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Epson EH-TW480 im Test: Heimkino für die kleine Brieftasche

Epson EH-TW480 im Test: Heimkino für die kleine Brieftasche

von Timm Mohn18. August 2014
Beamer gibt es zwar in jeder Preisklasse, jedoch steigt die Qualität mit jedem gezahlten Euro merklich an bzw. sinkt ab, umso billiger das Gerät ist. Der EH-TW480 kommt mit einer Auflösung von 1280×720 Pixeln daher und starken 2.800 Ansi-Lumen. Ob man mit dem EH-TW480 sein Geld gut anlegt, erfahrt ihr nach dem Break.

 

Die Entscheidung
Filme sind fürs Kino gemacht und Serien werden mit jedem Jahr den großen Streifen ähnlicher: die meisten warten mit Special Effects auf, die sich gewaschen haben und entführen einen in eine ganz andere Welt. Mit dem wachsendem Budget von TV-Serien stieg auch die Zoll-Größe bei Fernsehern an: waren wir von Nerdbench anfangs mit einem 27 Zoll Fernseher zufrieden konnten wir uns nicht vorstellen, das alte Modell von einem Gerät mit nur minimal erhöhter Diagonale ablösen zu lassen. Da wir in der Redaktion sowieso eine recht große, freie weiße Wand haben war die Entscheidung, einen Beamer anzuschaffen, keine schwere: Die im Vergleich zu einem neuen Fernseher nur minimal teure Alternative projiziert ein sehr viel größeres Bild – hat man den Raum und die Fläche dafür. Zugegebenermaßen: Der Vergleich von eben hinkt: Beamer haben eine maximal Laufzeit von etwa 5.000h Stunden – unser 27 Zoll Fernseher tut seinen Dienst bereits seit 5 Jahre. Das wir mit dem Beamer dieselbe Laufzeit ohne Zusatzinvestition erreichen, ist unwahrscheinlich – aber möglich, je nachdem, wie oft wir den TW480 einschalten. Grund genug sich also zu wagen, und ein  entsprechendes Exemplar auf die Testbank zu legen.
Der Lieferumfang
Epson legt dem liefert dem TW480 ein AV-to-VGA sowie Stromkabel mit. Desweiteren liegt dem Paket eine Fernbedienung sowie eine Tragetasche bei. Letztere kann man getrost belächeln: Wirklichen Schutz wird sie nicht liefern, denn sie ist kaum gepolstert. Nerdbench ist sich nicht sicher, ob wir den Beamer mit dieser Tasche wirklich transportieren möchten: Schutz ist durch den dünnen Stoff eher nicht zu erwarten
Leider liegt kein HDMI Kabel dem TW480 bei
Die Tragetasche ist zwar nett,
aber unzureichend gepolstert
Beim Auspacken des Gerätes fiel uns auf, dass Epson den Beamer falsch eingepackt hat: Auf der Verpackung ist eine klare Markierung, wo die Linse sich im Paket befinden soll. Diese befindet sich allerdings genau auf der anderen Seite der Verpackung. Sollte Epson Empfehlungen für den Transport zum Endkunden gegeben haben, war es sicherlich schwer, diese einzuhalten – schließlich gingen Transportunternehmen und Amazon von einer falschen Position der Linse aus.
Nerdbench wundert sich: Dort wo die Linse sein sollte…
…ist die Rückseite des Beamers
Der erste Eindruck
Ausgepackt macht der TW480 eine gute Figur, die nur von der sehr glänzenden Oberfläche getrübt wird. Warum man hier nicht auf ein mattes Finish gesetzt hat, erschließt sich Nerdbench nicht; Fingerabdrücke werden von der Oberfläche des Beamers magisch angezogen. Scheinbar ging man bei Epson davon aus, dass man den Beamer sowieso nur per Fernbedienung bedient und es somit kaum Gelegenheit gäbe, seine Fingerabdrücke zu hinterlassen. Zugegebermaßen sieht die Fassade des Beamers aufgestellt richtig gut aus: der Epson ist eindeutig ein Schmuckstück. Insgesamt trügt das Produktbild auf Amazon etwas, schließlich macht der Beamer dort den Anschein, mit einem matten Finish ausgestattet zu sein. Das verbaute, etwas billig wirkende, Plastik kann den wertigen Eindruck von den Fotos auf der Amazon-Produktseite leider nicht gänzlich transportieren. Der Redaktion fällt auf, dass der Beamer sehr leicht ist. Zusammen mit der kompakten Größe lässt er sich sehr gut transportieren. Nerdbench empfiehlt allerdings, sich eine vernünftige Transport-Tasche für diesen Zweck zu zulegen.
Die Oberseite spiegelt stark
Bei uns steht der TW480 standardmäßig auf dem Schrank, weswegen sich dort eher Staub auf dem glänzenden Finish ablagern wird. Das unauffällige Schwarz passt gut in jedes Wohnzimmer, wobei wir zugeben müssen, dass wir uns das Gerät in Weiß gewünscht hätten. Angeschlossen werden können Geräte über S-Video, HDMI und Composite sowie VGA.
Wir würden uns einen weiteren HDMI Anschluss wünschen
Die vorhin erwähnte Fernbedienung liegt gut in der Hand und hat einen angenehmen Tastendruck. Die Reichweite des Infrarot-Sensoren genügt, um aus jedem Winkel der Redaktion den Beamer ein-/ oder auszuschalten. Es ist sehr erfreulich, dass Epson direkt ein Set Batterien mitliefert – das erspart uns den Gang zum Elektromarkt und wir können ohne Verzögern den Beamer mit der Fernbedienung steuern. Schalten wir den Beamer ein oder aus, ertönt ein leiser Piep-Ton, der signalisiert, dass der Beamer herunter oder hochgefahren wird.
Der TW480 lässt sich in der Höhe variieren.
Schalten wir den Beamer aus, fällt der Redaktion auf, dass die Lampe nicht mehr nachgekühlt werden muss. Im Gegensatz zu frühen Beamer-Modellen muss die Stromverbindung zum TW480 also nicht nach seinem Gebrauch aufrecht erhalten werden. Das hat gleich mehrere Vorteile: Zum einen muss man nicht mehr um die Laufzeit des Gerätes fürchten, wenn man den Beamer überhastet ausschalten muss, zum anderen kann das Gerät nach der Verwendung unkompliziert weg- und/oder eingepackt werden.
Auch die Tasten auf dem TW480 sind gut durchdacht
Das Optionsmenü des TW480 ist einfach und verständlich gestaltet. Ohne Probleme können wir uns zur Keystone Funktion navigieren und das Bild richtig an die Wand anpassen. Gleichzeitig fragt sich Nerdbench allerdings, warum die Einstellungen eines Produktes welches für den deutschen Markt gedacht ist, von Werk aus auf Englisch gestellt sind.
Die Klappe vor der Linse lässt sich Manuel vor und zurück schieben
Damit die Linse mit der Zeit  oder beim Transport nicht verdreckt, hat Epson eine Schiebeklappe im TW480 angebracht. Damit wird der Beamer nicht nur vor Staub sondern auch vor Kratzern geschützt.
Das Bild
Bisher hatte Nerdbench noch nicht die Gelegenheit, sich eine spezielle Beamer-Wand zu besorgen. Der Test wurde somit mit einer normalen Zimmer-Wand durchgeführt.
 
Nerdbench hat den Beamer auf dem Schrank in Position gebracht
Etwa 20 Sekunden nachdem wir das Gerät eingeschaltet haben, hat der Epson sein volles Licht Potenzial erreicht. Für unseren Geschmack ist das Licht im abgedunkelten Raum sogar etwas zu hell: wir betreiben den TW480 konsequent im Eco-Modus. Schaltet man den Beamer das erste Mal ein, ist es natürlich nötig das Bild auszurichten, damit keine Bildfläche verloren geht. Der TW480 verfügt über einen Zoom Modus, um das Bild in kleinen Räumen noch zu vergrößern. Für Nerdbench ein sehr gelungenes Feature: Unsere Redaktion ist 30qm groß, zwischen den Wänden liegen etwa 5 Meter. Um hier ein möglichst großes Bild zu erreichen, nutzen wir den Zoom: Ohne merklichen Qualitätsverlust wird die Linse so eingestellt, dass sich unser Bild um fast 30 % vergrößert.
Das erste Rädchen verstellt die Schärfe, das zweite regelt den Room
Da unser Gerät nicht gänzlich gerade steht, müssen wir die Keystone nutzen, um das Bild an die Wand richtig anzupassen. Es dauert nicht lange, bis wir den Beamer mit der Keystone Funktion eingerichtet haben. Dabei fallen uns die nicht vom übertragenen Bild genutzten Flächen an der Wand auf, die man aber nach einer gewissen Zeit mit dem Beamer automatisch ausblendet. Diese Technik verschlechtert etwas das ausgegebene Bild (da es sich um ein digitales Verfahren handelt); teurere Geräte verwenden Lens-Shift, um ohne Qualitätsverlust die Ausgabe zu verschieben.
Das ausgegebene Bild ohne Zoom….
und mit maximalem Zoom.
Zwar ist der TW480 kein Full-HD Beamer, dennoch kann sich das Ergebnis mit der Auflösung von 1280 x 720 sehen lassen: Serien und Filme in 720p oder auch Full HD sehen sehr gut aus, selbst auf unserer Wand. Es dauert nicht lang, bis Nerdbench daran zweifelt, in der nächsten Zeit nochmal einen Fuß ins Kino zusetzen. Selbst für einen kleinen Raum ist das Bild, was vom Epson TW480 ausgegeben wird, riesig und reicht perfekt dafür aus, Kinoabende zu veranstalten. Dabei hilft vor allem der sehr gute Schwarz-Wert: Im Eco-Modus betrieben sind wir sehr von der Farb-Wiedergabe angetan. Lassen wir den Beamer im normalen Modus laufen, so empfinden wir die Farben als zu grell und hell und auch das Schwarz überzeugt uns nicht. Desweitern wird durch den ECO Modus die Geräuschkulisse reduziert. In kleineren Räumen ist somit der Eco-Modus sehr zu empfehlen. Dieser verbessert nicht nur die Farbwiedergabe sondern verhilft auch unserem Gerät zu einer längeren Lebensdauer. Insgesamt lässt sich sagen, dass der Schwarzwert bei einem LCD Beamer nie das Level eines DLP-Gerätes erreichen wird. Dafür kommt der TW480 ohne Regenbogeneffekt daher.
Das Beamer Bild im…
… normalen Modus mit Zimmerlicht
… normalen Modus ohne Zimmerlicht
… Eco Modus mit Zimmerlicht
… Eco Modus ohne Zimmerlicht
In unserer 30qm Redaktion erreichen wir ein Bild mit einer Diagonalen von 3 Metern – das ist von keinem Fernseher in diesem Preisbereich zuschlagen. Zwischen den Jahren hatte Nerdbench die Gelegenheit den Beamer in einem Weinkeller für einen Herr der Ringe Abend zu nutzen, bei dem wir die volle Pracht des Beamers mit 10 Metern Diagonalen erleben durften: hier entfaltet der TW480 seine wahre Kraft. Im Sommer freut sich Nerdbench bereits auf warme Kino-Abende im Freien – bis dahin werden wir uns auf jeden Fall die entsprechende Beamer Leinwand besorgt haben. Die 2.800 Lumen sollten ausreichen, um nicht nur bei Tageslicht in der Wohnung fernzusehen, sondern auch eine Hauswand mit einem gerade ausreichenden Bild zu verschönern. Für ein perfektes Bild empfehlen wir allerdings eine schattige Seite des Hauses.
Die Lebensdauer
Beamer sind – ohne Zusatzkosten – keine Geräte für immer. Durch die in den Geräten eingesetzte Lampe wird nach einer gewissen Laufzeit eine Investition in das alte Gerät oder ein Neukauf notwendig. Epson gibt die Lebensdauert seines Beamers im normalen Modus mit 4.000h und im Eco Modus mit 5.000h ein.
Irgendwann wird die Birne ausgehen
Je nach Gerät kosten die Leuchtmittel zwischen 200 und 300 Euro, was die Entscheidung „Neues Gerät oder Birne?“ nicht leichter machen dürfte. Es ist aber davon auszugehen, dass wenn unser Beamer die 5.000 Stunden durchgelaufen ist, sehr viel bessere Beamer erhältlich sein dürften, weswegen sich eine neue Lampe kaum lohnen dürfte.
Der Sound
Dass das Hauptmerkmal eines Beamers nicht auf der Audio-Wiedegabe liegt, dürfte jedem klar sein. Schon bei Fernsehern sind die verbauten Lautsprecher meist unbenutzbar und der Epson liefert auch keine Qualitätssprünge ab: Mit 2 Watt werden über HDMI oder den analogen Eingang übertragene Audiosingale ausgegeben. Der Ton wirkt dabei blechern und zu hoch – das verleitete Nerdbench direkt dazu, die Ton-Übertragung über HDMI zu deaktivieren. Möchte man das Heimkino wirklich genießen, empfiehlt es sich zu dem Beamer noch eine vernünftige Audio-Anlage anzuschaffen, um nicht mit mangelhaftem Ton Filme in Kinogröße zu schauen. Epson hätte sich den Lautsprecher auch gut sparen und die Produktionskosten in einen anderen Bereich stecken können.
Der Spaß kann losgehen
Die Geräuschkulisse
Bei der Geräuschkulisse muss man zwei Anwendungsmodi unterscheiden: Den normalen sowie ECO-Modus. Da der Epson Beamer im ECO-Modus mit reduzierter Helligkeit Bilder an die Wand wirft, kann auch zum Beispiel der Lüfter langsamer drehen, was die Nebengeräusche des Beamer während der Nutzung deutlich reduziert. Epson gibt an, dass die Nebengeräusche im Eco Modus mit 28db zuhören wären. Wir möchten nicht wissen, auf die viele Dezibel der Beamer ohne Eco Modus kommt, denn: im normalen Modus ist uns der Beamer im engen Raum eindeutig zu laut: das ständige Lüftergeräusch ist während einem Film dauerhaft hörbar – wenn man nicht gerade mit Kopfhörern hört. Der ständige Backround-Ton kann durchaus den Film Genuss stören. Ist der TW480 in einem größeren Raum untergebracht, fällt der Ton weniger negativ auf. Plant man generell mit Headset den Beamer zu nutzen, sollte man mit der Lautstärke auch weniger Probleme haben. Nerdbench atmete beruhigt auf, als das Hintergrundgeräusch beim umschalten in den Eco-Modus deutlich leiser wurde. Hier verstummt der Beamer zwar nicht völlig, die Geräuschkulisse ist aber eindeutig angenehmer wie noch im normalen Modus. Serien und Film sowie Computerspiele können nun längere Zeit genossen werden, ohne dass man sich am Lüftergeräusch stört.
Das Fazit
Der TW480 ist ein sehr guter Mittelklasse- beziehungsweise Einsteigerbeamer. Durch seine Auflösung fällt er hinter teureren und besser ausgestatteten Full-HD Beamern ab, dennoch leistet er einiges für sein Geld: das Bild wird ohne Regenbogen-Effekt auf die (Lein-)Wand übertragen. Damit verwandelt der Epson Beamer jeden Raum in einen Kinosaal.  Möchte man nur schnell Fotos zeigen, kann der Epson auch über einem USB Stick mit Daten versorgt werden. Diese können dann einfach ausgewählt und dargestellt werden. Dabei kann der Beamer zwar Bild-Dateien verwalten, allerdings können keine Videos wiedergeben werden. Während wir vom Bild außerordentlich begeistert sind, enttäuscht der Ton des Beamers auf voller Länge: hier hätte Epson lieber mehr Geld für die Tragetasche ausgeben sollen und gänzlich auf die blecherne Tonwiedergabe mit 2 Watt verzichten sollen. Ganz im Gegensatz dazu sind wir mit der Fernbedienung sehr zufrieden: die Bedienung ist durchdacht und schlüssig. Die Tasten sind angenehm zu drücken. Abgerundet würde dieser Eindruck, wenn Epson sich entschließen würde, bei Nachfolge Modellen auf beleuchtete Tasten zu setzen.
Die Einrichtung ist denkbar einfach
Nerdbench ist erfreut, dass der Beamer bereits bei kurzen Distanzen große Bilder wirft. Somit kann er auch in kleinen Mietwohnungen oder Räumen Kino-Atmosphäre erzeugen. Bei großen Räumen zeigt der 16:10 Beamer allerdings seine ganze Stärke und wirft sogar ohne Zoom ein riesiges Bild an die Wand. Verwendet man den Beamer eine Zeit, möchte man gar nicht mehr auf kleineren Bildschirmen Serien oder Filme schauen. Bedenkt man den Preis, ist der TW480 ein sehr guter erster Beamer: Vom ersten Start bis zum Abbau gestaltet sich die Nutzung des Epson TW480 sehr einfach.  Da der meiste Content inzwischen in 720p geliefert wird, rät Nerdbench entschieden von Geräten unter der Auflösung des TW480 (1280 x 720) ab. Diese mögen zwar billiger sein, bereiten aber auf lange Sicht keine große Freude. Für zukünftige Versionen wünscht sich Nerdbench einen zweiten HDMI Anschluss, damit man mehrere Geräte (BluRay Player, Computer, Android-TV Stick) auf einmal anschließen kann, ohne ein HDMI-Switch zukaufen. Auf Amazon schwankt der Preis meistens zwischen 490 und 520 Euro. Derzeit kostet der Epson EH-TW480 (Amazon Partner Link) etwas über 500 Euro.
Der Beamer wird der Redaktion noch eine Weile treu bleiben

 

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Über den Autor
Timm Mohn

Schreib- und Technikbegeistert. Freut sich über innovative Technik, kann Budget Smartphones nur bedingt ausstehen – WiFi Gadgets, wie die GoPro, umso mehr. Gründer von Nerdbench.com