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Smartwatch Dschungel: Welche soll es sein?

Smartwatch Dschungel: Welche soll es sein?

von Timm Mohn27. November 2014
In den vergangenen Wochen haben wir etliche Smartwatches getestet: egal ob Farb- oder Schwarz-Weiß Display, mit oder ohne Lautsprecher – alle Exemplare haben Vor- und teilweise gravierende Nachteile. Wir nehmen uns heute jedes einzelne Testkriterium vor und wählen den Sieger zwischen MyKronoz ZeNano, Sony Smartwatch 2 (SSW2) und Pebble. Welche der drei Kandidaten siegt, erfahrt ihr nach dem Break.

Das Display
Obwohl die Pebble einzige Uhr ohne Farb-Darstellung ist, könnte die Kickstarter Smartwatch diese Kategorie gewinnen: dank E-Link Display kann das Watchface stets abgelesen werden – mit oder ohne Lichtquelle im Hintergrund. Auch muss die Darstellung nicht wie bei der ZeNano erst manuell aktiviert werden. Gleichzeitig zeigt sich nach einiger Zeit am Arm immer wieder ein unschönes Backround Bleeding bei der Pebble. Die SSW2 kann dank Touchscreen auch über das Display gesteuert werden. Ausgestochen durch das Backround Bleeding der Pebble gewinnt diese Kategorie die SSW2

Alle Touchscreen-Geräte haben mit Fingerabdrücken zu kämpfen  – so auch die SSW2
Die Akkulaufzeit
Während der MyKronoz bereits nach 2 ½ Tagen die Puste ausgeht hält die SSW2 zwar noch einen Tag länger durch – aber auch diese Kategorie gewinnt die Pebble: mit fünf bis sechs Tagen am Stück – ohne Bluetooth sogar nochmal deutlich mehr – lässt die Smartwatch Pebble alle hinter sich zurück. Diese Kategorie gewinnt eindeutig die Pebble.
Die Akkulaufzeit der Pebble ist im Vergleich zu den Konkurrenten bombastisch 
Die Anwendungen
Trotz massigem Speicherplatz kann man auf der MyKronoz keine weiteren Apps installieren. Obwohl die SSW2 mit sehr viel weniger internem Speicherplatz auskommen muss, bieten Dritt-Hersteller sowie Sony selbst sinnvolle Erweiterungen für die Smartwatch von Sony an – teilweise sind diese allerdings kostenpflicht. Ein ähnliches Bild ergibt sich auch bei der Pebble, allerdings hat die Kickstarter Smartwatch eine riesige Community, welche auch Smartphone Hits wie Flappy Bird für die Smartwatch portiert. Auf der Plus Seite der SSW2 kann allerdings der Touchscreen punkten, was die Nutzung mancher Apps sehr viel einfacher gestaltet, als auf der Pebble. SSW2 und Pebble müssen sich auch diesen Punkt teilen.

Egal ob Spiel oder Anwendung: für die Pebble gibt es alles
Die Extras
Schrittzähler? Kein Problem für die MyKronoz – jedenfalls auf dem Papier. Dieser ist in unserem Test leider viel zu ungenau und deshalb unbrauchbar. Dafür ist die ZeNano die einzige Uhr im Test, welche neben Anrufen annehmen, diese auch führen kann. SSW2 und Pebble müssen hiervor kapitulieren und somit gewinnt diese Kategorie die MyKronoz ZeNano. „Kitt, ich brauch dich!“

Mit der MyKronoz lässt es sich bequem telefonieren
Die Performance
Alle drei Geräte sind keine Raketen, wenn es um Power geht: Sowohl die Sony Smartwatch 2, Pebble als auch ZeNano haben stromsparende Prozessoren, die vor allem die Akkulaufzeit im Hinterkopf haben. Gleichzeitig versucht die SSW2 mit nützlichen Erweiterungen wie der Kamera-Vorschau, alles aus dem Prozessor heraus zu holen, was möglich ist. Unserer Meinung nach, versucht es die SSW2 etwas zu sehr, weswegen dem Nutzer oftmals der schwache Prozessor bewusst wird. Die Pebble hingegen gibt sich weniger kraftvoll und versteckt somit ihre geringe Performance.
Während der Bildübertragung legt die SSW2 gern mal eine Denkpause ein…

… die durchaus nicht direkt beim Schließen zu Ende ist. 

Durch immer besser werdende Apps fallen die kleinen Ladepausen der Pebble immer weniger auf. Beispielsweise das Notification –Center für die Pebble: anfangs hing die App beim Aufruf der Benachrichtigung kurz – dies änderte sich mit der neusten Version durch einen cleveren Trick: zwischen Aufruf und Darstellung liegt ein neuer Screen, der den Ladevorgang symbolisiert – dieser ist aber schnell weiter geschaltet und verkürzt somit rein optisch den Vorgang, welcher sicherlich genauso lange dauert wie zu vor – aber durch Bewegung in der Situation eben nicht so langsam wirkt. Der Punkt geht somit an die Pebble, die zwar genauso langsam ist wie die SSW2, dies allerdings besser versteckt.  
Die Bedienung
Der Touchscreen der SSW2 lässt sich gut, aber nicht perfekt bedienen – dazu gibt es noch ein paar Soft-Buttons im Android Stil. Die Pebble verzichtet auf Touch-Eingabe und konzentriert sich auf vier Buttons an den Seiten der Uhr – leider beobachten wir im Langzeit Test, dass die Watchfaces über diese viel zu oft selbständig umgestellt werden. Die MyKronoz fällt ganz ab: der Touchscreen ist nur schwer zu bedienen, sodass einem schnell der Spaß an den smarten Funktionen der Uhr vergeht – vielleicht ist das auch Absicht, um deren Defizite nicht zu schnell aufzudecken. Auch wenn die Bedienung der Pebble nicht fehlerfrei ist, auf Grund der geringen Größe des Touchscreens und der dementsprechend großen Mühe, Dinge auf der SSW2 einzugeben, gewinnt die Pebble diesen Bereich.

Die Steuerungen könnten unterschiedlicher nicht sein
Die Uhr
Keine Stoppuhr, kein Timer: wer auch immer die ZeNano so durch gewunken hat, hat trägt selbst scheinbar keine Uhr. Dazu kommt noch dass bei der ZeNano sowie SSW2 leider keine Möglichkeit gibt, weitere Watchfaces zuinstallieren, während die Pebble eine riesige Community im Rücken hat. Da wir große Fans von Individualisierung sind, gewinnt die Pebble diesen Bereich.

Die Watchfaces sind sehr vielseitig, fehlende Features können nachinstalliert werden 

Das Fazit
In unseren Augen ist die Pebble eindeutig die beste Wahl: die durch Kickstarter finanzierte  Smartwatch ist zwar ausbaufähig, aber schlägt die ebenso sehr gute SSW2 um einige Punkte. Im Grunde sind beide Uhren sehr empfehlenswert, gleichzeitig ist man bei der Pebble durch die Community wesentlich besser beraten. Auf einem verdienten letzten Platz landet die MyKronoz: die  ZeNano können und wollen wir niemanden empfehlen – dieses Stück Technik gehört eindeutig auf Platz 1 unser Flop-Liste 2014. Wie seht ihr das? Was ist eure Top Smartwatch im Jahre 2014 soweit? Schreibt es uns in die Comments! 
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Über den Autor
Timm Mohn
Schreib- und Technikbegeistert. Freut sich über innovative Technik, kann Budget Smartphones nur bedingt ausstehen - WiFi Gadgets, wie die GoPro, umso mehr. Gründer von Nerdbench.com