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Star Wars Commander im Test: Mehr Pay-for-Joy als Pay-to-Win
Review

Star Wars Commander im Test: Mehr Pay-for-Joy als Pay-to-Win

von 24. September 2014
 Vor einer Woche ist der Todesstern auf Android gelandet: Star Wars Commander wurde für Android released. Das Spiel ist – wie so viele andere – voll mit In-App Käufen. Die Entwickler geben kann, dass der Spiele kein Geld ausgeben muss, um langfristig an dem Spiel Spaß zu haben. Wir haben es dennoch getan und eine Woche lange Star Wars Commander gezockt. Nach dem Break erfahrt ihr, ob die Macht mit der Nerdbench ist.

 
Das Test-System
Während dem Review haben wir Star Wars Commander auf mehreren Geräten gespielt: Hauptsächlich haben wir auf dem Xiaomi Mi3 Klonkrieger in den Kampf geschickt. Das Snapdragon QuadCore Smartphone mit 2 GB Ram stellt das Spiel flüssig und detailliert dar. Auch wenn man mancher Orts von stockenden Spielverläufen liest: auch auf dem leistungsschwächeren Kazam Thunder Q4.5 konnten wir keine Probleme beim Gameplay feststellen. Selbst das langsamste Glied in unserer Redaktion, ein Lenteen One mit DualCore Prozessor und 512 MB Ram – davon sage und schreibe 64 MB verfügbar! –, lässt uns (wenn auch mit Lags!) in fremde Welten abtauchen. Der Akku-Verbrauch hält sich in Grenzen, die Geräte werden nicht sonderlich warm, sollten wir mal länger im Spiel verbleiben. Abschließend ist somit zu sagen, dass das Gerät sowohl auf Low Cost Geräten wie dem IconBit Mercury LX sowie High End Geräten wie unserem Trendy (4) Tiger läuft.
Der Einstieg
Was wäre ein Star Wars Spiel ohne das typische Intro? Commander stimmt den Spieler dem Einstieg in die Story ein. Während wir uns zunächst über eine Vertonung der Texte freuen, müssen wir nach wenigen Spielminuten feststellen, dass im Laufe des Spieles nur noch die Anrede vertont wird. Danach gibt es ein kleines Tutorial, bei dem das Spielprinzip erklärt wird.
Das Spiel beginnt Star Wars-typisch
In den nun folgenden Minuten von Star Wars Commander ergibt sich leider bereits der erste Schwachpunkt von Star Wars Commander: möchte man mit mehreren Geräten spielen (oder hat sein Smartphone gewechselt), muss auf jedem einzelnen Gerät dieses Tutorial halb durchgespielt werden – das ist mehr als nervig.
Die Rohstoffe in Star Wars Commander
Das Spiel eröffnet direkt mit zwei großen Bekannten: neben Darth Vader kontaktiert den Spieler auch Prinzessin Leia. Dafür, dass wir im Spiel ein unbekannter Nebencharakter sind, haben wir auf einmal ganz schön viele Kontakte. Im Laufe des Tutorials müssen wir uns für eine Seite entscheiden: wollen wir Darth Vader zur Seite stehen oder uns den Rebellen anschließen? Nerdbench hat sich für die dunkle Seite der Macht entschieden. Achtung: diese Entscheidung kann nicht mehr rückgängig gemacht werden – seid ihr einmal böse, könnt ihr nicht zurück wechseln.
Im Spiel begegnen einem schnell große Figuren aus den Filmen

 

In Star Wars Commander müssen uns einer Seite anschließen
Auch Star Wars Commander verfügt über Push-Benachrichtigungen, die der Nutzer anfangs einschalten kann. Wir haben allerdings keine Option im Spiel gefunden, diese wieder zu deaktivieren. Über die so genannten Feldberichte wird der Nutzer über Angriffe oder fertig gestellte Gebäude informiert. Damit der Spielstand in der Cloud gespeichert werden kann, ist es dem Nutzer möglich sich via Google Plus oder Facebook anzumelden. Die App verlangt bei Google Plus Zugriff auf die allgemeinen Informationen aus unseren Profil und die Freundesliste. Auch möchte Commander allen unsere Fortschritte im Web zeigen und unsere Spielaktivitäten aufrufen und verwalten.
Die Feldberichte lassen sich nur am Anfang einstellen

 

Die Berechtigungen der Google Verknüpfung
Darüber hinaus wird der Spieler bereits hier erzogen: bei mehreren Situationen kann der Spieler mit Kristallen, der einzigen Währung, die nicht angebaut werden kann, die (noch) kurzen Bauphasen überspringen. Auch ein zweiter Droide, anfangs noch für 250 Kristalle, wird gekauft. Der Vorteil liegt auf der Hand: mit mehreren Helfern kann der Nutzer schneller mehr bauen – leider lassen sich die Fähigkeiten der einzelnen Droiden nicht ausbauen.
Der Internetzwang
Tatsächlich ist aber nicht die In-Game Währung die nervigste Angelegenheit des Spieles, sondern der Zwang, online zu sein. Kaum ist dem Spiel die Übertragung zu langsam, tritt ein Netzwerk-Fehler auf, und das Spiel muss neu geladen werden. Zu diesen Netzwerk-Fehlern kommt es leider nicht nur über 3G, sondern auch im heimischen WLAN. Das ist besonders fatal, wenn dies während einer Schlacht passiert: die bisher eingenommen Punkte werden nicht gespeichert – die Einheiten, die man mit in eine Schlacht genommen hat, sind allerdings futsch: passiert das öfter, gehen einem ganz schnell die Rohstoffe aus. Die Nerdbench hat sich im Test teilweise sehr geärgert: gerade hat man 20.000 (!) Metalle erobert, da bricht im Spiel die Netzverbindung zusammen, obwohl (!) wir noch zum Router connected waren. Die harmlosere Variante hiervon: auf der Suche nach Gegnern meldet Star Wars Commander, dass keine solchen gefunden worden sind.
Der beste Fall: es werden keine Gegner gefunden

 

Unschön: Wir haben gewonnen, aber das Spiel schaltet nicht weiter
Nach kurzer Wartezeit dann die Gewissheit: unser Spielfortschritt ist gelöscht
Unterwegs heißt dieser Online-Zwang leider, dass Commander mobil kaum oder gar nicht spielbar ist. Ist der Nutzer bereits über sein Datenlimit gekommen und muss gedrosselt surfen braucht der Ladebanken ewig – bis man entnervt abbricht.
Manchmal geht es hier einfach nicht weiter: mobile ist Star Wars Commander fast unspielbar
 
Die Aufgaben
Star Wars Commander besteht im Endeffekt aus verschiedenen Tasks: der Nutzer muss seine Truppen ausbauen. Das Training dauert je nach Forschungs-Grad der Soldaten oder Fahrzeuge unterschiedlich lang. Leider werden die Truppen, auch wenn unterwegs nicht abgeschossen aber eingesetzt, wohl auf den Planten zurück gelassen. Damit erhöht Disney unnötigerweise den
Rohstoffverbrauch der Spieler. Auch stört sich die Nerdbench hier massiv an der inneren Spiellogik: hat beim Imperium – oder den Rebellen – irgendwer Ressourcen zu verschenken? Welcher Commander würde den auf die Idee kommen, die Truppen nach erfolgreichem (!) Angriff zurück zu lassen? Ein, zwei Einsätze später würde man einen solchen Befehlsgeber doch direkt absetzen (oder auch mal in/nach einer Schlacht zurück lassen).
Wir bauen ein paar Klon-Krieger
Auch die Basis möchte verbessert werden: ohne, dass der Nutzer seine Basis ausbaut kann man – auch wenn genug Rohstoffe vorhanden wären – keine Gebäude hinzufügen oder die bisherigen Gebäude aufrüsten. Das ist besonders nervig, wenn es keine logische innere Spielerklärung hierfür gibt.
Mit jeder Verbesserung wird der Preis höher
Über Angriffe auf andere User nimmt man zusätzliche Rohstoffe ein: ist der Nutzer mal wieder knapp bei Kasse, reichen 200 Credits um die Nachbarn anzugreifen. Wir haben die Erfahrung gemacht dieses Unterfangen mit steigenden Levels – das Spiel sucht die passenden Gegner aus – die Kämpfe immer unfairer werden, da es wohl sehr viele Spieler gibt, die per In-App Kauf Kristalle kaufen und ihre Truppen und Gebäude hochrüsten.  Bereist man einen gegnerischen Planten ist es möglich, für 50 -200 Credits zum nächsten zu hüpfen – beispielsweise für den Fall, dass man direkt merken sollte, dass diese Schlacht nicht gewonnen werden kann. Werden wir angegriffen, zeigt uns das Schlachtlogbuch, was die Gegener erbeutet und angerichtet haben. Außerdem ist es möglich, sich direkt aus dem Logbuch heraus zu rächen.
Die Rohstoffe haben wir uns verdient
Die Schlacht haben wir verloren
Folgen wir normal dem Spielverlauf ist es uns kaum möglich, in den höheren Kapiteln noch gegen Gegner außerhalb der Missionen zu gewinnen. Mit dem bewältigen jener Missionen schreitet die Story voran. Außerdem gibt es für jedes abgeschlossenes Kapitel kostenlose Kristalle.
In in de Kapiteln müssen Missionen bestritten werden

 

Unsere Basis muss einiges einstecken

 

Nach dem Kampf muss die Basis wieder aufgebaut werden
 
Die Kristalle
Fairerweise muss man sagen, dass Disney zu Beginn dem Spieler eine ordentliche Portion Kristalle in die Hand gibt. Die können unter anderem für Droiden genutzt werden. Während der zweite Droide mit 250 Kristallen noch recht günstig ist, werden für den dritten 500, den vierten 1.000, den fünften 2.000 und dem 6ten 5.000 Kristalle fällig. Die Preise sind wie immer gesalzen: während die kleineren Pakete bei 3,88 Euro anfangen (gerade genug für einen weiteren Droiden), endet das größte Paket mit 14.000 Kristallen bei sage und schreibe 77,84 Euro – das beim Abbuchen der Dollar Preis (99 Dollar) angezeigt wird, sollte – hoffentlich – noch mal ein paar Leute wachrütteln. Würdet ihr normalerweise für ein Smartphone Spiel über 70 Euro bezahlen? Wir hoffen nicht.
Knapp 78 Euro werden für 14.000 Kristalle fällig
Da wir In-App Käufe nicht komplett ablehnen – schließlich müssen (!) Entwickler auch bezahlt werden, haben wir uns für eins der kleinen Pakete entschieden und zwei zusätzliche Droiden gekauft. Damit kommen wir etwas schneller voran und können mehrere Sachen gleichzeitig in Auftrag geben. Auch sei angemerkt, dass die Entwickler wirklich viele Stellen für kostenlose Kristalle eingefügt haben: neben der Prämie bei gewonnen Kapiteln gibt es auch noch in der näheren Umgebung der Basis Schutt und Geröll, unter der sich recht zuverlässig der ein oder andere Kristall befindet. Im Vergleich zu Simspons Tapped Out haben die Entwickler hier zwar weniger Geröll verstreut, dafür darunter mehr Premium Währung platziert.
Teilweise kostet das Beseitigen des Schutts viele Rohstoffe – dafür gibt es Kirstalle
 
Das Fazit
Es gibt vieles, was uns in Commander stört (wir möchten nur noch mal den Online Zwang und dessen Bugs erwähnen) – aber die ständige Bewertungsaufforderung nervt ganz besonders: auch wenn wir 10 mal bestätigen, dass die Jedi-Tricks bei uns nicht funktionieren, werden wir immer wieder gefragt, ob wir das Spiel nicht doch bewerten wollen. Nein, wollen wir nicht.
Nein, wir wollen Star Wars Commander immernoch nicht bewerten
Noch scheint das Spiel darüber hinaus nicht an alle Auflösungen wirklich angepasst zu sein: mit unserem Full-HD Xiaomi Mi3 sind manche Texte doch arg klein geraten. Außerdem bedarf die KI eines dickens Updates: manchmal sind unsere Klonkrieger so strunzdumm, dass wir am liebsten das Smartphone gegen die Wand hauen würden.
Ganz fehlerfrei läuft die App leider nicht
Der Text ist auf einem 5 Zoll Smartphone kaum zu lesen
Dennoch ist ein Star Wars Commander ein sehr fesselndes Spiel: normalerweise sind dem Autor Strategie- und Aufbauspiele nicht zugänglich, das Star Wars Setting schafft es aber, mich an den Bildschirm zu fesseln – jedenfalls für 5 Minuten: danach muss der Spieler leider wieder 5-9 oder mehr Stunden warten, bis die Droiden fertig gearbeitet haben. Dieser Intervall entspricht zwar den heutigen Gamern, schadet aber dem Flair, sollte man sich einfach mal auf die Couch setzen wollen, um eine Runde zu spielen. Das Spiel gibt es für iOS sowie Android.
Bilderquelle:
Eigene Screenshots aus „Star Wars Commander“

 

Positives

Schöne Grafik
Einfaches Spielprinzip
Interessante Extras & Handlung

Negatives

Dumme KI
Teure In-App Käufe

Bewertung
Unsere Bewertung
Performance
7.6
Konnektivität
3.4
Design
10
Ton
7.0
Spielspaß
10
Grafik
10
Schwierigkeit
8.3
Unterhaltung
9.0
Effekte
9.0
Story
9.0
Atmosphäre
10
Humor
7.5
Spannung
7.6
Preis
5.0
Preis-Leistungsverhältnis
7.0
Fazit

Mit Star Wars Commander begibt sich die Nerdbench gerne auf fremde Planeten: Das "Clash of Clans" Prinzip ist sehr fein in den Weltraum umgesetzt worden. Noch Monate nach dem Review spielen wir das Game sehr gerne.

8.1
Unsere Bewertung
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Über den Autor
Timm Mohn
Schreib- und Technikbegeistert. Freut sich über innovative Technik, kann Budget Smartphones nur bedingt ausstehen - WiFi Gadgets, wie die GoPro, umso mehr. Gründer von Nerdbench.com