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Xiaomi Mi3 im Test: So macht man Smartphones!
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Review

Xiaomi Mi3 im Test: So macht man Smartphones!

von 29. Mai 2014

Heiße Wochen auf Nerdbench: nach dem Review vom UMi X3 sowie X1 Pro folgt heute gleich der nächste Kracher aus China: das Xiaomi Mi3. Nach dem HongMi (Red Rice) ist das Mi3 unser zweites Gerät aus dem Haus Xiaomi. Das Snapdragon 800 Smartphone aus Fernost will mit einem Full HD Display, 2 Gigabyte Ram und einer flotten GPU punkten. Auf dem Papier lesen sich die Spezifikation sehr gut – ob uns das MIUI Smartphone auch in der Praxis überzeugen kann, erfahrt ihr nach dem Break.

Wer noch keine Erfahrungen mit China-Smartphones gemacht hat, empfehlen wir vor dem Kauf in Fernost unseren Artikel zu Geräten aus China.
Das Vorwort
Wir haben das Xiaomi Mi3 für das Review und darauffolgende Artikel von TradingShenzhen erhalten. Für Nerdbench stellt das Mi3 die bereits fünfte Kooperation mit
TradingShenzhen dar. Wir haben im vergangenen Jahr stetigen und problemlosen Kontakt mit dem Shop gepflegt und bedanken uns an dieser Stelle rechtherzlich für den Support und die Unterstützung, welche weit über Smartphones selbst hinaus geht. Das Sponsoring hat keine Auswirkung auf unser Urteil über das Mi3 sowie den Shop TradingShenzhen.
Der Hersteller
Xiaomi ist längst kein Unbekannter mehr auf dem Smartphone-Markt: mit Geräten wie dem Mi2s oder aber auch dem HongMi hat sich der chinesische Hersteller bereits in die Herzen vieler Android Fans gespielt. Neben Smartphones stellt Xiaomi Kopfhörer und neuerdings auch Router her. Das Produktportfolio wird durch eine Android TV Box abgerundet. Die Geräte von Xiaomi bestechen nicht nur durch gute Leistungsdaten sondern auch hervorragende Verarbeitung: Sascha Pallenberg von MobileGeeks wird beispielsweise nicht müde, das neue Phablet aus dem Hause Xiaomi zu loben und stellt Samsung die offensichtliche Frage: warum sollte man 500 Euro und mehr für ein Galaxy Note 3 ausgeben, wenn Xiaomi das ganze unter 150 Euro bereit stellt?
Der Lieferumfang
Im Inneren der schlicht gehaltenen braunen Box befindet sich neben dem Mi3 selbst noch ein USB Adapter sowie ein MicroUSB Kabel. TradingShenzhen legt neben dem Original Adapter noch ein passendes EU Netzteil bei (nicht auf dem Bild zusehen). Da der Akku im Smartphone fest verbaut ist, muss der Nutzer wie man es bereits vom iPhone kennt den Sim-Karten Tray per Nadel öffnen. Auf unnötige Extras verzichtet Xiaomi: dem Mi3 liegen keine Kopfhörer bei.
Der Lieferumfang des Mi3

Das ist nicht weiter tragisch, da mitgelieferte Kopfhörer meist sowieso nicht dem Anspruch der Redaktion genügen. Natürlich könnte man munkeln, ob Xiaomi hiermit seine eigenen Kopfhörer (Pistons – hier geht’s zum Test) pushen und noch den einen oder anderen Dollar extra dazu verdienen will; dennoch spart Xiaomi durch den Verzicht auf (Müll-) Kopfhörer Ressourcen und dafür gibt es von der Nerdbench einen Daumen hoch!

 

Der Simtray Schacht: Nutzer können hier ruhig mehr Druck ausüben
Der erste Eindruck
Dank Samsung und inzwischen auch Apple wissen wir, dass auch 600 Euro Smartphones den Charme eines Simvalley Gerätes versprühen können. Beim Mi3 ist dies nicht der Fall: das Smartphone fühlt sich trotz Kunststoff Rückseite nicht billig an und liegt gut in der Hand. In der Nerdbench Redaktion finden oft Streitgespräche über die perfekte Display-Größe statt – das Mi3 spielt vor allem Gegnern der Phablet Bewegung in die Hände, da es mit seinen 5 Zoll sehr kompakt ausfällt und sich mit einer Hand gut bedienen lässt.
Die Front wird von einem großen 5 Zoll Display eingenommen

 

Auffällig: beim Mi2 war die Kamera-Linse noch rund

 

Je nach dem, welches Smartphone man vor dem Mi3 genutzt hat, ist die Position des Volumen-Rockers über dem Power-Button etwas gewöhnungsbedürftig: Nerdbench schaltet das Mi3 manchmal einfach aus, statt nur die Lautstärke zu reduzieren. Beim UMi X3 haben wir uns bereits an diese Anordnung gewöhnen können.
Der Sim-Kartenschacht erinnert an das iPhone
Nur unter einem Teil des Lautsprecher grills steckt wirklich ein Lautsprecher
Wie so oft verzichtet Xiaomi auf On-Screen Buttons und setzt auf beleuchtete Softbuttons unterhalb des Displays. Diese ordnet Xiaomi nicht nach Google Empfehlungen (Zurück, Home Taskmanager) sondern Menü, Home beziehungsweise Taskmanager, zurück an. Während wir auf der Vorderseite sonst nur Front-Cam, ein MI-Logo in der oberen linken Ecke sowie einige Sensoren und eine Benachrichtigungs-LED vorfinden, ist die linke Seite des Gerätes leer.
Die linke Seite ist komplett frei

 

Volumen-Rocker und Powertaste sind beide auf der rechten Seite

Die Technik
Im Inneren des Mi3 tickt ein 2,3 GHz QuadCore Prozessor. Dabei handelt es sich nicht um einen für China-Smartphones typischen MediaTek-Chip sondern einen Snapdragon 800. Der im 28nm Verfahren gefertigte Prozessor verheißt nicht nur schnelle Performance sondern problemlose GPS Verbindungen. Dem Mi3 steht eine Adreno 330 GPU zur Seite. Neben 16 (wahlweise auch 64) GB internem Speicher freuen wir uns über satte 2 GB Ram. Genug zu tun haben Prozessor und Ram: das Mi3 verfügt über ein 5 Zoll OGS Display mit Full-HD Auflösung. Daraus ergeben sich 411ppi – Pixel sucht man somit vergebens. Mit 144×73,6×8,1 mm halten sich auch die Dimensionen des Smartphones in Grenzen.
Auf dem Mi3 Display machen High End Spiele, aber auch Skipbo Spaß

 

Nach dem Kamera-Desaster des UMi X1 Pro können wir beim Mi3 aufatmen: ein Sony Exmor Rs Kamera Modul mit 13 Megapixeln befindet sich auf der Rückseite des Gerätes, sowie eine Front-Kamera mit 2 Megapixel. Wie wir es bereits vom UMi X3 sowie Gigaset QV1030 kennen verbaut der Xiaomi neben der Hauptkamera einen doppelten LED Blitz, der für ausreichende Helligkeit im Dunkeln sorgen sollte und mit entsprechenden Anwendungen auch als ziemlich helle Taschenlampe fungieren dürfte.
Dank USB OTG schieben wir Daten vom Smartphone auf den PicoBeamer

Damit dem Mi3 nicht so schnell der Saft ausgeht, hat Xiaomi einen 3050 mAh Akku fest verbaut. Dieser ist nicht austauschbar und somit lässt sich auch der interne Speicher des Mi3s nicht erweitern. In den Augen von Nerdbench sind heutzutage große Akkus Pflicht, schließlich müssen auch die anderen Komponenten, wie im Falle des Mi3 Bluetooth 4.0, Wireless LAN, GPS, sowie NFC, mit Strom versorgt werden.

Der USB Stick wird direkt erkannt

Der MicroUSB Anschluss an der Unterseite unterstützt zwar USB-OTG aber leider kein MHL. Im Gegensatz zu vielen anderen Chinaphones handelt es sich beim Mi3 um ein Single-Sim Gerät, das MiniSim Karten aufnimmt.

Während Boombottle und Mi3 perfekt zusammen arbeiten müssen wir auf die Verbindung mit dem Beamer verzichten

 

Trotz der ganzen Technik handelt es sich beim Mi3 nicht um einen Backstein: mit 142 Gramm ist das Xiaomi Smartphone angenehm leicht. Das Xiaomi Mi3 gibt es in verschiedenen Farben: neben unserer weißen Variante kann man sich das Gerät auch in Blau, Pink oder schwarz bestellen. An dieser Stelle ein Danke an TradingShenzhen, dass wir nun nicht mit einem pinken Smartphone durch die Gegend laufen.
Die Akkulaufzeit
Mit 3050 mAh ist der festverbaute Akku des Mi3 stark genug, um die Nerdbench über zwei Tage zu bringen und lässt ein paar unserer Sorgenfalten von der Stirn verschwinden. Dabei dürften wir vor allem während unseres Reviews das Gerät stark beansprucht haben: WLAN deaktivieren wir aus Prinzip nicht, Bluetooth funkt dauerhaft mit der Pebble sowie der BIG Jambox von Jawbone. Wie wir später noch klären werden, sind dies aber nicht einzigen Geräte, mit denen sich unser Mi3 verbinden muss.
Durch einen starken Akku können wir die Powerbank ab sofort zu hause lassen
Auch sonst haben wir den Akku nicht geschont: der gelegentliche Besuch in andern Springfields sowie die ein oder andere (eher mehr als weniger) Episode von Orphan Black verlangte dem Akku einiges ab – und wenn einmal der Vorrat an Klon-Folgen aufgebraucht war, ging es gleich weiter mit Silicon Valley. Darüber hinaus telefonieren wir regelmäßig mit unserem Mi3 und Instant-Messaging gehört natürlich auch bei der Nerdbench Redaktion zum Alltag. Unsere Smartphones müssen daneben auch stets verschiedene Konten – egal ob Twitter, Gmail oder ähnliches – auf Neuigkeiten abgleichen und können somit jedes mAh im Akku gebrauchen. Sollte man trotzdem nicht mit dem Akku des Mi3 zurechtkommen, kann man per Energieoptionen den Prozessor etwas drosseln und somit noch ein paar Extra-Minuten herausschlagen. Zur Auswahl stehen hierfür „Leistung“ und „Energie sparend“. In unseren Augen ist eine Reduktion der Geschwindigkeit zugunsten der Akkulaufzeit auf Grund der mehr als ausreichenden Kapazität des Akkus aber gar nicht nötig. Nerdbench gibt hier einen dicken Daumen hoch – der große Akku hätte unserem Nexus 5 damals auch nicht geschadet.
Wir kommen ohne Probleme auf über 2 Tage Akkulaufzeit

 

Binne drei Stunden ist der Akku wieder voll
Die Kamera
4:3 Bilder kann das Mi3 mit 13 Megapixel und dank einem guten Sony Objektiv mit 28mm Weitwinkel Linse aufnehmen. Für 16:9 Fotos muss man sich mit 10 Megapixeln begnügen. Besonders nett: die Fotos können auch im RAW-Format auf dem Smartphone gespeichert werden – da hat sogar unsere QX100 von Sony das Nachsehen. Doch hier enden die Möglichkeiten nicht: von Weißabgleich, Belichtungszeit bis zum Focus kann der Nutzer alles manuell selbst einstellen. Da wir regelmäßig viele Test-Fotos aufnehmen, haben wir die Sample Fotos der Mi3 Kamera hier hin ausgelagert.
Ob Außen…

 

… oder Innen-Aufnahmen: beide gelingen
Panorama-Aufnahmen werden eher gemütlich gespeichert

 

Auch wenn wir das Mi3 wahrscheinlich größtenteils mit einem Case betreiben werden stellen wir erfreut fest, dass die Kamera nicht aus der Rückseite des Gerätes heraussteht – dadurch kann die Linse nicht so einfach verkratzten wie Beispielsweise beim UMi X1 Pro oder Pomp W99 – beide Cams stehen aus dem eigentlichen Gehäuse heraus.
Bild der Front Kamera: auch Android müssen manchmal Selfies machen

 

Auch wenn es inzwischen Front Kameras mit 13 Megapixeln gibt: auch mit 2 Megapixeln gelingen Selfies in guter Qualität – Ellen DeGeneres standen für ihr Oscar Selfie auch nicht mehr zur Verfügung.
Die Performance
Bei Smartphones der oberen Mittelklasse muss man sich meist keine Sorge um die Performance machen – so auch nicht beim Mi3: der Snapdragon 800 lässt Android ruckelfrei performen. Wir konnten weder beim neusten Family Guy „Die Suche nach Sachen“, unserem übervollen Springfield in Simpsons: Tapped Out noch GTA Probleme feststellen. Keine Frage: auch Flappy Bird sowie der DS-Emulator Drastic laufen auf dem QuadCore Smartphone. Gru’s Minions springen zuverlässig über Hindernisse und sammeln fleißig auf dem rosa Einhorn sitzend Bananen ein.

Auch Antutu Benchmark zollt den verbauten Komponenten seinen Zoll und urteilt mit 33.318 Punkten. So lässt sich die gesamte Performance mit einem Filmzitat aus Despicable Me beschreiben: It’s so fluffy!

Alle ausgelesenen Daten von Antutu

Das Display
Der Sommer steht bevor – und somit müssen sich unsere Smartphones wieder der Sonne stellen. Den Screen des Mi3 kann man bei voller Helligkeit gut in der Sonne ablesen. Auch sonst weiß das Display zu überzeugen: auf dem 5 Zoll Display lässt sich hervorragend Content konsumieren aber auch Inhalte eingeben. Dabei bleibt das Mi3 sehr Blickwinkelstabil und gibt keinen Grund zur Klage.
Dank großer Helligkeit…
… lässt sich das Display auch unter Sonneneinstrahlung gut ablesen

Wie bereits beim Prozessor gewährt Xiaomi auch beim Ausgabe Bild mehr Optionen als andere Hersteller: den Farbton kann der Nutzer selbst auswählen. Zwar ist es nicht wie beim Franco Kernel für Nexus Geräte möglich, sich sein ganz eigenes Farbmuster zu erstellen – immerhin kann der Nutzer aber die Sättigung beeinflussen und zwischen Kalt, Natürlich und Warm auswählen. Auch wenn wir bei der Nerdbench mit speziellen Smartphone Handschuhen ausgestattet sind: das Mi3 lässt sich in einen so genannten Handschuh-Modus versetzten, bei dem man auch im Winter ohne kalte Finger das Smartphone dienen kann – zum Glück dauert das aber noch etwas und wir erfreuen uns am Xiaomi Mi3 im normalen Modus.

Unser erstes Exemplar wies Pixelfehler auf – das hat Nerdbench selbst aber nie Gesicht bekommen: TradingShenzhen hat das Gerät direkt wieder zum Support gebracht und gegen ein fehlerfreies Gerät austauschen lassen. Diesen Aufwand loben wir  und erfreuen uns an einem Display ohne Pixelfehler.

 
Der Sound
Auf der Unterseite des Mi3 steckt leider nur ein Mono-Lautsprecher. Dieser ist zwar ausreichend laut, vermisst aber ein ausgeprägtes Klangbild. Das mag bei kleinen YouTube Videos nicht stören, ist aber langfristig eher ärgerlich und die Nerdbench greift deswegen mit Vorliebe zu externen Speaker wie der Jawbone BIG Jambox oder aber vor allem im Freien zur Scosche Boombottle.
Manchmal verdeckt man den Lautsprecher

 

Mit der Position des Lautsprechers ergibt sich leider auch ein weiterer Schwachpunkt des Speakers: hält man das Gerät nicht vertikal in der Hand, verdeckt man oft den Lautsprecher. Das hätte bereits beim Produkt-Design oder spätestens in den ersten Tests bei Xiaomi auffallen können und sorgt deswegen für Punktabzug.
Auch der Lautsprecher in der Ohrmuschel stellt die Nerdbench zufrieden

Die Konnektivität
Stirn runzelnd haben wir uns leztes Jahr noch gewundert, warum Smartphones unbedingt Near Field Communitcation (NFC) verbaut haben müssen und so viele Redaktionen über das Fehlen der Technologie klagen – im Jahre 2014 ist NFC aber im Tech-Alltag angekommen und so übertragen wir das WiFi Passwort unserer QX100 und verbinden uns zum Bluetooth Adapter von Belkin ohne das wir den Pairing Modus manuell anstoßen müssen. Da wir selbst bei unseren Bluetooth Kopfhörer von Supertoot das Pairing per Kontakt mit dem Smartphone auslösen können halten wir NFC inzwischen auch für notwendig und freuen uns somit, dass man bei Xiaomi das Modul verbaut hat.
Die Supertooth Freedom verbinden wir per NFC (bzw. Bluetooth)

 

Bluetooth selbst ist bei uns nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken: wie bereits erwähnt Koppeln wir das Mi3 mit der Pebble, lassen verschiedene Bluetooth Speaker wie dem TerraTec Concert BT Mobile das Sprachrohr de Smartphones sein und steuern auch die Sphero 2.0 mit dem Smartphone. Die Sende- beziehungsweise Empfangsleistung reicht auch für riskante Manöver mit dem Roboter Ball.
So machen Testberichte Spaß: Nerdbench steuert die Sphero 2.0 über Stock und Stein

Aber nicht nur über Bluetooth funken unsere Gerät: die GoPro verbindet sich nur über WiFi mit dem Mi3 – auch mit Hilfe der EyeFi Mobi Karte übertragen wir drahtlos Bilder. Beides, sowie die Verbindung zum Router in der Redaktion aber auch der nahe gelegenen Universität, meistert das Mi3 ohne Probleme.

Mit dem Mi3 verschaffen wir uns einen Überblick über den Bildausschnitt der GoPro

 

Im selben WLAN Netzwerk: Google Chromecast…

 

… sowie das Mi3
GPS war schon immer ein besonderes Thema wenn es um China-Smartphones ging. Beim Mi3 muss man sich dank Snapdragon Chip keine Sorgen darum machen: egal ob wir mit Fahrrad durch Mainz brausen oder auf dem Sportplatz dem Winterspeck den Kampf ansagen: das Mi3 trackt unsere Bewegung nach kurzer Satelliten Suche genau und lässt die Verbindung auch nicht abbrechen.

Das Betriebssystem
Das Mi3 kommt mit MIUI V5 daher. Dabei handelt es sich um stark angepasstes Costum-Rom, welches weit weg von Stock beziehungsweise VanillaDroid ist. Von Xiaomi gibt es regelmäßige Updates, die das Smartphone mit neuen Features bereichern und Bugs ausradieren – ein ordentlicher Plus Punkt, wenn man Geräte wie das Pomp W99 denkt, die bis heute nicht ein Update erhalten haben. Auch MIUI-Germany ist hier besonders zu nennen: die Jungs übersetzen regelmäßig die wöchentlichen Updates der Xiaomi Roms.

 

Es gibt ein bisschen Bloat-Ware

 

Im Auslieferungszustand sind noch 12 GB Frei
Mit Warnungen zu Root nimmt es MIUI sehr genau
Updates sollte man nur mit WLAN laden

 

Die Standard-Quick Einstellungen (lassen sich verändern!)

 

Der Taskmanager….

 

… räumt im RAM auf

 

Die LED Farben lassen sich bestimmen

 

Das Rom verfügt über einige Zusatz Apps, wie beispielsweise einer Wettervorhersage sowie einem Notiz-Buch. MIUI selbst verzichtet auf einen App-Drawer, weswegen alle Icons auf den Homescreen-Seiten abgelegt werden. Das ist im ersten Moment etwas ungewöhnlich – selbst für einen ehemaligen Apple-Jünger, der lange Zeit nichts anderes gewohnt war.
In manchen Teilen kommt Android doch noch hervor

 

MIUI lädt einen von Zeit zu Zeit zum aufräumen auf…
… und möchte unbekannte Telefonnummern ergänzen

 

Da in den nächsten Wochen das nächste große Update auf MIUI V6 bevorsteht verzichten wir auf eine ausführliche Darstellung des Betriebssystems und verweisen auf die Informationen auf unserem HongMi Testbericht. Update: Das mit dem Kurzfassen war nicht ganz so erfolgreich. Jedoch: Mit dem Release von V6 wird Nerdbench sich das Betriebssystem noch mal genau anschauen und ausführlich darüber berichten.
Der Droptest
„Weil Nerdbench gerne mal etwas kaputt macht!“ – mit diesen Worten hat uns TradingShenzhen eine ordentliche Portion Schutzhüllen (siehe unten) beim Mi3 beigelegt. Der Effekt war wohl der gleiche, wie wenn man ständig einem Kind predigt, dass es einen Helm tragen soll. Etwas unfreiwillig hat Nerdbench das Mi3 dann doch einem Droptest unterzogen und während einem Wochenende auf den unten zusehenden Hochbetten das Xiaomi Smartphone aus dem oberen Bett fallen lassen – ohne Hülle. Ärgerlicherweise ist das Gerät dann auch noch auf dem Display gelandet.

Den kleinen Ausflug durch die Luft hat das Mi3 gut überstanden

Erfreulich hingegen war, dass wir TradingShenzhen keine Email schreiben mussten, weil unser Testgerät ausgetauscht werden muss: das Xiaomi Mi3 hat den Sturz ohne jegliche Schäden überlebt. Wir empfehlen trotzdem teure Geräte mit Schutzhüllen zu nutzen, um nicht sein Glück heraus zu fordern. Doch damit endeten die Strapazen unseres Mi3s nicht, aber seht selbst.

Wer hier böses ahnt, ahnt richtig  – man beachte was sich in der rechten Hand befindet

 

Zum Glück gelang es, das Smartphone aus dem Teich zu werfen

 

Sphero hatten wir an Land…. Nerdbench gibt sich pitschnass

 

Den Wurf überlebte das Mi3 glücklicherweise unverletzt

Spätestens während dem Dreh des Videoreviews hatte unser Mi3 seine Feuertaufe: der Sphero ging mal wieder ohne Vorwarnung der Saft aus, so dass Nerdbench sich entschloss (glücklicherweise bei laufender Kamera!) einfach den Roboterball aus dem Teich zu holen – mit Mi3 in der Hand. Wenige Sekunden später rutsche der Redakteur aus – und fiel in den Teich. Trotz Schock gelang es, das Smartphone aus dem Teich heraus nach draußen zu werfen, um es vor Kontakt mit dem Wasser zu schützen. Die Aktion war erfolgreich: das Mi3 lebte noch und das einzige was  an diesem Tag ersetzt werden musste, waren die Kleider.

Das Zubehör
Während man für andere Smartphones aus Fernost mühsam nach passendem Zubehör suchen muss, gibt es bei Xiaomi eine breite Auswahl. Dazu gehören Cases aus den verschiedensten Materialien – unser persönliches Highlight stellt die Bambus-Hülle dar. Da wir ein großzügiges Paket an Schutzhüllen von TradingShenzhen erhalten haben, wirft Nerdbench demnächst einen genauen Blick auf die Möglichkeiten, sein Smartphone zu schützen. Leider ist das Mi3 wohl noch nicht zu DesignSkins vorgedrungen: dort ist es nicht möglich, eine passende Hülle zu gestalten.
An Schutz fürs Mi3 mangelt es der Nerdbench nicht

 

Neben Hüllen hat Xiaomi auch noch Objektiv-Linsen für seine Smartphones im Angebot – seit neustem auch für das Mi3. Während die Kameras des Mi2 und Mi2s noch eine runde Form hatten, wurde im neusten Streich von Xiaomi mit dem Design gespielt weswegen die alten Linsen nicht mehr kompatibel mit dem Mi3 sind. TradingShenzhen war so nett uns mit einem Set der neuen Linsen auszustatten, die direkt nach diesem Review auf der Testbank laden.

Die Linse

Nicht ganz mit Ruhm bekleckert hat sich Xiaomi mit der Ankündigung, das Kickstarter Projekt „Pressy“ nach zu ahmen.  Auch wenn sich unser Partner bemüht hat – bisher waren nur Samples anderer Hersteller zu ergattern – in silber sowie gold. Update: ein MiKey ist unterwegs zu uns. Danke TradingShenzehn!
Hier sehen wir den Pressy-Klon von 360

 

Beim goldenen Button handelt es sich um einen uns unbekannten Hersteller

 

Wie eingangs erwähnt liefert Xiaomi keine Kopfhörer beim Mi3 mit. Doch bereits für knapp 25 Euro bietet Xiaomi selbst ein Set Kopfhörer an: die Pistons. Nerdbench hat bereits die goldene Variante im Januar dieses Jahres getestet und kann sich nun auch die silberne Variante vorknüpfen.

Unsere Mitus vergnügen sich bereits mit den neuen Pistons

Sollte man nicht mehr über eine normal-sized Sim Karte verfügen, ist es möglich passende Sim-Karten Schächte dazu zu bestellen. TradingShenzhen hat sich sicher an das Single-Sim Unglück mit dem Pomp W99 erinnert und uns direkt einen Adapter  beigelegt.

Ein passendes Kit für kleinere Sim-Karten

Wem das immer noch zu groß ist: mutig wie die Nerdbench nun mal ist, haben wir das Mi3 mit einer Nano-Simkarte samt Adapter betrieben – ohne Probleme.


Das Fazit
Nach dem Preissturz vergangene Woche ist das Xiaomi Mi3 inzwischen für unter 300 Euro erhältlich. Dafür erhält man nicht nur eine ordentliche Portion Smartphone, sondern auch noch langfristigen Support: für MIUI gibt es wöchentlich kleine Updates, die das Technik-Herz höher schlagen lassen. Dabei mag es sich zwar nicht immer um bahnbrechende Verbesserungen handeln, doch seien wir mal ehrlich: wir erhalten lieber wöchentlich kleine Updates, als ein Smartphone zu besitzen, das niemals ein Update erhält.
Die Kamera des Mi3 reicht aus, um schnell…

 

… ein Foto für den Blog zu machen

 

Unsere Liste an Verbesserungsvorschlägen ist erstaunlich gering: um unseren Pico Beamer von Philips direkt an das Mi3 zuschließen würden wir uns MHL wünschen. Darüber hinaus darf Xiaomi gern am Lautsprecher arbeiten und diesen mit einer Stereo-Variante austauschen. Auch wenn 16 Gigabyte für die meisten Nutzer ausreichen dürften: das Doppelte an Speicher wäre für die Einstiegvariante optimal.
MIUI bringt Farbe in die sonst etwas eintönige Androidwelt

 

Wir haben das Xiaomi Mi3 von unserem Partner TradingShenzhen erhalten. Dort ist das Mi3 für 285 inklusive DHL Express erhältlich. Bedenkt man, dass ein Nexus 5 mit unterlegen Spezifikationen (8 gegen 13 Megapixeln Kamera, 2.300 gegen 3.050 mAh Akku) 359 Euro inklusive Versand kostet, erzielt man mit dem Xiaomi einen besseres Preis-Leistungsverhältnis. Wir geben das Gerät so schnell nicht mehr her und ihr dürft euch über Artikel zum bald erscheinenden MIUI 6 sowie massig Zubehör freuen. Von uns gibt es eine klare Kaufempfehlung. Da derzeit die Preise auch für das 64 GB Modell gesunken sind, empfehlen wir allerdings ein paar mehr Euro in die Hand zunehmen und die große Variante zu kaufen.
Positives

Flotter Prozessor
Sehr gute Kamera
Buntes OS
Lange Akkulaufzeit

Negatives

Kein MHL
Kein SD Slot

Bewertung
Unsere Bewertung
Technik
10
Akkulaufzeit
10
Bildschirm
10
Betriebssystem
10
Performance
10
Konnektivität
9.5
Design
6.0
Ton
7.0
Speicher
8.0
Kamera
9.0
Bildqualität (Tag)
9.0
Bildqualität (Nacht)
8.5
Zubehör
10
Preis
9.0
Preis-Leistungsverhältnis
10
Fazit

Das Xiaomi Mi3 ist das Smartphone der Wahl in der Redaktion: trotzdem günstigem Price Tag liefert das Mi3 alles, was ein Smartphone Nutzer benötigt. Wir sprechen nicht nur einen Kaufempfehlung, sondern auch einen Kaufbefehl aus.

9.2
Unsere Bewertung
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Über den Autor
Timm Mohn
Schreib- und Technikbegeistert. Freut sich über innovative Technik, kann Budget Smartphones nur bedingt ausstehen - WiFi Gadgets, wie die GoPro, umso mehr. Gründer von Nerdbench.com