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Kazam Thunder Q4.5: Ein Donner schlägt ein

Kazam Thunder Q4.5: Ein Donner schlägt ein

von Timm Mohn2. Juni 2014

Unser Xiaomi X3 verfügt über 5 Zoll, das X3 von UMi sogar über 5,5. Während die meisten Geräte immer größer werden, hält sich unser aktueller Testkandidat vornehm kompakt: mit 4,5 Zoll passt das Gerät in jede Hosentasche. Dazu gibt es einen QuadCore Prozessor und alles, was die Mittelklasse im Jahre 2014 bieten muss. Darüber hinaus darf man einmalig sogar das Thunder Q4.5 mit kaputtem Bildschirm einsenden und erhält von Kazam kostenlosen Ersatz. Ob wir nicht nur den Blitz sehen, sondern auch den Donner (gern) hören, erfahrt ihr nach dem Break.

Nerdbench bedankt sich bei Kazam für die Bereitstellung des Thunder Q4.5

 


Der Lieferumfang
Nerdbench hat natürlich nicht lange abwarten können und das Thunder Q4.5 direkt ausgepackt. In der OVP steckt neben dem Kazam Smartphone noch ein MicroUSB Kabel sowie eine Netzteil für die Steckdose. Interessanterweise liefert Kazam auch ein Headset mit, das bei den meisten Herstellern direkt eingespart wird. Look und Feel des Headets können uns nicht überzeugen, als Dritt-Kopfhörer kann man sie allerdings von der Wiedergabe Qualität her einplanen. Dennoch: wer nach dem Smartphone Kauf nicht noch Geld für Zubehör ausgeben möchte ist mit dem Lieferumfang des Kazam Thunder Q4.5 gut bedient.
Das Kazam Thunder liefert alles mit, was der Nutzer braucht.

Die Technik
Das Thunder Q4.5 ist kein schweres Smartphone: mit 138 Gramm gibt es sich deutlich leichter als unser UMi X3 Phablet und liegt angenehm in der Hand. Zwar kann der interne Speicher des Q4.5 anders als beim Moto G direkt per SD Karten Slot erweitert werden, dennoch sind vier Gigabyte (GB) doch sehr wenig – speziell wenn man bedenkt das zukünftige Android Versionen externe Speicher immer weniger berücksichtigen werden – Android 4.4 KitKat deutet dies aktuell bereits an. Beim Thunder Q4.5 ist es allerdings möglich, Anwendungsdaten auf die SD Karte zu kopieren.
Auf der Unterseite befindet sich das Mikrofon

 

Die Front kommt ohne Kazam Logo aus
Auf dem Thunder Q4.5 kommt Android 4.2 zum Einsatz. Angetrieben wird das Ganze von einem MediaTek MT6582 Prozessor, der im 28 nm Verfahren gefertigt wurde und von einer Mali 400 MP GPU unterstützt wird. Der Arbeitsspeicher ist mit einem Gigabyte für die Preisklasse typisch bemessen. Gefunkt wird im Q4.5 mit Bluetooth, WLAN und auch GPS steht dem Nutzer zur Seite. Besonders stolz ist Kazam auf die Dual-Sim Slots. Geräte, die zwei Sim Karten aufnehmen sind in Deutschland immer noch sehr unbeliebt bei den Netzbetreibern, da die Kunden hiermit ihre Kosten senken und für die verschiedenen Bereiche, also Telefonie und Surfen, verschiedene Provider wählen können. Dementsprechend gibt es wenig High End Gerät mit Dual Sim Funktion in Deutschland zu kaufen. Auf LTE müssen die Nutzer allerdings verzichten.
Der Akku-Deckel lässt sich leicht abnehmen

 

Im Kazam Q4.5 können zwei Sim-Karten verstaut werden

 

Nerdbench ist gespannt, ob der Monospeaker des Kazam Thunder Q4.5 überzeugen kann
Die Front des Q4.5 ziert ein 4,5 Zoll Bildschirm mit einer Auflösung von 854×480 – ob die Nerdbench hieran Freude hat, wird sich im Testverlauf zeigen müssen. Unter dem Bildschirm sitzen die Softbuttons, die nicht nach Googles Empfehlungen (Zurück, Home, Multitasking) angeordnet sind, sondern Menü und Multitasking, Home sowie zurück. Fotos kann der Käufer mit 8 Megapixeln knipsen. Neben der Hauptkamera auf der Rückseite verfügt das Thunder Q4.5 selbstverständlich auch über eine Front-Kamera: mit 2 Megapixeln können Nutzer die in letzter Zeit sehr beliebt gewordenen „Selfies“ machen.
Auf der rechten Seite kann das Gerät eingeschaltet…

 

…und auf der linken die Lautstärke verringert bzw. erhöht werden

 

Headset und MicroUSB Port sind oben angebracht
Ein Kopfhöreranschluss sowie den MicroUSB Port zum Laden des Gerätes findet Nerdbench an der Oberseite des Smartphones vor. Links befindet sich der Volume Rocker während auf der anderen Seite der Powerknopf platziert ist. Obwohl immer mehr Geräte (beispielsweise das UMi X3 aber auch Xiaomi Mi3) Volume Rocker sowie Powerbutton auf einer Seite bedienen, sind wir klare Befürworter von Kazams Lösung: weder müssen wir uns beim platzieren in der Fahrradhalterung Gedanken über den Powerbutton machen, noch beim aufsnappen der QX100. Mit Strom wird das Q4.5 durch einen austauschbaren 1.800 mAh Akku versorgt – dieser sollte angesichts der restlichen Leistungsdaten mehr als ausreichen.
 
Der erste Eindruck
Das Q4.5 liegt dank seiner Dimensionen gut in der Hand. Während der Akkudeckel sich zwar leicht entfernen lässt, mussten wir uns erst dran gewöhnen jenen wieder Stück für Stück einrasten zu lassen. Schaltet man das Gerät das erste Mal ein fällt positiv der vornehme Bootscreen auf. Dieser hält sich schlicht und folgt Barney Stinsons Empfehlung: Suit Up!
Das Kazam Q4.5 gibt sich schick
Android erleben wir (fast) in Reinform, ohne besonderen Herstelleraufsatz und unnötige Bloatware. Nützlich finden wir Erweiterungen wie den Dateiexplorer – Nerdbench würde sich allerdings wünschen, dass man diesen deinstallieren kann, sobald er nicht mehr benötigt wird. Kaum das wir das Q4.5 hochgefahren und mit dem Internet verbunden haben, werden wir auch schon auf ein Update hingewiesen. Obwohl das Kazam Smartphone in Deutsch daher kommt, sind die Informationen, was die Aktualisierung für Vorteile mit sich bringt, in Englisch gehalten. Uns wurde von Kazam versichert, dass die entsprechenden Strings in Kürze auch Deutsch sein sollen. Den Charme des Bootscreens kann Kazam nicht in der Benachrichtigungsleiste durch halten: dort ist der Updatefortschritt weiß unterlegt – optisch überhaupt nicht passend zum Rest des Gerätes.
Der Update Prozess ist trotz geringer Größe recht lang
Etwas verwunderlich ist, dass Kazam sein Smartphone 7 Monaten nach der Vorstellung noch mit dem inzwischen in die Jahre gekommenen 4.2.2 (vorgestellt am 12.02.2013) ausliefert. Der Grund hierfür liegt am Prozessor: MediaTek schraubt gerade an den Treibern für Android 4.4, weswegen wir hier auf ein baldiges Update hoffen.
Das Update ist nur knapp 10 Megabyte groß

 

Der weiße Statusbalken passt nicht in die System-UI

 

Die Anweisungen kommen hoffentlich bald in Deutsch daher
Wie bereits oben angemerkt dient der erste Softbutton unter dem Bildschirm als Menü und Taskmanager Button. Die erste Funktion hätte man bei Kazam ruhig restlos streichen können: nicht nur, dass der Button eher nach dem typischen Taskmanager aussieht,  Menü Buttons sind in Android schlicht nicht mehr nötig: die meisten Menüs werden entweder zur Seite gezogen (beispielsweise im Play Store) oder aber eben über ein kleines Icon aufgerufen. Die Nerdbench würde sich hier ein Update wünschen, dass die Menü Funktion streicht und den Button seiner zumindest optisch wahren Bestimmung zuführt.
Der Multitask-Button fungiert auch als Menü Button
 
Das Display
Zu Beginn kam uns alles im Thunder etwas groß vor. Das liegt vor allem daran, dass das Display nur mit 480×854 Pixel auflöst – somit befindet sich das Kazam nur knapp über dem Samsung Galaxy S2: einem inzwischen drei Jahre alten Gerät. Abhilfe gegen große Symbole schafft ein alternativer Launcher, der Icons sowie Rastergröße variieren lässt. Wer die Schrift zumindest ein wenig verkleinern möchte, ändert in den Systemeinstellung die Schriftgröße auf „Klein“ – surfen im Internet wird auf normaler Schriftgröße schnell zur Dauer Scroll-Arbeit.
Das Thunder Q4.5 von Kazam stellt Video-Content flüssig dar

 

Trotz der Schwächen bei der Displayauflösung kann man sich mit dem Kazam YouTube Videos anschauen und sich an seinen Besitztümern in Simpsons Tapped Out erfreuen.
Die Kamera
Mit 8 Megapixeln liegt das Thunder Q4.5 genau im Durchschnitt von Mittelklasse Geräten. Während uns die Kamera des Gs damals nicht gänzlich vom Hocker riss, liefert das Kazam Smartphone ordentliche Ergebnisse. Da wir unsere Artikel nicht unnötig aufblasen möchten, haben wir die Beispielbilder hier hin ausgelagert.
Mit 8 Megapixeln ist das Thunder gut aufgestellt
 
Die Performance
QuadCore Prozessoren sind heute Pflicht und auch das Thunder Q4.5 kommt mit einem solchen daher. Der MediaTek MT6582 schafft es in Verbindung mit dem Gigabyte an Ram das System flüssig laufen zu lassen. Auch wenn die Nerdbench Redaktion mal wieder etwas länger nicht den Taskmanager aufgeräumt hat läuft das System noch schnell und stabil und lädt nicht zu Kaffeepausen ein.
Das Antutu-Testergebnis vom Kazam Thunder Q4.5

 

Alle von Antutu Benchmark ausgelesenen Daten
 
Der Ton
Möchten Hersteller Geräte mit niedrigem Preis-Tag auf den Markt bringen, muss im Normalfall irgendwo der Rotstift angesetzt werden: das Q4.5 kommt mit einem Mono-Lautsprecher daher, dieser gibt Klingeltöne und den Weckerton morgens ausreichend laut wieder und auch das wöchentlich Format von Emma Blackery lässt sich mit dem Lautsprecher unterlegen. Nerdbench ist hier eindeutig überrascht, da wir mit niedrigeren Erwartungen an den Lautsprecher heran gegangen sind. Darüberhinaus erfreut die Tester der Umstand, dass man im Querformat den Lautsprecher nicht verdecken kann, sodass die Wiedergabe leiser wird: auch wenn dort der Finger aufliegt kommt noch genug Ton aus dem Speaker heraus, um Game Dev Story mit herrlicher 8-Bit Musik zu spielen.
Das Kazam Thunder Q4.5 mit der Scosche Boombottle
Für längere Wiedergaben bei Filmen oder der Spotify Playliste nutzen wir zu Hause mit Vorliebe die Jawbone Big Jambox und unterwegs den Freedom Bluetooth Kopfhörer von Supertooth sowie die Boombottle von Scosche.
Die Akkulaufzeit
Ein Smartphone ist nur solange gut, wie es auch online ist: das Thunder Q4.5 hält bei uns etwas über einen Tag durch. Dabei muss sich das Smartphone mit unserer Pebble verbinden, ein bis zwei Sim-Karten in Betrieb halten und etliche Nachrichten in Whatsapp überbringen. Der MediaTek Prozessorer arbeitet Hand in Hand mit dem Akku zusammen: die Nerdbench sieht keinen Grund zuklagen.

Der Akku versorgt unser Smartphone ausreichend lang mit Strom


Die Konnektivität
Unsere Smartphones müssen in Sachen WLAN einiges leisten: der Sender steht auf einer anderen Etage, das Signal ist somit nicht das stärkste. Umso erfreulicher, dass wir trotzdem schnell den internen Speicher des Q4.5 per WLAN mit Apps füllen können (zugegebermaßen ist der sehr schnell voll). Auch unsere Sony QX100 funkt zuverlässig mit dem Kazam Smartphone.

Über WLAN Verbunden: die QX100 von Sony und das Kazam Q4.5

 

Bluetooth ist inzwischen nicht nur für die Verbindung mit Headsets da: neben der Pebble Smartwatch wird auch das Lieblingsspielzeug der Redaktion drahtlos gesteuert: die Sphero. Erfreulicherweise bleibt die Verbindung bei beidem stabil und auch unsere Microsoft Wedge lässt sich problemlos mit dem Q4.5 verbinden.
Mit Sphero und dem Kazam Thunder Q4.5 gehen wir unser Spiellust nach

 

Während unseres Reviews hat die Redaktion vor allem GPS überrascht. Während wir Runtastic für einen kurzen abendlichen Workout vorbereiteten –
mitten in einem Vorlesungsaal, welche nicht unbedingt für ihren guten Empfang bekannt sind – war der GPS fix schneller gefunden, als wir uns das vorgestellt hätten. Dementsprechend waren auch die zwei Runden um den Sportplatz zur späten Stunde kein Problem und Runtastic hat unsere Bewegungen genau mit verfolgt.
Der Fix ist schnell gefunden

 

Die Dokumentation ist zuverlässig

 

Unsere Runden hat das Kazam Q4.5 auch richtig getrackt
Der Formfaktor
Wie eingangs bereits erwähnt sind Phablets und und Geräte mit 5 Zoll auf dem Vormarsch. Das Thunder Q4.5 steht dem mit seinem 4,5 Zoll Display entgegen. Und ob man es glauben möchte oder nicht: es gibt hierfür einen Markt! Gerade Frauen werden sich an den kompakten Maßen erfreuen, denn weibliche Mode kommt ohne solch große Taschen wie man sie von Men-Wear kennt daher.
Große Smartphones passen nicht in die Fahrrad Halterung – das Kazam Q4.5 allerdings ohne Probleme

 

Gleichzeitig lässt sich ein kompaktes Gerät wie das Q4.5 weniger für Office Aufgaben verwenden: während wir unser Xiaomi Mi3 auch mal als Netbook Ersatz bei Veranstaltungen nutzen, ist das Kazam Smartphone hierfür nicht geeignet. Dafür lässt sich mit dem Q4.5 deutlich besser joggen, als mit einem 5 Zoll Gerät: das Gerät fällt viel weniger in der Tasche auf und auch nach 45 Minuten können wir uns vorstellen, wieder mit dem Thunder joggen zugehen.
 
Der Vergleich
Die Nerdbench Redaktion hatte vor einigen Monaten kurz die Gelegenheit, das Motorola G zu testen. Etliche journalistische Publikationen im Internet vergleichen das Smartphone aus dem Hause Kazam mit dem G – und tatsächlich liegt dieser Gedanke nicht fern. Auch wenn sich Kazam in Sachen interner Speicher und Display einen unschönen Schnitzer erlaubt, ist das Q4.5 in unseren Augen dank erweiterbarem Speicher sowie solider Kamera und der Möglichkeit, zwei Sim-Karten in das Q4.5 zu stecken und den Akku auszutauschen dem G überlegen. Achtung: Die Fotos wurden spontan aufgenommen und sind deswegen etwas qualitätiv schlechter als unsere restlichen Aufnahmen.
Das Kazam Thunder Q4.5 lässt den Nutzer den Akku wechseln

 

Dsa Moto G bringt Power und Volumen Button auf einer Seite unter

 

5 gegen 8 Megapixel: die Kamera vom Thunder ist dem G überlegen

 

Das G spart sich Softbuttons
Beide Geräte sind etwa gleich groß

Das Fazit
Das Kazam Thunder Q4.5 überzeugt mit guter Performance sowie anständiger Akku-Laufzeit. Auch drathlose Verbindungen, egal ob GPS oder Bluetooth, können überzeugen. Wer sich hingegen auf kristallklare Darstellungen wie etwa beim Xiaomi Mi3 freut, der sollte lieber einen Bogen um das Q4.5 machen: durch die geringe Auflösung haben Display-Fanatiker wenig Spaß am Smartphone. Da das Smartphone ohne Root-Zugriff daher kommt, haben wir diesen mit RootGenius nach gerüstet. Wie das geht kann man hier nach lesen. Achtung: der Rootzugriff kann eure Gewährleistung zunichte machen.
Das Q4.5 kommt…

 

… ohne Bloatware daher
Für zukünftige Revisionen würden wir uns eine höhere Auflösung wünschen. Zusätzlich darf Kazam gerne NFC verbauen: die Technik ist inzwischen im Alltag angekommen und in vielen unserer Geräte verbaut – etwa dem Belkin SongStream oder auch der QX100 von Sony.
Erfreulich: wir haben im ganzen Test keine Bugs beim Kazam Thunder Q4.5 entdeckt

 

Mit einem Preistag von 189 Euro hat Kazam hier ein solides Smartphone zusammen gebaut, dessen Donner ruhig etwas lauter ausfallen hätte können. Das Versprechen, kaputte Displays im ersten Jahr wieder auszutauschen macht einiges wieder gut und somit kann man mit dem Kazam Thunder Q4.5 nichts falsch machen. Das Gerät ist inzwischen bereits ab 139 Euro auf Amazon verfügbar.
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Über den Autor
Timm Mohn
Schreib- und Technikbegeistert. Freut sich über innovative Technik, kann Budget Smartphones nur bedingt ausstehen - WiFi Gadgets, wie die GoPro, umso mehr. Gründer von Nerdbench.com