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Big Bang Empire im Test: Funkelnde Diamanten und saftig grüne Scheine (NFSW)

Big Bang Empire im Test: Funkelnde Diamanten und saftig grüne Scheine (NFSW)

von Timm Mohn13. Februar 2015

Passend zu der Premiere von 50 Shades of Grey wird es heute schlüpfrig: im letzten Monat hat sich die Nerdbench „Big Bang Empire“ angeschaut. Wir uns ins Rotlichtmilieu begeben, um ganz groß im Porn-Biz rauszukommen. Ob wir das Bloggen ab sofort seinlassen und lieber Schmuddelfilme produzieren, erfahrt ihr nach dem Break.

Nerdbench bedankt sich bei European Games Group AG für 2.000 Diamanten und 5.000 Scheine

Der erste Eindruck 
Bereits mit dem ersten Screen hat uns Big Bang Empire in den Bann gezogen: liebevoll gezeichnete Charaktere, detailverliebte Hintergründe sind eine der Gründe, warum wir uns nicht lumpen haben lassen, die Hälfte des Reviews vor dem Kontakt mit dem Hersteller zu schreiben. Big Bang Empire ist sogar so schön anzusehen, dass wir bereits in der ersten Nacht sicher waren, hier einen wenig beachteten Spiele-Hit entdeckt zu haben. Gleichzeitig kannten wir zu diesem Zeitpunkt „Hero Zero“ nicht, das auf dem gleichen Spielprinzip und Charme beruht. Im Laufe unserer Spielzeit konnten wir feststellen, dass eine nicht zu kleine Anzahl an Spielern von Hero Zero zu Big Bang Empire kam.

Die Gebiete: je höher man levelt, umso mehr Gebiete werden freigeschaltet
Auch das Art-Work der Städte gefällt

Big Bang Empire bringt unsere Geräte ins Schwitzen: die Akku-Anzeige vom MacBook Pro bricht mit laufende Spieldauer fast dramatisch ein und klettert mit angeschlossenem Ladegerät beinnah schneckenhaft hoch. Steht der Laptop nicht auf einer kühlen Unterlage, hört man den Lüfter schnell aufbrausen. Auch wenn das Game größtenteils flüssig läuft: ein paar Tabs mehr und die Kampf-Szenen geraten auf einem Intel i5 mit 8 GB Ram ins Stocken.

Ein Star ist geboren: Franko!

Das Spiel komm nicht nur mit einer hübschen Optik, sondern auch ansprechenden Geräuschen daher. Die Kampfgeräusche haben wir allerdings direkt abgeschaltet: hört man jene über Lautsprecher könnten die jauchzenden Stimmen zu seltsamen Blicken auf dem Hausflur führen. Unweigerlich nach der ersten ausführlichen Spiele-Session öffneten wir den Play Store, um das Spiel aufs Xiaomi Mi3 zu laden. Ärgerlich: es gibt keine Android oder iOS-App.


Die Spieldauer
Big Bang Empire ist auf der einen Seite komplett auf den typischen Mobile-Gamer abgestimmt – und lässt ihn gleichzeitig komplett im Stich. Alle Mission dauern etwa 4-16 Minuten, ein kurzer Angriff auf Gegner ist schnell angesteuert und auch wieder vorbei, unendlich kann man nicht kämpfen – schließlich kosten solche Angriffe Kraft und diese ist irgendwann erschöpft. Man spielt also meist so 30-40 Minuten, ehe man Big Bang Empire erstmal wieder zur Seite legt beziehungsweise den Tab schließt.

Wie fürs Tablet/Smartphone gemacht: Big Bang Empire

Auch wenn es eine mobile Ansicht gibt: wirklich befriedigend ist die Nutzung auf dem Smartphone nicht. Ein Glück, dass wir  mit dem CSL Panther Tab 10 auch ein Windows Tablet auf der Testbank liegen haben, mit dem wir eben diesem Gelegenheitspieltrieb nachkommen können. Man möchte auf jeden Fall weiter spielen: Big Bang Empire fühlt sich frisch, frech und witzig an – auch wenn dahinter das Gleiche In-Browser-Game-Purchase Geschäftsmodell steckt, wie bei anderen mobilen Games oder aber „Hero Zero“ vom selben Entwickler. Der Einstieg allerdings ist kostenlos: grundsätzlich muss Big Bang Empire kein Geld kosten. Grundsätzlich. 

Die Story
Was Devils Attorney im Vergleich zu Pheonix Wright ist, stellt Big Bang Empire für Wet – The Sexy Empire dar: ein kleines Spiel mit kurzen Geschichten, die dem Spieler ein Lächeln auf die Lippen bringen, in schöner Comic Grafik und mit typischer Erfolgs-Rezept. Gleichzeitig bindet das Spiel einen nicht für Stunden an den PC, auch die Texte muss man nicht zwangsläufig lesen um am Ball zu bleiben. Spätestens nach einigen Tagen klickt man diese im Stil von 90er Game-Intros weg, man achtet sowieso eher auf die Skillung, Gewinn-Chancen und den Wert der Missionen. Traurigerweise verliert Big Bang Empire dadurch viel an Charme, was sich die Entwickler aber selbst zuzuschreiben haben. Würde man jede Geschichte genau lesen – ausgeführt oder nicht -, wäre man wohl deutlich länger mit dem Spiel beschäftigt.

Die Story: Lange liest man nicht die Texte

Gleichzeitig spielt es keine Rolle, was für Missionen man erfüllt, da es sich hier nicht um ein Adventure handelt. Einzig einige wenige Missionen, wie etwa den Porno-Katalog durchschauen, bringen Vorteile – aber auch nicht für die Charakterentwicklung, sondern eher den Geldbeutel des Spielers. Mit höheren Levels werden mehr Gebiete freigeschaltet (somit stehen mehr Missionen zur Verfügung), auch auf dem Weg dazu spielen die liebevoll ausgedachten Geschichten keine Rolle: es zählen einzig und allein die Punkte, die man für die Missionen erhält – nichts anderes.

Erfreulicherweise ist Big Bang Empire nach einem geglückten Start auch gar nicht mehr so darauf angewiesen, dass die Spieler eine besondere Bindung zum Spiel über die Story halten: die Kämpfe – eigentlich fernab von jeder Erotik -, die damit verbundene Skillung und das Eintreiben von Scheinen halten den Spieler am Ball. Genauer gesagt: der Erfolgs- und Siegesdrang macht süchtig. Wir haben sicherlich seit Wochen (!) keinen Missionstext mehr gelesen – daran ändern die aktuellen Fassenachts-Missionen auch nichts. Wir wetten hiermit: die Entwickler könnten auch lose Buchstaben in die Tafeln einfügen, es würde uns nicht auffallen.

Der Charakter 
Zum Beginn erstellt man einen Charakter: der Spieler kann sein InGame-Ich nach Belieben gestalten – ob dick oder dünn, nuttig oder nerdig: alles ist möglich. Auch muss natürlich Kleidung und Schmuck gekauft, der Charakter eventuell mit einem Tatttoo verschönert werden. Natürlich ist ein Charakter nicht nur eine leere Hülle. Unser Avatar – der liebenswerte Franko – muss in Kraft, Ausdauer, Charisma und Raffinesse trainiert werden. Nun steht vor allem die Ausdauer in diesem Spiel allerdings nicht dafür, womit man bei einem Erotik-Game im ersten Moment rechnet.

Unser Charakter wird mit einem neuen Outfit beglückt

Charakterpunkte bzw. Skills können entweder gekauft, mit Kleidung erhöht oder erspielt werden. Umso höher der erkaufte Wert, umso teurer der nächste Charakterpunkt. Bezahlt man anfangs beispielsweise 7 Scheine für einen Charakterpunkt, so dürfen wir aktuell für den nächsten Kraftpunkt über 6.000 Scheine blechen – und immer so weiter. Kostenlos gibt es Charakterpunkte beispielsweise wenn man ein Level aufsteigt oder Missionen abschließt.

Die Fallen
In Sachen Skillung und LevelUp kann man bei Big Bang Empire ordentlich falsch liegen: in der ersten Nacht war es unser größte Bestreben, Franko hochzuleveln – was sich im Nachhinein als falsch erwies. Hier muss das Studio „Eyes Wild Shut“ erwähnt werden, ohne dessen Tipps wir wahrscheinlich in eine völlig falsche Richtung gesteuert wären. Lady Estelle könnte wahrscheinlich selbst schon einen deutlich längeren Artikel über Big Bang Empire schreiben – und auch wir müssen uns anstrengen und kurz zufassen.

Conventions: Kosten Zeit, bringen aber kaum Geld für Skills

Statt auf höhere Levels zuspielen, sollte man sich an die Missionen mit vielen Scheinen halten und damit die Skillung hochtreiben. Umso höher man aufsteigt, umso öfter wird man von besser geskillten Gegner bekämpft und um Ruhm und Ehre gebracht. Doch das ist noch nicht alles, was sich in der Spiellogik von Big Bang Empire verbirgt: spart man seine Scheine auf und kauft später einiges an Scheinen auf einmal, gibt es nicht nur einen Skill-Punkt, sondern direkt zwei. Nehmen wir an, der Spieler kauft 50 Skill-Punkte, so erhält er nach einer gewissen Anzahl Skills, die am Stück hochgelevelt werden, zwei statt einem und so am Ende beispielsweise 80 statt 50 Skillpunkte. Das kann, je nach Preis pro Skill-Punkt, ordentlich Geld einsparen. Nicht vergessen werden darf die Auswahl der Missionen: je länger diese sind, umso mehr Geld gibt es augenscheinlich. Das ist allerdings falsch: kleiner Missionen, die einen somit auch intensiver an den PC beziehungsweise das Spiel binden, können euch effektiv mehr Geld in die Kasse spülen.

Hochleveln ist der falsche Weg: Skills sind wichtig

Das Geld 
Damit der Pornodreh ins Laufen kommt – schließlich kostet auch in der realen Welt alles Geld – muss erst mal etwas Asche her, im Spiel genannt Scheine. Wir gehen einfach mal davon aus, dass es sich hierbei um „Singles“ handelt, also Ein-Dollar Noten. Um dieses Geld aufzutreiben können entweder Missionen bestritten, Duelle gegen Gegner geführt werden – oder man geht arbeiten. Wie bei so vielem in Big Bang Empire muss man sich bei der Arbeit mit der Game-Logik auseinander setzen: wer länger arbeitet erhält weniger Scheine pro Stunde, wer öfter mal eine Stunde arbeitet kann diese Einnahme-Quelle am effektivsten Nutzen. Später sind natürlich auch die Einnahmen aus den Schmuddelfilmen nicht zu verachten.

Mit AdBlocker sieht man auch nicht die kostenlose Diamanten

Die Missionen sind wie bereits erwähnt immer etwa 4 bis 17 Minuten lang, im späteren Verlauf des Spieles erweitert sich die Laufzeit nicht. Verkürzen kann man diese Zeit mit Einwegbatterien oder Diamanten. Dazu gibt es kurzweilige Texte und lustige Begebenheiten. Darin werden dann beispielsweise extravagante Flashmob-Ideen für das Jahreszeitfest geplant – ganz ohne Zutun des Spielers, der wartet nur die angegebene Zeit ab.

Mission erfolgreich: Das gab kräftig Scheine und Erfahrung

Eine weitere Möglichkeit, um an Geld zu kommen sind Duelle. Hier greifen sich beide Parteien, ohne das der Spieler außerhalb der Gegnerauswahl den Ausgang entscheiden kann, an – doch auch wenn man dem Gegner mal in drei von vier Skills überlegen ist, heißt das nicht, dass man das Duell auch gewinnt. Je nach Fähigkeiten-Level gewinnt oder verliert der Spieler das Duell, erhält oder verliert Ruhm und Scheine. Mit der Zeit lernt man, auf welche Fähigkeiten es ankommt – oder bekommt es erzählt: Franko’s Studio beispielsweise schwört auf einen Schwerpunkt zu Ausdauer und Raffinesse, gefolgt von Charisma und Kraft. Wir wissen, was ihr jetzt denkt: Klar, ein Erotik-Spiel – wer hätte da nicht an Mortal Kombat gedacht?

Das war wohl nichts: das Duell hat die Nerdbench verloren

Gerade, wenn man länger nicht ins Spiel kommt, bietet es sich an, den Charakter etwas arbeiten zu lassen. Unser Franko kann in bis zu 24 Stunden circa 700 Scheine verdienen, ohne das wir ihn steuern müssen. Wie bereits erwähnt lohnt es sich allerdings deutlich mehr, den Charakter kurz arbeiten zu lassen, als am Stück. Ist man allerdings auf jeden Fall verhindert, ist weniger Geld immer noch besser als gar kein Geld.

Erstmal Geldverdienen: Knapp 1,3k Scheine lassen sich so  in 24h verdienen

Geld verdienen ist die eine Sache, Geld ausgeben die andere: Porno-Drehs müssen finanziert, Studios gegründet und eingerichtet, neue Klamotten gekauft und Missions-, Fähigkeits-, und Arbeitsbooster gekauft werden. Teilweise werden mit den Kleidern die Charakterpunkte verbessert, die Booster verschaffen dem Charakter einen zeitlichen oder handwerklichen Vorteil. Studios verlangen oft die Booster – Frankos „Eyes Wild Shut“ erfreulicherweise nur die, welche mit Scheinen bezahlt werden können – das ist aber nicht die Regel sondern teilweise sogar die Ausnahme.

Wer ein Studio grünen möchte, zahlt 500 Scheine

Das Studio 
Nach einigen Missionen wird klar: so ganz alleine ist das Spiel eigentlich ganz schön eintönig. Klar, man kann Big Bang Empire auch allein Spielen, aber mit Studio macht es gleich viel mehr Spaß. In einer der ersten Missionen verlangt das Spiel, dass man sich einem Studio anschließt – so geschehen bei uns. Franko schloss sich recht bald Eyes Wild Shut an (ehemals: „Apetube“). Mit Studios eröffnet sich eine ganz neue Perspektive auf das Spiel, die unsere Wertung auch noch einmal komplett über den Haufen geworfen hat.

Mit Freunden aus dem Studio sind Einwegbatterien kein Problem

Mit einem Studio – selbst als pures Mitglied, ohne Leitungsposition – kommt Verantwortung. In Big Bang Empire können sich nicht nur Spieler sondern auch ganze Studios angreifen. Studiokämpfe finden nach Ankündigung am nächsten Tag statt und die Spieler können sich zum Angriff oder der Verteidigung bereit erklären. Da das gegnerische Team natürlich drauf setzen wird, mit voller Manneskraft gegen Angreifer vorzugehen, ist es für das eigene Studio unheimlich wichtig, vollzählig zum Angriff zu erscheinen. Das heißt auch, dass Spieler, die sich lange nicht für eine Verteidigung melden, vom Studio-Besitzer ermahnt und im schlimmsten Fall gekickt werden können. Zwar setzt es dafür beim ersten Mal keine ordentliche Pimp-Schelle, aber eine freundliche Erinnerung, man habe ja auch was von den Studiokämpfen (Geld und Ruhm) ist schon drin.

Ein Ausbau heißt: der nächste Ausbau steht bevor*

Verübeln kann man das den Studiobesitzern nicht, schließlich bringt die Mitgliedschaft in einem Studio dem Spieler viel: mit höherer Popularität des Studio gibt es einen Erfahrungsboost für die Mitglieder bei Missionen. Je höher die Motivation im Studio, umso mehr Scheine gibt es für unseren Franko bei Missionen.

Die Punkte Popularität, Motivation, Ausstattung und das Studio selbst können mit Hilfe von Scheinen und Diamanten erweitert werden. Während man die Scheine verdienen kann, müssen die Diamanten gekauft werden. Etwa durch Missionen oder Erfolge erhaltene Diamanten könne nicht gespendet werden. Studios sind aber darauf angewiesen, dass sie ausgebaut werden und somit auch das Geld ins Studio fließt – was automatisch auch heißt, dass echtes Geld in die Taschen der Entwickler fließt. Am Anfang hatten wir der Transparenz wegen im Studio erwähnt, dass wir von der Games Group ein paar Diamanten erwarten und natürlich auch auch etwas spenden werden.

Der Ausbau will bezahlt werden

Solche Spenden werden im Studio auch sehr gerne gesehen und teils per Mail erbeten, schließlich sind nicht nur die Skillungen irgendwann teuer, sonder auch die Einrichtung. Um das Studio weiter ausbauen und somit mehr Mitglieder im Studio aufnehmen zu können, sind von Stufe 18 auf 19 beispielsweise 700 Diamanten und 36.000 Scheine notwendig. Hier zeigen sich eindeutig zwei sehr wichtige Sachen: jeder Platz im Studio ist teuer gewesen, man darf sich also glücklich schätzen, wenn man aufgenommen wird. Es ist somit auch nicht verwunderlich, dass man zu nächst einmal zur Probe ins Studio darf und sich beispielsweise 6 Tage bewähren muss. Des Weiteren lernen wir, dass das Big Bang Empire zwar kostenlos sein kann, aber – vor allem wenn man es langfristig spielen möchte, Geld kosten wird. Eyes Wild Shut besteht beispielsweise darauf, dass der Spieler Wurfwaffen trägt – die mit Diamanten bezahlt werden müssen.

Von der Studio-Chefin gibt es hilfreiche Tipps*

Gleichzeitig bringen Studios viel für den Spieler mit: wir hätten Franko wahrscheinlich mittlerweile auf Stufe 100 gelevelt, hätte die Studio Chefin Lady Estelle nicht dazwischengefunkt und die Spielmechanismen erklärt. Zwischen Studiokämpfen und Scheinen gibt es auch noch die Zwischenmenschliche Note: Spieler werden bei Eintritt begrüßt, es wird sich In und Out of Charakter unterhalten, erwischt einen im realen Leben beispielsweise eine Grippe, gibt es Tipps, um die Krankheit zu besiegen. Mit der Studio-Mitgliedschaft gewinnt man außerdem Freunde in Big Bang Empire, die einem Einweg-Batterien zur Verfügung stellen. Mit jenen können wie erwähnt Missionen schneller abgeschlossen werden. Gerade bei Eyes Wild Shut funktioniert das super: wenige Augenblicke nach dem unser Franko alle Spieler auf der Freundesliste nach Einweg-Batterien gefragt hat, landen diese in der Schreibtisch-Schublade. Und – oh Wunder – diese müssen sogar nicht mit Diamanten bezahlt werden. Das Studio-Leben selbst ist in besagter Produktionsschmiede sehr angenehm. Ein wenig kommt das Gefühl, einem Pimp unterstellt zu sein, schon auf: hat man mal vergessen, Wurf-Waffen zu ersetzen, kann man drauf wetten, dass die über einen wachende Chefin nachhakt, was da bei einem los ist. Bezogen darauf, dass man einen kostbaren Platz besetzt, den auch jemand mit Wurfwaffen besetzen könnte, ist das vollkommen legitim. Studios stehen in Konkurrenz auf der Tabellen-Position und müssen sich gegem die anderen behaupten. Studios brauchen somit fähige „Darsteller“, die entsprechend ausgerüstet sind. Als Studio-Mitglied muss man ein Teamplayer sein und sich an die Regeln halten, die das Studio vorgibt. Ist man damit nicht einverstanden sollte man entweder das Studio wechseln oder noch besser das Spiel beenden.

Durch Einwegbatterien wird die Missionszeit teils drastisch gekürzt

Gleichzeitig haben wir in den vergangenen Wochen schon Mitglieder kommen aber auch gehen sehen: ist man nicht aktiv, ohne Abmeldung, so wird man – nicht ohne Vorwarnung – aus dem Studio geworfen. Zur aktuellen Fassenacht bat das Studio beispielsweise um eine Abwesenheits-Benachrichtigung – um die Kämpfe richtig auswählen zu können. Hinter Big Bang Empire steckt eben mehr als nur ein flaches Erotikspiel – es handelt sich, vor allem wenn man ein Studio besitzt, um ein knallhartes Strategiespiel, dass sobald man etwas an Verantwortung übernimmt, auch ordentlich Freizeit kosten kann.

Missionen müssen nicht immer glattlaufen

Die Filme
Neben Missionen, Kämpfen dreht man in Big Bang Empire auch streifen. Hierfür wählt man zunächst ein Set aus, bestimmt den Filmtitel und bestimmt das Cover-Design. Auf mehr (beispielsweise Szenen-Auswahl!) hat der Spieler keinen Einfluss. Danach gilt es, den Film vorran zu treiben. Dies geschieht origneller Weise über Missionen: anfangs muss man 800 Prozent Energie verbrauchen, eine bestimmte Anzahl Zeitmissionen begehen und Hotelwäsche aufsammeln.

Frank dreht fleißig Pornos

Die Erfolge
Nebenbei kann der Spieler über Erfolge noch weitere Belohnungen einkassieren: ihr habt beispielsweise 5.000 Scheine an einem Tag rausgehauen? Big Bang Empire belohnt den Spieler  gleich mit 6 kostenlosen Charakterpunkten. Bei Erfolgen, die besonders viel Zeit in Anspruch nehmen, fallen sogar mal Diamanten ab – im höchsten Fall bisher 40. Nicht alle dieser Erfolge können im Single Player gelöst werden: 25 gewonnene Studiokämpfe sind nicht ohne eine solches möglich. Anfangs hagelt es noch Erfolge, diese werden im späteren Verlauf des Spieles aber ständig seltener – dafür überraschender.

Belohnung: wir kriegen einen kostenlosen Gegenstand

Die IAP,  Verzeihung: Die IBGP
Der nachfolgende Abschnitt wird sehr kritisch klingen. In-App Purchases –  beziehungsweise in diesem Fall In-Browser Game Purchases – sind nicht mehr aus der Spielelandschaft wegzudenken. In gewisser Weise sind wir hier auch schon etwas abgestumpft und abgehärtet. Dass heißt allerdings nicht, dass wir den Punkt weniger kritisch angehen werden, als wir es bei vergleichbaren Spielen – wie etwa Minion Rush – getan haben. Wie man Diamanten kauft, haben wir an dieser Stelle erklärt.

Darfs ein bisschen mehr sein?



Um in Big Bang Empire weiter zukommen, kann man wie bereits erwähnt auch richtiges Geld investieren. Auch wenn einen das Spiel öfter mit Diamanten belohnt: wirklich coole Items, Cover, Filmchen etc. gibt es erst mit Diamanten – und die kostenlosen sind immer ganz schön schnell weg. Ihr wollt weiter gegen andere Mitspieler kämpfen? Das kostet entweder Zeit oder Diamanten. Eure Missions-Energie (das Standvermögen möchte man meinen) ist leer? Mit ein bisschen In-Game Währung steht er, also der Charakter natürlich, wieder.

30 Diamanten für 8 Minuten versus…

 

4 Donuts für 8 Stunden!

Die Preise verhalten sich auf den ersten Blick normal, sind aber deutlich günstiger, als beispielsweise bei Simpsons Tapped Out: für 99 Euro bekommt man bei den gelben Bewohnern Springfields gerade ma 2.400 Donuts, während es bei Big Bang Empire 20.000 Diamanten regnet. Apu rückt 60 Donuts für 4,99 raus, während man beim örtlichen Schmuckgeschäft bereits 500 Diamanten erhält. Gleichzeitig kosten die Aktionen (Beschleunigen etc.) in Big Bang Empire teils deutlich mehr, als wenn man Homer anweist, gefälligst schneller im braunen Haus fernzusehen. Während bei Simpsons Tapped Out 20.000 Donuts etwa 1 1/2 Jahre reichen, dürfte hier der Vorrat schneller zu Ende gehen.

Energie aufladen: per Dias oder Scheinen

Wie eingangs erwähnt haben wir von EGG 2.000 Diamanten bekommen – und noch mal selbst für 5 Euro welche nachgekauft. Trotzdem geht Franko der Arsch auf Grundeis! Die sind ja bald leer! Diese
Diamanten kann man praktisch überall ausgeben, wo es einen Button zum
anklicken gibt. Neue Gegner? Kein Problem – einfach ein paar Diamanten. Ihr wollt nicht per Hand die besten Missionen suchen? Dann aktiviert man den Jagd-Instinkt, der das für einen übernimmt – und genau eine Stunde gilt, allerdings auch 19 Diamanten kostet. Euer Charakter sieht nicht mehr hübsch aus? Kein Problem: mit Diamanten kann man auch das lösen. Ihr wollt eure Wäsche besonders schick umnähen? Für einen 10er Bündel Dias ist das im Hand umdrehen geschafft.

Big Bang Empire: Für 80 Dias gibt es volle Energie

Dazu kommt die Angewohnheit von Big Bang Empire, die kostenpflichtigen Punkte besonders hervorzuheben: da blitzt das Plus der Diamanten funkelnd auf, als wolle es sagen: „Los, investiere noch etwas mehr in mich! Gib etwas mehr Geld aus! Dann gibt’s auch Pizza.“

Geld fließt in die Entwicklung, um Bugs auszumerzen

Damit soll nicht gesagt werden, dass Big Bang Empire kein Geld kosten darf. Ganz im Gegenteil: Entwickler, Werbung und Bürofläche müssen bezahlt werden und niemand entwickelt gerne großartige Spiele für einen Klopfer auf die Schulter oder Like auf Facebook. Aber heißt das, dass das Spiel noch Wochen (!) nach dem ersten Spieltag durch das Glänzen des Diamanten-Plus darauf hinweisen muss, dass man hier auch gern echtes Geld ausgeben darf? Nein. Diese Art der Hervorhebung bringt Spieler eher dazu, das Pay-Fenster zu meiden.

Aufmerksamkeit: Die Dias wollen gesehen werden

Kann man diesen Punkt für Spieler angenehmer gestalten? Schwierig. Mit den blinkenden Items werden die Spieler angespornt Geld auszugeben und das wird wahrscheinlich für die Entwickler gut genug funktionieren um nichts an der Situation zu ändern. Die Frage, wie viel Frustration die Spieler ertragen, bevor sie Big Bang Empire schließen, bleibt natürlich.

Hier hat jemand ordentlich in die Tasche gegriffen

Die nächste Frage, die für die Nerdbench auf dem Plan steht: spielen wir nach den verbleibenden Diamanten weiter? Wenn ja: mit Geld? Wahrscheinlich macht Big Bang Empire auch ohne gekaufte Währung Spaß. Nur eben nicht so viel wie mit.

Der Office-Mode
Big Bang Empire allerdings hat einen besonderen Nachteil, der diese Entscheidung noch etwas schwerer macht: das Erscheinungsbild. Wir erinnern uns alle an Moorhuhn und die Möglichkeit, mit einer Taste die Landschaft verschwinden und ein Office-Dokument erscheinen zu lassen. Genau diese Möglichkeit fehlt Big Bang Empire – und das macht das Spiel langfristig als Mensch, der gerne rausgeht, in der Uni nicht in der letzten Reihe sitzt oder das Game während dem Lernen in der Bibliothek zockt unspielbar. Man kann durch die leichtbekleidete Dame am linken Fernsehrand Big Bang Empire nicht einfach in der Öffentlichkeit spielen, ohne auf das – Zitat – „Porno Spiel da“ angesprochen zu werden.

Big Bang Empire: Spielen in der Öffentlichkeit?

Anders als beispielsweise bei Hero Zero sind die Grafiken zwar auch schön anzusehen (da wirklich liebevoll gestaltet!), aber nicht unbedingt Safe for Work. Wir sehen zwar nur kleine Anzüglichkeiten, das reicht aber schon um seltsame Blicke zu kassieren. Ein komplettes zweites Game-Design (beispielweise in Schwarz/Weiß!) dürfte ziemlich teuer für das Studio sein – ermöglicht es aber, das Spiel öfter, intensiver zu spielen – oder mit anderen Worten, für die Entscheidungsträger verständlicher: ein komplettes zweites Spieldesign lässt die Spieler mehr Zeit (längere Anzeige von Werbung) und Geld (Geld!) in Big Bang Empire investieren.

Der Screen zieht immer Aufmerksamkeit auf sich

Die Gratis-Dias
Man kennt sie aus anderen Spielen: Gratis-Premiumwährung, die über Partnerangebote realisiert wird. Im Falle von Big Bang Empire heißt das: wir müssen unsere realen Daten, unter anderem die Adresse, bei Gewinnspielen angeben. Das ist in unseren Augen zu viel für 100 gratis Diamanten, weswegen wir noch kein solches Angebot angenommen haben. Minion Rush oder ähnliche Spiele lösen das besser, in dem sie Partner-Games vorschlagen, für die man – deutlich weniger! – Gratis-Währung erhält.

Mit Adblocker: keine Angebote
Ohne Adblocker sieht man Angebote zu Gratis-Dias

 

Die Sicherheit
Big Bang Empire merkt direkt, wenn euer Account an zwei Stellen eingeloggt ist. Der Nutzer muss dann den Browser neuladen. Das Spiel setzt erfreulicherweise direkt wieder dort an, wo man aufgehört hat. Nach einer gewissen Zeit ohne Aktivität wird der Spieler automatisch ausgeloggt, ohne dass beim nächsten Login die E-Mail-Adresse angezeigt wird. Für den Datenschutz geben wir somit eindeutig einen Daumen nach oben. Wir haben natürlich Ghostery laufen, dass im Falle von Big Bang Empire DoubleClick, Facebook Connect, Google Analytics, Google+ Plattform und den Twitter Button blockt. Erfreulicherweise lassen sich (kaum) Einschränkungen mit Adblocker spüren: Dias können wir mit Adblocker nicht nachkaufen.Videos, um die Zeit zu verkürzen, stehen derzeit nicht zur Verfügung und die kostenlosen Diamanten-Angebote wirken wenig einladen.

 

Wir müsesn den Browser neuladen


Das Fazit
Liebe Entwickler, investiert das durch Werbung und IBGP erhobene Geld in Android, iOS und Windows Phone Programmierer. Solltet ihr sparen müssen, lasst die Windows Phone Menschen weg. Entwickelt aus Big Bang Empire eine App, die sich genauso schön spielen lässt, wie die Web-Version. Mit Big Bang Empire habt ihr endlich mal kein strohdoofes Erotikspiel sondern eine knallharte Strategie Simulation mit Mortal Kombat-Flair auf die Beine gestellt. Wenn man jetzt noch das drakonische Geldausgeb-Schwert, das gefühlt ständig über einem kreist, entfernt, kann aus der Sache ein richtig rundes Spielerlebnis werden.

Wir arbeiten uns nach vorne: Level 21 gehört uns!
Es ist leider nicht von der Hand zuweisen, dass man nach einer gewissen Zeit mit Big Bang Empire frustriert ist: die ständigen Steilvorlagen, Diamanten und somit langfristig Geld auszugeben nehmen nicht nur den Testern, sondern auch den allgemeinen Spielern die Lust auf das Game. Wir lesen nicht nur einmal Spieler, die über die Preise und Regelungen bezüglich der Ausgaben von Diamanten für das Studio stöhnen. Durch den regelmäßigen finanziellen Aufwand kann aus dem Spielerlebnis schnell eine unangenehme Situation zwischen Spielern entstehen, schließlich hat man Geld in die jetzige Lage investiert – und wer möchte schon seine Investition dahin rotten sehen?
Franko wartet noch auf einen echten Hit

 

Für zukünftige Spielerevisions wünschen wir uns den oben angesprochenen Office-Mode, um Big Bang Empire auch in der Öffentlichkeit spielen zu können. Es wird die Entwickler auch sicher nicht arm machen, wenn im Spiel erwirtschaftete Diamanten für die Studio-Kasse gespendet werden können: so viele kommen dabei nicht rum – und Wurfwaffen wollen ja auch noch bezahlt werden. Ein Beispiel darf sich Big Bang Empire gern an Simpsons Tapped Out nehmen: hier gibt es eine Möglichkeit, die Donut-Ausgabe mit einer Nachfrage zu schützen. Hätte man bei Big Bang Empire die Möglichkeit, eine Nachfrage zu aktivieren, ob wir wirklich Donuts ausgeben möchten: Franko würde direkt davon Gebrauch machen.
Manchmal gibt es auch kostenlose Diamanten für Umfrage

Big Bang Empire macht unheimlich viel Spaß: seit mehr als einem Monat sind wir fleißig am Filme drehen, Skills hochjagen und Gegner in die letzte Gasse prügeln. Wer einen eigenen Blick auf das Game werfen möchte, für den kann die Karriere hier beginnen. Das Pornbiz ist allerdings nicht zu verachten und die Reise an die Spitze der Charts auch nicht. Ohne Fleiß, kein Preis und somit: Action! 

* Die betreffenden Mitglieder wurden um Erlaubnis gebeten, Nachrichten samt Name abzudrucken. Andere Mitglieder wurden ausgegraut.

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Über den Autor
Timm Mohn
Schreib- und Technikbegeistert. Freut sich über innovative Technik, kann Budget Smartphones nur bedingt ausstehen - WiFi Gadgets, wie die GoPro, umso mehr. Gründer von Nerdbench.com