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HP Pavilion x360: Richtig schicker Convertible mit richtig unschönen Schwächen

HP Pavilion x360: Richtig schicker Convertible mit richtig unschönen Schwächen

von Timm Mohn19. August 2014

In den letzten zwei Wochen hat sich die Nerdbench mit
dem  x360 von HP beschäftigt: während
unseres Reviews hat sich das Notebook auf der Gamescom als Redaktionsrechner
(fast) erfolgreich bewiesen und stand uns eifrig zur Seite. Nicht nur das Äußere ist schick, auch das Innere liest sich gut: mit einem DualCore Prozessor
sowie 500 GB Festplatte und 4 GB Ram ist das Convertible ganz gut aufgestellt.
Weitere Stärken und Schwächen erfahrt ihr nach dem Break. 

 Nerdbench bedankt sich bei HP für die
Leihstellung des HP Pavilion x360
Der erste Eindruck
Im sehr schlanken Karton des HP Pavilions befindet sich
neben dem Notebook selbst noch ein kleines Anleitungsheftchen. Darüber hinaus
liegt kein weiteres Zubehör bei. Dafür fühlt sich das Gerät von Anfang an sehr
wertig an und vor allem das Rot des Cases ist eine Wucht: so ein schickes
Notebook hat die Nerdbench noch nie besessen. Beim Einrichten des x360 fällt
die Tastatur positiv auf: obwohl das Gerät mit seinen 11 Zoll recht kompakt
ausfällt, lässt es sich auf dem Keyboard sehr gut tippen – das Mouspad reagiert
ebenso zuverlässig.

Der Lieferumfang des HP Pavilion x360

Erfreulich: auch während wir das Gerät beispielsweise bei
der Einrichtung stark fordern, wird das x360 nicht heiß oder der Lüfter laut.
Der Vorteil eines Touchscreens wird unter Windows 8.1 sehr schnell deutlich:
das Gerät ist deutlich schneller per Fingereingabe herunter gefahren, als
manuell via Mausklicks. Während die meisten Geräte nur mit einem Power-Button
daher kommen, bietet das HP Convertible auch noch einen Volumen-Rocker an der
linken Seite. Neben dem Powerbutton befindet sich eine LED; jene zeigt blinkend
an, ob das Gerät gerade im Standby läuft – hier verliert das Gerät kaum Strom! –
oder mit dauerhaftem Leuchten eingeschaltet ist.
Die Technik
Besonders hervor sticht beim HP Pavilion x360 direkt die
Farbe: wer will das Gerät schon in Silber kaufen, wenn es auch in diesem
wunderschönen Rot verfügbar ist? An Bord ist Windows 8.1 Pro 64 Bit. Für eine
flüssige Performance soll ein Intel Celeron N2820 mit Intel HD GPU sorgen.
Jener taktet mit 2,13 GHz und verfügt über 1 MB Cache. Es handelt sich bei dem
N2820 nur um einen DualCore Prozessor. Die Intel HD GPU entspricht einer HD Graphics Gen7 4EU-Chip mit 2 GB Videospeicher und 533 MHz. Da es sich
beim x360 um ein Convertible handelt, lässt sich das Display – namensstiftend –
um 360° drehen. So verwandelt sich das Gerät auf Wunsch des Nutzers in ein
Tablet oder lässt sich als Zelt (Tent-Mode) aufstellen. Das 11,6 Zoll Display
kommt mit einer Auflösung von 1366 x 768 Pixeln daher. Über dem Display steckt
eine „HD Webcam“ (dazu später mehr) samt Mikrofon.

Das Rot auf Ober- und Unterseite sieht sehr schick aus

Der Bildschirm lässt….
…. sich um bis zu…

….360° drehen und somit verwandelt sich das Notebook zum Tablet

Dem Gerät stehen 4 GB DDR3 Ram mit 1.600 MHz zur Seite.
Der Nutzer kann seine Daten auf der mit 500 GB recht großen Festplatte (Seagate
ST500LT012) speichern. Diese fällt mit ihren 5400 U/min natürlich hinter SSDs
zurück. Musik wird über die getrennt voneinander sitzenden Stereo Lautsprecher
mit Beats Audio wiedergegeben. Auch wenn das Gerät mit 11,6 Zoll recht kompakt
ist, verbaut HP eine nur wenig kleinere Tastatur, als man sie von anderen
Notebooks kennt (97 %) – dieser Aspekt fällt wie bereits erwähnt sehr positiv
auf. Ins Internet gelangt der Nutzer entweder über den Ethernet Port, oder aber
WLAN (b,g,n). Darüber hinaus verfügt das x360 auch über Bluetooth 4.0. Der Nutzer
kann weitere Geräte über zwei USB 2.0 Ports oder einen USB 3.0 Port anschließen.
Mit dem SD Karten Reader liest der Nutzer jeden aktuellen Speicherchip aus. Damit
das Gerät nicht geklaut wird, kann es mit einem Kensington Keylock gesichert
werden.

Aber auch im normalen Notebook Modus macht es eine gute Figur

Die nötigen Anschlüsse finden sich links und rechts

Dort fällt vorallem der Volumen-Rocker auf

Die gummierten Füße des HP Pavilion x360 sorgen für einen festen Stand
Um Spiele wie Minion Rush auf dem x360 zu ermöglichen,
spendiert HP dem x360 einen Beschleunigungsmesser, Gyroskop. Die automatische
Helligkeit wird per Umgebungslichtsensor geregelt. Auf dem Whitesheet fällt
direkt der doch etwas knapp bemessene – nicht austauschbare – Akku auf: nur 29 Wh
schreibt der Produktkatalog von HP aus. Ob das ausreicht, wird unser Review
zeigen müssen. Das Gesamtpaket ist 1,4 Kg schwer und somit sehr portabel.
Das Display
Das 11,6 Zoll TN-LED Display macht zunächst einen guten
Eindruck, der leider direkt abfällt, sobald man das Gerät als Tablet oder im
Zelt-Modus betreibt: Die Farben verfärben sich schnell und die Blickwinkel sind
sehr instabil. Hat man sich das Gerät für sich selbst eingestellt, lässt sich
allerdings gut mit dem x360 arbeiten. Es ist natürlich sehr ärgerlich, dass ein
Gerät, welches so stark auf den drehbaren Bildschirm ausgelegt ist so stark abfällt. Wer in der Produktplanung für
den Einsatz des Panels verantwortlich war, sollte selbst mal dazu verdonnert
werden, mit dem Gerät ein paar Monate zu arbeiten.

Serien mit dem HP Pavilion x360 schauen macht mobil und zuhause Spaß
Ein weiterer Abstrich sind die Spiegelungen auf dem
Display: im Freien lässt sich mit dem Gerät nur bedingt arbeiten (Helligkeit:
181 cd/qm) – Nerdbench war stets auf der Suche nach schattigen Plätzen. Indoor
überzeugt das Display dafür mit sehr schöner Farbwiedergabe und Darstellung.

Leider ist das Display nicht entspiegelt

Selbstverständlich haben wir das Gerät auch ausführlich
als Tablet genutzt: der Touchscreen des x360 arbeitet zu unserer vollsten
Zufriedenheit. Da Tastatur und Touchpad im Tablet Modus deaktiviert werden,
kommt es auch nicht zu fehlerhaften Eingaben.
Der
Klapp-Mechanismus
Erst vor kurzem hatten wir über die Nachteile von Tablets
im mobilen Leben gesprochen: zu oft werden Bluetooth Tastaturen zu hause
gelassen oder vergessen auf zu laden. Im Ergebnis heißt das, dass mit Tablets
langfristig nach unserer Erfahrung nicht produktiv gearbeitet wird. Der Tent-Mode
beim HP Pavilion x360 schlägt die Brücke zwischen Notebook und Tablet: je nach
aktueller Laune und Nutzungsabsicht können wir das Gerät als Tablet (Content
konsumieren) oder Notebook (Content erarbeiten) nutzen oder mit Kickstand bei
270°. Die Tastatur kann unterwegs nicht vergessen, aber im jeweiligen Modus
abgeschaltet werden.

Unterwegs via Bluetooth Kopfhörer bereit für die Videowiedergabe

Manchmal haben wir beobachtet, dass sich das Display
nicht zuverlässig anpasst und wir im Notebook-Modus noch mit dem Tent-Screen
leben mussten. Dies lässt sich einfach fixen, in dem das x360 noch mal zum
Tablet und wieder zurück verwandelt wird; schon ist der Screen wieder richtig
angepasst.
Die Webcam
Skype Chats sind heutzutage aus dem Alltag nicht mehr weg
zu denken. Mit der HD Cam des x360 gewinnt man allerdings leider so schnell
keinen Blumentopf: die Bilder wirken verschwommen und unscharf. Das Gegenüber
kann uns über das intrigierte Mikrofon gut verstehen, wir setzen allerdings
hauptsächlich den Rode Podcaster ein. Alle Beispielbilder lassen sich hier finden.

Wir haben Leute Selfies machen lassen…

… das Ergebnis fällt hier sogar noch gut aus

Der Ton
Die Beats-Audio Aufdruck verspricht bereits satten Sound und
tatsächlich liegen Welten zwischen dem Lautsprecher des HP Chromebook 14 und
dem des x360. Zwar fehlt dem Pavilion ein Subwoover, die Lautsprecherleistung
kann dennoch im Vergleich zu anderen Geräten überzeugen. YouTube Videos sowie längere Filme machen – auch per Kopfhörer – mit dem x360 Spaß.

Die Qualität hört der Nutzer

Die Performance
Der Intel Celeron 2820 treibt mit seinen 2,13 GHz das
Windows 8.1 Tab zuverlässig an: egal ob wir mit überdurchschnittlich vielen
Tabs recherchieren oder aber einen mehrseitigen Blogbeitrag (vom Coolpad F1)
erstellen und bearbeiten: das x360 lässt uns nicht im Stich. Das ist vor allem
bemerkenswert, da das Chromebook 14 bei Blog-Arbeiten in die Knie gegangen ist.
Auch Multimedia ist kein Problem für das Convertible: ohne Lag schaut sich die
Nerdbench den wöchentlichen Nachrichten-Blog von LeFloid an oder suchtet die
letzten Folgen von „Silicion Valley“.

Das HP Pavilion x360 einget sich als Multimedia-Gerät

Wem der Bildschirm des x360 für längere Arbeiten zu klein
ist, der verbindet sich über HDMI mit einem Projektor oder Beamer. Im Test
klappte das sehr gut: wir verbinden das x360 regelmäßig mit dem Philips PicoPix3410: das Gerät kennt das HDMI-Gerät schnell und schaltet in den Spiegelmodus
um. Trennen wir die Verbindung zum Projektor, wechselt das Notebook zuverlässig
die Auflösung.

Performance Schwäche: ein paar Sachen müssen noch wirklich lange erledigt werden

Aufwendige Video- oder Fotobearbeitung mit Photoshop oder
ähnlichem sind zwar nicht drin – damit hat aber (hoffentlich) auch niemand
gerechnet. Mit dem Windows Movie Maker (WMM) lässt sich auf dem x360 arbeiten –
mit ein wenig Einarbeitung lassen sich hiermit auch gute Videos schneiden: die
alten Netbook-Tagebuch Episoden wurden auch mit dem WMM erstellt. Alles in allem
lässt sich mit dem x360 überraschend gut arbeiten, wenn da nicht der
zweitgrößte Kritikpunkt wäre,….
Die Akkulaufzeit
Fassen wir zusammen: wir haben ein super performantes
Convertible mit mittelmäßigem Display und gutem Ton, dass nicht nur schick
aussieht sondern auch noch richtig gut und fast ohne Bugs funktioniert. Soweit
könnten wir noch mit allen Abstrichen leben, wenn da nicht das dickste Aber
wäre, welches dieser Test beinhaltet: die Akkulaufzeit. Bei normalen Arbeiten –
wie etwa diesem Blog-Artikel oder Hausarbeiten schreiben – ist nach knapp 3 Stunden
und 47 Minuten Schluss. Schaltet man WLAN aus und arbeitet offline verlängert
sich die Laufzeit zwar um eine halbe Stunde, der Mensch lebt heutzutage allerdings
online und somit ist eine Akkulaufzeit von unter 4 Stunden einfach völlig am
Konsumenten vorbei geplant. Wir haben mit HP Rücksprache diesbezüglich
gehalten, welche die Abstriche auf den Preis zurück führten. Nun handelt es
sich hierbei aber nicht um ein 300 Euro Einsteiger Gerät, sondern ein
Convertible, welches mal 400 Euro – aktuell 389 Euro – kostete.
Selbstverständlich kommen teurere Modelle mit stärkeren Akkulaufzeiten daher,
allerdings gibt es in der Preisklasse deutlich längere Akkulaufzeit (und sei es
in Form eines reinen Tabs mit Tastatur-Dock) weswegen sich HP hier unnötigerweise
ins Aus schießt: kein Uni Tag ist nach 4 Stunden vorbei, auch der Chef dürfte
nicht erfreut sein, macht man sich 3 ½ Stunden vom Acker. Beim x360 ist somit
ein Ladegerät Pflicht, außer man nutzt das Gerät nur mal eben für die 20
Minuten Pendelstrecke zur Arbeit. Gerade der Tent bzw. Tablet Mode macht das
Gerät ultramobil, während der Akku diesen Vorteil komplett zu Nichte macht. Für
die Laufzeit verschreiben wir dem Produktverantwortlichen zusätzliche 5 Monate mit
dem Gerät.
Die Konnektivität
Das HP Pavilion x360 kommt mit WLAN und Bluetooth daher.
Über letzteres verbindet sich die Nerdbench mit der Microsoft Wedge Maus um vorallem bei längeren Arbeiten etwas komfortabler zu agieren. Auch mit der Boombottle h2o connected das x360 binnen weniger Augenblicke.

Die Verbindung zu Bluetooth Lautsprechern wie der Boombottle h2o ist kein Problem

Über WLAN connecten wir zum Router in der Redaktion, aber
auch dem Pressecenter der Gamescom – beides erfolgreich. Entfernen wir uns
etwas weiter vom Router fällt auf, dass die Antennen wohl nicht so stark sind,
wie im Chromebook 14 von HP: die Verbindung reißt leichter ab, als bei jenem. Windows
Updates oder der neuste Treiber des HP Officejet Pro 8610 lassen sich
blitzschnell herunterladen und auch Minion Rush landet via WiFi zügig auf
unserem x360. Sind wir unterwegs auf eine WLAN-Verbindung angewiesen verbindet
sich das Gerät zuverlässig mit dem Hotspot unseres Xiaomi Mi3.
Das Fazit
In unserem Testzeitraum arbeitet das HP Pavilion x360
fast fehlerfrei: bis auf einen „Windows wird vorbereitet“-Fehler beim
Herunterfahren des Gerätes konnten wir keine außergewöhnlichen Bugs
feststellen. Auch nach den intensiven Tagen auf der Gamescom hat sich an
unserem positiven Eindruck der Tastatur und des Touchpads nichts geändert: wir
haben sehr gut mit dem Gerät arbeiten können – jedenfalls, wenn das
Ladegerät und eine Steckdose zur Verfügung stand. Für die nächste Revision wünscht sich Nerdbench aus bereits
erwähnten Gründen einen deutlich dickeren Akku sowie einen Blickwinkel-stabileres
Display. Darüber hinaus können wir uns kaum über das gelieferte Hardware Paket
beschweren.

Als zweiter Bildschirm (beispielsweise für soziale Netzwerke) ist das x360 optimal

Mit knapp 400 Euro liefert HP mit dem Pavilion x360 ein an
sich gutes Gerät, welches selbst am eigentlichen Geräte Konzept wegen
schlechter Produktplanung scheitert. Gerade Studenten mit knappem Geldbeutel
können ihr Geld deutlich besser investieren. Nerdbench hält sich
(schweren Herzens!) mit einer Kaufempfehlung zurück. Das HP Pavilion kann auf Amazon für 420 Euro gekauft werden.
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Über den Autor
Timm Mohn
Schreib- und Technikbegeistert. Freut sich über innovative Technik, kann Budget Smartphones nur bedingt ausstehen - WiFi Gadgets, wie die GoPro, umso mehr. Gründer von Nerdbench.com