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OnePlus One: China-Knaller der Extraklasse
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OnePlus One: China-Knaller der Extraklasse

von 29. August 2014

Wir haben schon viele Geräte aus China erhalten: jüngst das nicht sehr überzeugende iNew V3, aber auch den Redaktionsliebling XiaomiMi3. Unser heutiges Testgerät aus China kommt mit einem QuadCore Prozessor samt 2,5 GHz daher, bietet 3 GB Ram und 64 GB internen Speicher. Dazu gibt es eine sehr starke 13 Megapixel Kamera und sogar 5 MP auf der Front. Wer die technischen Daten liest merkt schon: hier kann eigentlich nichts schief gehen. Ob Nerdbench wirklich eine Eins vergibt, oder das OnePlus One nach dem Review in die Ecke knüllen möchte, erfahrt ihr nach dem Break.

Nerdbench bedankt sich bei TradingShenzhen für die Leihstellung des OnePlus One
Der Lieferumfang
Im Lieferumfang des OnePlus finden wir zum einen das One selbst, sowie ein Sim-Tray Tool. Dazu gibt es ein Netzteil und ein USB Kabel. Das war es auch schon: der Hersteller verzichtet auf unnötige Zugaben und erspart uns schlechte Kopfhörer. Eine Displayschutzfolie, wie sie bei vielen Geräten inzwischen mit geliefert wird, suchen wir vergebens. Dafür gibt es einen gratis NFC-Tag.
Der Lieferumfang des OnePlus One
Die Vorgeschichte
Über das OnePlus One wurde bereits viel geschrieben, allen voraus die „Smash the past“ Aktion, bei der Nutzer ihr altes Gerät zertrümmerten, in der Hoffnung ein OnePlus One zu erhalten. Leider wurde diese Aktion total missverstanden und so erhielt natürlich nicht jeder voreilige YouTube User ein brandneues One.
Wer ein OnePlus One kaufen wollte, brauchte lange Zeit Einladungen, um ein Gerät zu kaufen. Was ein wenig an das Brands-for-friends Prinzip erinnerte, schaffte es trotzdem für Rum zu sorgen: die Nutzer kommentieren ihren Kauf mit „Ich war so glücklich und habe einen Invite erhalten“ – hiernach bitte möglichst viele Ausrufezeichen vorstellen.
Auch in den ersten Verkaufswochen bekleckerte sich OnePlus nicht mit Ruhm: Geräte wurden mit komplett leeren Akkus rausgeschickt, Displays wiesen einen Gelbstich auf – im Fall von letzterem dachte man bei OnePlus gar nicht erst an einen Austausch. Trotzdem: der Hype um das Gerät bleibt. Als TradingShenzhen uns ein Gerät anbot, konnten wir nicht nein sagen.
Die Technik
Durch den großen Screen kommt das One auf 152.9 x 75,9 x 8,9 mm an Umfang, wiegt dabei aber mit 162g deutlich weniger als das etwa gleich große UMi X3 (180g). Die Front des OnePlus One nimmt ein großer 5,5 Zoll FullHD LTPS Bildschirm mit einer Auflösung von 1080 x 1920  sowie 16 Millionen Farben ein (401 ppi). Der Screen kann mit 10 Fingern gleichzeitig bedient werden. Es befindet sich kein Logo auf der Vorderseite des Gerätes. Nerdbench ist erfreut, dass man bei OnePlus nicht  nur auf Soft- sondern auch Onscreen-Buttons gesetzt hat: diese sind nach Googles Empfehlung (Zurück, Home, Multitasking) angeordnet – wahlweise kann der Nutzer aber auch die Softbuttons nutzen. Diese beleuchtet allerdings Menü, Home, zurück angeordnet – wer für diese Inkonsequenz verantwortlich ist, darf gerne seinen Schreibtisch räumen. Über dem Display sitzt die Uhrmuschel sowie eine fünf Megapixel starke Front Kamera. Links bringt der Hersteller die Lautstärke Tasten und rechts den Powerbutton an. Während das Gerät mittig auf der unter Seite per MicroUSB geladen werden kann werden kabelgebundene Kopfhörer auf der Oberseite eingesteckt. Auf der Unterseite befinden sich zu dem auch das Mikrofon für Gespräche und zwei Lautsprecher Grills, welche die Stereolautsprecher beherbergen.
Per Sim-Tray Öffner lässt sich eine Sim-Karte einlegen

 

Weiterhin gibt es rechts noch den Volumen-Rocker

 

Auf der Oberseite wird der Kopfhörer eingesteckt

 

Die Rückseite des Gerätes sorgt dafür, dass das OnePlus One sich von der Smartphone-Landschaft absetzt: wir können uns an kein Gerät mit einem solchen Grip erinnern. Ob die Rückseite jeden Geschmack trifft, steht allerdings auf einem ganz anderen Blatt. Auf der Rückseite befindet sich die 13 Megapixel Sony Exmor IMX 214 Hauptkamera (Blende: f/2) mit doppeltem LED Blitz und Noice-canceling Mikrofon. Die Bilder werden in einer Auflösung von 4128 x 3096 geschossen. Ebenso lässt sich auf der Rückseite auch das OnePlus Logo ausmachen. Damit dem Gerät nicht der Saft ausgeht wurde ein 3.100 mAh Akku verbaut. Dieser soll für 14 Stunden Sprechzeit und 288 Stunde im Standby bereitstehen. Da sich der Akkudeckel nicht (ohne viel Aufwand) entfernen lässt, muss der Sim-Tray Apple typisch mit einem Öffner aus dem Gerät gezogen werden.
Geladen wird an der Unterseite des Gerätes

 

Rechts befindet sich der Powerbutton

 

Die Unterseite kommt mit einer ordentlichen Portion Grip daher

 

Die Front ziert der 5,5 Zoll große Bildschirm
Im Inneren des OnePlus One tickt ein Snapdragon 801 mit 2,5 GHz, der von einer Adreno 330 samt 578 MHz unterstützt wird. Dazu gibt es 3GB LP-DDR3 1866 MHz Ram – diese Kombination sollte jede Anwendung flüssig über den Bildschirm laufen lassen. Zum Einsatz kommt CyanogenMod 11S, welches auf Android 4.4.2 basiert. Gefunkt werden kann über Bluetooth 4.1 (!), WLAN, LTE sowie NFC. Natürlich ist auch GPS an Bord. Daten können entweder auf  dem ohne Erweiterungsmöglichkeit recht knapp bemessen 16 oder in unserem Fall 64GB eMMC 5.0 internen Speicher abgelegt werden. Unsere Version kommt in „Sandstein Grau“ daher, es gibt allerdings auch eine weiße Variante.
Das Display
Mit 5,5 Zoll ist das Gerät vielen Nutzern bereits etwas zu groß – die Nerdbench kennt den Formfaktor aber bereits vom UMi X3 und hat ihn daran lieben gelernt. Mit dem großen Display lassen sich Dokumente sehr gut betrachten, Filme oder Serien machen auf dem kontrastreichen Display – unseres kommt ohne bereits angesprochenen Gelbstich daher – sehr viel Spaß. Auch im Freien müssen wir nicht auf das Gerät verzichten: der Screen ist ausreichend hell, um auch unterwegs zu whatsappen oder in Quizduell den Gegner mit unserem Wissen schlagen. Wir konnten keine Ghost-Touchs feststellen. Wie es sich für ein Premium Smartphone gehört, sind auch die Betrachtungswinkel sehr gut. Dank Gorilla Glass 3 haben wir es auch nach 2 Wochen noch nicht geschafft, das Gerät zu verkratzten – wer unser Mi3 gesehen hat, weiß das wir daran recht talentiert sind.
Drinnen…
…. und draußen lässt sich das Display gut betrachten

 

Auch wenn das Gerät mit dem 5,5 Zoll-Display in unsere Fahrradhalterung von Herbert Richter gerade so reinpasst, für die Durovis Dive VR ist das Gerät leider zu groß.
Der Ton
Das OnePlus One ist eine Multimedia Maschine und auch die Lautsprecher können (für den Preis respektive des Gesamtpaketes) überzeugen: im Gegensatz zum Fake-Stereo Lautsprecher des Nexus 5 (oder iNew V3) sind hier wirklich zwei Speaker verbaut worden. Diese sind laut genug für den Klingelton – selbst unterwegs – und auch den Wecker hört die Nerdbench zuverlässig. Für längere Wiedergaben empfehlen wir aber externe Lautsprecher wie die Boombottle h2o .
Die Boombottle h2o funkt mit dem OnePlus One
Die Gesprächsqualität des One ist sehr gut: das Gegenüber kann uns gut verstehen und auch wir hören die Gegenseitig ausreichend.
Die Akkulaufzeit
Dank dem großzügigen 3.100 mAh Akku kommt man mit dem OnePlus One sehr gut über den Tag. Wir haben etwa 60 Apps installiert, 3 Twitter Accounts im Hintergrund und lassen schlappe 7 eMail Adressen alle 15 Minuten checken: das OnePlus One lässt sich hiervon nicht beeindrucken und hält locker durch. Geht man sparsamer mit dem Gerät um, schafft man es auch noch auf einen weiteren Tag. Sollte dann doch mal der Akku leer sein, lässt sich dieser innerhalb von knapp unter 2 Stunden wieder aufladen.
Das OnePlus One ist blitzschnell aufgeladen
Die Kamera
Bei Geräten wie dem OnePlus One werden einige unsere Review-Geräte unnötig, wie etwa die Sony QX100: das Smartphone kommt mit einer sehr guten Kamera daher, die nicht nur die Kamera des Nexus 5 schlägt (was allerdings auch nicht sonderlich schwer ist), sondern auch die beste Kamera darstellt, die die Nerdbench je in einem Smartphone gesehen hat. Wir waren auf Fotosafari und haben alle Beispielsbilder bereits am Anfang der Woche hierveröffentlicht. Auch wenn die Kamera ohne optischen Bildstabilisator daher kommt, gibt es keinen Anlass sich über das Ergebnis – selbst bei Low Light – zu beschweren. Besonders erfreulich: die Kamera löst sehr schnell aus.

 

 

Die 5 Megapixel Frontkamera lässt Ellen DeGeneres Oscarselfie blass aussehen und macht gute Bilder. Dank Autofocus rücken wir die Gesichter ins rechte Licht. Leider kommt die App ohne das (zugebenermaßen Fun-) Feature des Xiaomi Mi3s daher: dieses schätzt das Alter der Personen, die Fotos von sich machen lassen.
Die Performance
Müssen wir überhaupt etwas hierzu sagen? Nein, eigentlich nicht: das OnePlus One liefert aktuellste Technik auf 5,5 Zoll und meistert jede, wirklich jede Aufgabe, die wir uns ausdenken können: kein Spiel, kein Film, kein Gadget, keine Anwendung ist zu hardwarehungrig, als das sie nicht auf dem Smartphone läuft. Auch Antutu Benchmark bestätigt dies und attestiert mit 37.628 Punkten dem Gerät eine (verzeiht den Ausdruck) verdammt flotte Performance.
Alle von Antutu Benchmark ausgelesen Daten
Unser völlig überfülltes Springfield meistert das OnePlus One mit links
Die Konnektivität
Mit dem OnePlus One bekommt man alles, was man sich in einem Smartphone wünscht: dank aktuellem Android können wir uns nicht nur zur Pebble, sondern auch LG G Watch über Bluetooth verbinden. Unserer Fitness bleiben wir mit der Jawbone UP24 auf der Spur, die ebenso nur mit mindestens Android 4.3 funktioniert. Erfreulicherweise hat das One keine Probleme, sich mit zwei oder mehr Geräten gleichzeitig zu verbinden, sodass wir den Sound der Sphero über die Boombottle h2o ausgeben können.
Die Sphero steuern wir über Stock und Stein

 

Mit WLAN bringen wir zuverlässig die Apps auf den neusten Stand, verbinden uns zur GoPro Hero 3+ und verwenden das OnePlus One als externes Display der Action-Kamera. Die Signalstärke kann uns überzeugen: der Nerdbench Router steht auf einem anderen Stockwerk und ist somit immer eine besondere Herausforderungen für die Hardware.
Die GoPro verbindet sich problemlos zum OnePlus One
Auch wenn das OnePlus One etwas groß ist, um es mit zum joggen zu nehmen, haben wir eine Runde auf dem Sportplatz gedreht und sind zufrieden mit dem Trackingergebnis: Runtastic zeichnet zuverlässig unsere Bewegungen auf (zusammen mit dem Runtastic Heart Rate Monitor). Auch wenn wir uns auf dem Fahrrad Richtung mit Hilfe der Fahrradhalterung von Herbert Richter unbekannte Ziele navigieren wollen klappt das ohne Probleme. Die Genauigkeit des Empfangs geht in Ordnung und der erste Fix war auch sehr schnell gefunden.
Die Fahrt kann los gehen
NFC wurde im letzten Jahr immer wichtiger: die Sony QX100 hat einen Near Field Communication Chip im Inneren und überträgt auf diese Art und Weise bei der ersten Verbindung die App-Adresse im Playstore. Ist die Anwendung einmal installiert verrät das Smartphone Objektiv auf diese Art und Weise das WLAN Passwort an das OnePlus One. Aber auch andere Geräte kommen inzwischen mit der hilfreichen Technologie daher, wie etwas unser Bluetooth Headset: die manuelle Kopplung entfällt. Gerade im Review vom iNew V3 ist uns aufgefallen, dass man die verschiedenen Verbindungen nicht mit genug Geräten testen kann, dort hatte die Kopplung mit der QX100 über NFC nicht funktioniert.
Die Verbindung wird über NFC angestoßen
Das Betriebssystem
An Bord des des OnePlus One befindet sich CyanogenMod 11S, welches auf Android 4.4.2 basiert. Neben diversen Modifikationen erlaubt das Gerät somit auch neuere Bluetooth Geräte, wie die UP24. Der Cyanogen Mod erlaubt dem Nutzer, sein System ganz nach dem eigenen Gusto zu gestalten, was beispielsweise Schriftarten aber auch die Bootanimation betrifft. Wir können die Gesten selbst einstellen, den Homescreen anpassen, die Batterieanzeige verändern. Das System ist – ähnlich wie MIUI – voll auf den Kunden ausgelegt, der seinem eigenen Geschmack uneingeschränkt nach gehen kann.
Die vorinstallierten Anwendungen

 

Auch das Display lässt sich einstellen

 

Wir könnten ewig weiter machen: Anfänger können sich leicht verlieren

 

Ein besonders schönes Feature: per doppeltem Tappen auf das Display lässt sich das Gerät aktivieren. Bugs konnten wir soweit fast keine erkennen. Während unserer Fotosafari war kurzzeitig der Zugriff auf die Kamera nicht möglich – woran das gelegen hat, lies sich nicht rausfinden. Der Fehler war einige Momente später behoben und das System arbeitete wieder normal.
Das Fazit
Es zieht sich wie ein roter Pfaden durch unser Review: mit den vorhandenen Spezifikationen kann man eigentlich nicht viel falsch machen: das OnePlus One ist ein grundsoldies Smartphone mit State-of-the-Art Technik im Inneren mit einem schon fast viel zu niedrigen Preis. Erfreulicherweise spart man bei OnePlus wohl an der richtigen Stelle: das Gerät kommt ohne Herzfrequenzmesser, Fingerabdruckscanner oder rückseitig gelegene Knöpfe wie bei LG Phones daher; Nerdbench begrüßt dies sehr.
Wir konnten kein Gadget finden, das nicht mit dem OnePlus One kompatibel wäre
Wie viele Smartphones heutzutage kommt das OnePlus One ohne SD Karten Slot daher. Wir werden nicht müde dies zu kritisieren, wobei unser Modell mit 64GB Speicherplatz keine Wünsche offen ließ. Die Batterie ist somit auch nicht austauschbar – wenn diese in einigen Nachgibt dient das OnePlus One nur noch als Briefbeschwerer. Abschließend würden wir uns für einen Nachfolger noch MHL wünschen, um das Gerät beispielsweise an Projektoren wie den Philips PicoPix 3410 zuschließen.
Nach dem Review haben wir noch etwas Spaß mit dem OnePlus One (Ghostbusters)

 

Für etwa 345 Euro inklusive DHL Express bei unserem Partner TradingShenzhen (welcher das Gerät leider, leider, leider wieder zurück bekommt) ist das OnePlus One mit 64GB ein echtes Schnäppchen. Wer sich derzeit nach einem neuen Smartphone umschaut hat dank guter Umsetzung keine andere Wahl, als sich mit dem OnePlus One auseinander zu setzen. Von uns gibt es eine klare Kaufempfehlung. Aufgrund der fehlenden Erweiterungsmöglichkeit des internen Speichers empfehlen wir allerdings direkt die 64 GB Variante zu kaufen.Und das Beste: bei TradingShenzhen braucht man nicht mal einen Invite!

Bewertung
Unsere Bewertung
Technik
9.0
Akkulaufzeit
8.6
Bildschirm
10
Betriebssystem
9.0
Performance
9.0
Konnektivität
9.0
Design
9.0
Ton
7.7
Speicher
10
Kamera
9.0
Bildqualität (Tag)
9.0
Bildqualität (Nacht)
9.0
Preis
9.0
Preis-Leistungsverhältnis
10
Fazit

Das OnePlus One ist ein Flagschiff mit Mittelklassen Preis: Dank großen Speicher, gutem Display und sehr guter Akkulaufzeit kann das Gerät vollends überzeugen.

9.1
Unsere Bewertung
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Über den Autor
Timm Mohn

Schreib- und Technikbegeistert. Freut sich über innovative Technik, kann Budget Smartphones nur bedingt ausstehen – WiFi Gadgets, wie die GoPro, umso mehr. Gründer von Nerdbench.com