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GoPro Hero 3+ Black Edition im Test: Auf die Plätze, fertig – Action!
Review

GoPro Hero 3+ Black Edition im Test: Auf die Plätze, fertig – Action!

von 5. Juni 2014

Sie sind der Typ Mensch, der gerne mal aus der Stratosphäre springt und dies aufzeichnen möchte? Keine Welle ist Ihnen zu hoch und kein Kliff zu gefährlich? Ihr zweiter Vorname lautet Action und der dritte Abenteuer? Dann haben wir heute den richtigen Testbericht für Sie geschrieben – dank GoPro hatte Nerdbench die Gelegenheit, sich die Hero 3+ näher anzuschauen. Statt immer nur auf der Testbank herum zu sitzen haben sich unsere Redakteure an die freie Natur getraut und endlich mal wieder richtig bewegt. Ob die GoPro Hero 3+ Black Edition hierfür wie gemacht ist, erfahrt ihr nach dem Break.

Nerdbench bedankt sich bei GoPro für die Bereitstellung der Hero 3+ Black Edition


Die Verbesserungen
Die Hero 3+ ist natürlich nicht die erste Inkarnation der GoPro: das bereits seit 2002 existierende Unternehmen hat inzwischen mehrere Versionen auf den Markt gebracht – mit immer besseren Features. Mit der 3+ hat der Hersteller das Gewicht und die Größe der Kamera im Vergleich zum Vorgänger reduziert sowie dem WLAN Chip auf die Sprünge geholfen: dieser ist nach Angaben von GoPro nun viermal schneller als noch bei der Hero 3. Damit der Kamera nicht so schnell der Saft ausgeht, wurde der Akku verbessert und als komplett neues Feature wurde der GoPro „Superview“ einprogrammiert. Käufer der GoPro Hero 3+ können sich auch über einen Low-Light Modus freuen, der für bessere Bildqualität bei schlechten Lichtverhältnissen sorgen soll.


Der Lieferumfang
Je nach Variante unterschiedet sich der Lieferumfang der GoPro Hero 3+. Neben unserer Adventure-Version ist noch eine Motosport sowie Surfer Edition verfügbar. Eigentlich könnte man einen ganzen Artikel nur über den Lieferumfang der GoPro schreiben – wir werden versuchen uns kurz zufassen. Dennoch muss man dem Hersteller hier wirklich Großzügigkeit attestieren: es liegen verschiedene Stativköpfe sowie Schrauben bei, eine Fernbedienung  und ein nicht gerade schlankes Handbuch.

Wer hätte gedacht, dass so viel in die OVP passt
Die Ladegeräte
Damit die GoPro geladen werden kann, benötigt man ein MiniUSB Kabel. Dieser veraltete Anschluss ist im Jahre 2014 in etwa so stark verbreitet wie der Zune Player von Microsoft und somit gerade unterwegs rar gesät. Hätte man hier auf einen MicroUSB Anschluss gesetzt wäre die Wahrscheinlichkeit, ein passendes Ladekabel bei Bekannten aufzufinden, deutlich größer.
Die Ladekabel für Fernbedienung und GoPro 3+ selbst

 

Auch die Fernbedienung möchte mit Strom versorgt werden – dafür legt GoPro ein extra Ladekabel bei, welches in die Fernbedienung eingeschoben werden muss. An dessen Stelle steckt normalerweise ein Metall Stück, dass auch die Fernbedienung wasserdicht macht.
Der Akku
Die GoPro wird durch einen 1.180 mAh Akku mit Strom versorgt. Mit diesem soll die Kamera etwa 2 Stunden 15 Minuten durchhalten. Ob die Hero 3+ diesen Wert schafft, werden wir im Review auf den Grund gehen.

 

 

 

Die Hülle
Damit die GoPro im Wasser nicht kaputt geht, befindet sich im Lieferumfang eine durchsichtige Hülle, die wasserdicht ist. Nerdbench muss zugeben, dass die GoPro auch erst mit der jener Hülle an Charme gewinnt und wirklich gut aussieht. Auf die Optik werden im Verlauf des Reviews noch genauer eingehen.Wie schon bei den Vorgänger-Varianten ist es möglich die Backdoor auszutauschen. Neben der bereits montierten Rückwand liegt noch eine offene Variante bei. Diese verbessert die Audio-Aufnahme deutlich und ist auch bei schnellen Fortbewegung mit der GoPro mit bis zu 160 km/h einsetzbar.
Zwei Backdoors werden direkt mitgeliefert

Die vorinstallierte Backdoor eignet sich ab einer Geschwindigkeit von 160 km/h oder falls man plant mit der GoPro schwimmen zugehen.

Im Wasser sollte man stets die geschlossene Hülle verwenden

 

Die Fernbedienung
Dem Lieferumfang der Black Edition hat GoPro eine WLAN Fernbedienung beigelegt, die ebenso wasserdicht ist. Sie wird allerdings nicht über Induktion, sondern einen eigenen USB-Adapter geladen.

 

 

Die Montage Platten
Die GoPro dient als Action Kamera und kommt daher mit verschiedenen Adaptern daher, um die Kamera auf Sportgeräte – wie beispielsweise ein Snowboard – zu befestigen. Verfügt man über ein passendes Gegenstück kann man somit direkt nach dem Kauf loslegen, ohne dass weitere Anschaffungen nötig sind. Hier ziehen wir unseren Hut vor GoPro, andere Unternehmen hätten hier sicher jeden möglichen Cent aus dem Zubehör Paket gepresst.

 

 

Darüber hinaus verfügt das Set von Beginn an über einen kleinen Stativ Arm, der es ermöglicht die GoPro in unterschiedlichen Winkeln zu positionieren. Diesen Adapter haben wir während unseres Tests größtenteils ignoriert, da wir hierfür den Joby GorillaPod verwenden.
Die Technik
Die GoPro ist sehr schlank: ohne Hülle wiegt die Kamera nur 74 Gramm – steckt man sie in jene erhöht sich das Gewicht auf immer noch sehr leichte 136 Gramm. Um die Hero 3+ an den Fernseher zuschließen, gibt es an der linken Seite einen MiniHDMI Port. Unter der Klappe findet auch die MicroSD Karte Platz. Nerdbench hat die Hero 3+ mit einer 32 Gigabyte SanDisk Karte gefüllt – ohne Probleme. Als drittes verbirgt sich hier auch der MiniUSB Anschluss. Nerdbench steht dem inzwischen wirklich überholten Standard wie bereits erwähnt sehr kritisch gegenüber und hätte sich lieber einen MicroUSB Anschluss gewünscht. Über den Anschluss wird die Kamera nicht nur geladen – auch die gespeicherten Daten können übertragen werden; dies ist aber auch drahtlos möglich. Damit man den Akku der Kamera aufladen kann, muss diese aus ihrem Schutzkasten entfernt werden. Auf der rechten Seite befindet sich der WiFi Button: hiermit können wir den WLAN Chip aktivieren und somit die Kamera mit der im Lieferumfang enthaltenen Fernbedienung steuern oder uns mit einem Smartphone verbinden.
Die Front der GoPro Hero 3+

 

Auf der Vorderseite sticht selbstverständlich vor allem das Objektiv ins Auge. Die GoPro zeichnet Videos in grandioser Qualität auf: bis zu Ultra HD, kurz 4k (15 Bilder pro Sekunde – BpS), sind möglich. Wer noch keinen entsprechenden Bildschirm oder die entsprechende Hardware zuhause stehen hat, kann die Aufnahmen auch auf Full-HD mit 60BpS beschränken oder gleich zu 720p greifen. In diesem Modus werden bis zu 120 Bilder pro Sekunde aufgezeichnet. Die Kamera verfügt über einen Sensor mit 12 Megapixeln, einem Blickwinkel von 170 Grad und kann mit einer Lichtstärke von F2,8 punkten. Neben dem Objektiv befinden sich 2 LEDs: während die obere für die Bereitschaftsanzeige da ist, zeigt die untere die WLAN Aktivität an. Auf dem Boden der Kamera  – ohne Glaskasten – befindet sich kein Stativ Anschluss. Möchte man die Kamera mit einem Stativ bedienen, muss man folglich auf das Gehäuse zurück greifen.
Die Action-Cam kommt ohne eigenen Speicher daher

 

Die Action Cam kommt ohne internen Speicher daher. Um Inhalte mit der Kamera aufzunehmen, muss in GoPro ein Speicher-Chip eingelegt sein. Der SD Karten Slot der Hero 3+ kann bis zu 64 Gigabyte SD Karten beschreiben. Damit die GoPro Videos zuverlässig auf der Speicherkarte abspeichert, raten wir mindestens eine Class 10 SD Karte zu verwenden. Neben Videos ist es auch möglich, Fotos mit der GoPro aufzunehmen. Diese werden mit einer Auflösung von 4.000 x 3.000 Pixeln aufgenommen. Die GoPro speichert Videos im MP4 Format auf und komprimiert sie mit Hilfe des H.264 Codec.


Der erste Eindruck
Die GoPro kommt auf einem Stativ vormontiert und in ihrer Originalverpackung ausgestellt daher – der Käufer wird somit ein direkter Blick auf seinen bevorstehenden Kauf ermöglicht. Zwar ist die GoPro nur für den Transport auf der Platte befestigt – Nerdbench hat diese aus der OVP entfernt und platziert die GoPro nun in Ruhephasen stets auf jener. Die Kamera hat auf der Platte einen festen Stand und wird zudem auch noch mit einem nettem Effekt ausgestellt – was in der Originalverpackung schon nicht schlecht aussieht, kann auch auf dem Schreibtisch punkten.

Auf der Rückseite befindet sich der LCD Anschluss sowie das Akku-Fach
Der Akku wird per Lasche aus der Kamera gezogen

Startet man mit der GoPro sollte man zunächst das Datum sowie die Uhrzeit richtig einstellen. Vergisst man dies, kann es leicht passieren, dass alle nachfolgenden Videos falsch getagged werden, was natürlich sehr unpraktisch ist. Nun besteht zum einen die Möglichkeit, diese Einstellung über die GoPro direkt vorzunehmen oder auch über das Smartphone. Da längeres Drücken der Buttons nicht zum schnellen vorspulen von Minute Fünf auf 55 führt ist es also ratsam, sich ein Handy zuschnappen und die Konfiguration dort vor zunehmen. Verzichtet man darauf, ist man locker drei bis vier Minuten mit der Einstellung des Datums beschäftigt – außer man verdrückt sich in den Buttons, dann dauert der Spaß noch etwas länger (nicht, dass uns das passiert ist).

Mit dem seitlichen Button wird WLAN aktiviert bzw. deaktiviert

Damit man mit der GoPro gleich richtig loslegen kann, empfiehlt es sich, das über die Website oder per Smartphone App verfügbare Update einzuspielen. Wie das geht haben wir hier erklärt.

Der Auslöser auf der Oberseite

 


Das Gehäuse
Die GoPro wird durch das sie ummantelnde Gehäuse wasserdicht –  bis zu 40 Meter. Dieses liegt sehr eng an der eigentlichen Kamera und gibt keinen Spielraum, um sich zu bewegen. Am unteren Ende des Gehäuses befindet sich der GoPro typische Stativ-Anschluss, um die Kamera an ein solches zu befestigen. Geschlossen wird das Gehäuse über einen Schnappmechanismus an der oberen Seite. Im Langzeit-Test haben wir festgestellt, dass dieser auch nach mehrmals täglicher Betätigung nicht ausleiert oder weniger verschließt. Auch nach etlichen Wochen war immer noch ein sehr kräftiger Handgriff notwendig, um die Kamera aus dem Gehäuse zu entfernen – ein dicker Plus Punkt für die GoPro und ein gutes Statement zur Verarbeitungsqualität der Kamera und deren Zubehör. An der Vorder-, Ober- und linken Seite der GoPro befinden sich die Button-Verlängerung für die Tasten der Kamera.

Der neue Verschluss

 

Die Kamera sieht ohne Gehäuse weniger schick aus

Um den Schutz durch das Gehäuse verlässlich zu gewährleisten sollte man vor Betrieb unter Wasser die Dichtung überprüfen: nur wenn diese nicht herausgepresst wird, ist der Wasserschutz gewährleistet. Bisher hatten die Gehäuse der GoPro stets dieselben Maße, wodurch eine Kompatibilität den verschiedenen Backdoors sichergestellt wurde – dies ist mit dem neuen Gehäuse nicht mehr der Fall und bereits erstandene Zubehör-Teile können nur mit dem alten Gehäuse verwendet werden. Da die GoPro Hero 3+ exakt dieselben Maße hat, wie der Vorgänger können Nutzer des Vorgängermodells sich auch das im Vergleich geschrumpfte Gehäuse kaufen – dies ist bei GoPro für etwa 50 Euroerhältlich.


Die Bedienung
Steckt die GoPro Hero 3+ in ihrem Glaskasten, kann man sie nicht nur über die beiliegende Fernbedienung oder etwa das Smartphone bedienen, sondern auch über die – im Vergleich zum Vorgänger etwas größer gewordenen – anliegenden Tasten. Diese lassen sich ohne Probleme drücken – Nerdbench neigt allerdings dazu, sie genau falsch herum zu bedienen. Die Front-Taste schaltet die Kamera ein, während der Button an der Oberseite Fotos beziehungsweise Videos auslöst aber auch im Menü als Bestätigung dient.

Über die Buttons ist die Navigation recht mühsam – einfacherer geht das mit der App (s.u.)

Die Fernbedienung macht einen sehr guten Eindruck: sie wirkt robust und hat die letzten Wochen problemlos durchgestanden – auch wenn sie mal vom Skateboard Richtung Boden schlitterte oder aus der Hand ins Wasser rutschte.


Der Ton
Selbstverständlich kann man mit der GoPro auch Ton aufnehmen. Über das intrigierte Mikrofon haben wir im Review größtenteils mit der offenen Rückseite Ton aufgezeichnet. Das Ergebnis wirkt zwar etwas leise, kann aber überzeugen.

Mit der GoPro filmen wir das Video zur Sphero 2.0

 


Das Bild
Für Nerdbench handelt es sich bei der GoPro um die erste Action Kamera. Das Bild kann uns überzeugen: selbst in Wolken kann man Details ablesen. Zoomt man in Bilder in Waldgegenden stürzt der Detailwert nicht ab. Wem die normale Bildqualität noch nicht ausreicht, kann die GoPro auf Protune stellen. In diesem Modus wird die Bildkomprimierung auf 45 MBit/s reduziert. Für Nutzer, die ihre Videos im Nachhinein gerne ausführlich bearbeiten birgt Protune noch weitere Verbesserungen: in dem speziellen Modus nimmt die GoPro ein deutlich neutraleres Bild ab. Möchte man den Protune Modus verwenden ist eine Class 10 Speicherkarte-Pflicht. Diese muss bedingt durch die Komprimierungsrate entsprechend groß ausfallen – mit einer 8 Gigabyte-Karte wird man nicht weit kommen.

Ohne SD läuft nichts

 

Wir verwenden eine 32 GB SD Karte

 

Das reicht für 2 Stunden 15 Minuten in Full-HD

Wie bereits seine Vorgänger kann die Hero 3+ auch Einzelbilder aufnehmen. Diese werden in einer 12 Megapixel Auflösung aufgezeichnet. Im Serien-Modus kann die Kamera 10 Bilder pro Sekunde aufnehmen. Wir haben mit der GoPro einmal Mainz abgelaufen und Testaufnahmen erstellt. Diese Nutzung ist gar nicht mal so weit ab von der Realität: tatsächlich gibt es Blogs, die mit GoPro Fotoaufnahmen gefüllt werden.

Nach dem Kontakt mit Wasser…

 

… sollte man die Linse vor der nächsten Aufnahme kurz außen abwischen
Zugegebenermaßen handelt es sich nicht um den saubersten Teich

 

Auch Indoor kann man Fotos aufzeichnen

 

Kurz über dem Wasserspiegel – für die GoPro kein Problem

 

 

 


Die Aufnahme Modi
Neue Geräte kommen immer mit neuen Features, so auch die Hero 3+: GoPro hat seinem Flaggschiff Modell einen besonderen Modus, den der Hersteller Super View nennt, spendiert. Dabei zeichnet die GoPro im 4:3 Modus auf und verzerrt die Bildränder zur Seite. Nerdbench ist von dem Effekt nicht gänzlich überzeugt, da die Hero 3+ generell auf ein Weitwinkel-Objektiv setzt und der Effekt sich somit in Grenzen hält. Einzig bei Aufnahmen von einem selbst kann der Superview Modus noch etwas aus der Szene herausholen. Wir verwenden für solche Zwecke die GoPole. Zum Testbericht geht’s hier entlang.

Übers Smartphone kann man die Aufnahme Modi schnell wechseln

 

Bei Nacht oder unter Wasser kommen die meisten Kameras ins Straucheln. GoPro möchte hier Abhilfe schaffen und spendiert der Hero 3+ einen Low Light Modus. Dieser erkennt recht zu verlässig die aktuelle Lichtsituation und passt die Bildrate entsprechend an. Im Test erzielen wir gute Ergebnisse, die im Vergleich mit entsprechenden Bildern von Vorgänger Versionen (Referenzaufnahmen anderer Reviews) überzeugender wirken.


Die Akkulaufzeit
Die GoPro hat mit ihrer neusten Inkanation einen 1.180 mAh Akku spendiert bekommen – der Vorgänger musste sich noch mit 1.050 mAh zurecht finden. Damit hält die Kamera deutlich länger durch als ihr Vorgänger Modell. Wir haben es im Test auf in der Regel 115 Minuten geschafft, bis der GoPro der Saft ausging. Selbstverständlich kann man sich im Handel mit zusätzlichen Akkus versorgen und somit die Akkulaufzeit verlängern.  Besonders nett: auch Inhaber der Hero 3 profitieren vom neu entwickelten Akku – dieser passt auch in das 2012er Modell.

Die Hero 3+ wird per MiniUSB geladen

 

Lobenswert findet Nerdbench, dass die GoPro auch während dem Ladevorgang genutzt werden kann. Verwendet man eine große Speicherkarte (mit zum Beispiel 64 Gigabyte) wird die mögliche Gesamtdauer des Videos stark angehoben. Auch ohne Akku lässt sich die Kamera nutzen: der Stromanschluss liefert hierfür genug Energie. Verwendet man das WiFi-Modul sinkt die Akkulaufzeit etwas ab: von den 2 Stunden Laufzeit gehen etwa 30 Minuten ab für die Wireless Verbindung mit dem Smartphone oder der Fernbedienung.  Tatsächlich kann ein dauerhaft bereitstehender Access Point den Akku komplett leer saugen, ohne auch nur ein Video aufzunehmen.


Die Smartphone Anbindung
Ohne Display an der Kamera stellt die GoPro den Käufer vor eine Herausforderung: ob man bei spontanen Aufnahmen den richtigen Blickwinkel einfängt, hat vor allem anfangs viel mit Glücksspiel zu tun – außer man kontrolliert diesen per App. GoPro bietet für Android sowie iOS eine kostenlose Anwendung an, die das Smartphone mit aktuellen Bildern der Kamera über WiFi versorgt. Dank N Standard kann man sich bis zu 40 Meter von der Kamera entfernen, ohne das die Verbindung beider Geräte abreist (getestet mit UMi X3, Gigaset QV1030 und Xiaomi Mi3). Dies ist vor allem praktisch, setzt man die GoPro auf eine kleine Drohne: durch die Wifi Verbindung kann man auch in der Luft noch Kontakt mit der Drohne und somit auch der GoPro halten, und das Bild kontrollieren. Die Smartphone Anwendung gibt inzwischen ein fast flüssiges aber etwas zeitverzögertes Bild auf dem Endgerät aus – die Wiedergabe über WiFi bei anderen Geräten, wie zum Beispiel der QX100, ist deutlich schneller und weniger verpixelt – hier darf GoPro gerne weiter optimieren.

Mit der App wird das Ganze aber zum Kinderspiel

 

Das Bild läuft inzwischen fast in Echtzeit – allerdings in Pixel-Grafik

Wem die Konfiguration über das LCD Display der GoPro zu kompliziert ist, kann die Kamera auch über sein Smartphone einstellen: mit der App ist es möglich, die komplette Kontrolle über die Kamera zu gewinnen und so bequem die Einstellungen zu verändern oder aber auch die Aufnahme der GoPro zu starten beziehungsweise zu beenden. Darüber hinaus kann man sich die Aufnahmen (sollten sie nicht in ProTune oder SuperView aufgenommen worden sein) der GoPro über das Smartphone direkt ansehen und auch auf das Smartphone laden.


Das Zubehör
Auch wenn die Verpackung der Hero 3+  bereits prall gefüllt mit Zubehör ist: für die Action Cam gibt es richtig viel Zubehör zu kaufen. Nerdbench hat sich mit Chesty eingedeckt – mit dem Gurt kann man die GoPro am Oberkörper befestigen und so ohne Stativ filmen. Darüber hinaus war FunSport.de so nett unserem Schwesterblog die GoPole zu kommen zulassen. Damit man die GoPro an herkömmlichen Stativen befestigen kann, gibt es den passenden Adapter für knapp 10 Euro von GoPro selbst.

Wir arbeiten zum ersten mal einer POV Pole – der GoPole

Darüber hinaus gibt es Befestigungen für Helme, Skateboards etc. Dem Käufer der GoPro steht jede Menge Auswahl zur Verfügung – natürlich auch was Qualität und Preis anbelangt. Auch die GoPole gibt es in unterschiedlichen Varianten: unsere schwimmt beispielsweise ist dafür aber sehr lang – eine andere Ausgabe ist ausfahrbar, geht allerdings im Wasser unter.

Für die GoPro haben wir uns ordentlich Zubehör in die Redaktion geholt

 

Aber nicht nur für die Montage gibt es Zubehör: GoPro bietet einen LCD Modul sowie ein passendes Case hierfür an, um während der Aufnahme das eingefangene Blickfeld zu kontrollieren. Dies geht natürlich auch über die App, ist aber mit dem LCD wesentlich einfacher. Wem der Saft der GoPro zu früh flöten geht, kann sich mit entsprechenden Akku Packs eindecken, um die Laufzeit seiner Kamera entsprechend zu verlängern. Damit alles beim Transport an seinem Platz ist bietet Lowepro Taschen  für den Transport mit unterschiedlichen Dimensionen an.
Dank Tripod Mount können wir die GoPro auf dem Joby Stativ montieren

Neben offiziellem Zubehör steht der GoPro noch eine Fan-Gemeinde zur Seite, die beispielsweise mit 3D Druckern Doppel-Stative produzieren, um mehrere Kameras auf einmal in Betrieb zu nehmen und zu benutzen.


Die Versionen
Wie eingangs erwähnt lag uns für das Review die Black Edition der GoPro Hero 3+ vor. Es gibt allerdings auch eine weitere, günstigere Variante: die silberne Edition. Diese verzichtet auf Extras wie den 4K und Protunes Modus. Statt mit 12 Megapixeln löst der Sensor der silbernen GoPro nur mit 10 MP im Videoformat und sogar nur mit 5 MP bei Fotos auf. Auf die Fernbedienung muss man ebenso verzichten: diese befindet sich nicht im Lieferumfang des billigeren Modells.

An beiden GoPros können die LEDs ausgeschaltet werden. Ist dies der Fall, kann man mit der GoPro Videos aufzeichnen, ohne dass das Gegenüber dies bemerken würde.


Das Fazit
Die Hero 3+ ist die 8te Auflage der GoPro: vom 35mm Film bis heute hat sich viel verändert – Nerdbench hat den (wenn auch späten) Einstieg nicht bereut. Nach nun über sechs Wochen mit der GoPro Hero 3+ in der Black Edition sind wir begeistert: die Kamera begleitet nicht nur sportfreudige Menschen auf ihren Skate- oder Longboards, auf Ski oder Snowboard, denn auch bei unseren Reviews findet die kompakte Action Kamera verwenden – wie etwa beim Dreh zum Sphero 2.0 Test. Durch die vielfältige Nutzungsweise wird das Arbeiten mit der Hero 3+ nicht langweilig und man kann sie zu weit mehr einsetzen, als nur für sportliche Videos.

Die Signaltöne hört man dank enormer Lautstärke auch Outdoor

Ob man zur GoPro selbst oder aber einem (meist gar nicht so viel billigerem) Klon greift, ist jedem selbst überlassen. Die GoPro kann mit einem großen Zubehör Katalog punkten, sowie einem Team, das ständig an Verbesserungen der Kamera arbeitet. Unsere Mängellise an der GoPro Hero 3+ ist erstaunlich kurz: für zukünftige Revisionen würden wir uns einen MicroUSB Anschluss wünschen – der gerne auch USB 3.0 als Spezifikation aufweisen darf. Da mit dem neuen Gehäuse die GoPro nur noch bis 40 statt 60 Meter Wasserdicht ist, würden wir vorschlagen, dass man sich beim Kauf für 3+ mit altem oder neuem Gehäuse entscheiden kann und die jeweilige Version versendet wird. Zum Schluss würden wir uns noch ein Stativ-Gewinde am Boden der GoPro wünschen, sollte man die Hülle nicht verwenden.

So schnell kommt die GoPro nicht mehr in ihre OVP
Mit etwa 350 Euro ist die Action Cam sicher nicht die billigste Action Kamera: gerade in den letzten Jahren haben etliche Hersteller Klone auf den Markt gebracht, die allerdings allein optisch abfallen: die GoPro wirkt in ihrem Gehäuse mehr als schick und vor allem keinesfalls billig. Andere Hersteller bringen massenhaft Klone auf den Markt, die teilweise nur knapp über dem Charme von Aiptek Produkten liegen. Gleichzeitig bietet GoPro ein komplettes Allround Paket aus Soft- und Hardware aber auch Produktpflege in Form von Firmware Updates, das wir gerade bei Billig-Herstellern stark anzweifeln. Wer seine Action Cam nicht nur heute, sondern auch noch in einem Jahr auf dem aktuellen Stand wissen möchte und dabei auf eine hohe Bildrate bei den Aufnahmen setzen möchte, greift zur GoPro Hero 3+  – von Nerdbench gibt es eine klare Kaufempfehlung.
Die GoPro hechtet dem Sphero 2.0 hinterher – mit der GoPole

 

Mit der GoPro Hero 3+ werden wir ins Zukunft noch intensiv beschäftigen, denn fertige Videos können beispielsweise mit dem GoPro-eigenem Videoschnitt-Programm bearbeitet werden. Nerdbench wirft demnächst einen Blick auf das Programm und auch auf verschiedenes Zubehör, wie beispielsweise Chesty. 
Positives

Sehr starkes WiFi
Sehr gute Bildqualität
Leichte Einrichtung
Viel Zubehör
Gute App
Gute Akkulaufzeit

Negatives

MiniUSB Anschluss
Teures Zubehör

Bewertung
Unsere Bewertung
Technik
9.0
Akkulaufzeit
9.0
Betriebssystem
9.0
Performance
10
Konnektivität
9.0
Design
10
Ton
8.0
Zubehör
5.0
Preis
8.0
Preis-Leistungsverhältnis
9.0
Fazit

Wer keine Probleme erleben möchte, gute Bildqualität erwartet und den (inzwischen gesunkenen) Preis nicht scheut, ist mit der GoPro Hero 3+ Black Edition sehr gut beraten

8.8
Unsere Bewertung
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Über den Autor
Timm Mohn
Schreib- und Technikbegeistert. Freut sich über innovative Technik, kann Budget Smartphones nur bedingt ausstehen - WiFi Gadgets, wie die GoPro, umso mehr. Gründer von Nerdbench.com