Apps & Games
Du liest gerade
Hero Zero im Test: Alfred, fahr schon mal das Batmobil vor!
Review

Hero Zero im Test: Alfred, fahr schon mal das Batmobil vor!

von 28. April 2015
Superhelden sind – zumindest wenn man sich das aktuelle Fernseh- und Kinoprogramm genauer anschaut – die neuen Vampire. Egal ob sie gerade aufwachsen (Gotham), bereits voll entwickelt sind (Daredevil) oder im Team gegen KI’s Kämpfen (Avengers 2) – Superhelden sind überall. Und seien wir mal ehrlich: wer wäre nicht gern ein Superheld? Wir schon. Und genau deswegen haben wir uns ein Cape geschnappt und Hero Zero angespielt. Nach dem Break erfahrt ihr, ob die Nerdbench bald Batbench heißt.
 Nerdbench bedankt sich bei European Games Group AG für 600 Donuts und 15.000 Münzen


Der erste Eindruck

Hero Zero begrüßt uns bunt und im schönen Comic-Style. Der Spieler muss zunächst seinen Charakter designen. Dazu kann er unter anderem die Kopfform, aber auch die Nase, den Bart und so weiter aus verschiedenen Vorlagen zusammen basteln. So entsteht ganz leicht unser Held. Im Anschluss an eine ruhmreichen Karriere im Erotik-Biz hat es unseren Franko aus Big Bang Empire nach Humphredale (der ersten Welt in Hero Zero) verschlagen. Bereits in den ersten Spielminuten zeigt sich, dass Hero Zero schon etwas Entwicklungszeit auf dem Buckelt hat: Das Spiel wirkt deutlich ausführlicher und hat auch inzwischen den 10ten Server zur Seite stehen. Spieler, die beispielsweise auf Server 9 angefangen haben, können ihr Spiel auf Server 10 erneut beginnen – allerdings ohne den bisherigen Spielstand.

Ein Held wird geboren: Hallo, Franko

Ein Held wird geboren: Hallo, Franko

Auch wenn wir von der EGG-AG eine ordentliche Portion Donuts erhalten haben: Unser Review folgt dem Server 9 Franko, schließlich hat er sich bereits tapfer auf Level 40 gekämpft. Den Nick haben wir uns dennoch mal auf Server 10 gesichert.


Die Spieldauer
Hero Zero wirkt im ersten Moment wie ein Spiel, dass man mal eben 10-20 Minuten spielt, ehe man den Browser zu macht und später weiterspielt. Nach den ersten Sessions wird schnell klar: das ist vollkommen falsch. Lässt man sich auf die Superhelden-Welt ein kann man gut und gerne 2 Stunden – oder mehr – am Stück in Hero Zero verbringen. Für die Vertiefung des Spielgenusses sorgen verschiedene Ebenen, in denen Hero Zero den Spieler einlädt, Zeit im Game zu verbringen. Das fängt beim Shop an, in dem man allerhand Klamotten für seinen Helden kaufen kann. Nicht vergessen werden dürfen die Missionen: Unser Held kann verschiedene Aufgaben – mal mehr, mal weniger detailliert beschrieben – erledigen und sammelt dafür Erfahrungspunkte und Münzen ein. Gleichzeitig geht natürlich die Energie flöten, welche aber mit Hilfe von Münzen wieder aufgeladen werden kann.

Die Missionslänge kann mit Hilfe von Donuts beschleunigt werden, sodass die Aktivität-Dichte erhöht wird – diese sind allerdings mit echtem Geld zu bezahlen. Wenn man diese Missionsenergie soweit erledigt hat, bleibt immer noch der Weg in die Sondermissionen. Hier kann eine spezielle Storyline über 10 Stationen verfolgt und gekämpft werden. Apropos Kämpfen: In kleinen Duellen kann der Spieler Münzen und Ehre sammeln bzw. auf Liga-Ebene kämpfen. Wer bei Kämpfen oft verliert aber nicht genug Geld für die Fähigkeiten zur Hand hat, kann ins Training gehen. Jeden Tag kann der Spieler hier bis zu 10 Trainingseinheiten erledigen und somit seine Fähigkeiten um bis zu 5 Punkte verbessern. Und wenn dann doch mal nichts mehr zu tun ist, kann man seinen Helden arbeiten schicken, um ein paar Münzen zu verdienen.


Die Story
Superheld werden! Ein Traum. Doch der Weg dahin ist steinig. Kriminelle denken sich immer neue Streiche aus – genug Arbeit ist also vorhanden. Die Auftrage variieren von wirklich wundervoll ausformulierten Texten, die beispielsweise einen Kapuzen-Dieb beschreiben bis hin zu doch sehr kurz geratenen Quests („Frag mal nach – Einfach mal nachfragen“). Der ruhige – und nicht nur auf Energie spielende – Gamer nimmt sich Zeit, die Texte zu lesen. Sind diese Missionen aber eher Mittel zum Zweck, können jene auch ohne Probleme geskippt lesen – wirkliche Relevanz haben sie für das Weiterkommen im Spiel nicht.


Der Charakter 

Wie eingangs beschrieben kann man seinen Helden frei gestalten. Dabei hat der Spieler die Wahl, ob der Held weiblich oder männlich, kräftig gebaut oder schlank etc. ist. Ein Superheld ist aber nicht nur Aussehen und sein schickes Outfit: Franko muss auch in verschiedenen Fähigkeiten trainiert und ausgebildet werden. Dazu gehört Kraft: je mehr wir diese Fähigkeit bei unserem Franko ausarbeiten, desto höher wird der Schaden pro Treffer in Duellen. Ein echter Superheld braucht natürlich auch Kondition: je höher dieser Skill trainiert wird, umso mehr Schläge kann der eigene Superheld einstecken. Neben den Muskeln muss auch der Grips ausgebildet werden: je mehr Gehirn wir unserem Franko spendieren, umso häufiger kann er kritische Treffer ausführen.

Unser ganzer Stolz: Franko

Unser ganzer Stolz: Franko

Mit einer höheren Intuition lassen sich eben solche Treffer von Gegnern vermeiden, in dem man jenen ausweicht. Das Skillen verläuft am Anfang sehr schnell, wird aber je nach Level immer teurer und dauert somit auch länger. Aktuell haben wir beispielsweise die Intuition Frankos auf 395 Punkte geskillt. Der nächste Skillpunkt kostet 2.415 Münzen – eine Stange Geld.


Die Fallen

Dieses mal waren wir vorbereitet: durch unsere Erfahrungen in Big Bang Empire wussten wir, worauf man als Spieler Wert legen muss: der Nutzer sollte nicht versuchen, seinen Charakter auf Teufel komm raus hoch zu leveln. Stattdessen ist es deutlich sinnvoller, Missionen mit den meisten Münzen zu suchen (notfalls mit dem Heldensinn) und Aufgaben mit hohen Erfahrungspunkten links liegen zu lassen. Durch die Taler lässt sich der Charkater stärker machen, während die höheren Levels nur besser geskillten Gegnern die Angriffe erleichtern. Mit der Zeit wird der Charakter auch ohne eigenes Zutun hoch gelevelt, schließlich fallen die Belohnungen der Heldentaten sehr großzügig aus.

Ein kleiner Trick aus dem Schwestergame funktioniert auch bei Hero Zero: spart der Nutzer seine Münzen auf und kauft später beispielsweise etliche Gripps-Skills auf einmal, gibt es nicht nur einen Skill-Punkt, sondern direkt zwei. Nehmen wir an, der Spieler kauft 50 Skill-Punkte, so erhält er nach einer gewissen Anzahl Skills, die am Stück hochgelevelt werden, zwei statt einem und so am Ende beispielsweise 80 statt 50 Skillpunkte. Das kann, je nach Preis pro Skill-Punkt, ordentlich Geld einsparen. Nicht vergessen werden darf die Auswahl der Missionen: je länger diese sind, umso mehr Geld gibt es augenscheinlich. Das ist allerdings falsch: kleiner Missionen, die einen somit auch intensiver an den PC beziehungsweise das Spiel binden, können euch effektiv mehr Münzen einbringen.


Das Randgeschehen

Bevor wir zu dem Teil kommen, bei dem wir die Möglichkeiten auflisten, wie man bei Hero Zero Geld loswerden kann, möchten wir kurz darauf eingehen, dass man beim Hersteller auch bemüht ist den Eindruck zu vermitteln, dass dieses Geld auch eingesetzt wird, um das Spiel zu verbessern. Dazu gehört auch, dass zu Festen, wie etwa dem St. Patricks Day oder Fassenacht, besondere Events stattfinden, spezielle Items designet und natürlich auch Geschichten bzw. Missionen geschrieben werden. Dies zeugt davon, dass man beim Entwickler wirklich darauf aus ist, das Spiel am Leben und jenes dadurch interessant zu halten.

Besondere Events gibt es beispielsweise zu Fassenacht

Besondere Events gibt es beispielsweise zu Fassenacht


Die Münzen (Freie Währung)

Einige, aber nicht alle, der Betätigungsfelder in Hero Zero bringen Münzen ein. Zu den Geldeinnahme Quellen gehören unter anderem die Arbeit, Missionen und Duelle. Das Geld wird auch benötigt: die oben erwähnten Skills sind nicht gerade billig und wie man weiß, machen Kleider Leute. Das trifft auch auf Superhelden zu: die Outfits in Hero Zero sind – größtenteils – mit Scheinen zu kaufen. Je nach Klamotten-Kombination sinken bzw. erhöhen sich die Skills. Wahrscheinlich lassen sich Stunden damit verbringen, die perfekte Kombi zu finden.

Mit Geld kann beispielsweise die Energie für Missionen wieder aufgeladen werden

Mit Geld kann beispielsweise die Energie für Missionen wieder aufgeladen werden

Das Geld kann darüber hinaus auch in das Team gesteckt werden: dieses trifft sich in einer Zentrale, die man mit Münzen und Donuts ausbilden kann.


Die Fernbedienungen
In Hero Zero hat man aber nicht nur Feinde: Wenn man gerade keine kriminellen einbuchtet kann man über das Forum oder aber durch das Team Freunde finden. Mit diesen lässt sich zum einen die Wartezeiten während Missionen oder dem Training durch Chatten verkürzen – oder sie helfen einem mit Fernbedienungen aus. Diese können das Geschehen vor spulen, sodass Missionen nicht nur gefühlt sondern auch tatsächlich nicht ganz so lang dauern. Inzwischen sind die Freunde auf maximal 100 begrenzt, um die Server von Hero Zero zu schonen. Pro Tag kann der Nutzer 4 mal die Fernbedienung nutzen – dann heißt es bis zum nächsten Kalendertag warten.


Das Team
Wie bei den Avengers sind Superhelden am besten im Team: Hero Zero bringt Spieler zusammen, in dem diese Teams bilden. Die Behausung der jeweiligen Teams kann ausgebaut werden: Je nach Größe des Quartier kann jenes mehr Helden aufnehmen. Mit dem Grad der Ausstattung erhöht sich auch der Boost auf die Grundfähigkeiten der Helden im Team. Ein super Held nutzt nichts, wenn er nicht bekannt ist: skillt man die Popularität nach oben, gibt es erhöhte Erfahrungspunkte bei Missionen. Aus oben genannten Gründen sollte die Popularität somit höchstes als letztes ausgebildet werden, da der unkontrollierte Ausbau des Spieler-Levels nur Nachteile mit sich zieht. Ganz anders sieht es bei der Motivation aus: Hier wird durch einen Boost die Münzen Anzahl bei Arbeiten und in Missionen erhöht. Dies hilft dabei, das Team-Quartier aber auch die eigenen Skills auszubauen.

Da bei den späteren Ausbauten des Team-Quartiers Donuts fällig werden, sind Donut Spender meist sehr willkommen. Diese werden dann auch oft in den Stand des Beraters oder Anführers gesetzt. Jene können Einladung in den Helden-Unterschlupf verschicken und die Ausrichtung bei den Kämpfen bestimmen – keine leichte Aufgabe. Daneben wählen die ranghöheren Mitgliedern eines Teams die anzugreifenden Teams aus (wofür auch Münzen fällig werden). Jene Angriffe können zu verschiedenen Tageszeiten programmiert werden. Mitglieder eines Teams werden deswegen oft gebeten, regelmäßig online zu sein und sich ggf. abzumelden, wenn man mal nicht da sein kann. Eine längere Abstinenz kann auch mal dazu führen, dass einen das Team kickt.

Zwar können per Gutschein-Code verschenkte, aber nicht im Spielverlauf gewonnene, Donuts an das Team gespendet werden.


Die Booster
Fähigkeiten können nicht nur durch Trainingseinheiten verbessert werden: mit speziellen Boostern kann man die Grundfähigkeit temporär steigern. Das Gleiche gilt auch für die Dauer von Missionen: mit einem Missionsbooster kann bis zu 50 % der Dauer einer Mission eingespart werden. Nach maximal 4 Tagen laufen die mit der kostenlosen Währung käuflichen Booster ab. Wer länger etwas vom Boni haben möchte, investiert Donuts. Auch die Arbeitszeit kann hiermit verkürzt bzw. effektiver gestaltet werden. Viele, aber nicht alle, Teams sehen mindestens die Missions- und Fähigkeitsbooster mit 25 % als Pflicht an.

Mit einem Booster wird beispielsweise effektiver gearbeitet

Mit einem Booster wird beispielsweise effektiver gearbeitet


Die Erfolge
Die beschriebene Vielzahl an Aktivitäten wird – je nach Fleiß des Spielers – in Regelmäßigen Abständen belohnt. Ihr kämpft fünf Ligakämpfe? Dafür gibt es drei Donuts. Andere Belohnungen sind ein wenig geheimnisvoller: aktiviert man fünf mal den Heldensinn, gibt es einen kostenlosen Gegenstand – welchen? Das weiß nur das Spiel. Die Belohnungen sind anfangs sehr dicht aneinander, werden aber mit der Zeit deutlich seltener: 5 Duelle an einem Tag kämpft man leichter als 25 Duelle am Tag und 10 davon werden schneller verloren als 50. Gefühlt freuen wir uns aber mit der Zeit umso mehr, wenn mal wieder eine Belohnung – beispielsweise mit Fähigkeitspunkten – angezeigt wird.


Die Ausgaben
Hero Zero ist umsonst. Wer mit dem Spiel anfängt, muss kein Geld bezahlen. Kann aber. Und wenn man Geld ausgibt, kann man sehr schnell sehr viel Geld ausgeben. Die Outfits im Store sind zwar schick, aber das Ghostbuster Outfit einfach ein Stück cooler. Als Gesamtset kostet das allerdings auch 20 Euro – plus 10, wenn man sich den Begleiter Slimer dazu kauft. Das gleiche gibt es auch für die Men in Black und Zorro. Das Spiel selbst bietet an jeder Stelle die Gelegenheit, Donuts auszugeben: ihr wollt schneller die Missionen durcharbeiten? Kein Problem: ein paar Donuts lösen das. Euch dauert das Trainieren zu lange? Auch hier helfen Donuts weiter. Diese Ausgaben sind möglich, aber nicht nötig. Mit jenen macht das Spiel aber deutlich mehr Spaß, da der Spielfluss um einiges erhöht wird.

Augenscheinlich ist das Verdienen von Münzen in Hero Zero etwas schwerer, als es bei Big Bang Empire der Fall ist: die Beträge sind (in etwa) alle durch 10 geteilt: kostet eine Aktion bei BBE 10 Diamanten, handelt es sich bei Hero Zero nur um einen Donut.


Das mobile Vergnügen
Im Jahr 2015 leben die Menschen mobil. Wenn wir nicht gerade am Notebook sitzen (und Hero Zero spielen, versteht sich), ist das das Smartphone in einer der beiden Händen zu sehen. Umso wichtiger, dass Spiele wie Hero Zero mobil erreichbar sind. Für Hero Zero gibt es bereits seit längeren eine App (Android, iOS), die auch richtig gut läuft. Sogar so gut, dass sich gern alle (!) anderen mobile Spiele hier gerne eine Scheibe abschneiden dürften. Die App lädt selbst wenn sich der Nutzer gedrosselt im Internet bewegt sehr gut, da alle benötigten Dateien bereits auf dem Smartphone geladen sind. SO wünschen wir uns das! Daumen hoch.


Das Fazit
Das Superhelden Leben kann ordentlich spannend sein: lustige Geschichten und teils beinharte Taktik treffen in Hero Zero aufeinander. Das ist zum einen eine sehr gute Kombination und zum anderen auch eine Herausforderungen an den Spieler. Was anfangs vielleicht wie ein Spiel für zwischendurch wirkt, kann – wenn man die entsprechenden Zeitkapazitäten hierfür frei schaufelt – eine mehrmonatige Dauerbeschäftigung werden. Hero Zero kommt wunderschön designed und geschrieben daher und kann sich sehr schnell in unsere Herzen spielen. Wir geben einen dicken Daumen hoch und wünschen viel Spaß in der Spielwelt. Hier geht’s zum Spiel.

Das Spiel macht Lust auf mehr - dauerhaft.

Das Spiel macht Lust auf mehr – dauerhaft.

Positives

Wunderschöne Grafik
Phantasievolle Texte
Ausführliches Spieldesign
Mobil sehr gut spielbar

Negatives

Donuts können kostspielig werden
Bringt den Mac-Lüfter auf Hochtouren

Bewertung
Unsere Bewertung
Technik
8.0
Design
10
Ton
5.0
Spielspaß
9.0
Grafik
10
Schwierigkeit
7.5
Fazit

Hero Zero ist ein gelungenes Browsergame mit sehr guter Smartphone Anbindung. Dank liebevollen Inhalten ist man auch nach drei Monaten noch immer gern dabei. Das Spiel ist familienfreundlich und im Vergleich zu BBE gefühlt etwas weniger aufdringlich, was die Ausgabe von Donuts anbelangt. Daumen hoch!

8.0
Unsere Bewertung
You have rated this
Was denkst du?
Grandios
80%
Genial!
20%
Es ist Liebe
0%
Kann man machen
20%
Wos?
0%
Nope.
0%
Über den Autor
Timm Mohn
Schreib- und Technikbegeistert. Freut sich über innovative Technik, kann Budget Smartphones nur bedingt ausstehen - WiFi Gadgets, wie die GoPro, umso mehr. Gründer von Nerdbench.com