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Sony DSC-QX10 im Test: Nie mehr miese Fotos!
Review

Sony DSC-QX10 im Test: Nie mehr miese Fotos!

von 7. Juni 2014
Auch wenn wir mit unserem Nexus 5 ziemlich zufrieden sind: die Kameraqualität hat uns noch nie vom Hocker gerissen. Bilder werden schnell verwackelt, die Auslösezeit ist auch nach dem Update auf Android 4.4.2 nicht wirklich als gut zu bezeichnen. Allen Versprechen seitens Google entgegen überzeugt uns die Kamera des Flaggschiffes aus dem Hause LG nicht. Mit Hinblick auf die CeBIT und unseren Versuch, möglichst wenig Ausrüstung mit zunehmen, haben wir uns dank Mobilefun.de die Sony DSC-QX10 näher anschauen können. Ob das 200 Euro teure Objektiv unsere Erwartungen besser erfüllt als das Nexus 5 Smartphone, erfahrt ihr nach dem Break.
Nerdbench bedankt sich bei Mobilefun für die Bereitstellung der QX10

 


Die Idee
Hinter der QX10 steckt ein sehr cleveres Konzept: die meisten Smartphone Kameras, so auch die vom Nexus 5, ersetzen zwar bei den meisten Menschen ihre Kompakt-Kamera – bleiben aber leider immer noch nur Handy-Kamera, auch wenn ein HTC One oder Nokia zeigt, wohin der Weg gehen kann, sind die meisten Module in aktuellen – oder auch billigen – Smartphones eher schlecht als Recht. Einige Hersteller haben bereits angefangen, dieses Problem anzugehen: so gibt es immer öfter Objektive, die den Zoom vergrößern können, diese werden dann beispielsweise auf die Linse gesteckt.
Schicke OVP: im Gegensatz zu den meisten Verpackungen kommt die QX10 in einem runden Karton
Sony geht mit der QX einen anderen Weg. Statt nur eine Linse vor die eigentliche Kamera des Smartphones zu stecken haben wir hier ein eigenes Objektiv. Dabei handelt es sich aber nicht nur um ein Objektiv, es gibt auch noch zwei Mikrofone und einen SD Karten Slot  sowie einen manuellen Auslöser dazu, mit dem man auch ohne Connection zum Smartphone Bilder auslösen kann. Mit Hilfe des Objektives verwandelt man jedes Handy – auch ein HTC Wildefire S, an das Nerdbench nur mit Grauen zurück denkt – in eine gutausgestattete Kompakt-Kamera. Gerade Kunden, die sich nicht unbedingt die Galaxy Cam zulegen möchten, werden hier bedient: der 10fach Zoom ist nur ein Snap-On entfernt – dies stellt eine große Verbesserung zum digital Zoom normaler Handy-Kameras dar, gerade weil nun nicht mehr nur ins Bild hinein gezoomt und die Qualität somit verschlechtert wird, sondern auch, weil man auch während Videos ohne Qualitätsverlust zoomen kann. In den Augen von Nerdbench handelt es sich hierbei um ein sehr spannendes Konzept.

 

Der Lieferumfang
Das QX10 kommt in einer schicken, runden Verpackung daher. In dieser befindet sich neben dem Objektiv selbst ein USB Lade- bzw. Datenkabel. Auf ein Netzteil verzichtet der Hersteller – es ist aber wohl fair anzunehmen, dass jeder, der sich ein Smartphone-Kamera-Modul kauft, bereits ein solches besitzt. Selbstverständlich liegt auch ein Akku für das Objektiv bei, sowie jede Menge Dokumentation die das QX10 erklären.
In der OVP hat sich einiges versteckt

 

 
Das Objektiv
Das QX10 fällt mit 62×399 mm sehr kompakt aus, sodass es keineswegs wie unnötiger Ballast am Smartphone wirkt. Um das Objektiv am Handy zu befestigen, muss ein Deckel hinter das QX10 gespannt werden, mit einem Klemmmechanismus.  Ohne jenen wiegt das Objektiv 108g, mit 140g. Sollte man das Gadget nicht am Smartphone nutzen, kann man auf jenen verzichten. Die Stativ-Schraube auf der Unterseite des QX10 kann ebenfalls ohne den Klemmmechanismus genutzt werden. Da Sony jenen nicht von Werk aus anbringt, hat Nerdbench dies getan. Dabei ist deutlich mehr Druck nötig, als wir es uns zunächst trauten: erst mit etwas Kraft wird das Stativ und der Klemmdeckel verbunden. Möchte man jenen wieder entfernen, muss man einen kleinen Schieberegler bedienen. Zu unserer Freude hält die Verbindung beider Elemente bombenfest.
„G Lens“ nennt Sony das Objektiv
Mit Hilfe der Trageschlaufe sind wir gleich viel mobiler
Das Kosntrukt hält auch unterwegs fest zusammen
Um das Smartphone an dem Objektiv zu befestigen, werden zwei Laschen aufgeklappt und eine davon nach oben gezogen. Jener kann Smartphones bis zu 5 Zoll einspannen. Unser Nexus 5 wird standardmäßig mit einer Hülle geschützt, die auch noch Platz in der Einspannung findet – Sony selbst gibt die maximale Gehäusebreite mit bis zu 8 Zentimetern an. Skeptiker mögen hier nun die Stabilität des entstehenden Konstrukt anzweifeln, diese können wir allerdings beruhigen: selbst wenn man Objektiv und Smartphone an der Trageschlaufe festhält und baumeln lässt, gerät keines der beiden Geräte in Gefahr. Damit unser Nexus 5 nicht bei der Nutzung der Kamera zerkratzt, sind die zwei Laschen mit Gummi gepolstert. Nur auf eines muss der User selbst achten: manche Geräte Hersteller platzieren Bedienelemente wie Volumen-Buttons so ungeschickt, dass sie eventuell beim einspannen drückt werden.
Die NFC Antenne sowie der ON/OFF Button
Die Akku-Anzeige sowie der Löse-Hebel für die Snap-On Halterung
Auch wenn das QX10 an sich kein Display besitzt, verfügt es auf der rechten Seite über eine kleine Akkuanzeige, die den derzeitigen Stand des Displays in 25 Prozent schritten und insgesamt 4 Balken darstellt. Auf der Oberseite des Gerätes finden wir den Powerbutton sowie die NFC Antenne vor. Hier hätten wir uns etwas mehr Flexibilität gewünscht: zwar kann man das Objektiv über kurzes Annäheren beider Geräte per NFC ein- aber nicht ausschalten, desweiteren gibt es auch keine Möglichkeit, das Objektiv über Wireless Lan auszuschalten, sodass dies immer manuell erledigt werden muss. Möchte man auch ohne App zoomen oder ein Foto auslösen befindet sich auf der linken Seite des Objektives ein Zoom-Schieber sowie der Schnappschuss-Button. In dessen Nähe befindet sich auch unter einer eher fummeligen Klappe der MicroUSB Anschluss zum aufladen des Objektives. Als wirklich nützlich hat sich im Verlauf unseres Reviews die Trageschlaufe erwiesen. Diese kann auf der rechten Seite eingefädelt werden. Wir von Nerdbench würden uns wirklich wünschen, dass dies schon per Werk passiert wäre – wie bei allen Trageschlaufen ist dies eine äußert mühsame Angelegenheit.
Die Zoom-Wippe, der Auslöse-Knopf sowie der MicroUSB Anschluss (Linke Seite des Gerätes)
Die Klappe ist nett gemeint, aber unpraktisch
Im Akku-Deckel finden wir auch das WiFi Passwort

 

Auf der Hinterseite des eigentlichen Objektivs befindet sich der Akkudeckel. Öffnet man diesen, kann man zum einen den Akku auswechseln und zum anderen die SD-Karte einsetzen. Während für normale Fotos eine Class 6 SD-Karte ausreicht, empfiehlt es sich für flüssige Aufnahme von Videos auf eine Class 10 MicroSD zu setzen. Das QX10 kann SD-Karten mit bis zu 64 Gigabyte lesen und beschreiben. Um das Objektiv wirklich nutzen zu können, muss eine SD Karte eingesetzt werden: Bilder oder Videos werden auf der SD Karte gespeichert; über einen internen Speicher verfügt das QX10 nicht. Sollte man ohne SD-Karte fotographieren, emfiehlt es sich das Rückbild auf volle Auflösung zustellen, damit man das Original-Bild übertragen kann. Darüber hinaus befindet sich unter dem Akku-Deckel auf einem Aufkleber das WiFi-Passwort, um Smartphone und Objektiv zu verbinden. Sollte das eigene Gerät NFC unterstützen, braucht man sich dies nicht zu notieren – durch kurzes Annäheren beider Devices werden die nötigen Daten übertragen. Da es sich beim NFC Tag um einen Typ 3 Tag handelt, kann der Benutzer das Kennwort nicht ändern – beschreiben ist hier nicht möglich, es kann nur gelesen werden.
Die SD Karte kann ohne Entfernung  des Akkus gewechselt werden – das Objektiv startet in diesem Fall aber neu
Das Objektiv mit dem Snap-On Mechanismus

 

Der Sensor des QX10 ist mit 1/2.3 größer dimensioniert als bei normalen Smartphone Kameras (mit Ausnahme der Kamera-Spezialisten unter den Handys, wie dem Lumia 1020 von Nokia). Unser Nexus 5 im Vergleich verfügt nur über einen 1/3.2 Sensor. Die Lichtstärke beläuft sich auf f5,9 (Tele) bis f/3,3 (Weitwinkel). Neben 18 Megapixel bietet das Objektiv auch noch einen sehr großzügigen 10-fach Zoom sowie eine Brennweite von 4,45 bis 44,5 mm. Ärgerlicherweise hat Sony auf einen separaten Blitz verzichtet – jener hätte das insgesamt Paket noch mal deutlich aufgewertet. Wirklich gut arbeitet dafür der optische Bildstabilisator: in den seltensten Fällen schafft es Nerdbench, ein Bild zu verwackeln. Auch unser Nexus 5 soll über einen solchen verfügen – wirklich etwas davon gemerkt haben wir leider nicht (das wir nicht die größten Fans der Nexus 5 Kamera sind, ist aber spätestens seit unserem Review bekannt – daran konnte auch das Android Update nichts ändern).
Auch mit Schutzhülle passt das QX10 an unser Nexus 5
Die Bilder werden von der QX10 standardmäßig im JPEG Format abgespeichert. Kamera-Profis, welche ihre Bilddateien am liebsten im RAW-Format vorliegen haben, kommen nicht auf ihre Kosten.

 

 
Die Kommunikation
Unser Nexus 5 und das QX10 kommunizieren über NFC. Was NFC ist, haben wir an dieser Stelle bereits erklärt. Im Falle der Sony QX10 wird durch die Kurzdistanz-Kommunikation beider Geräte die Verbindung zwischen Smartphone und Kamera hergestellt. Halten wir das erste Mal das Objektiv gegen die Kamera führt uns das Smartphone automatisch in den Playstore zur benötigten App. Dabei handelt es sich um die kostenlose Anwednung „Play Memories Mobile“ (Play Memories von nun an). Beim nächsten Kontakt beider Geräte wird die Verbindung zwischen Handy und Objektiv hergestellt und das Passwort übertragen, welches nötig ist um mit der Kamera zu kommunizieren. Kaum das die Verbindung einmal komplett hergstellt und das Passwort somit in der Kamera-App von Sony eingetragen wurde, kann durch den Kontakt beider Geräte automatisch die Kopplung durchgeführt werden bis hin zur funktionsfähigen Kamera – ohne das man Knöpfe drücken bzw. die App starten muss –  das verkürzt nicht nur die insgesamt Startzeit des Objektives, sondern auch den manuellen Aufwand. Die eigentliche Übertragung von Bildern und der Live-Ansicht läuft über Wireless Lan (WiFi). Damit Smartphone und Objektiv kommunizieren können, baut letzteres einen Hotspot auf, zudem wir mit dem Handy connecten. Möchte man ein Foto machen, dauert es etwa 10 Sekunden, bis Smartphone und Objektiv erfolgreich miteinander gekoppelt sind. Andere WLAN Netze werden während der Verbindung zum Hotspot deaktiviert – sollte die App nicht erfolgreich beendet werden, bleiben diese auch deaktiviert, bis man sich manuell zu einem von den Netzen verbinden möchte.
Über einen kurzen Kontakt wird das Objektiv aktiviert und die App geöffnet
Da beide Geräte über WiFi miteinander verbunden sind, muss das Objektiv nicht zwangsläufig an das Handy angesteckt sein. Bis zu 6 Meter Distanz haben wir im Laufe unseres Tests zwischen QX10 und Smartphone gebracht, ehe die Verbindung zwischen Nexus 5 und Objektiv abbrach. Mit dieser Distanz werden dem Nutzer vielerlei Spannende Aufnahmen ermöglicht, die mit direkter Verbindung nicht möglich wären. Nehmen wir an, Nerdbench macht ein Gruppenfoto der Redaktion, so kann das Objektiv auf der einen Seite und wir auf der anderen Seite des Raumes stehen, während jemand das verbundene Smartphone in der Hand hat und das geschossene Foto direkt auf dessen Qualität überprüfen kann. Die Anzahl an kompatiblen Geräten ist groß: von Tablet bis Media Player, alles was mit Android oder iOS läuft eignet sich, um Fotos mit dem QX10 zu machen.
Bei erstmaligem Kontakt führt uns das Smartphone in den PlayStore

 

Nett wäre es gewesen, wenn die Verbindung zwischen Smartphone und Objektiv über eine Art „Standby“ Modus verfügen würde: manchmal möchte man einfach mal eben die Play Memories Mobile App verlassen, um beispielsweise eine Kurz-Nachricht zu beantworten. Dies ist zwar möglich, allerdings muss dann die Verbindung zum Objektiv erneut wiederhergestellt werden – das gleich gilt auch für das kurzzeitige Ausschalten des Smartphones.

 

Die App
Prinzipiell ist die Anwendung mit Android ab Version 2.3 und mit iOS ab 4.1 kompatibel. Über die Anwendung können wir das verwendete Format auswählen: 18 Megapixel Fotos werden in 4:3 geschossen – möchte man lieber Fotos in 16:9 erstellen, muss man sich mit 13 Megapixel begnügen. Desweiteren können wir in den Einstellungen als Auflösung 5 Megapixel auswählen, dabei handelt es sich ebenso um das 4:3 Fromat. Die zweite 16:9 Einstellung löst mit 2 Megapixeln auf. Wie bereits erwähnt kann man das QX10 nicht per Wirelss Lan ausschalten. Wirklich nett wäre gewesen, wenn sich das Objektiv automatisch beim Verlassen der Anwendung ausschaltet. Ebenso wäre es wünschenswert, wenn die Sony-App den Smartphone-Blitz unterstützen würde, schließlich kommt das QX10 ohne jenen aus.
Die App gibt sich (leider) sehr schlicht
Hat der User ein Foto geschossen, wird dies in die Bibliothek des Smartphones übertragen. In den Einstellungen können wir wählen, ob das Ergebnis mit zwei Megapixeln oder in voller Auflösung übertragen werden soll. Während die kleinere Version wirklich sehr schnell übertragen wird, braucht die Original-Größe deutlich länger – soll das Objektiv schnell wieder einsatzbereit sein, empfiehlt sich also die kleinere Version. Die geschossenen Bilder werden je nach Wunsch entweder gar nicht, für 2 Sekunden oder bis der User es wegklickt dargestellt.

 

Es besteht die Wahl aus 3 Automatiken

 

Über die Einstellungen können wir auch den Piep-Ton des Objektives ausschalten. Dieser ist aber sehr nützlich, wenn man das Objektiv ohne Smartphone benutzt; mit Hilfe des Signales können wir unterscheiden zwischen Fokussierung und wirklichem Auslösen der Kamera. Sollte der Nutzer schnell alle Bilder verschwinden lassen wollen, kann die MicroSD Karte über die App formatiert werden.
Das QX10 kann Videos und Fotos über die App machen
Besonders viele Einstellungen, wie die Kamera operieren soll, bietet die Anwendung nicht: Iso-Wert, Weißabgleich und Blende aber auch die Zeit werden automatisch von der App eingestellt, ebenso wie der Makro-Modus. Stattdessen gibt es eine „Überlegene Automatik“, sowie eine „Programm-Automatik“ – die einzige Automatik mit Optionen – und eine „Intelligente Automatik“. Die eben erwähnte Programm-Automatik lässt den Benutzer die Belichtung um Plus bzw. Minus 2 einstellen. Im Gegensatz zur Stock-Kamera App kommt Play Memories mit einem Selbstauslöser daher – ein sehr nützliches Feature.
Die Einstellungsübersicht
Der Selbstauslöser kann 2 oder 10 Sekunden lang verzögern
Für das Rückbild gibt es auch Optionen

 

Um den Fokus der Aufnahme einzustellen, tippt der Nutzer auf den Bildschirm – diese Art der Fokussierung kennen wir auch schon von der Stock-Android-App. Während unserem Test wurden Bilder selten unscharf – der Autofocus arbeitet in den Augen von Nerdbench sehr zuverlässig. Während unserem Review kristallisierte  sich schnell heraus, dass sich die Wippe am Objektiv besser eignet, um den Zoom einzustellen: durch die Verbindung über WiFi kommt es zu einer unschönen Verzögerung, während wir die Zoom-Buttons auf dem Display verwenden. Greift man auf die Wippe zurück, klappt dies aber wunderbar.
Wir wählen die Original-Größe als Rückbild
Für die Bilder stehen mehrere Auflösungen zur Auswahl
Zweimaliges Zurück-tippen trennt die Verbindung zwischen QX10 und Smartphone
Danach verbindet sich das Smartphone automatisch wieder mit dem normalen WLAN Netz

Aufgenommene Bilder können problemlos über die Vorschau oder Gallerie der Play Memories App geteilt werden. Nutzer, die Bilder möglichst schnell anderen zur Verfügung stellen wollen, sollten von daher die Vorschau nicht deaktivieren. Kaum ist die App installiert, gibt es in verschiedenen Apps eine Auswahlmöglichkeit, ob man die Stock-Kamera-App oder aber Sonys Play Memories nehmen möchte.

 
Die Akkulaufzeit
Mit 630 mAh reicht der Akku für knapp 250 Fotos bzw. etwa 50 Minuten Video – danach muss das Objektiv entweder mit einem Netzteil betrieben werden oder auf die Ersatzbank zurück. Einen Tag unterwegs hält die Kamera aber auf jeden Fall aus. Ist der Akku komplett leer gesaugt, braucht das Objektiv knapp 90 Minuten bis es wieder vollständig aufgeladen ist.Wem die Akkulaufzeit zugering erscheint, der kann sich auf Amazon mit Ersatz-Akkus aushelfen: für etwas über 30 Euro gibt es 2 Ersatzakkus sowie ein Netzteil, um jene aufzuladen. Damit verlängert man die insgesamt Akkulaufzeit des Objektives stark und muss nicht mehr so oft ans Ladekabel.

Die Bildqualität
Das QX10 bringt die Qualität einer Kompakt-Kamera aufs Smartphone – und trifft dabei den Nerv vieler Nutzer: nicht jeder möchte sich nach 2 Jahre ein neues Handy anschaffen, nur weil das alte schlechte Bilder macht. Ein Snap-On Kamera-Objektiv ist da sicherlich die günstigere Variante. Das bei der QX10 verwendete Objektiv stammt von der Sony DSC-WX200, welche mit 4,5 Sternen und 54 Bewertungen auf Amazon eine solide Leistung abliefert. Dieses Bild überträgt sich auch auf die QX10: Bilder werden bei Sonnenlicht sehr gut – und auch bei schlechteren Lichtverhältnissen holt das Sony-Objektiv mehr aus der Situation heraus, als herkömmliche Handy-Kameras. Selbstverständlich lässt sich ein Bildrauschen ab einem gewissen Punkt nicht mehr vermeiden. Im Sony Objektiv arbeitet allerdings ein sehr aggressiver Rausch-Unterdrücker, was den nächtlichen Bildern manchmal leider etwas die Details raubt.
Die WiFi Verbindung ist praktisch…
Filme werden von der QX10 nach Firmware Upgrade in Full-HD aufgenommen. Diese sind bei gutem Licht aber auch bei schummriger Innenbeleuchtung nett anzusehen. Die Videokomprimierung ist gut: knapp 100 Megabyte werden pro Minute fällig.  Wann ein Film endet entscheidet die Speicherkarte: nur durch die verfügbaren Gigabyte wird die maximale Spieldauer begrenzt. Wirklich lobenswert ist, dass auch während Videos nicht digital sondern optisch gezoomed wird – selbst viele Digital-Kameras können hier nicht mithalten. Touch-to-Focus ist während einer Aufnahme leider nicht möglich.
… verringert aber die Akku-Laufzeit beider Geräte

Hat man erst einmal ein Bild geschossen, friert die Display-Anzeige am Smartphone ein. Das eingefrorene Bild spiegelt – zu Glück – aber nicht das Endergebnis wieder, wie der Nutzer schnell durch das Vorschau Bild erfährt. Warum das eingefrorene Bild zunächst so unscharf ist, können wir uns nicht erklären – mit der Zeit gewöhnt man sich allerdings an diesen Umstand und lässt sich hiervon nicht mehr irritieren.

 
Die Beispiele
Um diesen Testbericht nicht zu sehr aufzublähen haben wir die Beispielfotos in einem seperaten Post ausgelagert. Die Test-Fotos findet ihr hier. Unsere Testfotos wurden allesamt im 16:9 Format und somit mit 13 Megapixeln aufgenommen.
Wir haben fleißig Fotos mit der QX10 gemacht


Die Stand-Alone-Cam
Nicht nur als Smartphone Aufsatz lässt sich die QX10 nutzen: Dank dem Auslöseknopf an der Seite können wir auch ohne WiFi Verbindung Fotos erstellen. Dies funktioniert überraschend gut, denn nach einer gewissen Zeit hat man Gespür dafür, was die Kamera aufnimmt und wie man sie halten muss, um wirklich das aufzunehmen, was man aufnehmen möchte.

Kein Smartphone, nur das Objektiv – das klappt erstaunlich gut

 

Dabei fokussiert die Kamera bei schlechten Lichtverhältnissen nicht immer 100 % den Teil, den man sich gerade wünscht weswegen es ratsam ist – auch zur Sicherheit der eigentlichen Aufnahme –  zwei bis drei Bilder jeweils zumachen, um sicher zugehen, dass man das Ziel richtig erfasst und die Kamera jenes auch fokussiert hat. Bei dieser Art von Aufnahme kommt ein gewisses „Adventure“ Gefühl auf, dennoch gelingen die Fotos überraschend gut – bei Tageslicht und Sonnenschein sogar perfekt.
Hier hätte man das Bild etwas mehr anwinkeln können

 

Auf der anderen Seite des Baklons klappt es hingegen auf Anhieb

 

Leider kann das QX10 keine Videos ohne Smartphone-Anbindung machen. Hier hätte Sony einfach eine Tasten Kombination in das Objektiv einprogrammieren können, um zwischen Foto und Video umzuschalten. Nerdbench würde sich sehr freuen, wenn so etwas per Firmware Update nach geliefert wird.
Der große Bruder
Neben der DSC-QX10 bietet Sony auch noch das QX100 an. Dabei handelt es sich um ein deutlich teureres aber auch besseres Objektiv, das dem der DSC-RX100 II gleicht. Das Objektiv ist deutlich größer und somit auch schwerer als das QX10, kommt aber nur mit einem 3,7fach Zoom daher – über die Hälfte weniger als unser Testgerät mit einem 10fach Zoom. Stärken kann das QX100 allerdings vor allem bei der Lichtstärke und Bildqualität aufweisen.
Den großen Bruder treffen wir im Saturn an
Das Fazit
Wir können nicht sagen, dass wir überrascht sind: für knapp 200 Euro erwarten wir Qualität von Sony und diesbezüglich wurden wir nicht vor den Kopf gestoßen. Auch wenn das QX10 zu großen Teilen aus Plastik besteht, fühlt sie sich keinesfalls billig an. Umso selbstverständlicher, das wir bereits eine Objektiv-Tasche für unsere QX10 geordert haben. Das QX10 muss als Vorstoß in eine neue Art Zubehör gesehen werden, welcher naturgemäß noch Verbesserungsbedarf aufweist. Trotzdem muss man Sony hoch anrechnen, dass der Hersteller sich von gewohnten Pfaden wegbewegt und ein Nischen-Produkt begründet hat.Wir haben im örtlichen Saturn nachgefragt: die QX10 verkauft sich bestens – während die QX100 eher schleppend über den Ladentisch wandert.
Dank dem Grip Tight GorillaPod steht das Objektiv jederzeit…
… und an jedem Ort

 

Tatsächlich ist das QX10 das erste Gadget, das uns NFC in der Realität ausprobieren lässt. Bisher konnten wir nicht verstehen, wenn Redakteure ein Smartphone nur deswegen negativ bewerteten, weil es nicht über die Kurz-Distanz Kommunikation verfügt – das hat sich mit der QX10 geändert: durch den NFC-Chip in unserem Nexus 5 ist es unheimlich einfach, beide Gadgets miteinander zu verbinden. Im Laufe unseres Testes wurde dies spätestens mit einem Xiaocai X9, welches nicht über NFC verfügt, klar.

Wegen fehlendem NFC nicht ganz so komfortable aber kompatibel: das QX10 mit dem Apple iPhone
Für zukünftige Revisionen wünschen wir uns entweder einen eigenen Blitz für das Objektiv oder wenigstens die Möglichkeit, den Smartphone-eigenen Blitz anzusteuern. Darüber hinaus würde der Akku noch ein paar mAh mehr vertragen. Auch eine Video-Funktion, wenn man das QX10 ohne Smartphone verwendet, steht auf der Wunschliste von Nerdbench. Als letztes möchten wir noch anregen, dass Sony es ermöglichen sollte, dass man das Objektiv nicht nur ein- sondern auch per NFC oder über die App ausschalten kann. Es ist auffällig, dass die meisten Negativ-Punkte an Play Memories nicht aber der QX10 selbst liegen. Vielleicht sollte Sony einfach mal das zuständige Team entlassen, mit Berufsverbot belegen und ein neues Team einstellen.
Auch bewegte Objekte erfasst die QX10 problemlos

 

Das Beste am QX10 haben wir uns für den Schluss bzw. das Fazit aufgehoben: Während dem gesamten Testlauf lief unser Nexus 5 dank Franco Kernel nur mit 729 Megaherz – die Aufnahmen waren aber durchaus machbar, ohne große Verzögerung. Übertragen auf andere Geräte heißt dies, dass auch leistungsschwache Devices – welche etwa auf SingleCore Prozessoren mit 1 GHz setzen – mit der Sony Cam problemlos zusammen arbeiten.
Selbst mit 729 Megaherz läuft das Objektiv gut

 

Wer eine schlanke, dauerhafte Lösung für seine mobile Fotographie sucht, ist mit dem Sony Objektiv falsch beraten: das Objektiv macht angeclipt das Smartphone deutlich dicker, die Clips an den Seiten können eventuell zum Beispiel beim Absenden von WhatsApp Nachrichten behindern. Dagegen ist das QX10 für Hobby-Fotographen, denen ihre normale Smartphone Kamera nicht ausreicht, ein Pflichtkauf. Plant man bereits länger, sein Smartphone zu pimpen, hat der Käufer die Wahl zwischen der QX10 für 200 Euro oder dem großen Bruder, der zwar doppelt so teuer aber dafür auch mit dem besseren Objektiv ausgestattet ist. Nerdbench fotografiert unter dessen weiter und gibt eine klare Kaufempfehlung.
Das QX10 ist nun fester Bestandteil der Redaktion
Für 99 Euro ist die Sony DSC-QX10 inzwischen auf Amazon erhältlich.

 

Positives

Kompakt
Objektiv wird automatisch verschlossen
10fach optischer Zoom
NFC
Starke WLAN Verbindung

Negatives

Akku könnte stärker sein
Wirkt billig im Vergleich mit der QX100
iOS Kopplung umständlich

Bewertung
Unsere Bewertung
Technik
7.0
Akkulaufzeit
5.0
Performance
8.0
Konnektivität
9.0
Design
8.0
Ton
8.0
Schwierigkeit
9.0
Kamera
8.0
Bildqualität (Tag)
7.5
Bildqualität (Nacht)
5.0
Preis
6.0
Fazit

Die QX10 ist ein guter Einstieg in die Smartphone Fotografie. Mit starkem Bildsensor und guten Videoeigenschaften kann die Kamera überzeugen.

7.5
Unsere Bewertung
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Über den Autor
Timm Mohn
Schreib- und Technikbegeistert. Freut sich über innovative Technik, kann Budget Smartphones nur bedingt ausstehen - WiFi Gadgets, wie die GoPro, umso mehr. Gründer von Nerdbench.com