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SJCAM SJ4000 WiFi im Test: Endlich mal ein guter GoPro Klon!
Review

SJCAM SJ4000 WiFi im Test: Endlich mal ein guter GoPro Klon!

von 26. Januar 2015
 Im letzten Sommer hat die Nerdbench sich die GoPro Hero 3+ vorgenommen und ausführlich getestet. Die WiFi Action Kamera konnte auf ganzer Linie überzeugen: egal ob nachts, tags oder im Wasser unterwegs sind: die Gopro meisterte alles. Mit der G3 oder auch der SJ6000 haben wir zwischenzeitig schon einige Kopien der GoPro getestet. Seit geraumer Zeit gab es allerdings bereits einen besseren Klon, der nun endlich die Redaktion erreicht hat: die SJ4000 von SJCAM. Ob SJ4000 wirklich keine Bruchlandung hinlegt, erfahrt ihr nach dem Break.

Nerdbench bedankt sich bei Merimobiles für die Bereitstellung der SJCAM SJ4000
Der Lieferumfang
Neben dem billigen Preis sind die vielen Zubehörteile, die SJCAM der Kamera mitliefert, ein weiteres Pro Argument für den China-Klon: unter anderem finden wir hier eine Fahrrad-Halterung, die auf Amazon sonst etwa 12 Euro kostet. Vergleicht man den Lieferumfang mit der GoPro fehlt uns eigentlich nur die WiFi Fernbedienung, die leider noch kein Klon mit geliefert hat. Darüber hinaus finden wir die typischen Adapter, ein Putztuch für die Linse, ein Handbuch (in unter anderem deutscher Sprache!) sowie ein USB Kabel, um die SJ4000 zu laden. Der Hersteller legt auch ein EU Netzbeil bei. Einzig eine SD Karte muss der Kunde dazu kaufen.

SJ4000: In der kompakten Verpackung…

 

… steckt viel drin

 


Die Technik
Die SJ4000 ist sehr schlank: ohne Hülle aber mit Akku wiegt die Kamera gerade mal 58 Gramm – das ist sogar weniger als die GoPro. Um die SJ4000 an den Fernseher zuschließen gibt es an der linken Seite einen MiniHDMI Port, dort findet auch die MicroSD Karte ihren Platz. Leider sind die Anschlüsse nicht von einer Hülle geschützt. Um die SJ4000 zuladen oder Daten auszulesen verbaut der Hersteller hier auch den MicroUSB Port. Auf der rechten Seite befinden sich zwei Buttons: der obere dient als WiFi Button: hiermit können wir den WLAN Chip aktivieren und mit einem Smartphone verbinden. Wird er länger gedrückt aktiviert man den digitalen Zoom. Im Menü werden beide Tasten für die Up/Down Navigation genutzt.

 

SJ4000: Die Front

 

SJ4000: HDMI und USB Port

 

SJ4000: Das LCD sowie LEDs

 

SJ4000: WLAN und Zoom Button

 

Auf der Vorderseite fällt uns sofort das Objektiv ins Auge. Die SJ4000 verfügt über einen 12 Megapixel CMOS Sensor. Das Objektiv hat einem Blickwinkel von 170 Grad und kann mit einer Lichtstärke von F2,8 überzeugen. Wer nun an die GoPro Hero 3+ zurück denkt wird bemerken, dass sich diese Daten zu 100 % gleichen. Allerdings verbaut SJCAM einen Aptina0330 Chip, während die GoPro auf einen Sony IMX117 Chip setzt. Der Akku kann auf der Unterseite entfernt und gegen einen neuen ausgetauscht werden. Wie beim Vorbild verzichtet SJCAM auf eine Einlassung für die Stativschraube, weswegen die SJ4000 nur mit Gehäuse auf einem solchen genutzt werden kann.
SJ4000: Die Oberseite / Der Record-Button

 

SJ4000: Der Akku-Deckel

 

SJ4000: Der Akku lässt sich wechseln

 

SJ4000: Im Betrieb

Auf der Vorderseite findet sich noch der Powerbutton, der auch als Mode-Button dienen kann, um zwischen den verschiedenen Modi der SJ4000 zu wechseln. Es ist nicht möglich, Aufnahmen ohne SD Karte zu erstellen. Damit es keine unschönen Störungen gibt, sollte der Nutzer auf mindestens eine Class 10 SD Karte zurück greifen. Die Rückseite wird vom 1,5 Zoll Bildschirm geprägt. Jener kann dazu dienen, die Einstellungen zu ändern oder aber den aktuellen Aufnahme-Ausschnitt zu kontrollieren. Die SJ4000 speichert die Filme im MOV Format.


Der erste Eindruck
Die SJ4000 macht direkt einen sehr positiven Eindruck: im Gegensatz zu den anderen Klonen wirkt sie hochwertig, fast schon elegant. Vor allem die Beschichtung der Vorderseite trägt dazu bei. Leider gibt es an der Vorderseite auch schon den ersten negativen Eindruck: der Powerbutton lässt sich nur schwer bis gar nicht drücken. Scheinbar haben wir na dieser Stelle ein Montagsgerät erhalten, den nach kurzer Absprache mit Metropolitan Monkey tritt dieser Fehler nicht bei allen SJ4000ern auf. Die Nerdbench gibt natürlich nicht so schnell auf: wir haben die Vorderseite entfernt und Papier hinein geklebt, wodurch der Powerbutton sich zwar nicht perfekt, aber wenigstens besser drücken lässt.
Die Taste ist schwergängig

 

Mit Papier fixen wir das Problem

Das Gehäuse
Durch das Gehäuse ist die SJ4000 bis einer Wassertiefe von 30 Metern Wasserdicht, tiefer sollte man allerdings nicht gehen. Die Kamera sitzt fest im Gehäuse und wackelt nicht umher. Am Boden des Gehäuse befindet sich die typische Halterung, wie man sie von Action-Kameras kennt. Dort können wir nicht nur das Zubehör der SJ4000 einhaken, sondern auch unsere GoPole. Im Gegensatz zur G3, deren Verschlussmechanismus bei uns nicht sonderlich auf Gegenliebe gestoßen ist, stellt uns die SJ4000 zufrieden: die Kamera lässt sich spielend leicht verschließe und wieder öffnen, ohne das uns die Abdeckung um die Ohren fliegt. Um die Buttons auch im Gehäuse zu drücken, sind an den entsprechenden Stellen die nötigen Verlängerungen angebracht worden. Diese sind anfangs etwas schwergängig, nach dem ersten Tag lässt sich die SJ4000 aber sehr gut bedienen.

SJ4000: Unter Wasser

Die Bedienung
Die Fronttaste schaltet die SJ4000 ein. Mit jener ist es aber auch möglich,  die verschiedenen Modi durchzuschalten: Video, Foto, Galerie (Foto sowie Video) Einstellungen. Wie bereits erwähnt, wird obere Button auf der rechten Seite genutzt, um WiFi ein bzw. auszuschalten. Der untere dient für den digitalen Zoom.

Das Menü ist leicht verständlich aufgebaut

Um eine Aufnahme zu starten betätigt der Nutzer den Button auf der Oberseite. Es ist mit Hilfe der Nav-Keys möglich, Datum und weitere Einstellungen direkt an der Kamera vorzunehmen. Zu empfehlen ist das aber nicht: beispielsweise das WLAN Passort über Up/Down einzugeben gestaltet sich mehr als nervig. Glücklicherweise lassen sich die meisten Einstellungen auch über die App vornehmen. „Die meisten“ deswegen, weil beispielsweise die Aufnahme Drehung beispielsweise nur über die App möglich ist.

 


Der Ton
Um Videoaufnahmen mit Ton auszustatten, befindet sich natürlich auch ein Mikrofon an Bord. Mit der Wasserdichten Rückseite ist der Ton zwangsläufig allerdings eher dumpf bis nicht vorhanden. Wer auf Ton bei seinen Aufnahmen nicht verzichten möchte, kann die Backdoor mit Löchern nutzen. Damit wird der Ton etwas besser, aber seien wir ehrlich: auf den Ton kommt es bei Action-Kamera Aufnahmen meist sowieso nicht an.
Im Case kommt kaum Ton durch

Das Bild
Im Gegensatz zu den billigeren Kopien kann die SJ4000 hier überzeugen: dank leistungsstarken Chip werden die Aufnahmen sehr gut. Zwar hinkt die Qualität immer noch dem Sensor der GoPro hinterher, verstecken muss sich die SJ4000 beim gebotenen Preis/Leistungsverhältnis allerdings auch nicht. In unserem bald folgenden Video-Review können Aufnahmen bei Tag und Nacht betrachtet werden. Die Werkseinstellungen sehen vor, dass aufgenommene Clips nach 2 Minuten unterbrochen und eine neue Datei angefangen wird. Wahrscheinlich soll so sicher gestellt werden, dass Dateien nicht verloren gehen. Wir haben die Funktion allerdings deaktiviert.

SJCAM SJ4000 Sample Pic: Indoor

 

SJCAM SJ4000 Sample Pic: Indoor

 

SJCAM SJ4000 Sample Pic: Night

 

SJCAM SJ4000 Sample Pic: Night

 

SJCAM SJ4000 Sample Pic: Indoor, Club

 

SJCAM SJ4000 Sample Pic: Outdoor

 

SJCAM SJ4000 Sample Pic: Indoor

 

SJCAM SJ4000 Sample Pic: Outdoor

Wir waren natürlich auch mit der SJ4000 als Foto-Kamera unterwegs. Bedingt durch das winterlichte Wetter sind die Aufnahmen allerdings nicht so schön hell geworden, wie man es sonst von Action-Kamera Beispielaufnahmen gewöhnt ist. Wir holen das nach – aktuell ist die Kamera im Ski-Urlaub.

Die SJ4000 kann das Bild auch..

 

… umdrehen

 

 
Die Akkulaufzeit
Der 900 mAh Akku ist etwas schwächer als beim GoPro-Vorbild und reicht im Test etwa eine Stunde für Daueraufnahmen aus. Im Test haben wir etwa 120 Bilder geschossen, bevor der SJ4000 der Saft ausging. Nutzt man das WiFi Modul der Kamera bricht die Akkulaufzeit etwas ein: nach 40 Minuten ist mit verbundenem Smartphone Schluss. Die Werkseinstellungen sehen vor, dass sich das Display nach drei Minuten ausschaltet. Wir haben diese Einstellungen auf 5 Minuten angehobenLeider schaltet sich das Display automatisch ein, wenn man die Kamera laden möchte – eine LED für den Ladeprozess hätte es auch getan. Ist die SJ4000 nach etwa 3 Stunden wieder vollständig aufgeladen, erlischt die rote Lade-LED. Selbstverständlich kann die SJ4000 auch während dem Ladevorgang genutzt werden. Dieser Umstand ist beispielsweise für User praktisch, die die Kamera gern als Dash-Cam einsetzen möchten.
Das Display
Eine Besonderheit ist sicherlich das Display der SJ4000: zwar etwas kleiner, als wir es von der SJ6000 kennen, dafür aber mit satten Farben. Das 1,5 Zoll Display dient zur die Kontrolle der aktuellen Aufnahme. Die Blickwinkel sind – vorallem mit Blick auf den Nachfolgern: in Ordnung. Man bemerkt eine leichte Verfälschung der Farben, jene ist aber beiweitem nicht so schlimm wie im Fall der SJ5000+.

 

 
Die Smartphone Anbindung
Über WiFi lässt sich die SJ4000 mit dem Smartphone verbinden. Die App dazu versprüht etwas GoPro Charme, sieht man einmal von den Einstellungen ab. Die Bedienungs-Elemente verschwinden nach einer Zeit, sodass man freie Sicht auf die Aufnahme hat. Uns gefällt, dass die Vorschau nicht so verpixelt ist, wie es bei der SJ6000 der Fall war. Mit der Firmware vom 4.12 hatten wir Probleme mit dem Foto-Modus: wollten wir in jenen wechseln wurde das Bild schwarz und wir mussten die Kamera resetten. Nach einem Update auf die aktuelle Firmware vom 30.12 ist dieses Problem behoben und auch der Foto Modus läuft super.

SJ4000: Verbindung mit der App

Über die Einstellungen lassen sich beispielsweise das Datum, das WiFi Passwort und dessen Name ändern. Wie bereits erwähnt lässt sich leider die Ausrichtung der Aufnahme nicht per App einstellen.

Das Zubehör
Die SJ4000 bringt schon ordentlich was an Zubehör mit, darüber hinaus sind aber keine Grenzen gesetzt: wir haben uns letztes Jahr bereits die GoPole, ein POV Stativ, angeschaut. Dank passendem Adapter-Stück ist es kein Problem, jene Stange mit der SJ4000 zu verwenden.

 

Die GoPole: kompatibel zur SJ4000

Auch der original Tripod Adapter der GoPro funktioniert ohne Probleme. Mit jenem kann die SJ4000 beispielsweise in Verbindung mit dem Joby Gright Tight an Bäume, Säulen oder ähnliches gehangen werden. Aufnahmen aus der Luft sind damit kein Problem.

Mit dem Gright Tight am Baum: SJ4000

 

Erst letzte Woche hat die Nerdbench ein ganzes Set an Zubehör aus dem 3D Drucker erhalten: wer gerne Aufnahmen nach vorne und hinten macht oder seine Kameras vergleichen will, dürfte sich über das Doppel-Staitv freuen. In die Erde kann die SJ4000 mit einem Spike gesteckt werden. Wem das Joby Stativ zu viel Platz in der Tasche weg nimmt, greift stattdessen zu einem Mini-Tripod aus dem 3D Drucker.
SJ4000: Mit Spike in der Erde

 

SJ4000: Auf Mini-Tripod

 


Die Versionen
Die SJ4000 gibt es in unterschiedlichen Versionen: uns liegt die etwa 100 Euro teure WiFi Version vor. Wer auf die drahtlose Verbindung verzichten kann, greift stattdessen zur billigeren Variante ohne WLAN: für ungefähr 70 Euro gibt es die Kamera ohne Konnektivität. Allein für die Einstellungen lohnt sich die WiFi Variante allerdings.
Das Fazit
Nachdem wir bisher sämtliche GoPro Klone durch die Bank weg kritisiert haben, beweist die SJCAM SJ4000, dass es auch anders geht: das gebotene Preis/Leistungsverhältnis ist beispiellos. Erfreulicherweise läuft die Kamera mit dem neusten Update soweit auch Bug- und Fehlerfrei. Wir konnten keine Reboots oder ähnliches feststellen (ganz im Gegensatz zur SJ5000+!). Wer eine billige Alternative zur GoPro mit WiFi und Bildschirm sucht, ist bei der SJCAM SJ400 genau richtig. Die WiFi Version ist aktuell bei Merimobiles für 84,43 Euro erhältlich. Etwas über 12 Euro kann der Nutzer sparen, wenn er stattdessen die Version ohne WiFi kauft.
Setzt noch kein Moos an: Die SJ4000 von SJCAM
Positives

Schickes Design
Gute App-Struktur
Flüssige WiFi Übertragung
Leicht

Negatives

Nicht mit verschiedenen Videoschnitt Programmen kompatibel
VIele Fakes

Bewertung
Unsere Bewertung
Technik
8.0
Akkulaufzeit
7.5
Bildschirm
8.0
Betriebssystem
7.0
Performance
7.5
Konnektivität
8.5
Design
9.0
Ton
7.0
Zubehör
10
Preis
9.5
Preis-Leistungsverhältnis
9.0
Fazit

Wer gerne in den Action Cam Markt einsteigen möchte, ist bei der SJCAM SJ4000 gut beraten: die Kamera ist billig und leistet trotzdem viel. Die Qualitätsstreuung scheint groß zu sein.

8.1
Unsere Bewertung
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Über den Autor
Timm Mohn
Schreib- und Technikbegeistert. Freut sich über innovative Technik, kann Budget Smartphones nur bedingt ausstehen - WiFi Gadgets, wie die GoPro, umso mehr. Gründer von Nerdbench.com