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Huawei Honor 4X Che2-UL00 im Test: Wenn da nicht der Speicher wäre….
Review

Huawei Honor 4X Che2-UL00 im Test: Wenn da nicht der Speicher wäre….

von 13. Mai 2015

Vor knapp einem Monat ist das Honor 4X in der Redaktion aufgeschlagen. Nach dem Honor 3c ist es das zweite Gerät des Herstellers in unserer Redaktion. Preislich gesehen handelt es sich bei 199 Euro um die untere Mittelklasse. Ob die Leistung entsprechend mithält, erfahrt ihr nach den Break.

Nerdbench bedankt sich bei TradingShenzhen für die Leihstellung des Huawei Honor 4X (Che2-UL00)


Der Lieferumfang
Das Huawei Honor 4X kommt in einer schmalen Verpackung, die erst einmal vom Smartphone selbst ausgefüllt wird. Dazu gibt es noch ein USB Kabel für die Verbindung mit dem PC sowie dem ebenfalls beiliegendem Ladekabel. Abgerundet wird das Paket durch ein Info-Heftchen zum Smartphone. Weiteres Zubehör sucht der Kunde vergebens. In unseren Augen ist das aber auch nicht schlimm: lieber spart sich der Hersteller das (sowieso unbrauchbare) Headset, als wichtigere Punkte (wie etwa gute Hardware Komponenten).

Der Lieferumfang

Der Lieferumfang


Die Technik
Auf der Front finden wir das 5,5 Zoll IPS Display mit einer Auflösung von 1280x720p vor (24 Bit). Im unteren Bereich befinden sich die Softkeys Zurück, Home und Multitasking. Über dem Display befinden sich ein paar Sensoren (das Gerät kommt mit Näherungs-, Umgebungslicht-, und Beschleunigungssensor sowie einem Kompass daher) sowie die 5 Megapixel Frontkamera. Jene löst mit 2560×1920 Pixeln  auf und kann Videos mit 1280×720 und 30 frames per second aufnehmen. Ganz links oben wurde eine LED für Benachrichtigungen angebracht. Auf der rechten Seite befindet sich die Lautstärke Wippe sowie der Powerbutton, während die linke Seite leer ist. Kopfhörer können auf der Oberseite eingesteckt werden, den MicroUSB Port machen wir auf der Unterseite aus. Das 4x unterstützt USB-OTG, es können also USB-Sticks angeschlossen werden. Die Rückseite ziert das „Honor“ Logo. Über jenem sitzt die 13 Megapixel-Kamera samt LED Blitz. Es handelt sich dabei um einen Sony Exmor RS Sensor mit einer f/2.0 Blende. Die Cam nimmt Fotos mit 4208×3120 Pixeln und Videos mit FullHD, also 1920×1080, auf.

Im Honor 4X steht Platz für zwei Micro Simkarten zur Verfügung. Des  Weiteren kann der Speicher per MicroSD Karte erweitert werden. Das ist ggf. auch wirklich nötig: mit 8 GB ist der interne Speicherplatz sehr kompakt. Dazu gibt es 1 GB RAM. Angetrieben wird das 4X von einem HiSilicon Kirin 620. Dabei handelt es sich um einen OctaCore Prozessor mit 1,2 GHz. Als GPU kommt eine Mali 450 MP zum Einsatz.Für Sound sorgt ein Monospeaker auf der Unterseite des Gerätes. An Bord sind natürlich auch GPS (A-GPS, GLONASS und Beidou), Bluetooth 4.0 mit A2DP Profil und WLAN (b,g,n). Damit dem 4x nicht so schnell der Saft ausgeht, spendiert der Hersteller einen 3.000 mAh Akku. Jener ist festverbaut und lässt sich nicht austauschen. Auf dem Gerät lauft Android 4.4.2.


Das Display
Zwar löst das Display leider nicht mit Full-HD auf, trotzdem lässt sich mit dem 4X Content angenehmen betrachten: wir verfolgen die letzten Folgen der US-Serie Mom, lesen die neusten Nachrichten mit der Spiegel-App und laufen mit unseren fleißigen Minions etliche Kilometer in Gru’s Labor. Jene fallen auch nicht vom Weg, wenn wir mal nach draußen gehen: dank guter Helligkeit des Displays können wir die vielen Spielerein nicht nur Indoor, sondern auch draußen weiterführen. So lässt es sich angenehm in WhatsApp tippen und auch der aktuelle Facebook Status strotzt nicht voller Tippfehler wegen fehlender Sicht.

Dank dem großen Display lassen sich auch längere Texte in das Honor eintippen: eine schnelle News hauen wir via WordPress-App von unterwegs aus raus. Auch in Verbindung mit der Microsoft Wedge arbeiten wir gerne mit dem Phablet: auch wenn es komische Blicke auf einen zieht, wenn man mit dem Smartphone statt dem Tablet oder Notebook mitschreibt: das große Display lädt zur Datenverwaltung magisch ein.

Zwar kommt das 4X nur auf 267 ppi, ein wenig mehr kann man aus dem Smartphone dennoch raus holen: wir setzen in den Display-Einstellungen die Schriftgröße auf „Klein“ und haben direkt mehr Platz auf dem Screen. Unseren Erfahrungen nach ist diese Einstellung bei den meisten Nutzern – warum auch immer – allerdings sehr unbeliebt.


Der Speicher
In der Budget-Klasse müssen irgendwo Rot-Stifte angesetzt werden – wie in diesem Fall beim Speicher. Mit 8 GB fühlen wir uns bei der Nerdbench Redaktion gar nicht wohl: zwar passen locker 60 Apps auf das Gerät, aber danach ist Datensparsamkeit geraten: kurz angetestete Apps löscht man besten direkt wieder und Fotos sollten regelmäßig auf den PC ausgelagert werden. Ein Upgrade auf 16 GB interner Speicher sollte auf jeden Fall beim 4X-2 auf dem Programm stehen.


Die Performance
Auch mit den besagten 60 Apps läuft das Smartphone noch flüssig und lässt uns nicht warten, auch beim Systemstart. Auch Spiele sind für das 4X kein Problem: im Goat Simulator räumen wir in der Stadt ordentlich auf, sammeln, wie bereits angedeutet, Kilometergeld in Minion Rush während wir in Modern Combat 5 die Magazine leer feuern. In Antutu Benchmark reicht die Hardware für 26.963 Punkte (im Betrieb, s.g.) – ein solider Wert, der Alltagstauglichkeit nicht nur verspricht sondern auch hält. Fängt man mit dem 4X neu an (ohne jegliche installierten Apps) erzielt das Phablet 30.961 Punkte.

 

Zeit für eine Pause: Wir zocken eine Runde Modern Combat

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Das Betriebssystem
Huawei liefert seine Geräte mit Emotion UI 3.0 aus. Der Herstelleraufsatz überdeckt Android 4.4, dass demnächst auf Android 5.0 geupdatet werden soll. Im Alltag können wir keine Hänger feststellen – das System läuft smooth. Nicht ganz so smooth ist allerdings der Start der Importversion: hier muss erst einmal das Keyboard begriffen werden und im Anschluss eine ordentliche Anzahl chinesischer Apps deinstalliert werden. Sind diese entfernt und die Sprache Deutsch eingestellt begegnen dem Nutzer der Importversion keine chinesischen Schriftzeichen mehr.

Das System wirkt keineswegs überladen, dafür sehr hübsch designet: angefangen bei den verschiedenen Icons ist die Timeline in den Benachrichtigungen sehr gelungen. Ähnlich wie Xiaomi verzichtet Huawei auf einen App-Drawer und stellt somit die Herausforderung an den Nutzer, gut sortieren zu können. Die Nerdbench sortiert auf dem Startscreen gerne die meist genutzten Apps ein, während die zweite Seite mit sporadisch genutzten Apps gefüllt ist. Die dritte Seite wird mit Spielen und die vierte mit Test-Apps aufgefüllt.


Die Akkulaufzeit
Mit einem 3.000 mAh Akku ist das Huawei Honor 4X eigentlich ganz gut für den Alltag gerüstet: selbst als Heavy User kommen wir problemlos über den Tag. Dazu gehört, das 3 Twitter-Accounts, 7 Mail Accounts und die verschiedenen Chatprogramme (QQ, WhatsApp, WeChat) im Hintergrund laufen. Des Weiteren hält das 4X noch kleine Spiel- und YouTube-Sessions aus, bevor wir abends mit 13 % auf die Couch fallen. Im Durchschnitt kommt man mit dem Smartphone auf etwa 6:45 Stunden Display-on Time. In der Regel muss das 4X abends wieder geladen werden, außer man war wirklich sparsam. In knapp 2,5 Stunden ist das Gerät wieder voll aufgeladen.


Der Sound
Mit dem Monospeaker im 4X wird das Smartphone erfreulich laut: wir überhören keinen Anruf und auch der Wecker klingelt zuverlässig aus dem Schlaf. Für die Musikwiedergabe im Hintergrund verschiedener Spiele reicht der Speaker ebenso wie für die Audiospur von YouTube-Clips. Während den Up-Fronts haben wir auch den ein oder anderen Serientrailer mit dem 4X genossen. Für ganze Serien greifen wir aber auf die Hilfe von Bluetooth Speakern zurück.

Der Lautsprecher

Der Lautsprecher

Gesprächspartner werden ebenso gut über die Ohrmuschel verstanden, wie man auch uns mit dem 4X hören kann – von der Mikrofon Qualität könnt ihr euch nachfolgend selbst überzeugen.

(Text: „Für mehr Reviews von der Nerdbench abonniert uns Facebook, YouTube, Twitter, Google Plus und Instagram. Mein Name ist Timm Mohn, für die Nerdbench.“)


Die Kamera
Mit 13 Megapixeln liefert zumindest das Datenblatt die von den Käufern geforderte Performance. Die Kamera schlägt sich aber auch auch in der Praxis gut: die Bilder werden schnell ausgelöst und der HDR Modus holt noch mal einiges aus den Aufnahmen heraus. Im Low-Light nimmt die Qualität erwartungsgemäß ab. Nachts werden die Bilder oft 2,3 mal unscharf, ehe man die Aufnahme verwenden kann. Teilweise weißen die Bilder auch am Tag unscharfe Passagen auf.

Die Front-Cam macht Bilder mit 5 Megapixeln. Die Bilder werden überrascht gut und können sich somit sehen lassen. Wir haben alle 10 Verschönerungslevel durchgespielt.


Die Konnektivität
Um mit dem 4X loszulegen benötigen wir erst einmal ein paar Apps. Die werden zügig via WLAN gezogen. Auch unsere WiFi Gadgets, wie beispielsweise die GoPro 4 Silver verbinden sich unproblematisch zum 4X. Surfen und streamen ist dank starker Verbindung zum Router (oder der Media Drive) kein Problem für das Smartphone.

Die Verbindung mit der GoPro ist kein Problem

Die Verbindung mit der GoPro ist kein Problem

Gadgets werden bei uns großgeschrieben. Neben WiFi funken jene auch manchmal mit Bluetooth. Das 4X verbindet sich mit Ollie ebenso zuverlässig wie mit der Pebble sowie dem Gigaset G-Tag.

 

Durch einen schnellen GPS Fix findet Google Maps zügig unsere Position und wir navigieren uns zielstrebig durch Mainz.

Unser Standort ist schnell gefunden

Unser Standort ist schnell gefunden


Der Preis / Die Versionen
Es gibt verschiedene Versionen des Huawei 4X. Wir haben die „kleine“ Variante, Che2-UL00 getestet. Diese ist bei unserem Partner auf Anfrage für 150 Euro verfügbar. Das 4X gibt es aber auch aus Deutschland und mit 2 GB Ram für 200 Euro. Da beim Kauf aus dem Ausland noch die Mehrwertsteuer (19 % in Deutschland) sowie die Kapitalbereitstellung Provision (11,90 Euro) und den teuren DHL Versand aus dem Ausland ist der Import in unseren Augen wenig attraktiv.


Das Fazit
Eins ist sicher: Egal mit welchem Price-Tag Huawei Geräte auf den Markt bringt, die Geräte sind durch die Bank sehr hübsch, so auch in diesem Fall. Gerade die Rückseite kann wegen ihrer Musterung direkt beim ersten Auspacken überzeugen. Mit dem 4X wirft der Hersteller ein 5,5 inch Phablet mit OctaCore Prozessor auf dem Markt, dass sich zwar in Sachen Performance nicht verstecken, aber angesichts der Konkurrenz im Preissegment (RedMi 2) aber warm anziehen muss. Der große und sehr gute Bildschirm ist ein dicker Plus Punkt in den Specs, mit 8 GB Speicherplatz gewinnt man allerdings keinen Blumentopf mehr – vor allem nicht, wenn dieser mit chinesischer Bloatware belagert ist.

Das Huawei 4X ist ein solides Phone

Das Huawei 4X ist ein solides Phone

Mit 165 Gramm ist das Phablet schlanker als vergleichbare Geräte: auch nach der Testphase sind wir nicht müde geworden, das Gerät in der Hand zu halten. Wer nicht viele Ansprüche an ein Smartphone stellt und trotzdem nicht auf einen großen Bildschirm und ein gut funktionierendes Softwarepaket verzichten will, ist beim 4X richtig aufgehoben. Das Gerät ist in Schwarz sowie Weiß verfügbar. die weiße Variante kommt mit einem hellen Akkudeckel daher, wobei die Front weiterhin schwarz bleibt. Unser Daumen eher geht zur Seite als nach oben. Unser Partner TradingShenzhen hat das Gerät 150 Euro exklusive Versand, MwSt. und Kapi auf Anfrage bereit. Die 2GB Variante hat man auch zur Hand, allerdings für 180 Euro und den selben Rahmenbedingungen.

 

Positives

Schickes Design
Emotion UI
Flottes System
Gute Verarbeitung
Keine Bugs
Dual-SIM
Lollipop für Sommer angekündigt

Negatives

8 GB bei 200 Euro sind nicht zeitgemäß
1 GB Ram Version nicht zukunftssicher & überteuert
chinesische Bloatware
Bisher kein Lollipop
Kein NFC

Bewertung
Unsere Bewertung
Technik
8.0
Akkulaufzeit
9.0
Bildschirm
9.0
Betriebssystem
9.5
Performance
8.0
Konnektivität
8.0
Design
10
Ton
8.0
Speicher
4.0
Kamera
7.0
Bildqualität (Tag)
8.5
Bildqualität (Nacht)
7.0
Preis
7.0
Preis-Leistungsverhältnis
6.0
Fazit

Das Huawei Honor 4X möchte ein möglichst gutes 5,5 Phablet sein. Mit 200 Euro ist das aber kaum und nur mit einigen Abstrichen möglich. Wer mit jenen leben kann, ist beim 4X gut aufgehoben. Alle anderen sollte um die 8 GB internen Speicher einen dicken Bogen machen.

7.7
Unsere Bewertung
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Über den Autor
Timm Mohn

Schreib- und Technikbegeistert. Freut sich über innovative Technik, kann Budget Smartphones nur bedingt ausstehen – WiFi Gadgets, wie die GoPro, umso mehr. Gründer von Nerdbench.com