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Veho 360 M5 Test: Die Bluetooth Stereo-Anlage für unterwegs

Veho 360 M5 Test: Die Bluetooth Stereo-Anlage für unterwegs

von Timm Mohn5. August 2014

Bluetooth Lautsprecher gibt es in allen verschiedenen Größen, Formen, Designs und für die verschiedensten Zwecke: der von uns getestete kleine Bruder des M5 ist ultramobile aber auch nicht so leistungsstark wie das heutige Test-Sample. Die richtig große Version, die Veho MIMI X3, eignet sich am besten für den Heimgebrauch. Mit dem M5 bringt Veho also „Best Of Both Worlds“ zusammen und präsentiert einen mobilen aber für alle Belange ausreichenden Bluetooth Lautsprecher. Was der Veho 360 M5 wirklich leisten kann, erfahrt ihr im Test.


Nerdbench bedankt sich bei Mobilefun für die Bereitstellung der Veho 360 M5

Der Lieferumfang

Die Verpackung des M5 fällt größer aus, als wir es von mobilen Bluetooth Lautsprechern gewöhnt sind: im Gegensatz zum Kong oder auch dem Anker MP230 ist der M5 auch ein ganzes Stück größer. Dazu gibt es einen ordentlichen Lieferumfang: Neben einem kleinen – wohl über den Google-Translator übersetzten –  Handbuch und der Anleitung, wie man den Bluetooth Lautsprecher auf seiner Dockingstation anbringt und diese einrichtet legt der Hersteller noch 2 Mini-USB sowie ein Klinken-Kabel bei.

Der Lautsprecher kommt gut verpackt in der Redaktion an

Wer die Testberichte von Nerdbench verfolgt weiß, das spätestens bei dem Wort „Mini“-USB jedes Augenlied der Redaktion nervös zuckt: Obwohl (fast) jedes Gerät im Jahre 2014 – aber auch schon im Jahre 2013 – über MicroUSB verfügt, stattet Veho seine Bluetooth Geräte (auch die M4) immer noch mit dem längst veralteten Standard aus – sollte man die Veho mal bei Freunden laden wollen, hat man im besten Fall ein Ladekabel dabei. Im Fall der Veho M5 ist dies aber verschmerzbar: geladen wird der Lautsprecher sowieso wahrscheinlich größtenteils über die Dockingstation – deren Kabel sogar erstaunlich lang ausfällt – ganz im Gegenteil zum Klinken-Kabel, das uns viel zu kurz erscheint.
Das Zubehör-Paket des Veho 360 M5
Wie bereits erwähnt, wurde das Handbuch wohl durch eine simple Übersetzungsmachine gejagt und ein schlafender Qualitätsbeauftragter hat es wohl mit verträumtem Blick auf die Feierabendsuhr abgeknickt – anders können wir uns dieses Ergebnis nicht erklären. Ein Beispiel gefällig? „Schalten Sie die Lautsprecher auf und suchen Sie die Lautsprecher auf ihrem Bluetooth-Gerät und verbinden“. Man beachte: wenigstens die Anrede hat man großgeschrieben.  
Die Connections
Die Veho M5 kann über 4 Wege Musik abspielen: zum einen befindet sich im Lieferumfang wie bereits erwähnt ein Klinkenkabel, mit dem man den Bluetooth-Lautsprecher mit allem verbinden kann, was einen eben solchen Output hat – sei es Tablet, Fernseher, Smartphone oder auch die Smartwatch.
Das Kabel hätte ruhig länger ausfallen dürfen
Darüber hinaus verfügt der M5 über einen MicroSD Karten Slot, welcher SD Karten bis zu 32 Gigabyte (GB) aufnimmt. Dieses Feature haben wir bei der MIMI X3 aber auch dem Kong sowie dem Anker MP230 vermisst. Die Auslagerung von Musik vom Smartphone auf den Lautsprecher ist unheimlich praktisch, gerade in einer Zeit, wo immer mehr unserer täglichen Begleiter Apple-like ohne SD Karten Slot und gerade mal 16 GB internem Speicher daher kommen und im schlimmsten Fall wie das Motorola G mit 8 GB Speicherplatz ohne Erweiterungsmöglichkeit sogar nur mit einem Rest-Speicherkontingent von 5,45 GB auskommen müssen.
Auch per SD-Karte lässt sich der Veho M5 mit Musik füllen

Als dritte und wohl gebräuchlichste Methode verfügt der M5 über Bluetooth. Hier müssen wir Veho loben: ohne nervige Code-Eingabe können wir unser Nexus 5 mit dem Lautsprecher pairen. Selbstverständlich klappt das nicht nur mit Smartphones gut: auch unser Gigaset QV1030 und QV830 funken mit dem M5. Durch die weite Verbreitung von Bluetooth dürfte die Veho M5 eigentlich mit allen gängigen mobilen Geräten funktionieren. Mit Windows 7 harkt die Verbindung allerdings: unser Notebook findet den Lautsprecher nicht und wir sind deswegen auf die Verbindung per USB Kabel angewiesen.
Auch per Bluetooth verbindet sich die Veho M5 sehr einfach mit dem Nexus
Normalerweise hört unsere Liste der Connections hier auf, aber dank dem Review von „Wie finden wir es“ wurden wir auf eine weitere Verbindungs-Möglichkeit aufmerksam: über Mini-USB. Kaum haben wir Notebook und Lautsprecher verbunden, wird (relativ lang) ein Audio Treiber installiert, bis der Veho M5 die Wiedergabe der Musik übernimmt. Nettes Detail bei dieser Verbindung: Während der Kopplung beider Geräte über Mini USB wird der Lautsprecher auch geladen. Bluetooth scheint zumindest anfangs bei der Verbindung über USB nicht deaktiviert zu werden: der Lautsprecher sucht zunächst vergebens nach einem Pairing Gerät, ehe das Flackern der Buttons erlischt.
Der Betrieb per Mini USB kommt überraschend
Die Bedienung
Schaut man sich den Veho M5 einmal genauer an, muss man sich ernsthaft fragen, warum der Hersteller den Platz auf der Oberseite nicht ausgenutzt hat. Statt wie beim kleineren Modell jeder Funktion eine einzelne Taste zuzuweisen kommt der Bluetooth Lautsprecher mit genau drei Tasten aus: Play/Pause (Bluetooth-Symbol) und Lauter- sowie Leiser-Buttons. Alles zusammen ist eher als Wippe zu bezeichnen, da das Dreieck nicht unterteilt wurde. Die Lautstärke Buttons weißen eine Doppel-Belegung auf: ein kurzer Druck auf die jeweilige Ecke des Dreiecks schaltet einen Song weiter bzw. zurück – werden die Ecken fester gedrückt erhöht bzw. verringert sich die Lautstärke.
Das Dreieck sieht schick aus, hätte aber noch zwei Ecken mehr vertragen
Der Klang
Obwohl Smartphones immer bessere Prozessoren, Displays aber auch Grafikeinheiten bekommen, hinkt die Ausstattung in Sachen Lautsprecher noch immer etwas hinterher. Unser Nexus 5 trügt uns mit dem doppelten Lautsprecher-Grill und kommt nur mit einem Mono Lautsprecher daher. Nutzt man sein Smartphone (oder auch Tablet) gerne multimedial, kann der verbaute Speaker schnell zum Flaschenhals werden. Im Veho M5 stecken zwei 4 Watt Lautsprecher, die Musik bis zu 60dB Laut abspielen können. Das Resultat überzeugt: Egal ob wir Serien schauen oder uns einen Film während der Reaktionspause gönnen: gerade das Gigaset QV830 profitiert stark vom Bluetooth Lautsprecher, da dessen Speaker höchsten für sehr kurze Videos ausreicht.
Der M5 und unser Nexus 5 sind ein Dream-Team
Doch nicht nur der Lautsprecher-Ton überzeugt: dank einem interne Mikrofon kann man den Veho M5 auch als Freisprech-Einrichtung benutzen. Telefonieren wir über den M5 mit Redaktionskollegen wird uns zurück gemeldet, dass man uns klar und deutlich versteht. Erfreulicherweise können wir bei der Bluetooth-Übertragung keine Ton-Aussetzer feststellen.
Die Akkulaufzeit
Im Vergleich zum Veho M4 hat sich die Leistung des Lautsprechers direkt verdoppelt: der kleinere Bruder kommt noch mit 2 Watt Lautsprechern daher. Nicht nur verdoppelt, sondern gleich vervielfacht, hat sich die Akkulaufzeit: einen satten 2.200 mAh Akku spendiert Veho seinem Lautsprecher. Zum Vergleich: unser Nexus 5 – mit einem 2,26 GHz QuadCore, Full-HD Display und 2 GB Ram, die mit Strom zu versorgen sind  – hat gerade mal 100 mAH mehr. Demensprechend lang hält der Lautsprecher durch: auf knappe 8 Stunden kommt Nerdbench per Bluetooth Wiedergabe. Verwenden wir den SD-Karten Slot können wir sogar 9 Stunden und 20 Minuten Musik bzw. Hörspiele hören. Verzichten wir auf den Luxus von kabelfreier Musik erhöht sich die Wiedergabe-Dauer auf ganze 12 Stunden.  Nach dem wir den Lautsprecher nun fast einen Monat im Betrieb haben ist uns – außer als wir es darauf angelegt haben, um die Akku-Laufzeit zu messen – auch nie der Strom ausgegangen: Irgendwann ergibt sich stets die Gelegenheit, den Lautsprecher zu laden und auch einen Spiele-Abend hält der Lautsprecher so durch  – selbst ein Herr der Ringe Marathon sollte mit der 2.200 mAh Batterie möglich sein.
Die Dockingstation
Veho Produkte zeichnen sich nicht zuletzt durch ihr schickes Design aus – schon die anderen von uns getesteten Bluetooth Lautsprecher der Firma haben nicht nur Qualität sondern sind auch noch nett anzusehen. Die Veho M5 selbst wirkt aber mit der Dockingstation erst so richtig: egal wo wir den Lautsprecher hinstellen; dass angehobene Design mit dem blau angeleuchteten Podest ist wahrlich eine Pracht. 
Neben dem USB Anschluss rastet noch ein weiterer Dübel im Lautsprecher ein
Das Kabel lässt sich leicht einsetzen
Ein gummierter Boden hätte die Rutschfestigkeit erhöht
Hat man einmal das USB Kabel angebracht, ist dies beim ersten Entfernen relativ schwerfällig aus der Dockingstation zu entnehmen. Das hat klare Vorteile (der Stand der Dockingstation ist garantiert fest) aber auch Nachteile (Abbauen des Lautsprechers wird in die Länge gezogen). Veho hat darauf Wert gelegt, dass die Kabel haargenau in die Dockingstation passen – wir sehen dies eindeutig positiv: es gibt nichts schlimmeres als Geräte, die sich zwar ineinander stecken lassen, allerdings schon beim ersten Windhauch auseinander fallen zu drohen.
Der Stand wird durch eine LED im Boden des Lautsprechers beleuchtet
Das Fazit
Nicht wenige Bluetooth Lautsprecher haben wir in den letzten Monaten ausprobiert  – den Richtigen für sich selbst zu finden kommt stark auf die eigenen Bedürfnisse an. Vor dem Kauf sollte man sich also stets fragen, wofür man den Bluetooth Lautsprecher verwenden möchte. Der Veho M5 überzeugt durch Klang und Akku-Laufzeit ist aber nicht so kompakt geraten wie sein kleiner Bruder, der M4. Dafür kommt der M5 mit mehr Watt in den Lautsprechern daher und dadurch auch einem überzeugenderen Klangbild. Anders als die „Anleitung“ (ja, die Anführungszeichen sind beabsichtigt) es suggeriert, wird beim Pairing keine Code-Eingabe benötigt. Das macht die Kopplung verschiedener Geräte sehr viel einfacher und erfreut Nerdbench – wer sich noch an die nervigen Verbindungsversuche mit altem Bluetooth Zubehör erinnert, weiß was wir meinen.
Für jede Gelegenheit ein Lautsprecher: das volle Veho-Programm

Für zukünftige Versionen des M5 (sollte Veho den Lautsprecher noch einmal neu auflegen) wünschen wir uns einen zeitgemäßen MicroUSB Slot zum aufladen sowie ein besser gelöstes Power-Management: uns fällt kein – wirklich kein! – Grund ein, warum der Lautsprecher während dem Ladevorgang die Wiedergabe pausieren sollte. Dies ist zwar mit längerem Druck auf die Bluetooth-Taste auszuhebeln (auch hier ein Danke an „Wie finden wir es?“), aber weder beim M4 noch der MIMI X3 war dieser ärgerliche Umweg nötig. 
So schnell verpacken wir den Lautsprecher nicht mehr!
Legt man auf den Luxus einer SD Karte wert und möchte sich einen eindeutigen „Hingucker“ auf den Nachtisch stellen, ist man beim Veho M5 genau richtig. Auch kleine Grillabende am Rhein (oder jedem anderen Fluss/See) kann der Bluetooth Lautsprecher untermalen. Für knapp 60 Euro  ist er derzeit bei Mobilefun zu bestellen. Wir sagen: zuschlagen! Auf Amazon kostet das Paket direkt 30 bis 100 Euro mehr!

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Über den Autor
Timm Mohn
Schreib- und Technikbegeistert. Freut sich über innovative Technik, kann Budget Smartphones nur bedingt ausstehen - WiFi Gadgets, wie die GoPro, umso mehr. Gründer von Nerdbench.com