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Budget-Smartphones: Wie kritisch darf man sein?

Budget-Smartphones: Wie kritisch darf man sein?

von Timm Mohn9. März 2015
Eigentlich nur ein Randgedanke, dennoch ein ernst zunehmendes Problem: immer wieder landen Geräte auf der Testbank, die auf Grund ihres Preises eigentlich schon aus logischen Gründen Defizite aufweisen werden: irgendwo muss ja gespart werden. Ich selbst streiche gedanklich meist die Kamera, den Ton und auch vom GPS verspreche ich mir wenig – schließlich hat MediaTek oft genug bewiesen, dass sie die Navigation einfach nicht in den Griff bekommen, hier ist allerdings eine Trendwende zu sehen.

Nun, wie bewertet man also Low-Budget Geräte? Ich
erinnere mich hier speziell an das THL T6 Pro, dessen Testbericht zunächst wie
ein absolutes Disaster klang, aber immer besser wurde. Mit jedem Absatz relativierte
ich meine Kritikpunkte: Ton ist nie gut, die Kamera für die Preisklasse total
okay, auch die Haptik – deutlich unter Schnitt – rutschte ins Fazit. Das Gerät
kann für 100 Euro überzeugen – sagen wir 115 Euro inklusive allem, wenn man
nicht gerade bei unserem Sponsor Antelife bestellt. Kaufen würde ich es trotzdem nie.
Und hier fängt die Problematik an: Reviews sind immer
sehr subjektiv. Während mir viel technischen Know-How hilft zu sehen, wo die
Probleme liegen, fällt das den meisten Nutzern gar nicht auf. Eigentlich darf
ich viel von dem, was ich anprangere gar nicht kritisieren – den einfachen
Käufer würde es sowieso nicht stören. Der Technik-visierte macht eventuell
direkt einen Bogen um das Gerät. Doch für wen testet man das Gerät? Für alle.
Und jeder hat das Recht auf Aufklärung – also rein mit den Kritikpunkten.
Beispielsweise unterteilter Speicher ist mir persönlich
immer ein sehr großer Dorn im Auge. Klar, man kann das re-partitionieren. Doch
dafür braucht es Knowledge und wenn mal was schief geht auch ziemlich viel
Geduld um die Sache wieder zu fixen. Mir persönlich ist es somit immer lieber,
wenn der Speicher nicht unterteilt ist. Ich wage gleichzeitig zu behaupten,
dass der normale Nutzer damit kein Problem hat, ehe in 1-2 Jahren das
Smartphone zugemüllt ist.
Dann kommen die Beschwerden: „WhatsApp lässt sich nicht mehr
updaten“, „Ich kann keine Bilder mehr machen!“ – etc.  Doch wie möchte man dem heutigen (und meist
nicht besonders weitsichtigen, zukunftsorientierten) Käufer begreiflich machen,
dass er von 8 GB Geräten die Hände weg lassen soll? Das in meinen Augen 4 GB
interner Speicher ein Grund sind, dass Gerät als Elektroschrott zu bezeichnen?
Das geht über Aufklärung. Erklären. Das alles gehört aber nicht in
einen Testbericht und kann höchstens als Link erfolgen. Auch zukünftig wird die
Nerdbench versuchen die Geräte genau vorzustellen, Vor- und Nachteile
aufzuzeigen. Auch wenn es ein Budget-Smartphone ist. Oder besser: gerade dann.
Und zwar mit derselben scharfen Klinge, wie bei normalen Geräten.
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Über den Autor
Timm Mohn
Schreib- und Technikbegeistert. Freut sich über innovative Technik, kann Budget Smartphones nur bedingt ausstehen - WiFi Gadgets, wie die GoPro, umso mehr. Gründer von Nerdbench.com