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Supertooth Freedom im Test: Bluetooth Kopfhörer der Oberklasse

Supertooth Freedom im Test: Bluetooth Kopfhörer der Oberklasse

von Timm Mohn30. Juli 2014
Kopfhörer sind eine nette Sache: man muss seine Bus-Nachbarn nicht mit dem eigenen Musikgeschmack nerven und Gespräche am Smartphone sind zumindest teilweise geheim. Ohne Kabel erhöht sich der Spaß noch mal, da man sich auch beispielsweise vom Tablet entfernen kann, ohne das die Verbindung abreist. Wir haben uns nach dem Avantree Hive dieses Mal den Bluetooth Kopfhörer Freedom von Supertooth in die Redaktion geholt. Wir fühlen dem Headset einmal genau auf den Zahn  – mal sehen ob er wirklich „super“ ist, wie der Name des Herstellers suggeriert.

Der Lieferumfang
In der OVP werden die Kopfhörer bereits schön ausgestellt: die großen Ohrmuscheln sowie der blaue Rand an der Seite sind zusehen. Nicht zusehen ist das großzügige Zubehör-Paket hinter dem Plastik: neben verschiedensprachigen kleinen Anleitungen liegen dem Kopfhörer noch ein USB-Aufladekabel bei sowie ein Klinkenkabel, sollte man doch mal vergessen haben, den Freedom aufzuladen. Zusätzlich gibt es noch eine Trage- beziehungsweise Transporttasche für den Kopfhörer.
Nur auf ein USB Netzteil verzichtet Supertooth

Der erste Eindruck
Die Ohrmuscheln fallen sehr groß und bequem aus – zusammen mit dem Headband, welches sich deutlich dehnen lässt, sitzt der Kopfhörer nie zu fest auf dem Kopf – auch nach Stunden. Wer täglich Kopfhörer trägt, wird dies zu schätzen wissen. Während der Volumen-Rocker sowie der Power-Button an der linken Seite der rechten Ohrmuschel angebracht worden sind, verhält sich die Oberseite jener als Play/Pause Button. Das ist nett gedacht, erweist sicher aber in manchen Situationen als nicht sonderlich praktikabel: liegt der Träger beispielsweise mit den Kopfhöreren im Bett und dreht sich, kann es schon mal passieren, dass der Track pausiert oder Musik gestartet wird, da Kopfkissen oder ähnliches den Druck-Mechanismus auslösen.

Der Kopfhörer passt perfekt in seine Tragetasche

Verwendet man den Freedom per Klinkenkabel funktioniert keine der Tasten: weder können wir kabelgebunden Musik leiser oder lauter stellen noch diese pausieren. Sehr nett wirkt der Mechanismus, der es erlaubt, die Ohrmuscheln beim Transport seitlich zu klappen. Dadurch ist es möglich die Kopfhörer flexibler beim Transport in der Tasche zu verstauen. Nerdbench hat sich für die blaue Variante entschieden – die gar nicht so blau ist, wie man denken könnte: nur ein Streifen an der Seite sowie das untere Headband wurden eingefärbt – dennoch: wenigstens ist der Kopfhörer nicht vollkommen schwarz beziehungswiese weiß.

Die Technik
Da es sich beim Supertooth um einen Bluetooth-Kopfhörer handelt, liegt es nahe, dass eben diese Technologie verbaut worden ist. Erfreulicherweise unterscheidet sich aber der Freedom hier von anderen Bluetooth Kopfhörern: der Hersteller hat direkt die neuste Version, also 4.0, verbaut und nicht etwa die deutlich üblichere Variante (2.1). Selbstverständlich ist das neue Bluetooth Profil abwärtskompatibel und kann somit auch mit älteren Smartphones oder Tablets benutzt werden. Der Bluetooth Chip unterstützt A2DP sowie AVRCP. Dank intrigiertem Mikrofon kann der Freedom auch als Freisprechanlage genutzt werden, um beispielsweise Anrufe anzunehmen. Dazu kommt noch Near Field Communication (NFC). Was NFC genau ist, haben wir an dieser Stelle erklärt. Damit dem Kopfhörer nicht so schnell die Puste ausgeht, steht ihm ein scheinbar recht starker Akku zur Seite, der nicht austauschbar ist. Wir konnten leider keine genaue Angaben zur Größe des Akkus finden. Nach Hersteller Angabe soll dieser ganze 15 Stunden durchhalten – wir sind gespannt. Geladen wird der Akku per MicroUSB Anschluss  – damit der Akku einmal voll aufgeladen ist, muss der Freedom etwa 3 Stunden ans Ladekabel. Sollten wir doch einmal vergessen haben, den Kopfhörer zu laden, ist es möglich der Klinkenkabel den Kopfhörer zu nutzen.

Der Freedom lässt sich variieren 

Der Powerbutton dürfte ruhig etwas mehr aus dem Gehäuse herausstehen (vgl. Volumen-Rocker)

Die gesamte Seite dient als Play-/ Pausebutton

Die Akkulaufzeit…

… ist großartig! Nicht nur, dass der Hersteller die Laufzeit des Freedom mit 15 Stunden schon sehr großzügig angibt – im Test haben wir es auf (nicht durchgängige, aber addierte) 17:35 Stunden geschafft.  Das ist über das doppelte von anderen Bluetooth Headsets und stellt in der Redaktion einen klaren Rekord auf. Wer also oft, lange pendelt und sich nicht an ein Kabel binden möchte, ist mit dem Freedom sehr gut beraten.

Dank Klinkenkabel können wir den Kopfhörer auch ohne Strom nutzen
Geht dem Freedom so langsam der Saft aus, signalisiert der Kopfhörer dies über einen kleinen Signalton der jene Minute einmal piept – für etwa eine halbe Stunde. Hier wäre eine Staffelung wünschenswert gewesen, bei der erst in den letzten 10 Minuten der Minutentakt angeschlagen wird – schließlich kann man bei 30 Minuten Restlaufzeit noch gut eine Episode Big Bang Theorey schauen ohne nerviges Piepen im Hintergrund, den spätestens nach dem dritten Piepen hat der Nutzer die Message verstanden und weiß, dass der Kopfhörer bald ans Ladegerät muss. Besonders erfreulich: während dem Ladevorgang muss nicht auf die Bluetooth Verbindung zum Sender-Gerät verzichtet werden: der Freedom spielt auch beim Ladevorgang den Ton ohne Probleme ab.
Die Schutzklappen
Damit unser Kopfhörer nicht verstaubt, hat Supertooth über die beiden Anschlüsse (Klinken- und MicroUSB Kabel) jeweils eine Schutzklappe verbaut. Das hilft nicht nur dem Design – schließlich wird dieses nicht durch ein „Loch“ im Kopfhörer unterbrochen – sondern nervt nach einigem ein- und ausstöpseln ziemlich: während der Kopfhörer zwar mit all unseren Tablets und auch dem Xiaomi MI3 kompatibel war, müssen wir für die Verwendung mit dem Notebook stets das Klinkenkabel nutzen, da Windows 7 der entsprechende Treiber fehlt.

Nicht sonderlich beliebt in der Redaktion: Die Schutzklappen
Unter den Klappen verstecken sich USB und Klinken-Port

Leider ist das Herauspuhlen der Schutzklappe jedes Mal ziemlich mühsam und möchte man nach der Kabelnutzung verhindern, dass jene am Kopfhörer herum baumelt, muss man Klappe ebenso aufwändig wieder in den Kopfhörer stecken. Wer sich den Aufwand sparen möchte, entfernt das Gummi einfach vom Kopfhörer und ist direkt sehr viel entspannter. Unsere Kritik richtet sich vor allem an die Schutzklappe des Klinkeneingang: die Klappe über dem MicroUSB Eingang verfügt über einen kleinen Gap, der die Öffnung jener deutlich leichter von der Hand gehen lässt.

Der Klang
Der Freedom holt aus den Audiotracks von Serien beziehungsweise Filmen, aber auch Musikstücken alles raus: der Ton klingt klar und kommt mit guten Höhen aber auch einem angenehmen, niemals zu starkem Bass daher. Geräte, die wie unser QV830 aber auch QV1030 Musik direkt mit einem Equalizer ausgeben, bringen die Audiowiedergabe des Kopfhörers ins Stottern: Bis man die Sound Effects ausschaltet und den Klang dem Kopfhörer selbst überlässt klingen Lieder wie von einem schlechten Radio wiedergegeben. Unserer Meinung nach ist es auch gar nicht nötig, den Ton zu tweaken: der Supertooth Freedom steckt den Avantree Hive aber auch unsere SOL Republic V8 locker in die Tasche.  Wer einmal die Feinheiten des Freedom heraushören möchte, schaut auf YouTube nach „Don’t let me get me“ von Pink: die Instrumente kommen mit dem Bluetooth Lautsprecher besonders zur Geltung. 

Aus den Ohrmuscheln kommt eine ordentliche Portion Ton 

Zwar sollte man immer seine Ohren im Hinterkopf behalten, dennoch soll es ja Menschen geben, die Musik auch über Kopfhörer laut aufdrehen: ignorieren wir einmal die Lautstärke Warnung an unserem Mi3, so hören wir trotzdem keinen verzerrten Ton bei maximaler Lautstärke. Bei normaler Lautstärke dringt fast keine Musik nach außen – hat man den Volumen-Rocker allerdings gänzlich ausgereizt hat auch die unmittelbare Nachbarschaft etwa vom Ton des Freedom.

Der Alltag
Nach dem wir die ersten Tests mit dem Freedom abgeschlossen haben, durften die Redakteure von Nerdbench den Kopfhörer von Supertooth auch mal im Uni-Alltag testen. Dabei fielen uns einige Dinge auf, die wir sonst gar nicht beachtet hätten. Beide Ohrmuscheln sind drehbar: während man nach hinten eine ganze 90 Grad Drehung durchführen kann, lässt sich der Kopfhörer nach vorne etwa 10 Grad verdrehen. Dies ist vor allem nützlich, wenn man zum Beispiel kurz eine Durchsage am Bahnsteig aufschnappen möchte, ohne das Headset gänzlich vom Kopf zu nehmen. Auch wenn dank Bluetooth das Headset mit allen möglichen Geräten kompatibel sein müsste – wir haben keinen PC beziehungsweise kein Notebook gefunden, das wir erfolgreich drahtlos mit dem Kopfhörer verbunden haben. Natürlich ist dies kein sonderlich großes Problem, da man dank dem Klinkenkabel auch kabelgebunden Musik hören kann – doch unsere vergesslichen Redakteure neigen auch mal dazu, diesen Umstand zu vergessen und stehen samt Kabelverbindung mit dem Netbook vom Arbeitsplatz auf – das nachfolgende Szenario möchten wir an dieser Stelle nicht weiter ausführen.

Unsere Redakteure haben sichtlich Spaß beim testen der Kopfhörer 

Oftmals kämpfen Bluetooth Geräte mit gewissen Lags bei der Wiedergabe, die Filme betrachten per Wireless Headset unerträglich machen. Während einem Let’s Play Marathon von Ace Attorney Dual Destinies haben wir aber keine sonderlich große Verzögerung bemerkt. „Einspruch!“ wurde immer rechtzeitig zum Schriftzug auf unserem Tablet gerufen. Wohlgemerkt: ein gewisses Audio-Lag ist kein einzigartiges Problem des Freedom, sondern eine Technologie bedingte Einschränkung. Nerdbench war anfangs skeptisch, was den Glossy Überzug des Kopfhörers anbelangt: hier sammeln sich selbstverständlich Fingerabdrücke – glücklicherweise allerdings weniger als erwartet. Wer mit dem Freedom aber nicht nur von Weitem schick aussehen möchte, reinigt den Kopfhörer von Zeit zu Zeit.  

Das Pairing
Die einfachste Methode, den Freedom mit einem Smartphone zu pairen ist sicherlich NFC: beide Geräte werden einfach einander gehalten und schon steht die Verbindung zwischen unserem Mi3 und dem Freedom. Verfügt das zu pairende Gerät nicht über NFC so muss man Bluetooth am Smartphone manuell aktivieren und den Kopfhörer im nahen Umfeld suchen. Kaum hat das Mi3 den Freedom gefunden, können wir uns ohne Code-Eingabe mit dem Headset verbinden – wer sich noch an nervige Zahlen- und Buchstaben Kombinationen von früheren Bluetooth Geräten verbindet, kann hier beruhigt aufatmen: diese entfallen beim Verbindungsaufbau zwischen Bluetooth-Sender und Freedom.

Dank NFC sind Kopfhörer und Smartphone schnell verbunden
Die Auswahl
Die Supertooth Freedom gibt es in verschiedenen Farben: zum einen in reinem Schwarz, aber auch in weiß – oder eben in unserer Ausführung: mit blauem Streifen. Während wir durch die Google Bildersuche, aber auch die Mobilefun sowie Hersteller Seiten scrollten fiel uns auf, das allen einfarbigen Varianten der gewisse Charme fehlte und wir deswegen zukünftigen Käufern unbedingt raten, die schwarze Variante mit blauem Streifen zu kaufen. Apropos Hersteller Seite: warum sieht die US-Seite eigentlich so viel schicker aus, als unsere?

Supertooth schlagen wir an dieser Stelle vor, mehr Farbvarianten seines Kopfhörers zu veröffentlichen – schließlich liegt Buntes nicht erst seit dem iPhone 5c voll im Trend. Nerdbench kann sich gut vorstellen, dass der Freedom auch mit einem orangen Streifen gut aussieht. 
Das Fazit
Bluetooth Kopfhörer gibt es allen möglichen Preisklassen: egal ob man nur 30 Euro ausgeben möchte, 300 oder eben etwa 150 wie beim Supertooth Freedom. Für den jeweiligen Preisunterschied gibt es verschiedene Features: im Gegensatz zum günstigen Avantree Hive kommt der Freedom noch mit NFC daher, welches sich durchaus als praktisch heraus stellt. Zudem zeichnet sich unser aktuelles Testmuster durch eine sehr gute Akkulaufzeit, bequemen Tragekonform und nicht zuletzt sehr gutem Ton aus.

Im Rennen der drei Kopfhörer gewinnt der Freedom mit Leichtigkeit

Nerdbench hat grundsätzlich wenig am Freedom auszusetzen. Für zukünftige Revisionen würden wir uns mehr Farbauswahl für den Kopfhörer wünschen. Darüber hinaus darf Supertooth gerne an der Mikrofon-Funktionalität während des kabel-gebundenen Betriebs arbeiten. Da man bisher mit dem Supertooth Freedom keine Lieder vor und zurück skippen kann, würden wir uns über einen weiteren Rocker hierfür bei einer zukünftigen Revision vom Freedom wünschen – schließlich soll man ja wahre „Freiheit“ mit dem Kopfhörer erleben können –  nicht wahr, Supertooth? Außerdem würden wir uns über passende Treiber für unsere Windows 7 Rechner freuen.

Der Supertooth Freedom arbeitet perfekt mit unserem Xiaomi Mi3 zusammen

Durch das MicroUSB Kabel entfällt die durchaus nervige Suche nach dem passenden USB Kabel mit Klinkeneingang. Der Vorteil liegt auf der Hand: weder muss man sich Gedanken machen, ob das richtige Kabel eingepackt worden ist noch ärgert man sich, dass kein Bekannter ein entsprechendes zu Hause herum liegen hat, sollte dann doch mal der Akku in die Knie gehen. Supertooth liefert mit dem Freedom ein ordentliches Stück Technik ab, dass dank Bluetooth 4.0 energiesparend arbeitet und mit einem schicken Design auch noch gut aussieht. Wer keine 300 Euro für ein entsprechendes Beats-Produkt bezahlen möchte, kann beim Supertooth Freedom problemlos zuschlagen – nicht zuletzt, weil der Hersteller selbst eine 2 Jahre Austausch-Garantie gibt. 
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Über den Autor
Timm Mohn

Schreib- und Technikbegeistert. Freut sich über innovative Technik, kann Budget Smartphones nur bedingt ausstehen – WiFi Gadgets, wie die GoPro, umso mehr. Gründer von Nerdbench.com