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Fester Stand für die Smartphone Kamera: Joby GRIP Tight GorillaPod im Review
Review

Fester Stand für die Smartphone Kamera: Joby GRIP Tight GorillaPod im Review

von 15. November 2014
 Im Jahre 2011 sorgte der Film „Olive“ für Schlagzeilen: Dabei handelte es sich um den ersten komplett mit dem Smartphone gedrehten Film. Mit immer besser werdenden Kameras in unseren mobilen Begleitern werden wir sicher noch mehr solcher Filme sehen. Auch Amateure probieren sich zu Sehens an Smartphone Filmen aus. Damit solche Aufnahmen auch gelingen, gibt es seit geraumer Zeit immer mehr Smartphone Stative. Nerdbench hatte die Gelegenheit sich das GorillaPod genauer anzuschauen. Ob  der clevere Stand fürs Smartphone etwas taugt, erfahrt ihr nach dem Break..


Der Nutzen
Jeder hat schon mal ein Foto oder Video mit seinem Smartphone aufgenommen. Mangels optischen Bildstabilisator verwackeln diese Aufnahmen und  Videos wirken unruhig  – das Ergebnis lässt sich kaum seriös präsentieren. Dabei erzeugen die immer stärker werdenden Kameras unserer mobilen Begleiter immer besser Resultate – egal ob in Video oder Foto Form..
Das Joby kommt in einer schlanken Verpackung daher
Der Lieferumfang ist übersichtlich
Um dem Smartphone einen stabilen Stand zu verleihen, haben sich findige Tüftler des Zubehörs der normalen Fotographie bedient und
für Smartphones Stative ausgeklügelt. Oftmals werden diese zum Beispiel durch einen Saugnapf am Display fixiert oder noch unpraktischer: mit einem Clip Mechanismus, der die gesamte Vorderseite einnimmt. Joby löst dies anders: Auch das GorillaPod kommt mit einem Clip daher, allerdings kann dieser an der Rückseite des Gerätes entlang geführt werden, womit die Bedienung des Smartphones problemlos und vor allem ohne Einschränkungen möglich ist.
Drei Smartphones freuen sich auf das GorillaPod

 


Das Konzept
Gleichzeitig verfügt das GorillaPod über sehr flexible Standbeine, die man sich so zu recht biegen kann, wie man das möchte. Theoretisch sind dem Fotographen mit dem mobilen Stativ keine Grenzen mehr gesetzt, das Smartphone oder die Kompakt-Kamera irgendwo anzubringen. Die Beine es Joby Statives sind jeweils etwa 12 Zentimeter lang – dadurch wird klar:  das GorillaPod ist nicht das größte Stativ am Zubehör-Himmel. Aber das muss es auch gar nicht: Ganz kreativ hat die Nerdbench Redaktion das Stativ an unterschiedlichen Stellen in verschiedenen Höhen angebracht um Fotos zu machen. Absolut problemlos war es damit möglich, auch einen 1.90 großen Redakteur in Augenhöhe zu filmen. Dadurch ist es uns endlich möglich, Außenaufnahmen für unsere Reviews ohne großen Aufwand zu realisieren: bisher mussten wir immer unser Slik SL-CXSPRQK BK II stets unterwegs mittragen. Dabei handelt es sich allerdings um einen richtigen Brocken von Stativ: mit einem Kilo gehört das Slik nicht unbedingt zum leichtesten Handgepäck, was sich unsere Redakteure vorstellen können. Gerade wenn man Aufnahmen im Laufe eines Arbeitstages mit vielen unterschiedlichen Stationen machen, stellt sich das Slik-Stativ als sehr unpraktisch heraus. Mit der Hilfe vom GorillaPod gehören Bedenken, das Slik ausversehen irgendwo zu vergessen der Vergangenheit an. Gleichzeitig hätten wir uns von Nerdbench eine kleine Transportbox für das GorillaPod gewünscht.
Außendrehs werden durch das GorillaPod sehr viel einfacher
 

Der erste Eindruck
In der kompakten Verpackung des GorillaPods befindet sich nur das nötigste: ein kleines Anleitungsheft sowie das Stativ selbst. Nehmen wir das Stativ aus der Verpackung fällt Nerdbench direkt auf, dass sich das Stativ sehr wertig anfühlt. Während wir das Stativ das erste Mal aufstellen knackst das GorillaPod zunächst einige Male, bis wir die drei Beine geräuschlos und erstaunlich flexibel bewegen können.
Zwischen diese Halterung wird das Smartphone gespannt
GripTight und GorillaPad werden mit diesem Aufsatz verbunden
Zusammen gesteckt wird der GripTight mit einem Riegel gesichert

 

Mit einem Druck auf den Joby Knopf kann die Halterung wieder gelöst werden
Das Smartphone wird auf der Rückseite eingespannt

Auch die Smartphone Haltung (GripTight genannt) macht einen sehr wertigen Eindruck. Das Smartphone wird zwischen zwei Halteklammern eingespannt, die durch starke Federn zu variieren sind. Wir von Nerdbench sind gespannt, wie sich der Mechanismus im Langzeit-Test schlagen wird.

Auch unsere normale Kamera kann auf dem GorillaPod befestigt werden

Doch nicht nur Smartphones lassen sich auf dem Stativ befestigen: Mithilfe einer 1/4- Zoll Schraube lässt sich zum Beispiel auch unser Camcorder auf dem GorillaPod befestigen.

Der Einsatz
Jeder Bestandteil des Jobys lässt sich beugen, drehen und verstellen. Damit hat der User die Möglichkeit, das Stativ völlig flexibel zu positionieren. Während wir unser Review zum Motorola G drehten (mit dem Smartphone, wohlgemerkt) fiel uns auf, dass sich das Joby weniger für Smartphones eignet, deren Lautsprecher Buttons  sich unterhalb des Einschaltbuttons (auf ein und derselben Seite) befinden: Nerdbench fiel zunächst gar nicht auf, dass wir versehentlich die Volume-Wippe des Gs dauerhaft eingeklemmt hatten. Glücklicherweise trug das G keine Beschädigung davon.
Mit dem Nexus 5 hat das Joby weniger Probleme
Hat man sich diesen Umstand bewusst gemacht, steht dem mobilen Fotografieren nichts mehr im Wege. Egal welches Gerät wir auf das Joby Stativ schnallten: die Fotos wurden scharf; Nerdbench konnte keine Störungen bei Videoaufnahmen ausmachen. Das aufgenommene Bild lässt sich gut in unser anders Filmmaterial einbinden, ohne dass sich die Ruhe im Bild verändert.
Während unseren ersten Versuchen haben wir den Wunderbar-Riegel von allen Seiten beleuchtet

 

Die Position des Stativs lässt sich gut anpassen
Der Bildschirm lässt sich frei bedienen
Erfreulich ist, das unser Nexus 5 selbst mit Hülle auf das Joby-Stativ passt: Unsere Ringke Fusion fügt dem Smartphone noch mal einige Millimeter Umfang hinzu, was sich aber nicht auf die Kompatibilität mit dem GorillaPod auswirkt.  Mit dem Joby im Gepäck können wir ganz einfach spontane Gruppenfotos von der Redaktion machen, ohne dass wir langwierig einen festen Stand in der Nähe suchen und/oder einen Turm aus Notebooks bauen müssen, um die Kamera auf die richtige Höhe einzustellen.
Mit Hilfe der Stativbeine kann man das GorillaPod überall befestigen…

 

… zum Beispiel an unserem Rode Podcaster

 

Die Smartphone Halterung nennt Joby „GripTight“. Diese – auch einzeln für etwa 15 Euro erhältliche – Vorrichtung kann man dank der bereits erwähnten Standard-Stativ-Schraube auch auf normalen Stativen anbringen. Sollten wir uns also entscheiden unser Slik Stativ mit dem „GripTight“ zu verwenden, stellt dies kein Problem dar.
Das GorillaPod kann ein schweres Stativ ersetzen
Egal ob an Pfosten…
… oder Geländern….
… wahlweise aber auch Absperrgittern….
…. oder Toren.
Wer findet das Joby Stativ?
Auch aus der Höhe kann das Stativ filmen

 


Die GorillaCam
Zumindest für iOS gibt es von Joby eine App, die für das GorillaPod gedacht ist: Bei der alternativen Kamera-App handelt es sich um eine schon jetzt an iOS 7 angepasste Anwendung, die nette Features wie einen Selbst-Auslöser mitbringt. Darüber hinaus unterstützt GorillaCam noch einen Mehrfachauslöser, welcher gleich drei Fotos schießt. Ähnlich wie die Foto-Anwendung beim Motorola G ist es mit „press anywhere“ möglich, einfach auf den Bildschirm zudrücken, um ein Foto auszulösen. Gerade in kritischen Positionen wie in unseren Bildern dargestellt,  ist es manchmal ganz praktisch nicht auf nur einen Bereich auf dem Display angewiesen zu sein, um ein Foto zu machen.
Auch unser Nexus 5 würde sich über eine GorillaCam-App freuen

 

Mit der immer größer werdenden Anzahl von Android Geräten wäre es ratsam für Joby, eine Android Version nachzulegen. Da es die GorillaCam in einer kostenlosen sowie kostenpflichtigen Version gibt, dürfte es sich hierbei auch um einen finanziellen Anreiz handeln, die App auch für Android herauszubringen. Vielleicht liest Joby diese Zeilen ja und schickt ein paar Entwickler an ihre Computer, um eine ordentliche Android Version zu produzieren. Nerdbench denkt, dass wir an dieser Stelle für alle Android User sprechen, wenn wir diesen Absatz nutzen, um mit einem riesigen Zaunpfahl Richtung Joby zu winken.
Der Blick über den Tellerrand
Neben der Nutzung als Kamerastativ können wir das GorillaPod auch für andere Dinge nutzen: Nerdbench verwendet die Joby auch, um das Nexus 5 für eine TV-Serie in optimale Betrachtungsposition zu bringen. Darüber hinaus kann man die Joby sicherlich auch gut als Navigationshalterung nutzen. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt: wir erinnern uns daran, dass die Lautsprecher vom Nexus 4 so unglücklich positioniert sind, dass einiges an Lautstärke untergeht, legt man das Smartphone auf einen Tisch. Mithilfe des GorillaPods wird der Speaker-Grill nicht verdeckt und wir können  Musik auf unserem Smartphone in bester Qualität genießen.
Das Stativ eignet sich auch gut, um es für Filme auszurichten


Die Außenwirkung
Das Konzept bleibt spannend: etliche Beobachter/innen erkundigten sich während unseres Tests nach der Funktion und Qualität des Jobys. Meist waren die Interessenten skeptisch was Funktion und Qualität des Statives betrifft – die Zweifel konnten wir allerdings glücklicherweise gänzlich ausräumen – so hat sich eine junge Dame beispielsweise auch getraut, ihr eigenes Huawei G510 am Stativ zu befestigen. Nach anfänglichem Zögern konnten wir auch hier die Begeisterung für das Konzept des GorillaPods erkennen. Smartphone Stative sind demnach nicht nur etwas für eingefleischte Technik-Fans, sondern auch für den Otto-Normale User geeignet (auch wenn wir mit ansehen mussten, wie das Joby als Massage Stab zweckentfremdet wurde).

Spontaner Test nach einer Vorlesung: das Huawei G510 passt perfekt in Jobys Stativ

Auffällig ist allerdings, das Smartphone Stative allgemein als „Billig“ und „nicht vertrauenswürdig“ eingestuft werden – auch Amazon Bewertungen bezeugen dies. Selbst Produkte von gestandenen Kamera-Herstellern kommen mit 1-Stern Bewertungen daher. Das im Endverbraucher geprägte Bild kommt somit nicht von ungefähr. Wir von Nerdbench sind uns sicher, dass Joby mit dem GorillaPod diesen Eindruck aber mit Leichtigkeit ins Positive umkehren kann.

Das Fazit
Die Idee hinter dem Joby ist genial: der User kann sein Smartphone überall befestigen: an Geländer, Baum-Äste (für den Stamm dürfte das GorillaPod in den meisten Fällen dann doch zu klein sein), Pfosten, Stuhlbeinen – wir könnten ewig so weiter machen – selbst Türklinken stellen für das Joby kein Problem dar. Zunächst etwas skeptisch wurde Nerdbench mit der Zeit mutiger und hat das Stativ an allem befestigt, was den Redakteuren begegnet ist. Mit Erfolg: unsere unterschiedlichen Testgeräte in allen Preisklassen hat das GorillaPod sicher gehalten ohne Beschädigung zu verursachen. Gleichzeitig ist das Joby Stativ so kompakt, sodass es in wirkliche jede Handtasche passen sollte ohne  zu viel Platz wegzunehmen.

 

Für zukünftige GorillaPods 2 würden wir uns eine Trage- beziehungsweise Schutztasche wünschen, um das Joby Stativ sicher unterwegs mitzuführen. Auch wenn sich das Stativ leicht in die Tasche werfen lässt, würden wir uns wünschen, dies mit einem ruhigeren Gewissen und ohne Bedenken zutun: Hält der  Clip-Mechanismus eine 1,5  Liter Wasserflasche aus, die der Nutzer direkt nach dem Joby in die Tasche legt? Nerdbench hat auf den Stress-Test zur Sicherheit verzichtet.
Das Joby nimmt nicht viel Platz in der Tasche weg

 

Plant man sich das GorillaPod anzuschaffen, sollte man sich zunächst noch über die Kompatibilität mit seinem Smartphone informieren: nach 72 Millimeter ist beim Joby Schluss. Damit fällt leider die Nutzung mit dem Samsung Galaxy Note 2 weg. Damit lässt sich Joby einen enormen Käuferkreis entgehen: Im September wurde bekannt gegeben, dass Samsung 38 Millionen Note 2s absetzen konnte. Sollten die Gründe hier bei Stabilität, Wertigkeit in Angesicht des Verkaufspreises liegen, könnte man die Designer ja an einer XL Variante des GorillaPods werken lassen, die dann auch größere Smartphones aufnimmt und entsprechend teurere ist  – schließlich ist mit dem HTC One Max, dem Samsung Galaxy Grande aber auch Note 3 ein gewisser Trend in Richtung Phablet zu beobachten. Hier sollten Zubehör-Hersteller wie Joby (schneller) reagieren.
DIe Kamera lässt sich gut nach vorne neigen
Besonders gefällt Nerdbench, dass durch die Benutzung des GorillaPods die Funktionalität des Touchscreens nicht beeinträchtigt wird. Bei aller Kreativität, wie man das Joby Stativ anbringen kann, raten wir dennoch zur Vorsichtig: waghalsige Manöver, wie etwa die Befestigung an einem stabil-wirkendem Ast können leicht zu Beschädigung  an eurer Kamera oder dem Smartphone führen. Es ist ratsam die Stabilität des Konstrukts zu überprüfen, bevor man seine unter Umständen sehr teure Kamera ungünstiger weise Richtung Boden schickt. Auch auf eine zu glatte und schiefe Unterlage würden wir das Joby Stativ nicht ohne Bedenken stellen..
Von Nerdbench gibt es eine klare Kaufempfehlung!

 

Positives

Sehr flexible
Viele Anwendungsmöglichkeiten
Günstiger Preis

Negatives

Nicht für Phablets geeignet

Bewertung
Unsere Bewertung
Technik
9.0
Design
10
Preis
9.4
Preis-Leistungsverhältnis
10
Fazit

Nicht zuletzt das Design komplementiert den positiven Eindruck von Nerdbench: die grauen Gummiringe an den Stativ-Füßen des GorillaPods setzten eine moderne Note. Mit rund 30 Euro ist das Stativ von Joby nicht das günstigste Smartphone Stativ auf dem Markt, macht aber einen stabilen Eindruck und hinterlässt uns mit der Hoffnung, dass wir noch etliche Jahre Spaß am GorillaPod haben und unser schweres Stativ von nun an im Redaktionsschrank lassen können, wenn es in Richtung Außen-Dreh geht.

9.5
Unsere Bewertung
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Über den Autor
Timm Mohn
Schreib- und Technikbegeistert. Freut sich über innovative Technik, kann Budget Smartphones nur bedingt ausstehen - WiFi Gadgets, wie die GoPro, umso mehr. Gründer von Nerdbench.com