Tablets
Du liest gerade
Cube Talk 7X-C4 im Test: Gutes Phablet mit großem Aber

Cube Talk 7X-C4 im Test: Gutes Phablet mit großem Aber

von Timm Mohn22. Juli 2014

Wir haben schon alle Möglichen Geräteklassen getestet: das IconBIT Mercury LX mit 3,75 Zoll fiel in den Bereich Mini, das Xiaomi Mi3 dürfte mit 5 Zoll inzwischen die Normalität darstellen und das UMi X3 war unser bisher größtes Phablet. Bisher deswegen, weil das Cube Talk 7X mit einem richtig großen Screen von 7 Zoll daher kommt. Das DualSim Phablet mit einem GB Ram hat in der letzten Woche unsere Testbank besucht. Wie sich das bisher größte Telefon der Redaktion im Test geschlagen hat, erfahrt ihr nach dem Break.

Nerdbench bedankt sich bei Banggood für die Bereitstellung des Cube Talk 7X-C4

Die Einleitung
Nerdbench hat viele Geräte auf der Testbank, die sich in unterschiedlichen Preis-Leveln positionieren. Auch das Cube Talk 7X-C4 hat eine Preisklasse: Budget. Mit knapp 70 Euro ist das Gerät sehr, sehr günstig – vorallem wenn man den QuadCore Prozessor sowie die Dual-Sim-Fähigkeit bedingt. Selbstverständlich muss ein Hersteller hier den Rotstift ansetzen. Trotzdem werden wir die Schwachpunkte des Gerätes gewissenhaft aufführen – und seufzend ergänzen: „, aber bei dem Preis nicht anders zu erwarten.“.

Der Lieferumfang
Unser 7X-C4 (7X) wurde in einem Styropore-Karton geliefert. Dabei lag ein MicroUSB Kabel sowie ein Netzteil samt EU Adapter. Auf dem Gerät war bereits eine passgenaue (und sehr gut aufgetragene!) Display-Schutzfolio angebracht. Dazu legt der Hersteller noch ein paar kleine Zettel bei, unter anderem ein Anleitungsheftchen für Android. Auf weitere Zugaben, wie etwa ein Headset, wird beim Hersteller verzichtet. Nein, das war noch keine „Aber“-Stelle.

Der Lieferumfang des Cube Talk 7X-C4

Die Technik
Das Cube Talk 7X-C4 kommt mit einem 7 Zoll Touchscreen daher, welches über eine Auflösung von 1024 x 600 (169 ppi) daher kommt. Das Display kann mit 5 Fingern gleichzeitig bedient werden – laut XDA-Developers wird das selbe PLS Display genutzt, das auch beim Samsung Galaxy Tab 3 7.0 Verwendung findet. Cube setzt auf Onscreen Buttons, die sogar nach Googles Empfehlungen (also Zurück, Home, Multi-Tasking) angeordnert sind – daran muss man sich erst mal gewöhnen, wenn man eigentlich etwas anderes gewöhnt ist. Die Front kommt ohne Logo aus, ein solches (Acube) ist allerdings auf der Rückseite angebracht worden. Angetrieben wird das Phablet von einem MediaTek MT8362 QuadCore Prozessor mit 1.3 Ghz, welcher von einer Mali-400MP GPU untersützt wird.In der Preisklasse völlig ungewöhnlich: es gibt 1 GB Ram dazu.

 

Unter- sowie die Linke-…

 

… Seite sind leer.

Der User kann Daten auf dem mit 8 Gigabyte (GB) etwas knapp bemessenen internen Speicher ablegen – aber bei dem Preis gehen 8 GB vollkommen in Ordnung. Sollte das nicht reichen, ist es möglich den internen Speicher per MIcroSD oder aber auch am MicroUSB-Anschluss per OTG zu erweitern. Leider verzichtet der Hersteller auf einen HDMI oder MHL Port. Fotos werden an der Rückseite mit unterdurchschnittlichen 2 Megapixeln, Video-Telefonie etwa über Skype stehen nur 0,2 Megapixel zur Verfügung. Neben dieser befindet sich noch der Licht- und Proximity Sensor.

Geladen wird an der Oberseite

 

Links befinden sich Power- und Volumenbutton

In Sachen Konnektivität bietet das Cube Talk 7X alles, was man brauchen könnte: neben GPS ist Bluetooth 4.0 sowie WLAN (802.11 b/g/n) an Bord. Telefoniert werden kann entweder mit einer Mini oder MicroSIM Karte. Auf dem Phablet kommt Android 4.2.2 zum Einsatz, erfreulicherweise sind alle grundsätzlich notwendigen GAPPS bereits vorhanden. Das Betriebssystem kommt neben Englisch auch mit einer deutschen Sprachausgabe daher.

Die Rückseite des Phablets…

 

… verbrigt die Sim- und Micro SD Slots

Unterstützt wird das 7 Zöller von einer 3.000 mAh Batterie. Ob das ausreicht, um das Phablet über den Tag zu bringen, wird unser Test zeigen müssen. Das 7X ist mit 191.2×106.5×9.9 mm kein Taschenschmeichler und dürfte mit 280g auch recht schnell schwer an der Wange werden.Wer einen Blick ins (fast baugleiche) Gehäuse wagen möchte, schaut sich diesen Link an. Bereits in den ersten Minuten mit dem Gerät fällt auf, dass die weiße Hülle Schmutz magisch anzieht.

Das Display
Ohne Frage: vom Display des 7X waren wir überrascht: das Gerät lässt sich nicht nur noch unter der Sonne ablesen – es lässt sich sogar sehr gut unter der Sonne ablesen.Generell überzeugt der Screen des 70 Euro Gerätes auf ganzer Linie: die Farben wirken nicht verfälscht, die Blickwinkel sind gut (siehe unten) und es kommt zu keinen Ghost-Touches.

In der prallen Sonne…
…. sowie im Schatten

Freunde vieler Pixel werden allerdings enttäuscht werden: mit 1024 x 600 werden keine Blumentöpfe gewonnen. Noch dazu kam der Hersteller auf die tollkühne Idee, die Schriftgröße von Beginn an auf „Groß“ zu stellen, was dem Tablet nicht gerade zu Gute kommt – diesem Umstand haben wir direkt mal abgeholfen: auf dem Display ist schlagartig mehr Platz und auch im Web lässt sich angenehmer surfen.

Die Performance
Der MTK8382 sorgt für ein flüssiges Android-Erlebnis: auch nach dem wir eltiche Apps installiert haben, stock das System nicht. Der sicherlich angenehmste Teil eines Reviews dürfte die Performance sein: wir spielen auf dem Cube Talk 7X-C4 Simpsons Tapped Out, lassen unsere Minions in Grus Labor herum flitzen und stampfen im – zugebenermaßen nicht sonderlich anspruchsvollen – GameDev eine Spiele-Schmiede aus dem Boden. All das ohne Probleme.

Das Antutu Benchmark Ergebnis

Nicht ganz so reibungslos läuft YouTube: die Videowiedergabe gerät manchmal ins Stocken, ganz anders bei lokalen Videos: wir verfolgen die Handlung von Star Trek New Voyages ohne auch nur einen Frame-Drop beobachten zu können. Warum YouTube auf dem 7X nicht flüssig läuft, konnten wir bis Redaktionsschluss nicht klären. Antutu-Benchmark vergibt ordentliche 16.019 Punkte.

Alle von Anutu Benchmark ausgelesene Daten

Der Sound
Unter dem recht breiten Lautsprecher-Grill befindet sich nur ein Mono-Speaker, der den Gesamteindruck etwas trübt (, aber für den Preis in Ordnung geht). Benutzt man das Gerät wirklich als Phablet, dürfte der Klingelton nicht ausreichend laut sein, wenn sich das Gerät in der (Hand-) Tasche befindet. Für das gelegentliche Katzen-Video auf YoutTube reicht es, für längere Wiedergaben oder Filme nutzen wir ausschließlich Bluetooth Boxen oder Kopfhörer wie die Jawbone Big Jambox beziehungsweise den Supertooth Freedom.

Der Monospeaker ist nicht laut genug

Die Kamera
Selbst für den Preis ist die Kamera unter aller Sau. Eigentlich reicht dieser Satz, um die Leistung zu beschreiben. Wer auch immer dachte, es wäre eine gute Idee, eine 2 Megapixel Kamera ohne touch-to-focus in das 7X ein zubauen, sollte sich einen neuen Job suchen müssen: die Cam enttäuscht auf ganzer Linie und hätte auch ruhig weg gelassen werden können. Selbst Schnappschüsse lohnen mit der Kamera nicht. Festgehalten haben wir etliche Testaufnahmen an dieser Stelle. Normalerweise sammeln wir mehr Aufnahmen, das hat sich in diesem Fall aber nicht gelohnt.

Wer fotografiert schon mit dem Tablet?

Selbstverständlich ist auch eine Front-Kamera dabei, die aber dank VGA Auflösung auch niemanden vom Hocker reißt. Selfie-affine Menschen machen einen dicken Bogen um das 7X und schauen sich teurere Modelle an. Auch die Front-Kamera kommt ohne Touch-to-focus. Die Farbwiedergabe ist bei den Fotos der Front-Kamera deutlich verfälscht, wie unser Redakteur belegt.

Natürlich sieht Nerdbench auch in VGA Auflösung gut aus

Die Konnektivität
Neben Tapped Out spielen wir unheimlich gern mit der Sphero 2.0: der Roboter-Ball wird über Bluetooth gesteuert und hört dank guter Bluetooth Verbindung genau auf unsere Eingaben – solange nur ein Gerät mit dem 7X verbunden ist: im Gegensatz zu stärkeren Geräten kommen unsere Befehle bei zwei Geräten (zusammen mit der Jawbone Big Jambox) verzögert an, was das Naivigieren deutlich erschwert (, aber der Preis).

Die Sphero steuern wir über Stock und Stein…

 

… sowie das Wasser

Was die interne Kamera verbockt holt unsere Sony DSC-QX100 wieder raus: das WLAN Kamera-Objektiv verbindet sich zu verlässig über WiFi mit dem Tablet und zeichnet Fotos zuverlässig auf (u.a. entstand auf diese Art und Weise das Bild unter der Rubrik „Die Kamera“). Auch in der Redaktion haben wir keine Probleme mit der Verbindung zum Router auf einem anderen Stockwerk – dies stellt immer eine besondere Herausforderung an die Geräte.

Das Betriebssystem
Flach und Bunt – das ist seit iOS 7 der Trend – auch Android gibt sich auf dem Cube Talk 7X-C4 vornehm bunt und gleichzeitig zurück haltend. Die Einstellungen hat der Hersteler in weiß gefärbt,  allerdings fällt das Design spätestens in den Tastatur-Einstellungen ab und kehrt zum weiß des Originals zurück. Das installierte Android 4.2.2 stammt vom 1. April 2014 – wir konnten allerdings keine April-Scherze finden.

Die Einstellungen

Vom Cube Talk 7X-C4 gibt es verschiedene Varianten: die meisten Reseller verkaufen die 4GB Variante. Banggood allerdings bietet die 8 GB Variante sogar im Vergleich sehr günstig an. Das allers ändert leider nichts daran, dass die Speicheraufteilung nicht wirklich gelungen ist, da interne und USB Speicher unterschiedlich partitioniert wurden und somit nicht zusammen liegen. Da der interne Speicher so meist leer und ungenutzt bleibt, während der „interne“ Speicher oft schnell an seine Grenzen gerät, raten wir hier zum Re-Partitionieren des Speichers.

Die Speicheraufteilung ist Mist

Das 7X kommt mit einigen China-Apps, unter anderem ein Market. Diese lassen sich nach Root-Zugriff problemlos entfernen ohne dass das System beim booten ins Stocken gerät. Das Playstore Icon allerdings führt erfreulicherweise direkt zum richtigen Playstore und nicht dem China-Market. Auch wenn Google Mail sowie Play vorinstalliert wurden: Anwendungen wie YouTube und Keep müssen nach installiert werden, auch Google Plus fehlt.

Der Bloatware haben wir den Kampf angesagt

Im Auslieferungszustand kommt das 7X ohne Root daher – aber nicht lange: mit dem aus dem XDA-Forum bekannten Tool „Frama-Root“ lässt sich das Cube Talk sehr einfach rooten: öffnet man die App reicht ein Druck auf „Barahir“ – schon ist das 7X frei für Modifikationen wie Werbeblocker. Die neue Root-Anwedung  „Towelroot“ schlägt allerdings nicht an.

SuperUser wurde erfolgreich installiert

Die Akkulaufzeit
Mit 3.000 mAh ist unser Xiaomi Mi3 gut gerüstet für den Alltag – das Cube Talk 7X-C4 leider nicht ganz (, aber für den Preis ist wohl nichts anderes zu erwarten). Gerade wenn man beide Sim-Karten Slots benutzen möchte, dürfte dem Cube Talk ziemlich schnell der Saft ausgehen. Beanspruchen wir das Gerät stark, ist nach etwa 4,5 Stunden Family Guy schauen Schluss. Auch Simpsons Tapped Out verabschiedet sich nach (geschätzen, zusammen addierten) 4 Stunden vom Bildschirm. Im Standby allerdings kann sich das Gerät wirklich gut behaupten: benutzt man das Gerät nur ab und zu, hält es ordentlich durch und kann problemlos als always-on Gerät genutzt werden.

Der Formfaktor
Mit seinen 7 Zoll eignet sich das Cube Talk 7X-C4 in unseren Augen weniger zum telefonieren, als um Office-Aufgaben zu bewältigen – dank dem 3G Modul auch überall. Generell sind die Sim Karten im 7X eine nette Sache, aber bereits beim ersten Telefonat wird klar: besonders oft muss das nicht sein. Viel zu wenige Tablets kommen mit einer 3G-Anbindung daher (schmerzlich vermisst beim Gigaset QV1030) , weswegen der Gedanke gar nicht mal so schlecht ist. Nur sind Phablets noch nicht wirklich in Deutschland angekommen – oder habt ihr schon mal jemand mit einem 7 Zoll Gerät auf der Straße telefonieren sehen?

Macht auch in der Uni eine gute Figur

Der Händler

Unsere Erfahrungen mit Banggod haben wir an dieser Stelle zusammen gefasst.

Das Fazit
Vergleicht man das Cube Talk 7X mit seinem Vorgänger, wurden alle Leistungsdaten angehoben: neben dem besseren Prozessor ist auch das Display ordentlich verbessert worden. Für sich allein gesehen gibt das Cube Talk ein solides Gerät ab, dessen harten Sparkurs der Nutzer spühren wird. Es ist vollkommen absurd zu denken, dass ein 7 Inch Gerät mit der selben Akku-Kapazität wie ein Xiaomi Mi3 auskommen kann und auch der Speaker lässt zu wünschen übrig.

Behalten wir aber das große Aber im Hinterkopf, gibt das 7X ein sehr solides Gerät ab: nimmt man YouTube außen vor, laufen alle Anwendungen flüssig auf dem Gerät, ohne das wir uns beschweren müssten. Derzeit kostet das Gerät 60,79 Euro (Achtung: Ref-Link*Kein Ref-Link). Wer ein günstiges 3G Tablet sucht, ist beim Cube Talk 7X-C4 gut aufgehoben. Allen Phablet Nutzern legen wir ans Herz, sich auf 6 Zoll zu begrenzen – mit 7 Zoll macht telefonieren nur über ein Headset Spaß.

*Nerdbench erhält keine Gelder, wenn ihr den Ref-Link drückt. Leider
hat Banggood trotz eindeutiger Aussage von Nerdbench auf den Ref-Link
bestanden. Da es sich hierbei um die erste Kooperation mit Banggood
handelt, hat Nerdbench Kleinbei gegeben und den Link mit Wahlmöglichkeit
ohne REF-ID eingebettet.

Was denkst du?
Grandios
0%
Genial!
100%
Es ist Liebe
0%
Kann man machen
0%
Wos?
0%
Nope.
0%
Über den Autor
Timm Mohn
Schreib- und Technikbegeistert. Freut sich über innovative Technik, kann Budget Smartphones nur bedingt ausstehen - WiFi Gadgets, wie die GoPro, umso mehr. Gründer von Nerdbench.com