoPro Zubehör passt nicht, sodass man sicherheitshalber wirklich gut auf die Yi Camera aufpassen solle. An der linken Seite befindet sich der WiFi Button samt LED. Ein Mikrofon hat der Hersteller auf der Oberseite angebracht. Ebenso befindet sich hier der Record-Button und eine Status LED. Auch die Unterseite ist mit einer LED ausgestattet. zusätzlich gibt es hier ein Gewinde für eine normale Stativschraube. Die Rückseite beherbgert 2 Türen: die kleinere beinhaltet den Mirco SD-Karten Slot sowie HDMI und USB Port. Laut Xiaomi untersützt die Yi Camera Speicherkarten bis 128 GB. An Bord ist WiFi   für die Verbindung mit dem Smartphone. Kompatibel ist die Kamera mit iOS 7 und höher sowie Android 4.1 und höher.

Für Bilder sorgt der 16 Megapixel Exmor R Sensor von Sony. Die YiCam kommt mit einer f/2.8 Blende und einem Winkel von 155° daher. Videso werden im H.264 MP4 Format abgespeichert. Die Yi Cam nimmt Full HD bei 60, 48, 30 und 24 Bildern pro Sekunde auf. Je niedriger die Auflösung, je höher die Bildrate: bei 480p sind sogar 240 frames per second möglich. 720p werden mit 120, 60 und 48 fps aufgenommen. Nutzer von 960 haben nur die Wahl zwischen 60 und 48 fps.  Time-lapse Aufnahmen sind mit 0,5, 1, 2, 5, 10, 30 und 60 Sekunden möglich.

Die YiCamera ist mit 60,4mm (Länge) x 62 mm (42 Breite) x 21,2 mm (Höhe) sehr kompakt. Sie wiegt etwas weniger als eine GoPro und bringt 72 Gramm auf die Waage. Mit Strom wird die Yi Camera durch eine 1.010 mAh Batterie versorgt.


Die Bedienung
Der Foto/Video-Modus
Die Yi Cam kann sowohl Bilder als auch Videos aufnehmen Standard-mäßig werden Videos aufgenommen. Um zwischen den Modi zu switchen reicht ein Druck auf den Mode- beziehungsweise Power-Button. Der Foto bzw. Sekundäre-Modus wird durch die Lade-LED angezeigt. Es ist selbstverständlich auch möglich, per App den Modus zu wechseln und dauerhaft den Start-Modus zu bestimmen.

Die Aufnahme
Zunächst muss die Kamera mit dem Button auf der Vorderseite gestartet werden. Möchte man ein Foto aufnehmen oder ein Videostarten, wird der Button auf der Oberseite gedrückt. Die Kamera piepst und nimmt ein Video auf. Mit einem weiteren Druck wird das Video beendet. Die Kamera piepst erneut und signalisiert, dass das Video abgespeichert wurde. Drücken wir im Foto-Modus den Auslöser ertönen zwei Geräusche: der erste Ton bestätigt, dass das Kommando verstanden wurde und ausgelöst wird. Der zweite Ton bestätigt, dass die Aufnahme abgespeichert wurde und der Prozess beendet wurde.

Das WLAN
Zwar kann der Nutzer einstellen, dass sich das WLAN Modul automatisch mit der Kamera startet, dass ist aber prinzipiell gar nicht nötig – außer man filmt beziehungsweise fotografiert nur über das Smartphone. Über die Taste an der linken Seite lässt sich das WLAN Modul ein- bzw. ausschalten. Wichtig ist es, nach dem Boot etwas mit der Betätigung des Buttons zu warten, da die Kamera erst vollständig hierfür booten muss. Ist dies geschehen, lässt sich WLAN mit einem kurzen Druck aktivieren. Die blaue LED leuchtet im Folgenden auf.


Die LEDs
Die Front wird von einem großen LED-Ring eingenommen. Jener kann in 3 verschiedenen Farben leuchten: Blau, Lila sowie Rot. Jene Farbstufen stehen für den Akkustand der Kamera. Von 50 bis 100 % Akku-Ladung leuchtet der Ring blau. Lila verfärbt sich jener Ring, wenn die Akkuladung zwischen 15 und 49 % liegt. Unter 14 % Akku-Stand leuchtet die Kamera rot.

Wird die Kamera geladen, leuchtet der Ring auch Rot. Ist die Yi Cam voll, erlischt die LED.


Die Akkulaufzeit
Laut Hersteller soll die Kamera 85 Minuten in Full-HD und 30 fps aufnehmen können. Im Test kommen wir auf etwa 80 Minuten Daueraufnahme. Ist die Kamera einmal leer, lässt sie sich binnen 90 Minuten wieder vollständig aufladen. Um Energie zu sparen schaltet sich die Yi Camera nach kurzer Zeit Inaktivität in den Standby. Es ist auch möglich, die Kamera komplett auszuschalten.

Der Akku: mit 1.000 mAh stark

Der Akku: mit 1.010 mAh stark

Möchte man die Yi Camera im Auto einsetzen, lässt sie sich mit einem 2A Anschluss aufladen. Auffällig: der Akku verliert schnell seine Ladung. Nutzen wir die aufgeladene Yi Cam einige Tage nicht,


Die App
Der Nutzer kann sich via WiFi einen Überblick über den aktuellen Bildausschnitt verschaffen. Das Standard WLAN Passwort lautet 1234567890. Über die App können auch nützliche Funktionen genutzt werden, wie etwa die Orientierungseinstellungen: mit Hilfe jener ist es möglich, die Aufnahme dauerhaft zu drehen. Das ist beispielsweise im Auto oder auf einer GoPole nützlich. Über die App kann Kamera weiterhin zurücksetzt werden.

 

Die Bedienung 
Ist die App mit der Kamera verbunden sieht man zunächst ein großes Vorschaubild. Darüber sind drei Modi: Video, Snapshot und Foto. Während bei Video ein beliebig langes Video aufgezeichnet wird, nimmt Snapshot nur ein kurzes und gebrandetes Video auf. Über die Option Fotos können Bilder geschossen werden. Neben jener Wahlmöglichkeit finden wir das Optionsrad, mit dem wir in die Einstellungen kommen.

 

Unter dem Vorschaubild befindet sich die Gallerie, die bisher geschossene Bilder betrachtet werden können. In der Mitte befindet sich der Auslöser. Rechts davon gibt es Wahlmöglichkeiten, im Foto Modus kann der Nutzer zwischen „Normal“, „Time lapse“, „Self-timer“ sowie „Burst“ wählen. Im Video Modus lässt sich über den rechten Button ein Snapshot aufnehmen.

Die Einstellungen
Über die Einstellungen kann man verschiedene nützliche Dinge einstellen, wie etwa die Qualität: der Nutzer kann die Wahl zwischen High, Normal und Low. In unseren Augen die wichtigste Einstellung kommt als zweites: mit jener kann der Time-Stamp deaktiviert werden. Diese Option ist wirklich nur sinnvoll, wenn die Kamera im Auto genutzt wird. Da man bisher die Uhr nicht manuell einstellen kann, ist der Time-Stamp aktuell völlig sinnlos. Inzwischen kann man die Uhrzeit dem Smartphone anpassen. Darüber hinaus stehen Optionen für das Video-Format sowie die Bilderqualität und Auflösung zur Verfügung. Die Yi Cam kann Bilder nur in 4:3 aufnehmen, entweder mit 16, 13, 8 oder 5 Megapixel. Über die Optionen kann weiterhin der Standard-Modus eingestellt werden, in dem sich die Kamera befindet, wenn man jene startet. Wir haben uns hier für die Fotovariante entschieden.

Wichtige Optionen, die man auch von der GoPro kennt, sind beispielsweise die Möglichkeit, das Bild auf dem Kopf aufzunehmen (Video Rotate). Damit lassen sichPoles deutlich sinnvoller einsetzen. Auch ist es möglich, über „Buzzer Volume“ den Ton auszuschalten.

Das Update
Am Anfang der Verbindung mit dem Smartphone wird eine Info an die App übertragen, diese beinhaltet auch die Firmware-Version. Hat man die Connection beendet, kann über die Anwendung bzw. deren Optionen nach einer neuen Firmware gesucht werden. Diese wird dann – mehr oder weniger schnell – heruntergeladen. Startet ihr eine neue Verbindung zwischen App und Kamera fragt die App im Folgenden nach, ob ihr das Update einspielen möchtet. Das solltet ihr nur tun, wenn euer Akku zumindest 80 Prozent geladen ist, um Probleme (wie Bricks) zu vermeiden). Seit der ersten Firmware kamen bereits viele Updates, aktuell die Version 1.0.12. Während dem Update muss eine SD-Karte eingelegt sein. Man sollte das Update nicht durchführen, wenn gerade alles um einen herum schläft: das Update piept mindestens eine Minute lang sehr laut, bis die Kamera

Achtung: jede Hardware-Revision hat ihre eigene Firmware. Inzwischen sind 6 Hardware Versionen bekannt (via)

Z221xxxxxxxxxxx = Revision 22
Z22Lxxxxxxxxxxx = Revision 22L
Z231xxxxxxxxxxx = Revision 23
Z23Lxxxxxxxxxxx = Revision 23L
Z23Axxxxxxxxxxx = Revision 23A
Z23Sxxxxxxxxxxx = Revision 23S

Wenn ihr kein OTA Update bekommt, solltet Ihr folgenden Weg gehen:

  1. Öffnet die chinesische Xiaomi Yi Cam Update Seite
  2. Gebt in die weiße Box eure Seriennummer ein
  3. Drückt den blauen Button
  4. Der rote Button startet den Download


Der Reset
Wer Probleme mit seiner Yi Cam hat, sollte jener erst einmal zurücksetzen, bevor man sich beim Shop beschwert. Auch unsere Yi Cam brauchte als erstes einen Hardreset, ehe es wirklich losgehen konnte. Dieser ist ganz einfach durch zuführen: um die Kamera auf Werkseinstellungen zu setzen, drückt der Nutzer den WiFi sowie Power-Button gleichzeitig für mehrere Sekunden. Im Anschluss ertönt ein Piepen, dies signalisiert: alle Daten wurden von der Kamera gelöscht. Der Hardreset ist beendet, wenn die Kamera neugestartet hat.


Die Bilder
Die Nerdbench war selbstverständlich mit der Yi Cam auf Foto-Tour. Nachfolgend gibt es Bilder bei Tag und Nacht. Unsere Fotos wurden mit der Firmware 0.71 bis 1.0.12 aufgenommen. Die Bilder sind etwas unschärfer, als es bei der SJ5000+ der Fall ist – dies ist wohl auf das Focus Problem der Yi Cam zurück zuführen, einen Fix gibt es an dieser Stelle. Die gesamte Galerie gibt es in einem zukünftigen Post.


Das Zubehör

Auf Grund der Größe und der Position der Linse ist wie bereits erwähnt nicht möglich, die Yi Cam mit normalen GoPro Gadgets zu nutzen. Auch für normale Taschen ist die Kamera schlicht zu klein. Durch die Stativschrauben Anschluss auf der Unterseite wird der Kamera allerdings der Betrieb mit Selfie-Stangen und multifunktionellem GoPro Zubehör ermöglicht.

 

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Zubehör mit einer normalen Stativ-Schraube ist kein Problem

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Xiaomi Yi Cam: passt nicht in GoPro Taschen

Wir haben unsere Yi Cam der 3D Drucker Firma Incredesigns ausgeliehen. Dabei sind einige nette Zubehör-Teile herausgekommen. Unter anderem ein Linsenschutz, um das Gerät nicht ständig in der OVP mit zuführen.

Weiterhin hat die Firma eine Sonnenblende für die Yi Cam hergestellt.

Der Bumper Mount kommt direkt mit einem Linsenschutz und umhüllt die Seiten der YiCam. Das schützt nicht nur die Kamera, sondern sieht – vor allem in Farbe – extrem hübsch aus.

Um GoPro Zubehör nutzen zu können, steht der Frame Mount samt Tripod Mount zur Verfügung. Hiermit kann der Nutzer alles an GoPro Zubehör nutzen, was es auf dem Markt gibt.

 


Der Preis
Das gebotene Preisleistungsverhältnis ist – vorallem mit Hinsicht auf den allgemeinen Willhaben-Faktor – beispielslos, selbst wenn die Mehrwertssteuer dazu gerechnet wird. In der Regel dürfte man die Kamera für knapp 71,54 Euro plus Versand sowie MwSt. und Kapi erhalten.

Auf den ersten Blick könnte Yi Cam den Käufer günstiger kommen, als das billigste GoPro Modell. Das ist falsch: die GoPro wird mit einem Gehäuse geliefert und ist somit auch wirklich beim Sport zu verwenden. Das kostet extra und ist bisher nur von Dritt-Anbietern erhältlich. Ein Exemplar ist bereits auf dem Weg zur Nerdbench.

Nach dem die Kamera recht „teuer“ gestartet und anfangs den Käufer etwas teuer gekommen ist als das kleinste GoPro Modell, welches allerdings keinen Bildschirm aber auch kein WLAN an Bord hat, ist die Yi Cam derweil stark im Preis gesunken und selbst mit separat erhältlichen Case etwas günstiger als die GoPro Hero.


Das Fazit
Die Yi Cam ist ein schickes Stück Technik. Dank „Will ich haben“-Faktor und günstigem Price Tag kann sich die Kamera auch jeder Einsteiger leisten. Mit der Masse an Zubehör wird sich zwar der ein oder andere Euro im Warenkorb ansammeln – doch spätestens mit einer Pole, verschiedenen Mounts und dem Unterwassergehäuse wird aus der Yi Cam ein Gesamtpaket, dass seines gleichen sucht. Neben dem Preissturz gibt es für die Cam auch ein weiteres Pro Argument: die App sowie Kamera selbst werden dauerhaft mit Updates versorgt.

Viel Kamera für wenig Geld: Xiaomi Yi Cam

Viel Kamera für wenig Geld: Xiaomi Yi Cam

Xiaomi darf gerne noch am Akku der Kamera arbeiten, auch die WLAN Verbindung kann ruhig etwas stabiler werden. Manche Yi Cams haben ein Focus Problem, dass manuell gelöst werden muss. Auch die Bilder unserer Yi Cam sind etwas unschärfer als beispielsweise von der SJ5000+, bisher haben wir aber noch nichts unternommen, um dieses Problem zu lösen. Unsere Kamera stammt von Gearbest. Dort ist die Cam für 71,54 Euro (ohne MwSt., Versand und Kapi) erhältlich.

Positives

Farbenfrohe Cam
Zubehör in Zukunft garantiert
Regelmäßige Firmware-Updates
Großer Weitwinkel

Negatives

Bisher kein Sport-Zubehör
App nicht in Deutsch verfügbar
Derzeit unschärfer als die SJ5000+

Bewertung
Unsere Bewertung
Technik
8.0
Akkulaufzeit
8.0
Performance
8.0
Konnektivität
5.0
Design
10
Ton
8.0
Spielspaß
10
Bildqualität (Tag)
9.0
Bildqualität (Nacht)
7.0
Zubehör
2.0
Preis
7.0
Preis-Leistungsverhältnis
7.0
Fazit

Die Xiaomi Yi Cam wächst: aktuell bietet sie zwar schon eine gute Akkulaufzeit, kann aber in Sachen Zubehör nicht mit der GoPro mit halten. Das soll sich bald ändern - wir sind gespannt.

7.7
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Über den Autor
Timm Mohn
Schreib- und Technikbegeistert. Freut sich über innovative Technik, kann Budget Smartphones nur bedingt ausstehen - WiFi Gadgets, wie die GoPro, umso mehr. Gründer von Nerdbench.com