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iNew V3: Solides Chinasmartphone mit billigem Preis-Tag

iNew V3: Solides Chinasmartphone mit billigem Preis-Tag

von Timm Mohn4. August 2014

Ein Smartphone mit QuadCore Prozessor, NFC, 16 GB
internem Speicher und einer 13 Megapixel Kamera für nur knapp 150 Euro? Die
Nerdbench hat sich in den vergangene zwei Wochen den offensichtlichen
Preisbrecher genauer angeschaut und unter die Lupe genommen. Auch wenn der
Nachfolger, das iNew V3 bereits aufgeschlagen hat, ist das Chinasmartphone
einen zweiten Blick wert. Alle Details gibt es nach dem Break.

Nerdbench bedankt sich bei DX.com für die Bereitstellung des iNew V3

Der Lieferumfang
Öffnen wir die OVP des iNew V3 finden wir das Smartphone
selbst sowie ein kleines Anleitungsheftchen vor. Dazu gibt es ein USB Kabel und
das passende Netzteil. Wirklich erfreulich ist die zweite Display-Schutzfolie die dem Gerät bei liegt: auf unserem iNew V3 war bereits eine solche angebracht. Eine Zugabe auf die iNew gerne verzichten dürfte: die
Kopfhörer. Diese klingen nicht gut und fühlen sich bereits billig an, kaum dass
man sie in die Hand nimmt.
Die Technik
Die Front ziert ein 5 Zoll IPS Display mit einer Auflösung von 720×1280 Pixeln. Darunter sitzen drei Softbuttons, von denen vorallem der Homebutton heraussticht: statt dem normalen Design finden wir hier einen lang gezogenen Button vor. Über den Bildschirm sitzt die 5 Megapixel Frontcamera, samt einigen Sensoren. Mit den Angaben der Leistungsdaten des iNew V3 wird manchmal gespielt: auch Antutu Benchmark attestiert noch heute der Kamera eine Stärke von 18 Megapixeln – dies ist leider nicht ganz richtig: auf der Rückseite befindet sich eine 13 Megapixel Cam. Diese wird unterstützt von einem LED Blitz.

Die Spuren auf der Rückseite waren bereits bei Auslieferung am Gerät

 

Die Tasten an der Seite sind beschriftet

 

Die Positionierung vom USB Port wird Navigationfreunde wenig begeistern

Während auf der Front keine Logos zu finden sind prangt
auf der Rückseite das iNew Logo. Ebenso schnell fällt der NFC Aufkleber
auf: hier muss die Antenne eingeclippt werden. Nerdbench war anfangs
wohl zu vorsichtig, weswegen wir zunächst keinen Ausschlag bei NFC
Produkten feststellen konnten. Neben der bereits erwähnten Near Field
Communication stecken noch WLAN 802.11 B/G/N, GPS und Bluetooth 4.0 an
Bord. Angetrieben wird das V3 von einem MediaTek MT6582 QuadCore
Prozessor mit 1,3 GHz. Diesen kennen wir bereits aus dem Kazam Thunder Q4.5 sowie eFox Value C6. Der Prozessor wird von einem GB Ram
unterstützt. Ordentlich Platz für Bilder, Videos oder Apps stehen dem
Nutzer auf 16 GB Rom zur Verfügung. Dieser kann sogar noch erweitert
werden: unter dem abnehmbaren Akku-Deckel versteckt sich ein MicroSD
Kartenslot.Darüberhinaus ist es möglich, der USB-OTG den Speicher zu erweitern.

 

Auch der Powerbutton hat eine Beschriftung

 

Die Speaker-Grills sind eine Frechheit

 

Die Front des 5 Zoll Smartphones
Dank DualSim können zwei Sim-Karten eingelegt werden

Beim iNew V3 handelt es sich um ein DualSim Smartphone mit einem Slot für Micro sowie Mini-Simkarten. Es gibt inzwischen verschiedene Chargen des V3, wenn wir den Aufkleber im Akkufach richtig deuten, dürften wir Hardware Built Nummer 4 erhalten haben. An Bord ist Android 4.2.2, die ersten KitKat (4.4) Roms sind allerdings bereits in der Mache. Derzeit finden sich aber viele Kommentare bei Needrom, dass die Roms nicht richtig laufen, weswegen die Nerdbench erst einmal davon absieht, die Roms zuflashen und den Test mit Android 4.2 bestreitet. Auf der Oberseite hat iNew neben dem Headphone-Jack auch den MicroUSB Port angebracht. Auf der Unterseite lächeln den Nutzer zwei Lautsprecher-Grills entgegen, die leider nichts weiter als Fake sind: Das iNew V3 kommt nur mit einem Monolautsprecher daher. Interessanterweise befindet sich der Powerbutton links und der Volumen-Rocker rechts. Diese Belegung ist auch noch nach 2 Wochen eher ungewöhnlich.

USB OTG funktioniert gut
Die Akkulaufzeit
Mit 1820 mAh ist der Akku des iNew V3 etwas schmaler
geraten als in anderen Geräten mit dem MT6582 – das eFox Value C6 kommt
beispielsweise mit 180 mAh mehr daher. Den Unterschied merkt man gefühlt auch
im Alltag: während beim C6 am späten Abend noch Raum nach unten ist, läuft das
V3 auf den letzten Metern und wünscht sich ein Ladegerät herbei. Sollte dem iNew V3 doch mal der Saft ausgehen, ist der Akku in knapp unter 2 Stunden wieder aufgefallen: für ein Prozent benötigt das Gerät 1 Minute und 10 Sekunden (getestet mit System Monitor).
Das Display
Das IPS Display kann überzeugen: egal ob wir Filme oder
Serien schauen, die Farbwiedergabe oder aber auch die Winkel sind sehr gut.
Dank des guten Helligkeitwertes können wir das V3 auch problemlos zur
Navigation (s.u.) in unserer Fahrrad-Halterung von Herbert Richter einsetzen – so
finden wir nicht nur durch die Voice Commands den Weg zum Ziel.
Das Display im Freien

Es gibt in unterschiedlichen Foren wie Chinamobiles immer wieder Berichte, dass sich das Display des V3 mit der Zeit löst. Dieser Fehler ist bei unserem Exemplar glücklicherweise noch nicht aufgetreten.

Der Ton
Ein wenig dreist sind die Stereo-Lautsprechergrills auf
der Unterseite des V3s schon: das Chinasmartphone kommt nur mit einem
Monolautsprecher daher, der ruhig etwas lauter ausfallen dürfte. Den Wecker
wird man problemlos hören können und auch Anrufe unterwegs hören – wir
verlassen uns allerdings stark auf den Vibrationsalarm. Während Gesprächen
hören wir das Gegenüber sehr gut, auch die andere Seite klagt nicht
Verständigungsprobleme. Für längere Musikwiedergaben empfehlen wir unbedingt einen Bluetooth Lautsprecher, wie die Jawbone Big Jambox.
28 Minuten Review schauen: nur mit der Big Jambox von Jawbone

Die Performance
Ein Blick auf die Leistungsdaten reicht eigentlich bereits, um zu wissen, dass das V3 flüssig läuft: dank dem QuadCore Prozessor von MediaTek ist das Smartphone gut gerüstet für den Alltag. Die gelben Bewohner unseres Springfields in Simpsons Tapped Out sammeln fleißig auch größere Geldmengen ein. Die Minions in Minion Rush schicken wir Runde für Runde über die Leitungen in Grus Labor und bei Asphalt 8 quietschen die Reifen ganz nach unserem Geschmack. Alltägliche Aufgaben wie Google Docs, WhatsApp oder ähnliches sind auch kein Problem für das V3: mit etwa 60 installierten Apps haben wir noch 300 MB Ram frei und das Smartphone muss nicht täglich neugestartet werden um wieder flüssig zu laufen.

Alle von Antutu Benchmark ausgelesenen Daten

Das vom eFox Value C6 bekannte Problem, das YouTube ins Stocken gerät konnten wir auch beim V3 feststellen. Andere Filmquellen laufen flüssig: während Tipp-Pausen dieses Reviews schauen wir die aktuelle Lego-Folge der Simpsons und sind auch mit der Wiedergabe der letzten Folgen Nikita zufrieden.

Die Kameras
Mit 13 Megapixeln möchte das V3 in der obersten
Kamera-Liga mitspielen –schafft dies aber nur bedingt: die Fotos werden bei
Tageslicht gut, im späteren Verlauf des Tages nimmt die Qualität zum Abend hin
aber stetig ab. Viele Beispielbilder zur iNew V3 Kamera gibt es an dieser Stelle.
Wir waren auf Foto-Safari.
Auch die Front-Kamera ist mit 5 Megapixeln stark: Selfies
sind kein Problem für das V3, erfreulicherweise kommt diese auch mit Touch-to-focus daher.
Die Konnektivität
Der schönste Teil am Smartphone Test ist für die
Nerdbench eindeutig Bluetooth: wir verbinden uns schnell mit unserem
Roboter-Ball Sphero und steuern jenen durch die Gegend. Gleichzeitig funkt das
V3 die Audioausgabe störungsfrei an die Jawbone Big Jambox, ohne dabei die
Sphero ins straucheln zu bringen wie es manchmal bei billigeren Geräten der
Fall ist.
Die Sphero ist einsatzbereit!

 

Per WLAN updaten wir zu Beginn erst einmal viele
Anwendungen – das geschieht allerdings sehr langsam: das V3 kommt nicht mit dem stärksten WLAN daher, wodurch es desöfteren zu Verbindungsabbrüchen kommt. Darüber hinaus verbinden
wir uns störungsfrei zu unsere GoPro Hero 3+ – leider wird die Fotovorschau vom V3 nicht unterstützt, das Bild bleibt folglich leer.
Per WiFi können wir zwar die Einstellungen ändern, aber kein Bild sehen

 

Per NFC connecten wir uns normalerweise zur Sony DSC-QX100, welche so nicht
nur die App aufrufen bzw. herunterladen kann, sondern auch das WiFi Passwort
überträgt. Im Fall vom V3 kam so keine Verbindung zustande: die QX100 erkennt das V3 zwar, aber bricht nach einigen Sekunden ab. Zunächst war nicht mal das möglich: hat der Nutzer den Akkudeckel vom V3 entfernt, so muss die Antenne im Anschluss mit erhöhtem Druck wieder eingebunden werden. Das Pairing mit dem Supertooth Freedom wird auf diese Art ebenfalls
erleichtert: ein kurzer Kontakt von Smartphone und Kopfhörern reicht aus, um
die Bluetooth Verbindung herzustellen. Da der NFC Kontakt hier anstandslos funktioniert, würde Nerdbench zu gerne wissen, woran der Fehler mit der QX100 liegt – herauszufinden war dies nicht.
Unsere Bluetooth Kopfhörer Freedom verbinden sich problemlos mit dem V3

 

Die Kamera QX100 erkennt das V3 – danach passiert nichts
Früher galten MediaTek Geräte als Garant für schlechte
GPS Verbindung – dies ist mit der neuen Generation an Prozessoren Geschichte; dachten wir jedenfalls. Obwohl im V3 der selbe Prozessor wie im Kazam Thunder Q4.5 tickt – welches problemlose GPS Connections erlaubt – braucht das V3 erst Tricks, um sich korrekt zu verhalten. Wenn bereits Firmwares „GPS-Fix“ im Namen tragen, ist dies normalerweise kein gutes Zeichen. Unsere Hoffnung ist, dass mit den kommenden Android 4.4 Updates diese Probleme beseitigt werden.
Das Betriebssystem
Wie bereits erwähnt nutzt das iNew V3 Android 4.2.2 Wir haben aber recht schnell auf das Costum Rom Tsunami gestetzt. Dieses erhält OTA Updates von der Coderin, die das Rom schrieb. Hier wurde der Nova-Launcher vorinstalliert und weitere Apps wie die SNAPit Camera installiert. Letzter sollte bessere Bilder mit der V3 Kamera erzeugen, das können wir aber so nicht bestätigen – das Ergebnis bleibt gleich. 


Android läuft rund und wir sind noch an keine Ecke gestoßen, in der uns das Smartphone Software-mäßig verlassen hat.

Der Händler
DX.com hat vor kurzem auf Chinamobiles nach neuen
Reviewern gefragt und Nerdbench hat sich selbstverständlich darauf hin
gemeldet. Nach gutem sowie regelmäßigem (englischen) Kontakt war unser
Review-Gerät schnell auf dem Weg in die Redaktion, wurde allerdings über 10
Tage vom GDSK
aufgehalten. Nach einer Internet-Zoll-Anmeldung schaffte es die
Nerdbench, die vom GDSK erhobenen Gebühren zu umgehen – der Zeitaufwand (etwa 15 Minuten) steht in
keinem Vergleich zu den vom GDSK veranschlagten 25 Euro. Da hilft es auch
nicht, dass DX die Ware mit einem sehr niedrigen Zollwert deklariert. Nerdbench hat selbstverständlich beim Zoll den richtigen Warenwert angegeben und mit entsprechenden Unterlagen belegt.
Desweiteren teilte uns DX.com nach dem Versand mit, dass
das Gerät wohl kurz vor dem Versand herunter gefallen war – und nun leider
verkratzt versendet wurde. Nerdbench schluckte bei diesem Satz doch stark,
schließlich würden wir als Kunde nicht wollen, dass ein solches Gerät uns
erreicht. Wir haben DX mitgeteilt, dass dieser Umstand in diesem Review
erwähnen wird. Der Shop hat dies gut aufgenommen und uns nicht versucht zum
Schweigen zu bringen, was wir sehr vorbildlich finden.
Das Fazit
Das iNew V3 ist inzwischen ein halbes Jahr auf dem Markt,
der Nachfolger ist bereits erschienen. Das Gerät kann für etwa 139 Euro – plus 21
Euro Zollgebühren – dennoch überzeugen: gerade NFC ist in dieser Preisklasse
sehr selten, 16 GB Speicherplatz sucht man nicht minder vergebens bei der
Konkurrenz. Wir hätten uns noch MHL gewünscht – dieser Standard wird allerdings
in den seltensten Fällen verbaut. Die Nerdbench kann das Gerät jedem ans Herz
legen, für den auch die letzte Generation – zum vergleichsweise günstigeren
Preis – in Ordnung geht.

Android 4.2 Jelly Bean wird bald abgelöst

 

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Über den Autor
Timm Mohn

Schreib- und Technikbegeistert. Freut sich über innovative Technik, kann Budget Smartphones nur bedingt ausstehen – WiFi Gadgets, wie die GoPro, umso mehr. Gründer von Nerdbench.com