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Plantronics RIG + Mixer im Langzeit-Test: Günstiges Gaming Headset mit Extras
Review

Plantronics RIG + Mixer im Langzeit-Test: Günstiges Gaming Headset mit Extras

von 20. Oktober 2014
Auf der Gamescom sind wir bei Plantronics Gaming (Plantronics) vorbei gekommen, die dort ihre Gamer Headsets vorgestellt haben. Auch die Nerdbench – noch ganz frisch im Spiele-Wahn – war interessiert und hat wenige Tage später das Plantronics RIG (Rig) samt Mixer erhalten. Letzterer lässt den Spieler ganz einfach während der Gaming Session Anrufe annehmen und vieles mehr. In den vergangenen zwei Monaten musste sich das Headset jeden Tag im Einsatz bewähren. Ob das geklappt hat, erfahrt ihr nach dem Break.

Nerdbench bedankt sich bei Plantronics
Gaming für die Bereitstellung für das RIG + Mixer
Der Lieferumfang
In der OVP des Plantronics Rig ist recht groß, schließlich liegt dem Headset noch einiges an Zubehör bei. Das Headset selbst ist sehr fest in der Verpackung verankert, hier sollte man beim Lösen vorsichtig sein. Neben dem Rig selbst finden wir noch den Mixer, sowie ein Klinkenkabel mit Mikrofon vor. Dazu gibt es Adapter für Konsolen – bereits der große Sticker an der Verpackung wies auf die Kompatibilität mit der PS4 hin.
Der Lieferumfang des Plantronics Rig

 

Das abstehende Mikrofon für daheim

 

Die mobile Variante für unterwegs

 

Der Mixer, um Smartphone und PC gleichzeitig zu verbinden

 

Neben diesem bisher schon sehr üppigen Lieferumfang liegt dem Gerät noch ein abstehendes Headset für Videokonferenzen oder Game-Sessions bei. Alle Kabel sind Flachbandkabel, in unserem Test haben wir es selten bis nie geschafft, jene zu verknoten. Einzig das optische Kabel für die Verbindung zu PS3 oder Xbox fehlt dem Lieferumfang.

 

Der Ton
Ganz klar: das Rig gibt den besten Ton aus, den wir bisher von einem Headset gehört haben. Das Soundbild ist ausgeglichen und gibt einen starken – aber nicht überdimensionierten – Bass aus. Auch der Rest des Soundspektrums wird störungsfrei wiedergeben und das ganz ohne Zusatz Software. Für den guten Ton sorgen zwei 40 mm Sounddriver (20Hz-20kHz) im Inneren der Ohrteile.
Das Plantronics RIG klingt sehr gut – egal ob bei Serien, Spielen oder Musik

 

Auch wenn das Rig eigentlich ein Gamer-Headset ist: die Nerdbench nutzt es auch für Serie, wie etwa das gerade neugestartete Gotham, sowie bei Musik beim Bloggen. Wir haben uns während dem Review ältere Plantronics Modelle bei Nachbarn geliehen, die eindeutig nicht mit dem Sound des Rig mithalten können.

 

Das Feeling
Nicht zuletzt das Headband sorgt für ein sehr angenehmes Tragegefühl auf dem Kopf: auch die Polster an den Ohrmuscheln sind sehr bequem. Das Plastik an der Außenseite fühlt sich nicht billig an – kein Wunder also, dass wir seit dem ersten Tag nur noch das Plantronics Rig verwenden und unsere Supertooth Freedom Kopfhörer unbenutzt in der Ecke liegen. Auch wenn man das Rig über mehrere Stunden auf dem Kopf  hat, drückt das Headset nicht zu stark auf die Ohren. Allerdings sind die Polster nicht abziehbar, weswegen eine Reinigung nach mehrmonatiger Nutzer nicht oder nur schwer möglich ist.
Das Headband ist sehr bequem
Auch auf den Ohren liegt das Rig angenehm

 

Während das Headset nicht genutzt wird, kann es flach auf den Schultern abgelegt werden. Persönlich bevorzugen wir das komplette Ablegen der Kopfhörer, es sieht von außen betrachtet dennoch sehr gut aus. Auf dem Tisch hat das flache Ablegen auch seine Vorteile: das Headset kann so stabil liegen und fällt weniger leicht vom Tisch. Kopfhörer müssen – vor allem wenn sie unterwegs genutzt werden – einiges aushalten: auch die Nerdbench ging nicht sonderlich zimperlich mit dem Rig um: nach einer kurzen Gamesession im Freien wanderte das Headset zusammen mit anderen Gadgets wieder in die Tasche. Auch nach nun mehr zwei Monaten an täglichen Transporten funktioniert das Headset wie am ersten Tag. Beschädigungen oder Kratzer konnten wir nicht feststellen (solche hatten sich bei unserem SOL Republic V8 Test einige Wochen nach dem Review gezeigt).

 

Der Mixer
In der Innenseite des Mixers befinden sich zwei mit LEDs beleuchtete Regler. Diese lassen den Nutzer zwischen Smartphone oder PC Audio-Quelle switchen. Die innere Regler wechselt schaltet den Mikrofon Ton aufs Smartphone beziehungsweise auf den PC oder die Konsole. Auf der Unterseite des Mixers befinden sich drei Buttons: mittig wird das Mikrofon stummgeschaltet, links können Anrufe angenommen oder links der Equalizer bedient werden. Dem Equalizer fehlt eindeutig eine LED Beleuchtung, die den aktuellen Status anzeigt. Drückt man den entsprechenden Button ertönen bis zu drei Piep, die den jeweiligen Modi signalisieren.

Um gut mit dem Mixer zu arbeiten, müssen beide Geräte aufeinander eingestellt sein – das heißt: die Systemlautstärke sollte nicht bei unter 10 Prozent und der Mixer vollaufgedreht sein. Ist der PC oder die Konsole zu leise und der Mixer zu laut eingestellt, kommt es – verständlicherweise – zu Tonstörungen. Diese konnten wir unserem Test allerdings bei ausgeglichenem Sound- und Lautstärke Verhältnis nicht feststellen. Gerade bei längeren Arbeiten an Texten mit Musik als Hintergrundrauschen ist der Mixer eine sehr angenehme Möglichkeit, schnell umzuschalten und einen Anruf anzunehmen.

Der Mixer im Einsatz mit dem Mi4 und MacBook Pro 13 Retina

 

Besonders gefällt der Nerdbench, dass man sich nicht zwischen zwei Geräten entscheiden muss, sondern beide Tonspuren übereinander legen kann: wer also gerne Musik über das Handy ausgibt und die unter Umständen recht fade Hintergrundmusik einiger Games abschalten will, liegt mit dem Plantronics Rig genau richtig. Erhält man einen Anruf auf dem am Mixer angeschlossenen Smartphone, reicht es den Switch zu betätigen um den Anruf anzunehmen. Das Spiel wird dadurch nicht pausiert: entweder man entscheidet sich, während dem Gamen zu telefonieren oder muss jenes manuell pausieren. Der Mixer belegt einen USB- sowie Klinkenport am PC. Es ist nicht möglich, jenen via USB-Steckdose mit Energie zu versorgen (das funktioniert zwar, aber das Rig hat in jenem Fall keine Funktion).

Die drei Equalizer Einstellungen (Pure, Intense sowie Explosive) haben wir im Test eher vernachlässigt: das Headset klingt auch ohne gesonderte Einstellungen am Mixer sehr gut. Der Modus Intense lässt uns beispielsweise den Bass hoch oder runterschrauben.

Die Sprachqualität
In Sachen Mikrofon ist die Nerdbench durch den Rode Podcaster etwas verwöhnt – an den kommt das Rig-Mikrofon natürlich nicht ran. Alle anderen Headsets werden durch die Bank vom Rig geschlagen: wir verwenden meist die abstehende Variante, mit der uns das Gegenüber sehr gut versteht. Auch unterwegs lassen sich mit dem kompakteren Mikrofon sehr gut Gespräche führen.
Das Mikrofon ist zwar angewinkelt – allerdings nicht so stark wie…

 

… wie auf diesem PR Foto von Plantronics Gaming


Die Kompatibilität
Durch die vielen Adapter-Kabel ist das Plantronics Headset mit (fast) allem kompatibel: unterwegs nutzen wir das Rig für unser Smartphone ohne das abstehende Mikrofon. Zuhause wird schnell das Klinkenkabel gewechselt und an den Mixer geschlossen: nun vereint das Headset unser MacBook Pro samt Xiaomi Mi3. Auch Konsolen-Fans können sich freuen: das Rig ist mit der PS4, PS3, Xbox 360 sowie teilweise mit der Xbox One, auch wenn hier nur Kopfhörer Funktion zur Verfügung steht.

Unterwegs mit dem kompakten Mikrofon Kabel


Das Fazit
Doch nicht nur die Grundfunktionen des Headsets können überzeugen: das Klinkenkabel sitzt fest im Kopfhörer-Eingang unserer mobilen Endgeräte. Tatsächlich handelt es sich hierbei um einen nicht zu unterschätzenden Faktor: bleibt man mit Kabel unterwegs irgendwo hängen, fällt das Smartphone nicht einfach so vom Headset ab und landet auf dem Boden. Das schützt den Inhaber nicht nur von der Spiderman-App, sondern sorgt auch für ein weniger beschädigtes Gehäuse.

Das Xiaomi Mi4 fällt nicht runter

Für die nächste Revision haben wir eigentlich nur einen Gedanken, keinen Wunsch, wie sonst üblich – und auch der Gedanke ist höchstens meckern auf hohem Niveau. Die Möglichkeit, die verschiedenen Mikrofonkabel zu tauschen, findet die Nerdbench sehr nützlich. Das Rig ist dadurch nicht nur zuhause sondern auch mobil sehr gut einzusetzen. Eventuell wäre es aber schlauer, das Mikrofon auf das Basis-Kabel aufzustecken, sodass man jenes nur entfernen oder eben einstecken muss. Dadurch müsste der Nutzer nicht immer das Kabel austauschen, sondern nur ein Mikrofon aufs Headset aufstecken.

Das Klinkenkabel wird an der Seite eingesteckt

Wirklich störend hingegen ist das ellenlange USB bzw. Klinkenkabel, dass vom Mixer ausgeht. Dies lässt sich leider nicht abnehmen und gegen ein kürzeres austauschen. Wer also am MacBook mit dem Rig samt Mixer arbeiten will, muss das Kabel irgendwie hinter dem Bildschirm verstecken. Es ist löblich, dass das Kabel nicht typisch kurz geraten ist, aber mit einer Stecklösung und eventuell zusätzlich erhältlichen kürzeren Kabeln wäre der Mixer sinnvoll ergänzt.

Abschluss einer kleinen Runde bei bestem Wetter mit dem Plantronics RIG

Wer noch auf der Suche nach einem passenden Headset mit nützlichen extra Funktionen ist, dürfte mit dem Rig goldrichtig liegen: das Gamer-Headset konnte uns in den vergangenen zwei Monaten durchgehend überzeugen. Neben dem sehr guten Sound loben wir vor allem auch das gute Handling während der Nutzung. Derzeit ist das Plantronics Rig für 82 Euro auf Amazon verfügbar. Es gibt eine weiße sowie schwarze Ausführung des Headsets. Optisch würden wir sogar die weiße Variante der schwarzen vorziehen, da diese ein wenig schicker wirkt.

Der Hersteller Plantronics Gaming
Plantronics ist auch auf Facebook sowie Twitter aktiv. Zuletzt verlief die geplante Marketing Aktion mit dem Goat Simulator allerdings recht unschön: statt wie geplant nach einem Monat waren die verfügbaren Steam-Lizenzen zweimal (!) binnen weniger Stunden aufgebraucht.
Positives

Sehr guter Sound
Viel Zubehör
Bequemer Sitz

Negatives

Viele Kabel

Bewertung
Unsere Bewertung
Technik
9.0
Ton
9.5
Zubehör
10
Preis
9.0
Preis-Leistungsverhältnis
10
Fazit

Das RIG von Plantronics macht richtig Spaß: mit vielen Optionen und Einstellungsmöglichkeiten ist man in Sachen Gaming und Verwaltung (z.B.: Anrufe) ganz vorne mit dabei. Daumen hoch!

9.4
Unsere Bewertung
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Über den Autor
Timm Mohn
Schreib- und Technikbegeistert. Freut sich über innovative Technik, kann Budget Smartphones nur bedingt ausstehen - WiFi Gadgets, wie die GoPro, umso mehr. Gründer von Nerdbench.com