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Kazam Tornado 348 im Test: Schlanke Schönheit mit Gehirn
Review

Kazam Tornado 348 im Test: Schlanke Schönheit mit Gehirn

von 11. Februar 2015
Dünn, Dünner, dieses Smartphone: Das Kazam Thunder 348 will vor allem eins sein – schlank. Trotzdem kann sich das Datenblatt sehen lassen: mit einem Octa Core Prozessor aus dem Hause MediaTek, einem 720p 4,8 Zoll Display und 16 GB internem Speicher möchte das britische Smartphone auch auf deutschem Grund punkten. Ob das Tornado 348 mehr als eine Luftnummer ist, erfahrt ihr nach dem Break.


Nerdbench bedankt sich bei Kazam für die
Bereitstellung des Tornado 348
Der Lieferumfang
Im Inneren der schlicht Box befindet sich neben dem Tornado 348 selbst noch ein USB Adapter sowie ein MicroUSB Kabel. Da der Akku im Smartphone fest verbaut ist, wird ein ebenso beiliegender Sim-Tray Öffner benötigt. Kazam legt darüber hinaus noch Kopfhörer und eine Schutzhülle bei. Der Simkarten Schacht ist mit einer Dummy-Simkarte geschützt. Dies könnte durchaus dafür gedacht sein, das Smartphone nicht zubeschädigen, wenn keine Simkarte eingelegt ist. Dies kommt beispielsweise beim Xiaomi Mi3 öfter vor, weswegen wir raten, die Dummy-Simkarte gut aufzuheben und gegebenfalls zu nutzen.

Kazam Tornado 348

 


Der erste Eindruck
Bringen wir es hinter uns: das Kazam ist verdammt dünn. Gleichzeitig fühlt sich das Gerät sehr gut in der Hand an. Auch das Umfeld bemerkt das schicke Smartphone: gefühlt hatten in den letzten zwei Wochen das Smartphone fast mehr Dritte in der Hand, als wir selbst. Doch vielleicht hat Kazam hier mitgedacht und deswegen diese wirklich schreckliche Hülle beigelegt. Schutz hin oder her, nach 20 Minuten mit dem Case waren unsere Tester bereit, die Hülle in den nächsten Mülleimer zu werfen (konnten uns aber gerade so noch davon abhalten).

Kazam Tornado 348: Der MicroUSB-Eingang kann…

 

… geschützt werden

Dank dem 4,8 Zoll Display und der sehr schlanken Seitenrändern hat sich das Tornado das Attribut Handschmeichler verdient. Bereits beim Kazam Thunder Q4.5 waren wir begeistert vom Startscreen (eine Krawatte), auch im neuen Flagschiff sorgt jener für einen sehr schicken ersten Eindruck. Einzig die Softkeys vermögen uns nicht sonderlich zu überzeugen: jemand sollte dringend die LEDs dahinter gegen stärkere austauschen: erst abends haben wir bemerkt, dass jene überhaupt beleuchtet sind.

Wohlgemerkt ist es gerade ziemlich dunkel während diesem Foto

 

Beleuchtung im Vergleich mit dem Xiaomi Mi3

Die Bedienung geht hingegen leicht von der Hand: das Display erkennt unsere Eingaben, die Softkeys reagieren auf unsere Berührungen ohne Probleme. Auch wenn das Gerät gerade erst auf den Markt gekommen ist, müssen unter anderem die Google Play Dienste erstmal auf den neusten Stand gebracht werden, damit es mit dem Smartphone-Spaß so richtig los gehen kann.


Die Technik
Im Inneren des Tornado tickt ein 1,7 GHz OctaCore Prozessor. Dabei handelt es sich um einen inzwischen nicht nur für China-Smartphones typischen MediaTek-Chip: den MT6592. Der im 28nm Verfahren gefertigte ARM Cortex A7 Prozessor aus dem Jahre 2013 soll für flüssige Performance sorgen. Dem Tornado steht eine ARM Mali-450 GPU mit 4 Kernen und 700 MHz zur Seite. Neben 16 GB internem Speicher steht 1 GB Ram zur Verfügung. Die Front wird von einem 4,8 Zoll AMOLED Display mit 1.280×720 Pixeln eingenommen. Während beispielsweise GoAndroid von einem unerwartet hochwertigem Display spricht, müssen wir hier mal einen Realitätscheck nachlegen: Ein Mi3 samt Full HD Display mit Snapdragon Prozessor erhält man nach Steuern für knapp 260 Euro. Die 720p Auflösung ist also keineswegs als Vorteil, sondern eher als Kompromiss zur schlanken Linie zu sehen, den wir gerade so eingehen. Um das Display sowie die Rückseite vor Kratzern zu schützen, sind beide Glasscheiben aus Corning Gorilla Glass 3 gefertigt. Mit 67,5×139,8×5,15 mm halten sich auch die Dimensionen des Smartphones stark in Grenzen. Mit 95 Gramm ist das Tornado auch noch sehr leicht, fast schon zu leicht.
Kazam Tornado 348: Die Unterseite

 

Kazam Tornado 348: Die Oberseite

 

Kazam Tornado 348: Der Simkarten-Slot

 

Für Fotos steht im Preis-Segment ungewohnte 8 Megapixel Kamera sowie eine Front-Kamera mit 5 Megapixel zur Verfügung. Unterhalb der Back-Kamera unterstützt ein einfacher LED Blitz die Cam bei Nachtaufnahmen oder in schlechten Lichtsituationen. Trotz der schlanken Linie verbaut Kazam einen 2.050 mAh Akku, der 360 Stunden im Standy durchhalten soll. Zwar muss man auf NFC verzichten, Bluetooth 4.0, Wireless LAN und GPS sind an Bord.
Kazam Tornado 348: Die linke Seite

 

Kazam Tornado 348: Es passen Micro-Simkarten in das Gerät
Kazam Tornado 348: Die Front

Der MicroUSB Anschluss an der Unterseite unterstützt zwar USB-OTG aber kein MHL. Kopfhörer werden ebenso an der Oberseite angeschlossen. Die 16 GB interner Speicher können leider nicht per MicroSD Karte erweitert werden, ärgerlicherweise ist jener partitioniert und so stehen gerade mal 2,7 GB für Apps zu Verfügung. Über dem Bildschirm sitzt die Ohrmuschel sowie Sensoren.Weiterhin sind auf der Vorderseite auch die beleuchteten Softkey Menü (Multitasking), Home (Google Now) und Zurück positioniert.

CPU-Z Daten vom Kazam Tornado 348

 


Die Akkulaufzeit
Mit 2050 mAh ist der festverbaute Akku des Tornado stark genug, um durch den Tag zu bringen. Der User kommt bei regelmäßiger Nutzung des Smartphones auf gut einen Tag Akkulaufzeit, abends muss das Gerät aber spätestens gegen 22 Uhr ans Ladegerät. Bei gemäßigter Nutzung hält das Smartphone 14 Stunden durch. Ist das Gerät einmal leer, lässt sich das Gerät binnen 2,5 Stunden wieder komplett aufladen.
In 2 1/2h ist das Kazam wieder aufgeladen

 

System Monitor Ergebnis

Die Kamera
Vor dem Review haben wir uns natürlich schlau gemacht, was uns für ein Gerät erwartet. Die Back Kamera kam bei den meisten Reviews gar nicht mal so gut weg (neustes Beispiel). Eventuell liegt das daran, dass die Kollegen meist keine 8 Megapixel Kamera mehr gewöhnt sind – wir weisen allerdings darauf hin, dass die meisten – in Deutschland erhältlichen und vertriebenen – Smartphones in dieser Preisklasse gerade mal Okay und nicht „Spitze“ sind. Der ein oder andere Blog sollte – gerade gemessen an unseren Ergebnissen – vielleicht noch mal einen Kurs in Smartphone Fotografie nehmen. Wir waren mit dem Kazam Tornado 348 auf Foto-Tour und haben die Ergebnisse an dieser Stelle veröffentlicht.
Die Kamera im Einsatz

 

Kazam Tornado 348 Sample Pic: Indoor
Kazam Tornado 348 Sample Pic: Outdoor (Nacht)
Kazam Tornado 348 Sample Pic: Outdoor (Tag)

  Mit 5 Megapixeln gelingen Selfies in guter Qualität, unsere frisch eingetroffene Selfie Stange hat uns hier sehr gut unterstützt.

Kazam Tornado 348 im Selfie Test

Die Performance
Mit dem MediaTek Octa Core schafft es das Kazam Tornado, Android ruckelfrei performen zulassen. Wir konnten weder beim unserem übervollen Springfield in Simpsons: Tapped Out noch Need for Speed Probleme feststellen. Gru’s Minions springen zuverlässig über Hindernisse und sammeln fleißig auf dem rosa Einhorn sitzend
Bananen ein. Auch Antutu Benchmark zollt den verbauten Komponenten seinen Zoll und urteilt mit 33.417 Punkten.
Kazam Tornado 348: Auch zum Zocken geeignet


Das Display
Der Sommer lässt noch auf sich warten – und somit müssen sich unsere Smartphones noch nicht der Sonne stellen. Den Screen des Tornado kann man bei voller Helligkeit gut in der etwas schwachen Januar-Sonne ablesen. Auch sonst weiß das Display zu überzeugen: auf dem 4,8 Zoll Display lässt sich gut Content konsumieren. Wir haben allerdings direkt die Schriftgröße direkt auf klein gestellt: wenn schon kein Full-HD zur Verfügung steht, möchten wir das Display dennoch bestmöglich ausreizen.

Kazam Tornado 348: Auch Filme machen Spaß auf dem Display

 

Kazam Tornado 348: Auch draußen kein Probem

 


Der Sound
Irgendwo muss bei dem von Kazam gelieferten Gesamtpaket den Rotstich ansetzen – und spätestens beim Ton fällt dieser auch nicht zu wenig auf: Sprachnotizen in WhatsApp sind kaum zu verstehen, egal ob über Ohrmuschel oder auch den Mono-Speaker (diese sind mit dem Xiaomi Mi3 kein Problem). YouTube Videos sollten auch nur in leisen Umgebungen geschaut werden. In wirklich lauten Umgebungen sollte man sich aber eher auf den Vibrations-Alarm verlassen: den Klingelton überhört man gerne mal. Für längere Wiedergaben empfehlen wir unbedingt einen externen Lautsprecher wie die Youga Berlin. Viel-Telefonierer sollten ein – gutes –  Headset direkt mit in den Warenkorb legen.

Die Youga Berlin muss rausholen, was Kazam nicht leistet

Ist das Gerät gerooted, kann über das beliebte „Mobile Uncels“ Tool der Sound lauter gemacht werden. Mit diesem Eingriff gefährdet man allerdings seine Garantie, was gerade in Hinblick auf den Bildschirm-Austausch bei Kazam keine gute Idee ist.


Die Konnektivität
Mit Bluetooth können wir die Schwächen im Ton ausbügeln: ohne Probleme verbinden wir uns zur Youga Berlin, der Jawbone Big Jambox oder den Supertooth Freedom Bluetooth Kopfhörern. Auch der Spaß kommt nicht zu knapp: dank aktuellem Android ist nicht nur die Sphero, sondern auch der Nachfolger Ollie mit dem Tornado kompatibel. In Sachen Smartwatches haben Nutzer die Auswahl: Pebble, Andorid Wear – alles kein Problem für das Tornado.

So wird aus dem Tornado ein Gaming-System

Gerade in den letzten Wochen haben wir ein WiFi Gadget nach dem anderen erhalten: Neben der GoPro selbst konnten wir die SJCAM SJ4000 und den Nachfolger SJ5000 problemlos mit dem Smartphone testen. Auch die QX100 überträgt zuverlässig ihre Bilder auf das Smartphone. Generell können wir uns nicht über die Geschwindigkeit von WLAN beschweren: Apps landen zügig auf dem Gerät und auch Video-Streaming ist kein Problem für das Tornado. Da unser Router auf einer anderen Etage steht, müssen Geräte in Nerdbench immer besonders leistungsstark sein – wie eben das Tornado 348.

Kazam Tornado 348: Verbunden mit der SJ6000
Auch hier wird das Bild per WiFi übertragen
GPS funktioniert auf dem Fahrrad oder eben Sportplatz problemlos: trotz des derzeit kalten Wetter hat sich die Nerdbench für 2 Runden auf der 400 Meter Bahn bewegt, die Strecke wurde vom Tornado problemlos getrackt.

Das Betriebssystem
Das Tornado kommt mit Android 4.4.2 daher. Dabei handelt es sich zwar nicht mehr um das aktuellste Android, dafür läuft dieses zügig und ist weitesgehend nicht durch Bloatware aufgeplustert worden. Zwar hat Kazam beispielsweise bei den Einstellungen ein paar Anpassungen vorgenommen, die fast etwas an MIUI (vgl. Power-Down Menü, Miui 5) erinnern, trotzdem findet sich auch ein Neuling schnell zurecht. Während unseren drei Wochen mit dem Tornado gab es zwischen durch ein Update, dass zwar nur 30 Megabyte groß war, sich aber dennoch recht lang hinzog. Wir empfehlen Software-Updates nicht unter 80 Prozent Akkustand durchzuführen, um einen Brick zu verhindern.

Es gibt zwei, drei zusätzliche Apps, unteranderem eine Rescue App: damit kann der Support auf das Gerät zugreifen und sich selbst im System umschauen. Als Supportler sicherlich eine schöne Sache, gerade wenn es sich um leicht behebbare Fehler handelt.

Update für das Kazam Tornado 348

Das Smartphone kommt ohne Root daher, somit können wir zunächst keine Adblocker oder Gravity Box installieren. Der Rootzugriff ist allerdings leicht eingerichtet: Das Tool iRoot schafft über Android Exploits den Root-Vorgang. Die Anleitung gibts hier.

 

An der Partitionierung darf gern gearbeitet werden

 


Das Fazit
Das Kazam Tornado ist an sich eine Runde Sache: Design, Leistung und Usability laufen perfekt zusammen. Der Ton allerdings schwächt das Gesamtpaket unnötigerweise deutlich. Kazam wäre gut beraten, hier noch mal dran zuschrauben. Dass Kazam auch gescheite Lautsprecher verbauen kann, hat man mit dem Thunder bewiesen, dass uns in diesem Punkt nicht enttäuschte und auch als Vergleich diente.

Passt recht gut in Zubehör: Kazam Tornado 348 in einer Selfiestange

 

Die Plazierung von Lautstärke Buttons macht die Nutzung von Gadgets teilweise schwer

Vergisst man mal den Sound, gibt das Gerät ein ordentliches Gesamtpaket ab: der Screen lädt zum Multimeda-Genuß ein, der Prozessor arbeitet zügig und das Betriebssystem ist nicht durch
Gedankenpausen gelähmt. Es ist erfreulich, dass der Hersteller vor
lauter Schlankheitswahn nicht die restlichen Komponenten hat schleifen
lassen. Aktuell ist das Gerät ab 291,95 Euro auf Amazon verfügbar.

Kazam Tornado 348 im Test: Ein fast rundes Paket

 

Positives

Schickes Android
Sehr kompakt und leicht
Design kann überzeugen
Unterschiedliche Roms bieten Vielfalt
Root einfach eingerichtet
Akkualufzeit
Kamera wird regelmäßig unterbewertet

Negatives

Der Ton sollte unbedingt verbessert werden
Die Hülle
Kein NFC

Bewertung
Unsere Bewertung
Technik
8.5
Akkulaufzeit
7.5
Bildschirm
8.5
Betriebssystem
10
Performance
9.0
Konnektivität
8.0
Design
10
Ton
2.0
Preis
7.0
Preis-Leistungsverhältnis
7.6
Fazit

Das Kazam Tornado 348 hat die Nerdbench ordentlich aufgewirbelt. Mit einem richtig schicken Design überzeugt das Gerät nicht nur die Praktikantin. Abzüge gibt es für den Sound, hier muss Kazam ordentlich nachbessern.

7.5
Unsere Bewertung
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Über den Autor
Timm Mohn

Schreib- und Technikbegeistert. Freut sich über innovative Technik, kann Budget Smartphones nur bedingt ausstehen – WiFi Gadgets, wie die GoPro, umso mehr. Gründer von Nerdbench.com