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Ende von Windows XP: Das Dilemma

Ende von Windows XP: Das Dilemma

von Timm Mohn3. April 2014
Nach fast 14 Jahren geht – zumindest für Privatnutzer –
der Support von Windows XP zu Ende. Microsoft reichts und möchte unter anderem
mit kleinen Warnhinweisen die User zum Umstieg auf ein aktuelles Betriebssystem
bewegen. Das angestaubte OS erhält in Zukunft keine Updates mehr und wird somit
täglich unsicherer. In den USA sowie Deutschland hat der Konzern sogar eine
Aktion gestartet, bei denen alte XP Hardware gegen einen 100 Euro Gutschein
beim Kauf eines Windows 8 Gerätes getauscht werden. Erkennen die User auch die
Zeichen der Zeit oder hat Microsoft die Treuer seiner XP-User unterschätzt?

Die alte Hardware
Das Thema ist aktuell wie nie: Windows XP. Das inzwischen
leicht angestaubte Betriebssystem wird immer noch von vielen Kunden  genutzt. Selbst dieser Artikel wird auf einem
Windows XP Notebook getippt. Warum? Über die Jahre haben sich etliche Geräte
angesammelt, überall liegt ein XP Gerät herum. Die Vielzahl an Geräten hat auch
etwas Gutes: kommt eine Idee, kann man sie direkt umsetzen – wie zum Beispiel
dieser Beitrag. Normalerweise arbeiten wir hauptsächlich mit aktueller Hardware, allerdings probieren wir derzeit die alten Kisten noch mal aus! 
Zwei unserer Notebooks laufen gänzlich mit XP – mit Windows
7 sind die Geräte nicht kompatibel. Die Kompatibiltät ist sicherlich ein
wichtiger Punkt, was den Umstieg von vielen Usern auf Windows 7 verhindert:
warum ein funktionierendes Gerät weggeben, wenn es keine Fehler hat? Das
Notebook, auf dem ich gerade tippe, läuft wie am Schnürchen – ohne jede
Probleme. Auch wenn es mit seinem Intel Centrino sicherlich nicht das
schnellste ist, für eine ähnliche beziehungsweise geringfügig gesteigerte Performance
müsste ich locker 300 Euro bei Amazon lassen – nicht mit mir! Ein weiteres
Netbook läuft im Dual-Modus: Windows XP sowie das sehr beliebte Windows 7
können beim Start gebootet werden.
Der Versuch
Microsofts
Surft man diese Tage mit einem Windows XP Notebook auf
der Microsoft Seite, so weißt jene auf die Gerätevergünstigung hin: „Kaufen Sie
ein Windows 8 Gerät,  sparen sie 100
Euro!“ Macht der 100 Euro Gutschein den Umstieg für uns attraktiver? Nein! Das
sind immer noch 400 Euro, die man erstmal haben muss. Selbstverständlich: alte
Geräte verbrauchen mehr Strom, kosten also an anderer Stelle wieder mehr, als
einfach ein neues Gerät zu kaufen und aufeinmal einen Batzen mehr Geld
auszugeben, der sich dann (vielleicht) über die Monate auszahlt  – für viele ist dies aber nicht drin: das Geld
reicht einfach nicht für eine solch große Investition, sich „einfach mal“ ein
neues Gerät zu kaufen.
Das unverwüstliche
Betriebssystem
Dazu kommt, das Windows XP ein sehr stabiles System ist,
was auf jeder Hardware läuft, die seit 2000 auf den Markt geworfen wurde. Wenn man
sich die Absatz Zahlen von Computern, Netbooks (auch die haben mit Windows XP
angefangen!) oder Notebooks in den letzten 14 Jahren anschaut ist es auch kein
Wunder, dass es so viele XP Geräte gibt: Microsoft bot vorallem für
Intel-Prozessoren Vergünstigungen an, damit die Hersteller mehr Geräte mit dem
Betriebssystem bauten – Linux oder gar kein Betriebssystem hätten sich auch für
Dell und so weiter nicht gelohnt. Holt diese Taktik Microsoft jetzt ein?
Die Hardware Leistung
Die Geräte, auch wenn inzwischen viele davon wie das
Betriebssystem selbst angestaubt sind, meistern wichtige Aufgaben wie
Textverarbeitung und Bildbearbeitung,einfaches surfen und Musik-Wiedergabe. Liest
man sich diese Features durch, hat man eins zu eins die Beschreibung der 0-400
Euro PC Klasse: „einfache arbeiten laufen, anspruchsvollere Tasks wird  der PC versagen.“ Schaut man sich in den
verschiedenen Foren um, wird man diese Zeilen sicher des öfteren lesen.
Die Modder
Und selbst aus angestaubter Hardware kann man noch etwas
rausholen: dank verschiedener Codec-Hersteller ist es möglich, auf einem Anno
2005 PC HD-Inhalte flüssig wiederzugeben. Wofür also wechseln, für das
Home-Cinema reicht es doch noch? Zugegebenermaßen: der passende Codec kostet 10
Euro – doch dabei handelt es sich nur um einen kleinen Preis, der die
Lebensdauer des PCs ungemein erhöt.
Die Treiber
Dazu kommt sicher auch die Verzweifelung der User: viele
Menschen sind bereit, sich beispielsweise Windows 7 als neues Betriebssystem zu
kaufen – doch es läuft einfach nicht auf den alten Geräten: die
Komponten-Hersteller haben den Support bereits viele Jahre eingestellt – ein Treiber
für Windows 7 oder höher war gar nie vorgesehen. In etlichen Fällen schaffen es
Communities, mit gebalter Such-Power Treiber zusammen zu suchen – dennoch gehen
etliche Geräte, wie auch dieser Amilo hier, leer aus.
Die Veränderung
Eine weitere Kompontene die sicherlich die langsame
Umstellung von Windows XP auf 8 beeinflusst ist sicherlich die Veränderung der
User-Gewohnheiten: Für vieles verwenden wir heutzutage nur noch Tablets,
Smartphones oder ähnliches. Wofür die alte Hardware noch aufrüsten/austauschen –
sie wird eh nur noch alle jubeljahre benutzt – um beispielsweise eine Rechnung
zu erstellen. Viele alte Rechner sind heutzutage nur noch Staubfänger. Denken
wir an die Situation bei Nerdbench: uns fallen direkt 3 Windows XP Desktops
ein, welche selten bis nie benutzt werden. Sie stehen entweder auf dem
Dachboden oder bei den Großeltern. Der Dachboden-PC wird beispielsweise für
Parties in den Garten gestellt – er kann schon mal kaputt gehen; schließlich „ist
es ja nur ein Windows XP Rechner“.
Microsoft versucht mit allen Mitteln, die User von XP
zuverdrängen. In 6 Tagen endet der Support – steigt ihr um? Schreibt es uns in
die Comments!
Gesendet von einem Fujitsu Siemens Amilo M1450G, Baujahr 2006

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Über den Autor
Timm Mohn
Schreib- und Technikbegeistert. Freut sich über innovative Technik, kann Budget Smartphones nur bedingt ausstehen - WiFi Gadgets, wie die GoPro, umso mehr. Gründer von Nerdbench.com