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TalkingTech: Was ist ein Smartphone?

TalkingTech: Was ist ein Smartphone?

von Timm Mohn27. Juli 2014

Unser Leser John hat eine Frage auf dem Herzen: Auch wenn er bereits mehrere Handys in seinem Leben hat, möchte ihn sein Enkel immer wieder zu einem neuen Smartphone überreden. Doch was diese Geräte so teuer macht und warum man nun unbedingt ein smartes Phones braucht, versteht er nicht. Nerdbench setzt mal ganz am Anfang an, mit der Frage: was ist eigentlich ein Smartphone?


Der PDA
An sich ist ein Smartphone ein Mobiltelefon – allerdings verfügt es über mehr Fähigkeiten, als ein Nokia 8310. Es vereint die Fähigkeiten eines Personal Digital Assistant (kurz: PDA) und einem Handy. Wer sich an die Jahre 2003-2008 zurück erinnert, kann sich an teils sehr klobige PDAs mit Windows Mobile erinnern. Diese Geräte verfügten über Wireless Lan, Bluetooth und – anfangs – Infrarot. Ihre Prozessoren wurden immer schneller, es erschienen Gameboy (später: Advanced) Emulatoren und Tony Hawk jagt mit dem Skateboard über die Half-Pipe. Die GPUs wuchsen also auch. Diese Geräten hatten meist eine recht miese Akku Laufzeit und anfangs sogar einen Flashspeicher, der sich löschte, sollte der Akku mal leer gegangen sein. Das war vor allem deswegen tragisch, weil man damals noch nicht alles in die Cloud geladen hat, und die Daten somit futsch waren.
Speichererweiterungen wie hier im Dell Axim waren nicht immer so klein wie unsere MicroSD Karten
Best of both Worlds
Nun wurden in Smartphones eben diese Eigenschaften intrigiert: Immer mehr Konnektivität, Power und Speicherplatz steckte in einem Handy. Unsere Handys bzw. Smartphoneskönnen heutzutage nicht nur telefonieren oder eine SMS schreiben, sondern auch das Wetter vorher sagen, einen Nintendo DS emulieren, die Börse beobachten, unseren Weg quer durch Deutschland navigieren, an der Kasse bezahlen und überleben im besten Fall einen Tag ohne die Steckdose heimzusuchen. Darüber hinaus gibt es in heutigen Smartphones vielerlei Texteingabe Möglichkeiten: neben Kalendern steht dem Nutzer auch eine Office Suite zur Seite: ganze Präsentationen lassen sich mit dem Smartphone erstellen. Viele Menschen nutzen ihr Smartphone somit als kleines Büro für unterwegs. Die erstellen Dokumente sind nicht auf das Smartphone begrenzt sondern können über mobiles Internet versendet werden. Dies kann auch negative Seiten haben: Für Firmen sind Arbeitnehmer immer über Smartphones erreichbar: Nach Dienstschluss kommt noch eine SMS an, die man nicht erst sieht, wenn man sich am nächsten Tag auf der Arbeit einloggt, sondern direkt, wenn sie auf das Handy gepushed wird.
In der Redaktion hat sich einiges angesammelt 
Auch im Privatleben hat die ständige Erreichbarkeit Nachteile: Von Forschern wurden erste Krankheitsbilder erkannt, die sich damit beschäftigen, dass (junge) Menschen eine „Fear of missing out“ entwickeln. Wer nicht weiß was das ist, kann sich dazu unseren Artikel aus der letzten Woche durchlesen. Weiterhin hat die Smartphone-Welt eine weitere Unsitte hervor gerufen: Das Sexting. Zumeist Jugendliche verschicken erotische (Bild) Nachrichten, die im schlimmsten Fall im Internet landen – und wie wir alle wissen, ist Content dort wirklich schwer wieder rauszuholen; vor allem Nacktfotos.
Äußere Merkmale
Smartphones kommen in allen möglichen verschiedenen Formen, dennoch hat sich speziell im letzten Jahr ein Trend herausgebildet: Die meisten Geräte haben einen großen Bildschirm der sogar im Falle vom Nexus 5 über eine Full-HD Auflösung verfügt. In der Regel ist aber von einem 720p Display auszugehen. Dieses Display kann mit den Fingern bedienen; man spricht hier von einem Touchscreen. Die meisten modernen Smartphones kommen ohne eine Hardware-Tastatur: ist es erforderlich etwas einzutippen, taucht eine Tastatur auf dem Bildschirm auf.
So kleine Displays gibt es heute kaum noch, dennoch war das Samsung I300 auch ein Smartphone
Viele Menschen haben hier ihre Bedenken, ob ein Smartphone wirklich das richtige ist, da sie „Tasten drücken möchten“. Wir von Nerdbench können beruhigt sagen: An einen Touchscreen gewöhnt man sich (wie an alles) sehr schnell, man muss nur einfach den Umstieg wagen – dann klappt‘s auch mit dem Touchscreen. Schlechte Geräte können nur mit dem Fingernagel bedient werden. Allerdings gibt es auch für moderne Smartphones Stifte, um die Eingabe (zum Beispiel von Zeichnungen auf einem Galaxy Note 3 zu verbessern) zu erleichtern.
Wann beginnt ein Smartphone und wann hört es aus? Das ist schwer zu sagen: auch Geräte mit 5,0 Zoll zählen noch zu Smartphones – das dachte Nerdbench jedenfalls bis gerade. Bei der Recherche für diesen Artikel mussten wir uns aber einen Fehler eingestehen. Wikipedia definiert Phablet Geräte nämlich ab 5,0 bis 6,9 Zoll. Moment. Phablet?  Phablet sind sehr große Smartphones, die bei einer Bildschirm Diagonale von 5,0 beginnen und bis zur kleinsten Tablet-Größe (7 Zoll) groß sein dürfen. Die Wort Mischung besteht dabei aus „Phone“ und „Tablet.“ Das erste Phablet soll das AT&T EO 440 gewesen sein. 
Das Betriebssystem
Auf dem heutigen Smartphone Markt gibt es drei Riesen: Zum einen wäre das Google mit ihrem Betriebssystem Android. Früher einmal sehr viel größer muss sich Apple inzwischen mit dem zweiten Platz zufrieden geben: Das neuerdings sehr verspielte iOS ist nicht mehr führend auf dem Smartphone Markt. Aber immerhin ist man sich bei Apple sicher, nicht Windows Phone zu sein: das meist auf Lumia Geräten zu findende Betriebssystem ist zwar stetig am wachsen, kränkelt aber an Schwächen wie geringer Auswahl im App-Store.
Auf unserm Nexus 5 läuft Android 4.4.2 – KitKat
Je nach Betriebssystem finden sich unterschiedlich starke Prozessoren in den Smartphones (Googles Android lief bis 4.3 selbst mit einem QuadCore nicht wirklich fluffig, während iOS und Windows Phone DualCores perfekt ausnutzen). Diese Prozessoren werden eingesetzt, um Anwendungen – kurz Apps – für verschiedene Aufgaben (Video Wiedergabe, Office Arbeiten, Freizeitspaß) flüssig laufen zu lassen. Eine Power Point mit 30 Folien braucht schließlich auch auf dem PC ein wenig Rechnerleistung. Diese Apps sind teils kostenlos teils kostenpflichtig.
Die Stoplerfalle
Wie bereits erwähnt, gibt es unterschiedliche Betriebssysteme. Auf iOS sowie Android etc. gibt es kostenpflichte Apps, wie zum Beispiel Runtastic. Diese Anwendungen werden im Betriebssystem eigenen Shop (Google: Play Store, iOS: iTunes) gekauft. Die Apps sind nicht untereinander verbunden: kauft man sich ein Android Smartphones, belastet seine Kreditkarte mit dem Kauf elticher Android Apps und entscheidet sich dann doch für ein iPhone muss das Geld für die Apps unter iOS erneut bezahlt werden – und umgekehrt. Arbeitet man also lange mit einem Betriebssystem taucht man immer weiter in das Öko-System ein – das erhöht selbstverständlich auch den Kostenfaktor, umzusteigen.
Nicht mit iTunes verwechseln: Google Play
Fazit
Das Smartphone verbindet zwei bzw. viele Geräte in einem: Einmal das normale Handy, wie ein Nokia 8310, aber ebenso auch einen PDA mit all seinen Funktionen (Taschenrechner, Diktiergerät, Word-Eingabe, Konnektivität etc.) in einem. Nicht zuletzt werden Smartphones dank der eigentlich als Foto-LED gedachten Leuchte auch als Taschenlampe verwendet. Die Welt eines Smartphones Users ist quasi unbegrenzt allerdings auch voll mit Fallen: Bevor man sich mit einem Smartphones bewaffnet sollte man auf jeden Fall die Grundregeln vom Internet einverleiben („Schicke niemanden Nack-Fotos von dir. Niemanden.“)
Nicht nur das Display des Dell Axim x50v wirkt angestaubt
Smartphones sind nicht gerade billig: gerade für das iPhone bezahlt man direkt 700 Euro. Gleichzeitig neigen unsere treuen Diener dazu, schnell kaputt zugehen – man muss nur einmal in der Straßenbahn schauen: sehr viele Smartphones werden mit kaputten Displays bedient. Die Geräte müssen flott sein, also einen schnellen Prozessor haben: niemand möchte lange warten, wenn er Siri (oder Google Now) fragt, wo sich das nächste Cafe befindet. Billige Geräte (~ 100 Euro Klasse) können zwar auch Dinge, die die teuren Smartphones machen, erledigen diese aber entsprechend langsamer, die Displays sind kleiner, die Pixeldichte geringer, die Auflösung niedriger, der Speicherplatz kleiner – das Nutzer-Erlebnis schlechter. Wofür sich der User im Endeffekt entscheidet, ist natürlich immer noch die eigene Entscheidung. Wir von Nerdbench raten allerdings zu etwas teureren Geräten (wie dem Nexus 5 zum Beispiel) um einer schlechten User-Experience vorzubeugen: Billige Smartphones kann man mit Regenwetter vergleichen, die teuren Modelle mit Sonnenschein – und seien wir ganz ehrlich, was für ein Wetter ziehen vor? Schließlich wird ein Smartphone einem meist mindestens 2 Jahr begleiten.
Vorteile eines Smartphones
Nachteile eines Smartphones
Zusätzliche Geräte werden eingespart (MP3 Player zb.)
Veraltet sehr schnell
Mobiles Internet für unterwegs (Bahn Verbindungen checken)
Programme verlangen oft viele Berechtigungen
Kontakte mit Cloud abgleichen (Kein Datenverlust)
Akkulaufzeit ist generell ausbaufähig
Man findet immer den Heimweg (GPS)
Datenschutz-Problematik
Kommunikation war nie einfacherer, schneller
Kameras sind generell ausbaufähig
Wenn ihr noch Fragen zu Smartphones oder generell Technik habt, dann schreibt sie uns an contact @ nerdbench.com. Wir kümmern uns drum!
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Über den Autor
Timm Mohn

Schreib- und Technikbegeistert. Freut sich über innovative Technik, kann Budget Smartphones nur bedingt ausstehen – WiFi Gadgets, wie die GoPro, umso mehr. Gründer von Nerdbench.com