Du liest gerade
Kommentar: Von schlechten Windows Geräten zu Apple getrieben

Kommentar: Von schlechten Windows Geräten zu Apple getrieben

von Timm Mohn27. August 2014
Die Nutzer haben sich eigentlich daran gewöhnt: jedes zweite
Betriebssystem von Microsoft ist Mist. Windows XP super, Vista not so much.
Windows 7 dagegen war wirklich schön und ist auch heute noch auf vielen
Rechnern der Nerdbench Redaktion installiert. Auf 7 folgt die 8 und der
Microsoft Fluch trifft die neue Betriebssystem Generation – ganz ohne die
Schuld von Microsoft; den der Software Konzern hat alles richtig gemacht. Nach
dem Break versuche ich meine Umzugserscheinungen und die Gründe für jenen zu
erfassen.

Eigentlich wollte ich
in diesem Artikel darstellen, warum das (inzwischen) neue Betriebssystem von
Microsoft mich zu MacOS wechseln hat lassen. Mit jedem Absatz wurde aber
deutlich: eigentlich ist es nicht das Machwerk von Microsoft, was mich in
Apples Arme getrieben hat, es sind die Windows Hardware-Hersteller. Dieser
Artikel spiegelt meine Gedanken während der ganz persönlichen Suche nach einem
mobilen Begleiter wieder.
Auch wenn ich mich länger Windows 8 verwehrte – es aber dann
doch ausprobierte – sitze ich nun an einem MacBook von Apple – und außer ein
paar kleinen Ärgernissen (Wieso ertönt
der Startsound aus den Lautsprechern trotz Kopfhörern, Apple?)
hab ich mich
lange nicht wohler gefühlt. Doch woran haperte es bei Windows 8 Geräten?
Microsoft hat alle Zutaten  in den
Codepool geworfen, welche ein perfektes Nutzererlebnis im Jahre 2014
garantieren würden. Leider kam das Betriebssystem bereits früher auf den Markt.
Man mag meinen: zu einem Zeitpunkt als der PC Markt noch nicht reif für dieses
neue Betriebssystem war. Spätestens 
während dem letzten Convertible Review fiel mir auf, wie gut Windows 8
doch funktionieren kann: einfach schnell das Display gedreht, weiter getouched
statt mit dem Mauspad herum geärgert. Das Problem hierbei: das Display war
Mist. Nicht, dass es zu Ghosttouches oder ähnlichem kam: die Blickwinkel waren
für die Tonne. Das Gerät kostet dabei aber satte 400. Ein weiteres Problem: der
Akku hielt auch nur gerade mal knapp über vier Stunden – ohne WLAN.
Und wirklich: blickt man auf Amazon zu schlanken Rechnern
(wohlgemerkt ohne ordentliche Hardware) findet sich unter 500 Euro kaum ein
(neues) Gerät, welches länger als sechs Stunden durch hält – und zwar im Office
Modus, von leistunghungrigeren Situationen wollen wir gar nicht erst anfangen.
Zurück geblickt auf das einmal im gleichen Preis- und Leistungsfeld
marschierendem HP Mini 5102, welches im Auslieferungszustand auf 8 Stunden kam,
kann ich hier nur genervt weiter klicken. Das ist ärgerlich: Wo sind die Geräte
für Studenten, welche den ganzen Tag in der Uni verbringen müssen und dort mit
dem Notebook mit tippen möchten ohne dabei genötigt zu werden, das Ladegerät
mit zu schleppen. Hierfür sind gewiss keine i5 Prozessoren nötig, PowerPoint
und andere für das Studium wichtige Bürosoftware läuft auch auf schwächeren
Geräten. Blicke ich mich in der Uni um, erlebe ich wenige Studenten, die es
sich leisten können, mal eben 1.000 Euro für ein Surface auszugeben. Und auch
wenn Chromebooks günstige Langläufer sind, die mit den richtigen Hardware
Komponenten, in den mobilsten Größen und mit einem angebrachten
Preisleistungsverhältnis daher kommen: drei Monate im Uni-Alltag und man ist
selbst als Linux Neuling bereit die durchaus komplizierte und Risikobehaftete
Installation zu wagen.
Da liefert Microsoft ein Betriebssystem, welches sich für
unterwegs bestens eigenen könnte und die Hersteller werfen nur katastrophalen
Müll auf den Markt als ob sie immer noch nicht wüssten, was sie mit dem OS
machen sollen. Das war vielleicht vor einem Jahr noch zu entschuldigen, heute
aber nicht mehr. Was hindert die Angestellten in der Produktentwicklung
eigentlich daran, sich mal fünf Minuten ernsthaft mit dem Betriebssystem
auseinander zu setzen und vernünftige Hardware Konzepte aufzusetzen? Und wenn
dieser Schritt dann doch mal erfolgt und misslungen ist, wieso schafft es kein
Qualitätmanagement einmal den Kopf zu schütteln, wenn das dabei
herausgekommene Produkte für die Tonne ist? Wieso können Hersteller Produkte
ohne Strafe auf dem Markt lassen, die Monate nach dem Start noch immer so
fehlerbehaftet sind das Switch (Quelle)?
Mir ist völlig klar, dass es in einer Preisklasse Abstriche geben muss und mit mehr Geld auch mehr Leistung daher kommt. Leider sind wir in
einer Preis-Konstellation angekommen, in der der Nutzer den Preisfilter von
Amazon selbst bei Noname Herstellern hoch drehen muss, um akzeptable
Komponenten (in Bezug auf den Akku!) zu erhalten. Meine Ansprüche waren denkbar
gering: sieben bis acht Stunden Akkulaufzeit und ein halbwegs schickes
(ThinkPads fielen somit raus) sowie leichtes Gerät. Ja, ich war sogar bereit
Windows 8 eine Chance zu geben. Der erste Kontakt auf fremden Rechnern lief nie
wirklich smooth: die Kacheln machen ohne Touchscreen so viel Sinn ein
Pulsmesser im Smartphone, der viel diskutierte Wegfall des Startmenüs musste
erst einmal verarbeitet werden. Kaum, dass das geschehen ist kündigt Microsoft
an, sich (leider) dem Nutzer zu beugen und den Startbutton zurück zu bringen –
Konsequenz sieht anders aus. Aber zurück zur Hardware: Nach der ersten Pleite
mit einem Tablet, welches leider mit defektem Akku geliefert wurde (Geräte
erhalten bei mir selten eine zweite Chance, wenn einmal Murks dabei war) und der
Schlappe mit der Convertible Pleite wanderte mein Blick zu Transformern, welche
allesamt in den Windows Varianten schreckliche Tastaturen – teils viel zu klein
oder unangenehmes Tippgefühl – mit in die Mischung brachten. Dazu kommen noch
die Probleme von Hardware in Verbindung mit Windows: beim Acer Switch wurde man
wohl bis heute noch nicht Herr der Tastatur. Ich hab in den letzten Jahren mehr
Notebooks von Windows 8 Geräte mit Windows 7 platt gemacht, als ich an zwei
Händen abzählen kann.
Spinnt man das Spiel weiter kommen immer weniger Geräte mit
höherem Pricetag in Frage. Und irgendwann befinden sich in der  – immer noch mageren – Auswahl auch ein Apple
MacBook. Saturn bietet die Air 11 Zoll Variante bereits für 799 Euro an – das
Gerät liefert dafür einen i5, über 11 Stunden Akkulaufzeit und schnelle
Performance. Die Frage, welches Gerät man nun nimmt hat sich in meinen Augen
schneller erledigt als der Verkäufer „Windows 8 ist klasse“ sagen kann.
Selbstverständlich bringt auch das Air seine Schwächen mit: kein SD Karten Slot
schmerzt bei 128 GB internem und nicht erweiterbaren Speicher vor allem mit
Blick auf die Zukunft ziemlich. Dafür ist das Gerät so leise wie ein Thin
Client und leicht wie eine Feder.
Das sind bereits mehr Vorteile als ich den meisten Windows
Notebooks oder Convertibles dieser Tage zu sprechen kann. Die Entscheidung,
welches mobile Gerät mich in den folgenden Jahren begleiten soll, war
getroffen: ein MacBook Pro, welches gerade erst eine Hardware-Aktualisierung
erhielt. Der Einschnitt in den Geldbeutel war sicherlich größer, als bei einem
Ultrabook mit Windows – und ein wenig flaues Gefühl war auch im Mix,
schließlich war der letzte Ausflug in Richtung MacOS gerade mal zwei Jahre her
und dauerte höchstens (sehr frustrierende!) 20 Minuten, eher der Mac Mini
wieder zu Amazon zurück wanderte.
Mein neuerlicher Umstieg ist nun 2 Wochen her und ich habe
den Schritt nicht bereut. Klar, manche Sachen werde ich so schnell nicht
verstehen (Wieso kann ich von meiner
nicht schreibgeschützten SD Karte keine Daten ausschneiden, Apple?)
  und einige Dinge sind deutlich umständlicher
als unter Windows (drei Tasten für einen
Screenshot!
) aber – und hier setzt sich das MacBook von Windows Rechnern ab
– : das Betriebssystem ist haargenau auf die Hardware abgestimmt und es kommt
zu fast keinen Problemen im Betrieb. Einzelne Fehler (wie ein nicht erkannte Logitech Dongle) kann ich verzeihen, möchte
ich sogar verzeihen – vor allem wenn ich daran denke, wie viele Kompromisse mir
durch das MacBook erspart wurden.
Klar, man könnte nun Windows auf das MacBook installieren.
Und obwohl ich dies beispielsweise beim HP Chromebook 14 am liebsten bereits
seit Wochen getan hätte, habe ich im Falle des MacBooks bisher nicht mal daran
gedacht, das Betriebssystem auszutauschen. Microsoft verliert Kunden nicht
wegen ihrem eigenen Produkt, sondern Geräten auf dem das Betriebssystem läuft.
Da hilft kein kostenlos anbieten von Windows 8 mit Bing, genauso wenig wie
Tablets welche mit sage und schreibe 16 GB daher kommen und für 149 Euro den Einstieg des
Nutzers in die Windows 8 ermöglichen sollen. Was fehlt sind vernünftige Geräte
mit ebenso angebrachtem Pricetag, welche sich mehr an Windows 8 statt 7
orientieren. Microsoft hat in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, wie gut
sie darin sind, Hardware-Herstellern Auflagen für das Betriebssystem zu stellen
– man erinnere sich nur den Netbook Wahnsinn -, es wird Zeit, dass der Konzern
hier wieder durchgreift und die Hersteller zur Ordnung ruft, bevor das
Betriebssystem Windows noch mehr Beulen im Rumpf erhält

Ich bin weit davon entfernt, wie manche YouTuber nasse Augen
beim Auspacken eines neuen MacBooks zu bekommen – mein Herz hat das Gerät
dennoch erobert.
Was denkst du?
Grandios
0%
Genial!
0%
Es ist Liebe
0%
Kann man machen
0%
Wos?
0%
Nope.
0%
Über den Autor
Timm Mohn

Schreib- und Technikbegeistert. Freut sich über innovative Technik, kann Budget Smartphones nur bedingt ausstehen – WiFi Gadgets, wie die GoPro, umso mehr. Gründer von Nerdbench.com