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Jawbone Big Jambox im Test: (richtig) lauter Ton für die ganze Nachbarschaft
Review

Jawbone Big Jambox im Test: (richtig) lauter Ton für die ganze Nachbarschaft

von 12. Oktober 2014
 Wir kennen sie alle: Bluetooth Lautsprecher für schmales Geld, die meist bei 75 % Lautstärke in die Knie gehen. Die Big Jambox von Jawbone soll in eine andere Richtung gehen: nicht nur kompakt, sondern auch leistungsstark soll der Lautsprecher sein – das hat natürlich auch seinen Preis. Ob sich dieser auszahlt, verrät unser Review nach dem Break.


Nerdbench bedankt sich bei Jawbone für die Bereitstellung der Big Jambox

 


Das Dilemma
Bluetooth Speaker sind eine feine Sache: drahtlos wird Musik übertragen und wir können die Musik-Qualität unserer Geräte deutlich erhöhen – wie zum Beispiel die des QV830: trotz schnellem Prozessor und großem 8 Zoll Display ist es keine Freude, mit dem Gerät Filme anzuschauen, da die Soundqualität für 90 Minuten einfach nicht ausreichend ist. Warum Hersteller Multimedia Tablets mit solchen Stolperfallen ausstatten, ist Nerdbench schleierhaft.

 

QuadCore Prozessoren wohin man schaut. Wir würden uns bereits über Stereo Sound freuen

 

Aber auch die Geräte sind meist grausig: zwar werden die Lautsprecher immer bunter, ausgefallener und schicker – doch wirklich Mehrwert im Vergleich zu den verbauten Komponenten bieten die Wenigsten. Selbstverständlich gibt es positive Ausnahmen: der Anker MP230 ist ein sehr guter Bluetooth Lautsprecher, der auch einen ganzen Seminar-Raum beschallen kann – trotz geringer Größe. Dennoch sehnt sich die Nerdbench Redaktion nach einer All-in-One Lösung: kleiner Raum, großer Raum – Party. Alles sollte mit unserem nächsten Bluetooth Speaker möglich sein. Bei unserer Recherche stießen wir auf die Big Jambox von Jawbone.

 

Die Daten
In der OVP versteckt sich das passend zum Gerät rote Ladekabel und ein Klinkenkabel, sollte das abspielende Gerät kein Bluetooth unterstützen – auch dieses ist rot eingefärbt. Erfreulicherweise fällt das Klinkenkabel nicht Branchen-üblich kurz aus: mit dem 1m Kabel hat der Nutzer viel Spielraum und dürfte jedes Gerät verbunden bekommen.  Darüber hinaus finden wir nur Big Jambox selbst sowie ein mehrsprachiges Kurzhandbuch und ein MicroUSB Kabel vor. Bei dem Bluetooth Lautsprecher handelt es sich zwar um einen sehr kompakten ( 25,6 (L) x 6,8 (B) x 9,3 (H) cm) aber nicht gerade leichten Lautsprecher: mit 1,2 Kilo hat man einiges in der Hand oder im Rucksack zu tragen.

 

Zum loslegen legt Jawbone alles bei: Ladegerät, Klinkenadapter und USB Kabel, sowie ein Kurzhandbuch

 

Damit die Big Jambox nicht auf ihrem Platz verrutscht oder während der Wiedergabe Glas-schebbern vermieden werden kann, hat der Hersteller auf der Unterseite 8 Gummifüße platziert. Damit kann man auch auf unruhigem Boden (wie Beispielsweise einem Zug) die Jawbone getrost abstellen, ohne dass der Lautsprecher abzustürzen droht.

Auf einem Mülleimer in der S-Bahn hat die Jambox ausreichend Platz

 
Bei der Big Jambox handelt es sich um eine Bluetooth Box, welche mit Bluetooth 2.1 ausgestattet ist. Da inzwischen auch bei Smartphones Bluetooth 4.0 angekommen ist, dürfte man hier ruhig einmal die Version upgraden. Bis zu 8 Geräte kann man mit der Jawbone Big Jambox verbinden, zwei davon können sogar gleichzeitig connecten – auf einer Party würden wir das aber nicht erwähnen: unsere Gäste haben die Jambox relativ schnell in eine DJ-Box verwandelt.

Wir transportierten die Jambox in unserem Passport Messenger

 

Wer seine Jawbone Big Jambox sicher transportieren möchte, kann sich die separat erhältliche Tragetasche zu legen. Unserer Meinung nach hätte man die bei einem Preis von 300 Euro ruhig direkt dazulegen können.

 

Der erste Eindruck
Greift man um die Jawbone Big ergibt sich ein sehr wertiges Gefühl: der Lautsprecher ist keinesfalls billig verarbeitet und macht auch vom Aussehen etwas her – dazu später mehr. Beim hoch- sowie runterfahren gibt die Jambox einen kleinen Sound von sich. Da man die Jambox meist dabei noch berührt, fühlt man die Vibration des Tones, was dem ganzen einen netten Effekt gibt, da man den Vorgang praktisch spürt.

 

Dank Bluetooth auch mit unserem Netbook verbunden: die Big Jambox

 

Neben einem schicken Stahlgitter befindet, dass einen etwas eingeschränkten Blick auf die Boxen im Inneren zu lässt, befindet sich noch das Jawbone Logo an der Front. Auf der Oberseite hat der Hersteller die wichtigsten Bedienungselemente platziert: hier finden wir den Play/Pause Button, die Volumen-Buttons, die Vor- und Zurücktasten sowie den Sprachsteuerungs-Button („J“). An der linken Seite können wir das Gerät einschalten: dort befindet sich der beleuchtete Powerbutton. Darüber hinaus ist dort auch der Pairing-Knopf zu finden, sowie der Klinken-Anschluss und der MicroUSB Port. Hier wird auch das Netzteil angeschlossen, um die Jawbone Big Jambox wieder aufzuladen oder am Strom zu bedienen.

 

Auf der rechten Seite finden wir unter anderem den Netzteil-Anschluss

 

Während die linke Seite komplett leer ist

 

Den Boden sichern 8 Gummi-Füße
Auf der Oberseite finden sich die Kontroll-Buttons

 

Die Front ziert ein Jawbone Logo

 

Der Ton
Hat man sowieso gerade vor, die nervigen Nachbarn von neben an zu vergraulen, kann man dies ohne Probleme mit der Jawbone Big machen – hören werden sie den Klang der Jambox auf jeden Fall. Ja, die Jawbone Big Jambox kann laut werden – sehr laut sogar. Und das ist keinesfalls etwas Negatives: Dank hervorragender Technik, welche der Hersteller verbaut hat, übersteuert die – immer noch sehr kompakte – Big Jambox nicht. Egal welche Musikrichtung, Serie oder welchen Film wir einspielten: dir Töne blieben klar und sauber.

 

Gleichzeitig übertreibt es die Big Jambox nicht mit dem Bass: während die Veho MIMI  teilweise wie ein reiner Subwoofer wirkt, zeichnet unser Review Gerät ein feines Bild mit Höhen und Bässen. Dank intrigiertem 360° Mikrofon kann man die Big Jambox auch als Freisprecheinrichtung nutzen – das hat im Test wunderbar geklappt. Hierfür ist allerdings die Bluetooth Verbindung notwendig, über Kabel funktioniert dies nicht.

 

Weiterhin sehr erfreulich: bei der Ton Wiedergabe konnte wir in der gesamten Redaktion keine Aussetzer feststellen. Auch wenn wir unser Testgerät ins Freie mitnahmen, kamen wir auf etwa 10 Meter Entfernung, bevor die Verbindung zwischen Lautsprecher und Smartphone abbrach.

 

Die Akkulaufzeit
Jawbone verspricht für die Jawbone Big etwa 15 Stunden Akkulaufzeit – und hält diese ziemlich genau ein, trotz Bluetooth-Wiedergabe.  Wir erinnern uns: die Veho Mimi hielt bei konstanter WIFI Wiedergabe nur etwa 8 Stunden durch – obwohl sie deutlich größer ausfällt als die Jawbone Big Jambox. Im Test hält der Bluetooth Lautsprecher fast 12 Stunden durch. Verzichtet man auf die Bluetooth Connection hält das Gerät sogar noch länger durch – eine beachtliche Leistung.

 

Auf die LED beim Laden hätte Nerdbench verzichten können (Lichtquelle bei Nacht)

 

Sollte der Big Jambox doch einmal der Saft ausgegangen sein, kann man sie binne 2,5 Stunden wieder komplett aufladen. Hat man das original Netzteil gerade nicht zur Hand, kann der Ladevorgang über MicroUSB zur Geduldsprobe werden.

 

Das Pairing
Erinnert ihr euch noch an die Zeiten, bei denen man nervige Codes zum Koppeln zweier Bluetooth-Geräte eintippen musste? Die sind endlich Geschichte! Mit dem drücken des Pairing Buttons an der Seite bringt man die Jawbone Big Jambox in den Pairing Mode – dies kommentiert die Jawbone auch mit „Big Jambox is in Pairing Mode, waiting for a device to connect “ – und schon kann man beide Geräte miteinander über Bluetooth verbinden. Smartphone User aus dem Apple-Ökosystem werden weniger Spaß an der Jambox haben: der Lautsprecher unterstützt kein Air-Play.

 

Unser iPhone ist schnell mit der Jambox verbunden

 

 
Das Design
Neben besonders unschönen Geräten (dem Kong) darf sich die Nerdbench Redaktion mit der Jawbone Big Jambox endlich einmal über einen besonders hübschen Bluetooth Speaker freuen – direkt danach ordnet sich der Anker Astro MP230 ein. Auch die Set-Designer (bzw. Product Placer) von NCIS: LA dürften das so sehen: wenn uns nicht alles täuscht, steht im Boatshed des Undercover Teams eine Jawbone Big Jambox (Staffel 5).

 

Die Jambox fällt auf: das knallige Rot sticht aus jeder Situation heraus

 

Während wir die knallig rote Variante unser Eigen nennen dürfen, gibt es die Jawbone Big Jambox noch in weiß sowie schwarz. Auch wenn die beiden anderen Farben sicherlich unauffälliger sind, ist die rote Version ein echter Hingucker. Denkt man an Geräte wie das rote HTC One (2013) zurück, bestätigt sich der Farbton als Trendfarbe.
 
Die Kompatibilität
Dank Bluetooth sowie Klinkenanschluss dürfte die Jawbone Big Jambox mit so ziemlich jedem modernen Gadget aber auch dem ältesten Smartphone oder Notebook ohne Bluetooth kompatibel sein. Somit kann man nicht nur das Smartphone, sondern auch Desktop PCs kurzerhand mit einem genialen Sound ausstatten. Auch unseren Android TV Stick haben wir mit dem Jawbone Lautsprecher genutzt.

 

All unsere Testgeräte waren mit der Jawbone Big Jambox kompatibel
Das Fazit
Nimmt man die Jawbone Big Jambox das erste Mal in die Hand – und hat zuvor die Produktbeschreibung nicht gänzlich gelesen – fällt einem sicherlich zuerst das Gewicht des Lautsprechers auf. Auch wenn hier Bedenken aufkommen mögen – diese legen sich spätestens mit dem ersten Testlauf: der Bluetooth Lautsprecher von Jawbone wird seinem Namen gerecht und gibt wirklich große – und schöne – Töne von sich.
Spaß für das ganze Zugabteil: die Jawbone Big Jambox

 

 

Interessanterweise gibt es für die Jawbone Big Jambox sogar eine eigene Hompage: über MyTalkJawbone ist es möglich, die vorinstallierte Sprache des Lautsprechers zu ändern, die Firmware zu aktualisieren und sich die derzeit kompatiblen Apps anzuschauen. Eine passende App für die Big Jambox gibt es für Android – und Achtung: ein Satzteil, den wir in letzter Zeit nicht mehr so oft noch nie geschrieben haben – sowie für Blackberry. Wem der Name nichts sagt: Ja, dabei handelt es sich um das fast ausgestorbene Unternehmen, das mal die Handy Welt dominiert hat. Mit jener App kann man sich den Akkustand anzeigen lassen und weitere Extras, wie eine Zeitansage, einrichten.

 

Im Freien sowie Zuhause: die Jawbone Big Jambox beschallt alle Räume

 

Wirklich etwas auszusetzen gibt es bei der Jawbone Big Jambox nicht: zwar ist der Kaufpreis nicht der kleinste, dafür liefert der Hersteller hier eindeutig extrem gute Qualität ab. Für zukünftige Versionen wünschen wir uns allerdings Bluetooth 4.0 sowie NFC, um die Verbindung zwischen Smartphone und Lautsprecher noch schneller zu gesalten. Nerdbench ist vom Klangerlebnis, der Akkulaufzeit und auch dem Design begeistert und spricht deswegen nicht nur eine Kaufempfehlung, sondern direkt einen Kaufbefehl aus – man wird es nicht bereuen; die Nachbarn vielleicht – aber nicht der Käufer.
Positives

Wird sehr laut
Klingt sehr gut
Lange Akkulaufzeit
Firmware-Updates
Spricht mit dem Nutzer

Negatives

Eventuell Preis

Bewertung
Unsere Bewertung
Technik
10
Akkulaufzeit
10
Performance
9.0
Design
10
Ton
9.0
Zubehör
8.5
Preis
7.0
Preis-Leistungsverhältnis
7.0
Fazit

Die Jawbone Big Jambox ist der Fashion-Bluetooth Speaker der Wahl: der Lautsprecher sieht nicht nur schick aus, sondern kann durch Features wie Firmware Updates überzeugen.

8.7
Unsere Bewertung
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Über den Autor
Timm Mohn
Schreib- und Technikbegeistert. Freut sich über innovative Technik, kann Budget Smartphones nur bedingt ausstehen - WiFi Gadgets, wie die GoPro, umso mehr. Gründer von Nerdbench.com