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Drastic DS Emulator im Test: Darfs ein bisschen pixeliger sein?
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Drastic DS Emulator im Test: Darfs ein bisschen pixeliger sein?

von 10. Mai 2015
„EINSPRUCH!“ In den letzten Tagen hat die Nerdbench-Redaktion wieder die alten Spiele der Phoenix Wright Reihe herausgeholt. Nach dem wir die Spiele bereits auf dem DS durchgespielt haben, alle Einsprüche erhoben, alle Fälle gewonnen haben, kommt nun ein den Kritikern nach zu urteilen ein sehr guter DS-Emulator auf den Markt. Wir erheben „EINSPRUCH!“ – und legen noch eins drauf: Drastic ist der beste Emulator aller Zeiten.
 Manchmal gehen Beiträge auch bei uns unter. Dieser Artikel war bereits für August 2013 geplant und wurde nun – aktualisiert – veröffentlicht


Die Grauzone

Direkt vorweg sei gesagt, dass man in Deutschland nur Spiele per Emulator spielen darf, die sich auch im Besitz des Spielers befinden. Das heißt: Hat man keine DS Spiele, braucht man sich bevor man sich welche kauft gar nicht erst mit dem Emulator beschäftigen. Erst durch den Besitz wird das Spielen legal.


Das Potenzial

Auch wenn Android (nach iOS) langsam als Spiele-Plattform anerkannt wird: Spiele-Publisher wie Capcom verzichten auf einen Android-Release ihrer Spiele. Die „Phoenix Wright“ Trilogie wurde beispielsweise bisher nur auf iOS veröffentlicht. Der erste Teil dieses Spieles, seit Jahren im AppStore verfügbar, lässt immer noch auf sich warten. Es ist anzunehmen, dass zumindest die einzelne Auflage nicht mehr erscheinen wird.

Endlich: Ace Attorney auf Android

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Für den Nintendo DS, DS Lite sowie DSi sind laut Wikipedia bis zum 22 November 2012 1297 Spiele erschienen. Ein Android Smartphone mit Drastic stockt also seine Spielemöglichkeiten stark auf. Langeweile ist also erstmal in den Redaktionspausen ausgeschlossen.

Was man bisher an DS-Emulatoren gesehen hat, war eher weniger überzeugend. Spielbar mit Framskips, trotzdem stockend. Der DS stellt große Anforderungen an ein Smartphone: Er verfügt über zwei statt nur einem Bildschirm., diese müssen somit beide gleichzeitig emuliert werden. Lange Zeit hielt die Netzgemeinde deswegen einen DS-Emulator für schlicht nicht möglich. Doch das hat sich jetzt geändert. Auf, Achtung Wortspiel, ganz drastische Weise: Drastic ist Anfang des Monates vor 2 Jahren im Playstore erschienen.


Das Spiele-Feeling
Es fällt uns schwer, nicht das Fazit direkt an den Anfang zu setzen: Denn egal was man erwartet, die Erwartungen werden übertroffen: Der DS Emulator spielt alles ab, was wir ihm zu muteten. Und nicht nur auf den schnellen Geräten wie unserem Nexus 5, dem Xiaomi Mi3 oder aber UMi X3 – selbst ein 512 MB Gerät wie das IconBIT Mercury LX kann mit DualCore Roms flüssig abspielen. Das ist eine ziemliche Leistung. Daumen hoch!

Während die Wiedergabe auf Tablets mit hoher Auflösung (Gigaset QV1030: 2560 x 1400) etwas verpixelt wirkt, können Smartphones alle Trümpfe ausspielen und selbst Geräte mit niedriger Auflösung, wie das Kazam Thunder Q4.5 bringen echten DS-Spielspaß auf. Sollte die Hardware dann doch mal zu schwach sein – uns ist noch keine solche begegnet – helfen verschiedenee Tweaks, wie Frameskipping.


Die Ausrichtung

Da der DS mit zwei Bildschirmen daher kommt, müssen die irgendwo platziert werden. Drastic bietet hierfür verschiedene Methoden: entweder man kann die Bildschirme nebeneinander, übereinander oder nur einen in Großaufnahme zeigen lassen. Während wir auf dem Smartphone die übereinander gestapelte Variante bevorzugen, bietet sich beim deutlich größeren Tablet eher die Anordnung nebeneinander an. Wie man die Bildschirme justiert wirkt sich nicht auf die Spiele aus – diese bleiben so flüssig wie eh und je. Möchte man die ausgewählte Position doch noch mal ändern, ist dies jeder Zeit möglich.

Hochformat: DS Spiele lassen sich auf dem Smartphone perfekt arrangieren

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Die Extras

Was Drastic neben dem flüssigen Spielverlauf besonders auszeichnet ist die Möglichkeit, die Spielstände mit Google Drive abzugleichen. Ist dies geschehen, können wir spielend leicht vom Tablet aufs Smartphone wechseln und zurück, ohne das wir mühevoll die Datei auf dem Endgerät suchen und auf das nächste Gadget übertragen müssen.

Überaus nützlich während langen, bereits bekannten Dialogen oder Handlungsabläufen ist die Beschleunigung des Spielverlaufes: über die Einstellungen kann der Nutzer die Geschwindigkeit des Spieles erhöhen und so ewig lange Gespräche zwischen Charakteren abkürzen oder beschleunigen. Wer Pheonix Wright schon mal gespielt hat, wird diese Funktion schnell lieben lernen.

Nicht ganz so ehrliche Spieler kommen auch auf ihre Kosten: Drastic erlaubt die Nutzung von Cheats – hiermit können Spielpassagen übersprungen oder auch die Chancen auf positive Spielverläufe erhöht werden. Als brave Drastic-Zocker haben wir dieses Feature aber nicht ausprobiert.


Die Kompatibilität

Worauf kann man Drastic spielen? Auf allem! Wie bereits erwähnt schafft selbst die schwächste Hardware den DS Emulator und somit steht Drastic die Welt offen. Neben dem ersten Gedanken, DS Spiele auf Smartphone oder Tablet zu spielen, haben sich auch Android TV Sticks als gute Plattform erwiesen, um in Ace Attorney zeugen aufzurufen. Zusammen mit unsrem PicoPix 3410 von Philips können wir DS Spiele somit auf riesigen Bildflächen spielen – oder eben auf dem Fernseher.


Das Fazit

Drastic hat das geschafft, was viele aktuelle DS Emulatoren lange Zeit nicht schafften: Spiele flüssig auf mobilen Endgeräten wiederzugeben. Während wir eigentlich für Nerdbench schreiben sollten, holen wir unsere alten DS-Disks aus dem Schrank und lassen Pheonix Wright wieder „Einspruch“ rufen. Bei unserem Testurteil gibt es keinen Widerspruch: Drastic ist sein Geld wert und gehört in die App-Sammlung eines jeden DS-Fans. Jetzt fehlt nur noch eins: ein 3DS Emulator… aber das wird wohl noch ein Weilchen dauern. Hier geht’s zur App.

Drastic: Wir kramen in der Beweiskiste

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Bewertung
Unsere Bewertung
Technik
10
Performance
10
Design
9.0
Ton
8.5
Spielspaß
10
Grafik
10
Preis
8.0
9.4
Unsere Bewertung
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Über den Autor
Timm Mohn
Schreib- und Technikbegeistert. Freut sich über innovative Technik, kann Budget Smartphones nur bedingt ausstehen - WiFi Gadgets, wie die GoPro, umso mehr. Gründer von Nerdbench.com