Tablets
Du liest gerade
Gigaset QV1030 im Test: Mutiger Einstieg in die Tablet-Welt

Gigaset QV1030 im Test: Mutiger Einstieg in die Tablet-Welt

von Timm Mohn11. Juni 2014

Meist fallen Tablet-Neuerscheinungen nicht auf: Hersteller XY bringt die neuste Generation seines Flaggschiffes heraus, während die Firma Z mit einem neuen billig Tablet die Massen begeistern möchte. Doch im Dezember vergangenen Jahres rüttelte ein Hersteller die Tablet Nachrichten auf: Gigaset – der Telefonhersteller wagt sich erstmalig an den Beststeller 2013 schlecht hin. Mit großen Leistungsdaten und guten Vorsätzen hat Gigaset 2 Tablets vorgestellt, wir haben uns die 10.1 Zoll Variante näher angeschaut. Ob uns das Debüt von Gigaset wie versprochen begeistert, erfahrt ihr nach dem Break.

Nerdbench bedankt sich bei Gigaset für die Bereitstellung des QV1030

 

Der Hersteller
Gigaset ist wohl so ziemlich jedem ein Begriff: Seit einer gefühlten Ewigkeit vertreibt der Hersteller Telefone, setzt aber in den letzten Jahren auch auf  BabyPhones sowie dem immer stärker gefragten Bereich „smartes Wohnen“. Im September wurde die Firma durch Goldin Fund übernommen. Die neuen Inhaber von Gigaset legen Wert auf eine Produktvielfalt und haben ein neues Portfolio angekündigt, welches unteranderem Smartphones und Tablets umfassen soll. Um letzteres handelt es sich beim QV1030. Überlegt man, dass das QV schon im Dezember auf den Markt kam, ging das ganz schön schnell.
Das Gigaset-Logo haben wir bisher nur auf Telefon-Anlagen gesehen
Der Lieferumfang
Das 10 Zoll Tablet kommt in einer kompakten Verpackung, die der Hersteller gerade so ausreizt: Neben dem QV1030 finden wir noch eine Kurz-Anleitung sowie ein USB Kabel und ein Netzteil. Genauso klein wie der Lieferumfang ist leider auch das Kabel selbst geraten: wirklich bequem nutzen kann man das Gigaset während dem Laden nicht. Möchte man dennoch nicht auf sein Tablet während dem Ladevorgang verzichten, bleibt den Käufern nur übrig sich selbst ein längeres USB Kabel zu kaufen. Nerdbench schlägt vor, dass der hierfür verantwortliche Mensch ab sofort nur noch 80cm MicroUSB Kabel verwenden darf – vielleicht kuriert ihn das von seiner Ansicht, möglichst kurze USB-Kabel seinen Produkten beizulegen.
Mehr Lieferumfang hätte auch nicht in die OVP gepasst

 

Bisher gibt es noch kein Zubehör für das QV1030 – wir von Nerdbench haben uns deswegen entschlossen, die Displayschutzfolie, welche zu Beginn auf dem Gerät angebracht war, nicht zu entfernen. Auch die „Schutztasche“ kann verwendet werden, um das Tablet zumindest grob vor Kratzern oder ähnlichem zu schützen.
Die technischen Daten
Das Gigaset QV1030 kommt mit 16 GB internen aber erweiterbaren Speicher daher. Dazu gibt es satte 2 GB DDR3 Ram und einen 9.000 mAh Akku. Vor allem der Akku erfreut die Redaktion: Mit so einer geballten Ladung Power dürfte dem Tablet nicht so schnell die Puste ausgehen. Angetrieben wird das QV1030 von einem NVIDIA QuadCore Prozessor.  Dieser sollte ausreichen, um das Tablet flüssig bedienen zu lassen. Für Videokonferenzen hat Gigaset eine 1,2 Megapixel Kamera verbaut; viel höher fällt allerdings der Wert auf der Rückseite aus: mit satten 8 Megapixeln fotografiert der Nutzer mithilfe der Back-Cam. Da es sich beim QV1030 um ein 10 Zoll Tablet handelt, wäre es vielleicht ratsam gewesen, die Frontkamera besser auszustatten: Mit seinen 23,9 x 22,2 x 3,7 cm und 590g ist das Gigaset Tablet gewiss nicht die kompakteste Kamera. Obwohl Gigaset eher als Hersteller von Telefonen bekannt ist, verzichtet man auf ein 3G Modul – der User kann sich mit dem Internet nur über WiFi verbinden. Sollte man beispielsweise über Tethering das Tablet als Navigationshilfe nutzen wollen hat Gigaset lobenswerterweise GPS in sein erstes Tablet verbaut.
Die meisten Anschlüsse befinden sich auf der rechten Seite
(Horizontal gehalten) finden wir den Einschalt-Knopf obene rechts vor
Die anderen beiden Seiten sind leer
Der erste Eindruck
Natürlich hat Nerdbench nicht lange warten wollen und das Tablet direkt eingeschaltet – das war auch problemlos möglich, da das Gigaset bereits zu 50 % geladen in der Redaktion eintraf. Überraschend schnell – allerdings mit Boot Sound –  startet das QV1030. Wir haben im Laufe unseres Tests leider keine Möglichkeit gefunden, diesen zu unterdrücken: selbst wenn das Tablet auf lautlos geschaltet ist während wir es herunterfahren ertönt beim nächsten Start erneut der Signal-Ton.

Der erste Boot-Vorgang ging überraschend schnell

Nerdbench gefällt, dass das Tablet sehr gut in der Hand liegt: die Verarbeitung wirkt wertig, wir konnten keine Spaltmasse ausmachen. Hält man das Gerät horizontal finden wir oben rechts den Power-Button. Auf der rechten Seite befindet sich neben dem Klinken-Anschluss noch der MicroUSB Eingang sowie die Lautstärke Knöpfe – erfreulicherweise handelt es sich dabei nicht um eine Volume-Wippe sondern um vollständig voneinander getrennte Buttons. Etwas fummelig ist das Einsetzen einer SD Karte: der Gedanke, eine Schutzkappe über den Slot zu legen mag zwar nett gewesen sein, erweist sich aber zunächst als schlecht umgesetzt – mit ein wenig Übung lässt sich die Klappe allerdings mit stetiger Nutzung leichter öffnen. Erfreulicherweise verzichtet Gigaset auf die längst überflüssigen Soft- oder Hardwarebuttons: Zurück, Home und Multitasking werden wie von Google gewünscht als On-Screen Buttons eingesetzt.

Auf dem QV1030 kommt Stock-Android zum Einsatz
Nach dem das Tablet Android-typisch schnell eingerichtet und mit unseren Daten versorgt war, navigierten wir in Richtung System Update. Gigaset hat sich hier Mühe gegeben und das Update Menü sehr hübsch gestaltet. Der OTA-Updater meldet: Das Tablet ist mit der Version vom 25 Dezember 2013 auf dem neusten Stand. Selbstverständlich hat das Tablet neben dem inzwischen etwas betagten Android 4.2.2 auch alle notwendigen Google Play Dienste installiert. Allerdings müssen die meisten Anwendungen des Konzerns beim ersten Start auf den neusten Stand gebracht werden. Sollte man noch unvertraut mit Android sein hat Gigaset ein Hilfe-App vorinstalliert, mit deren Unterstützung man sich das Betriebssystem näher bringen kann. Darüber hinaus hielt sich der Hersteller zurück und verzichtete auf Bloatware – einmal abgesehen vom vorinstallierten Dateibrowser.
Unser System ist auf dem neusten Stand

Das QV1030 gibt sich in der täglichen Nutzung zügig und vor allem ausdauernd: mit dem 9.000 mAh Akku kommt Nerdbench problemlos auf mehrere Tage Nutzung. Andere Hersteller dürfen sich hier gern eine Scheibe abschneiden.

Die Kamera
Auch bei Tablets wird das Thema Kamera inzwischen stets wichtiger und so verbaut auch Gigaset gleich zwei Kameras in das QV1030. Auf der Rückseite befindet sich eine 8 Megapixel (MP) Kamera, welche sogar von  2 LEDs unterstützt wird. Fotos werden mit einer Auflösung von 3264×2448 abgespeichert.  Die doppelte LED gibt ein helles Licht ab und unterstützt die Gigaset Kamera auch bei schlechten Lichtverhältnissen. Während wir in Smartphones bereits bis zu 41 MP Kameras verbaut sehen hält sich Gigaset hier mit 8 MP zurück: die Bilder werden solide, bei zunehmender Dunkelheit etwas verrauscht – hier wirkt sich der Xenon-Dual-LED Blitz wie bereits erwähnt sehr positiv aus.
Schnappschuss während des Reviews des Belkin Flipblade
Bei Tageslicht werden die Fotos sehr gut

 

Perfekte Aufnahmen bei Tageslicht…

 

 

… sowie künstlichem Licht in der Uni

 

Die Bildqualität überzeugt drin…

 

… sowie draußen

 

Auch bei Nacht lassen sich die Bilder sehen

Bei der Kamera-App vertraut Gigaset auf die Google Stock-Anwendung: Alle notwendigen Einstellung, wie zum Beispiel die Blitz-Settings, sind schnell gefunden und angepasst. Auch auf die Front-Kamera ist schnell geswitched. Diese macht, wegen der niedrigen Auflösung von nur 1,2 MP, schlechtere Bilder als die Back-Kamera. Die Front-Cam speichert Fotos mit einer Auflösung von 1280×960 ab. Nerdbench hätte nichts dagegen gehabt, beide Kameras zu tauschen oder zugunsten der Front-Cam die hintere Kamera beispielsweise auf 5 MP zu beschränken oder direkt auf diese zu verzichten. Für Selfies, kurzfristiges Schminken oder einen Skype-Chat reicht sie allerdings aus.

Auch bei der Kamera Anwendung setzt Gigaset auf Stock-Android

 

Besonders nett: verwendet man die Frontkamera leuchtet ähnlich wie beim PC eine kleine LED auf, die den Betrieb der Kamera signalisieren soll. Sieht man also ein Leuchten, ohne dass man gerade die Kamera selbst aktiviert hat, sollte man sich dringend Gedanken um die eigene Datensicherheit machen.
Die Aktivitäts-LED ist eine nette Idee von Gigaset

 

Das Display
Oftmals scheitern günstige Tablets an elementaren Dingen, wie zum Beispiel dem Display. Wir von Nerdbench hatten auch schon den ein oder anderen China Kracher in der Redaktion, der auf dem Papier gut klang, in Wirklichkeit nicht viel mehr als einen Betrachtungswinkel hatte. Stolze 2560 x 1600 Pixel hat Gigaset seinem Tablet spendiert. Damit kommt das QV1030 auf 320 dpi und besitzt somit grundsätzlich dieselben Werte wie das Google Nexus 10. Dank der enormen Auflösung lassen sich Text einfach und ohne Probleme vom QV ablesen. Bisher verbauen die meisten Hersteller höchstens Full-HD, weswegen wir Gigaset den mutigen Schritt hochanrechnen. Auch wenn wir von verschiedenen Seiten sowie aus unterschiedlichen Blickwinkeln unsere Augen auf das Tablet richten: das Bild bleibt sich treu. Hier hat der Hersteller auf ein hochwertiges Panel gesetzt, was wir von Nerdbench nur gutheißen können. Vergleichen wir Bilder auf unterschiedlichen Geräten beweist das QV1030 hohe Farbtreue zum Original.
Auf YouTube stöbern wir durch Film-Trailer

Dank dem großen Display und der angemessen hohen Auflösung lassen sich Filme aber auch Spiele sehr schön ansehen. Das für die horizontale Nutzung konzipierte Tablet eignet sich hervorragend für das Konsumieren von Content aller Art. Der Bildschirm passt sich äußert fix an unsere Handhabung an: kaum das wir das Gerät gedreht haben, ändert sich auch zuverlässig die Bildschirmausrichtung.

Geheimnissen kommt man auf dem großen 10 Zoll Display leicht auf die Spur
Während unserer Recherche haben wir auf Amazon den Hinweis gelesen, das Display des QV1030 wäre nicht 100 % korrekt ausgeleuchtet und würde sogenanntes „Backlight Bleeding“ aufweisen. Wir haben eine Bilderschirm-Test App installiert und konnten im komplett schwarzen Test-Screen keine auffällige Hintergrundbeleuchtung ausmachen.

Auf PDF Dokumente lassen sich angenehm auf dem großen Bildschirm lesen
Abseits von Multimedia Content eigentlich das Display des QV1030 perfekt, um damit eBooks zu konsumieren. PDFs sind auf dem großen 10 Zoll Display sehr gut ablesbar. Unserer Erfahrung nach liegen die meisten Universitätstexte in eingescannten Doppelseiten vor – diese lassen sich bequem mit dem QV1030 lesen, ohne dass der User hin und her scrollen muss, um wirklich jeden Teil des Textes zu erfassen. Müssen wir dann doch einmal rein zoomen reagiert das Tablet schnell und wir können ohne große Verzögerungen weiterlesen.
Auch Power-Point Präsentationen stellen kein Problem dar.

 

Auch die Eingabe von Text ist auf dem Gigaset Tablet kein Problem: die gelegentliche Nutzung eines Instant- Messengers geht genauso leicht von der Hand wie kurze Notizen in der Uni – selbst einen Teil dieses Reviews hat Nerdbench auf dem QV1030 selbst geschrieben. Für längere Texte empfehlen wir allerdings eine Bluetooth Tastatur, die die Microsoft Wedge.

 

Dank der großen Tastatur kann man auf dem Gigaset gut tippen

 

Der Sound
Neben dem Display sind die Lautsprecher eines der wichtigen Bestandteile eines Tablets: Ohne vernünftigen Sound macht es keinen Sinn sich Videos oder ähnliches an einem Tablet anzuschauen. Das QV1030 schlägt sich recht gut im ersten Test, kann sich aber sogar noch verbessern: Kaum haben wir die unterschiedlichen Equalizer Einstellungen probiert, klingen die Lautsprecher deutlich besser: auch mit maximaler Lautstärke hören wir gern Musik, schauen Filme oder spielen Asphalt. Verwendet man die unterschiedlichen Presents können die Stereo Lautsprecher des Gigaset Tablets überzeugen. Die sind glücklicherweise an unterschiedlichen Seiten angebracht und auch so, als das man sie nicht ausversehen verdeckt, hält man das Gerät in den Händen.
Die Boxen auf der Unterseite des Gerätes können Nerdbench überzeugen

Allerdings: hält man das Tablet während der Audio-Wiedergabe in den Händen, spürt man die Vibrationen ab etwa 80 % des maximalen Volumes durch die Ton-Wiedergabe am ganzen Gehäuse. Wirklich gut arbeitet das QV mit unseren Kopfhöreren zusammen: die Wiedergabe ist glassklar und lässt keine Wünsche übrig. Hier  geäußerte Bedenken, dass das Tablet zu leise sein soll, können wir nicht teilen. Auch wenn wir noch kein Surface 2 in der Hand hatten, ist das QV1030 lauter als jedes Tablet, dass bisher längerfristig durch unsere Hände ging. Zumindest laut Wikipedia liegt das Tablet mit der maximalen Lautsärke von 81 dB auf dem Level eines fahrenden PKWs bzw. am Anfng der Mess-Skala einer Hauptverkehrsstraße. Da ein normaler Fernseher auf etwa 60 dB kommt, halten wir den Wert des Tablets für völlig zufriedenstellend.

Mit den verschiedenen Audio-Presents wird der Ton noch einen Tick besser
Wie bereits erwähnt kommt das QV1030 mit einer nicht abschaltbaren Start-Musik: auch diese ist nicht gerade leise geraten und zum Beispiel während einer Vorlesung definitiv störend. Hier bleibt dem User nur übrig, das Tablet bereits vor der Veranstaltung einzuschalten oder aber Kopfhörer anzuschließen, um nicht negativ aufzufallen. Eventuell mag man bei Gigaset die „Always-on“-Philosophie vertreten – doch nicht jeder Nutzer lässt sein Tablet dauerhaft eingeschaltet.

Bei der Musik-Wiedergabe kommt das Tablet auf 81 dB
Der Prozessor
Gigaset verbaut in sein erstes Tablet einen leistungsstarken Cortex A15 QuadCore Chip. Dabei handelt es sich um einen im 28nm Verfahren gefertigen 4+1 Prozessor. Somit besitzt das Tablet nicht nur vier sondern gleich fünf Kerne. Der zusätzliche Core ist fürs Batteriesparen gedacht. Der uns bis zum QV1030 unbekannte Prozessor von NVIDIA schafft es im Zusammenspiel mit den anderen Komponenten in Antutu Benchmark auf respektable 30.959 Punkte. Nicht nur der Sound lässt sich direkt im System ändern, sondern auch der Prozessor: unter der Option Energieverwaltung kann man die die Leistungsaufnahme des QuadCores in 3 Schritten regeln.

Die Möglichkeit Kerne abzuschalten ist uns ohne Costum-Rom neu

 

In drei Stufen lässt sich der Prozessor regeln

 

Wir können bis zu 2 Kerne abschalten

Dabei stellt die erste Stufe die volle Power des Systems dar, während bei Stufe 2 die Bildrate bei Anwendungen auf 30FPS beschränkt wird.Dies wirkt sich zum Beispiel auf die Dynamik von Spielen aus, Flappy Bird wird endlich spielbar – der der doofe Vogel nun viel langsamer fliegt.  In der letzten Stufe sind nur 2 Kerne aktiv und der Takt des NVIDIA Prozessors darf 1,8 GHz nicht überschreiten – nach unseren Erfahrungen immer noch ausreichend für eine flüssige Bedienung.

CPU Identifier verrät uns mehr über die CPU

Wer nun verwirrt ist, da der Prozessor offizell mit 1,8 GHz taktet: der NVIDIA Prozessor ist eigentlich ein Tegra 4 4+1 Core Prozessor und besitzt somit noch einen fünften Kern, der eigentlich zum Energiesparen genutzt wird, aber eben die allgemeine Geschwindigkeit, wenn nötig, erhöhen kann.

Antutu Benchmark gibt genaueren Aufschluss über das Tablet…
… und vergibt fast 31.000 Punkte!

 

Die Akkulaufzeit…
… ist fantastisch: der festverbaute Akku bringt Nerdbench bei intensiver Nutzung locker über einen Tag, verwenden wir das Gerät nur spontan reicht der Akku für mehrere Tage Standby aus. Nerdbench kann Gigaset nur dafür loben, einen solch großen Akku in sein Gerät verbaut zu haben. Vielleicht hat man sich beim Hersteller dazu entschlossen, einmal in die technischen Spezifikationen des inzwischen etwas betagten Nexus 10 zuschauen: auch hier wurden 9.000 mAh verbaut. Benutzen wir das Tablet nur zum surfen hält das QV1030 beachtliche 9 Stunden durch; fordert man den Akku mit Leistungshungrigen Apps wie beispielsweise Minion Rush etwas mehr heraus,  so siedelt sich die Laufzeit eher bei fünf bis sechs Stunden ein.

Je größer der Akku, umso länger die Ladezeit: fast 10 Stunden lässt sich das QV1030 Zeit, bis es vollständig aufgeladen ist. Dieser Wert mag einem hoch erscheinen, ist aber die logische Konsequenz aus den 9.000 mAh. Zum Vergleich: Unser Nexus 5 verfügt über einen 2.300 mAh Akku – um vollständig aufgeladen zu sein, benötigt das LG Smartphone etwa 2 ½ Stunden. Rechnen wir mAh und die Ladezeit hoch, kommen wir auf einen vergleichbaren Wert.

Die Prognose sieht gut aus…
…. und das Power-Management auch!

Gleichzeitig reicht der Ladestrom allerdings nicht aus, um das Tablet aufzuladen während es benutzt wird: spielen wir „Ace Attorney“ per Drastic verbraucht das QV1030 mehr Energie, als es aufnehmen kann. Da wir das Tablet regelmäßig aufladen stört Nerdbench dieser Umstand nicht. Menschen, die mit dem QV1030 längerfristig und  täglich  produktiv arbeiten möchten könnten hier einen Rücksende-Grund sehen. Im Praxiseinsatz für die Uni kommt das QV1030 auf fast 12 Stunden Laufzeit. Darin enthalten sind gelegentliche Spiele wie eine Runde Minion Rush, viele PDFs sowie ein wenig surfen während nicht ganz sointeressanten Referaten und die Bluetooth Verbindung zur Microsoft Wedge Maus und Tastatur – insgesamt also ein sehr gutes Ergebnis.

Die LED stört nicht, wenn der Raum abgedunkelt ist

 

Wird der Akku geladen, leuchtet eine LED im Power-Button orange auf. Ist der Ladevorgang abgeschlossen, wechselt sie ihre Farbe in Grün. Hierdurch ist es möglich sich über den aktuellen Ladeprozess zu informieren, auch ohne das Tablet in die Hand zu nehmen.Wünschenswert wäre es, könnte der Nutzer einschlaten, wie lange die LED eingeschaltet bleibt, oder ob sie sich nach einem gewissen Zeitraum ausschaltet.Der Rahmen
Die meisten Kunden wünschen sich dünne Rahmen: möglichst viel Display, wenig verschwendeter Platz drum herum. Das  Gigaset QV1030 erfüllt diesen Wunsch sicher nicht. Zum Glück! Durch den etwa daumenbreiten Rahmen kann man mit dem QV1030 wunderbar lernen, eBooks lesen oder anderweitig gearteten Content konsumieren, während man das Gerät prima in der Hand halten kann. Andere Tablets (wie das von der Nerdbench hier getestete Vido M6) verzichten auf einen dicken Display-Rahmen, weswegen es leicht passieren kann, dass man während der Nutzung auf das Display kommt und somit die Position des Textes verändert. Während unserem Test zum QV1030 ist dies erfreulicherweise nicht passiert. Wie immer gilt es hier, sich selbst etwas zu kennen und zu wissen, wofür man das Tablet nutzen möchte. Wir wollen das QV1030 bei unserer täglichen Blog-Roll nicht mehr missen.

Der Rand ist Daumenbreit – und das ist auch gut so!

 

Der Root-Zugriff…
… ist leider derzeit noch nicht möglich. Bei der Recherche zu unserem Testbericht hat Nerdbench leider keine funktionierende Methode gefunden, das QV1030 zu rooten. Das ist insbesondere deswegen schade, da wir in der Redaktion gerne Werbeblocker auf unsere Geräte installieren – dies ist, zur Freude der Werbe-Industrie, ohne Root-Zugriff nicht möglich.
Kein Werbeblocker oder Rootzugriff fürs QV1030
Das Fazit
Das Tablet-Debüt von Gigaset ist mehr als gelungen: Der Telefonhersteller hat ein mit 593 Gramm sehr schlankes und dank dem NVIDIA QuadCore Prozessor leistungsfähiges Tablet auf den Markt gebracht. Durch sein geringes Gewicht kann man das QV1030 auch längerfristig zum Lesen nutzen, ohne dass einem dabei die Hand einschläft. Auch die weiteren Spezifikationen überzeugen nicht nur auf dem Papier: Das WLAN ist leistungsstark, die Akkulaufzeit beachtenswert und auch der Bildschirm konnte Nerdbench überzeugen. Reichen einem die 16 versprochenen bzw. 10 realistischen Gigabyte Speicherplatz  nicht aus, kann man jenen per SD Karte um bis zu 32 GB erweitern. Wer seinen Bildschirm gern frei von Kratzern hat, lässt die mitgelieferte Display-Schutzfolie direkt drauf: sie beeinflusst weder die Performance des Displays noch dessen Qualität. Solange Gigaset sich nicht entschließt, Zubehör für das QV1030 rauszubringen, wird dies wohl die einzig verfügbare Schutzfolie bleiben. Etwas ärgerlich ist, dass sich das Tablet, steckt man es einfach in die Tasche, gerne mal von selbst einschaltet, wenn der Power-Knopf auf der Unterseite liegt. Glücklicherweise gibt es inzwischen eine Tasche für das Gigaset Tablet, wenn auch nicht vom Hersteller selbst. Ein Review zum Supremery-Case gibt es in Kürze.
Das QV1030 eignet sich prima als Spiele Tablet

 

Bei den vom Tablet angebotenen Leistungsdaten, wie etwa ein leistungsstarker Prozessor sowie 2 GB Ram erledigt sich die Frage nach Performance und Wiedergabe-Problemen:  (fast) egal womit wir das Tablet fütterten, Nerdbench konnte (fast) keine Probleme bei der Wiedergabe  und Ausführung von Apps feststellen.
Auch als Workstation kann man das QV1030 einsetzen

 

Für die Zukunft wünscht sich Nerdbench ein Update auf Android 4.4. Sollte Gigaset sein QV1030 aufgebessert auf den Markt bringen wollen, würden wir dem Entwickler-Team eine besser Front-Kamera und mehr internen Speicher sowie ein Telefon-Modul ans Herz legen – darin sollte man bei Gigaset schließlich Erfahrung haben. Etwas arbeiten könnte man in der Entwickler-Abteilung des Herstellers allerdings an der App-Kompatibilität: „Simpsons – Tapped Out“ friert zum Leidwesen der Redaktion kurz nach dem Start ein. Dabei handelt es sich nicht um ein unbedeutendes Spiel, sondern eine App die von mehreren tausend Spielern jeden Tag geöffnet wird.
So schnell werden wir das QV1030 nicht mehr in seine OVP zurück packen

 

Mit 369 Euro OVP und derzeit 332 Euro auf Amazon ( Silber / Schwarz ) hat Gigaset eine ordentliche Portion Tablet zusammen geschustert, bei der man auf fast nichts verzichten muss. Das QV1030 vereint Power, Handlichkeit und schickes Design in einem. Außerdem scheint man bei Gigaset stark dahinter zu sein, Updates nachzuschieben: wie sonst lässt sich erklären, dass am ersten Weihnachtstag die letzte Version komplimentiert wurde? Wir sind gespannt, ob Gigaset hier die Erwartungen aufrecht erhalten kann. Im Vorfeld wurde es nach der Ankündigung vom QV1030 als ein besseres Nexus 10 beschrieben – und tatsächlich: das Gigaset Tablet ist dem veralteten Google Konkurrenten in fast allen Bereichen überlegen: Nicht nur, dass der Speicher erweitert werden kann, auch der Prozessor kann die riesige Auflösung besser tragen. Die schwarze oder silberne Version gibt es auf Amazon. Alles in allem gibt es von Nerdbench eine eindeutige Kaufempfehlung!
Was denkst du?
Grandios
75%
Genial!
0%
Es ist Liebe
0%
Kann man machen
0%
Wos?
0%
Nope.
25%
Über den Autor
Timm Mohn
Schreib- und Technikbegeistert. Freut sich über innovative Technik, kann Budget Smartphones nur bedingt ausstehen - WiFi Gadgets, wie die GoPro, umso mehr. Gründer von Nerdbench.com
  • Therese

    Hallo,

    danke für die tolle Rezension!!
    Eine Frage hätte ich allerdings noch: kann ich mittels USB-2.0/Micro-USB-Adapter einen USB-Stick mit dem Gigaset QV1030 verwenden?

    Lg
    Therese

    • Hallo,
      dass sollte klappen ^tm

      • Therese

        Danke für die Antwort!
        Habe das Gerät mittlerweile erworben und es nimmt USB-Sticks ohne Probleme an. :-)

  • Pingback: Sphero 2.0 im Test: So macht man Smartphone Spielzeug! - Nerdbench()