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Im Test: Der BigBen Gamephone-Controller für iOS und Android

Im Test: Der BigBen Gamephone-Controller für iOS und Android

von Timm Mohn25. März 2014

Auf der Gamescom konnte die Nerdbench neben neuen Spielen
auch vielerlei  gerade erst auf den Markt
gekommene Gadgets bestaunen. Darunter auch der sogenannte Gamephone Controller
von BigBen. BigBen verspricht „eine neue Vision für mobiles Spielen“. Ob der
Controller das Versprechen halten kann, erfahrt ihr nach dem Break.

Die Firma
Die auch bereits in den vergangen Jahren auf der Gamescom
vertretene Zubehör Firma „BigBen“ ist ein französisches Unternehmen. Die
Zubehörschmiede existiert bereits seit 1981 und kann somit bereits auf eine
langjährige Erfahrungsbasis zurück blicken. Den meisten älteren Spielern dürfte
BigBen vor allem durch das Publishen von DreamCast Spielen in Erinnerung
geblieben sein .
Der Preis
Der BigBen Gamephone Controller  (GPC) ist ab etwa 34 Euro erhältlich. Dazu
kommen noch 4,99 Versandkosten, denn der Controller ist derzeit nicht direkt
über Amazon bestellbar. Stattdessen ist er bei Computeruniverse, Plus und Ebay
erhältlich. Der Controller liegt dabei auf normalem Konsolen-Preis-Niveau. 
Die Kompatibilität
Der GPC arbeitet mit dem iPhone, Android sowie dem PC
zusammen. Die Verbindung erfolgt über Bluetooth und setz dies zwingend voraus.
Geräte ohne Bluetooth schauen somit in die Röhre.
Zum Test stand der Redaktion ein etwas älteres iPhone 3GS,
sowie ein Nexus 4 und Samsung Galaxy Note 2 Klon und das brandneu in der
Redaktion aufgeschlagene Pomp W99 zur Verfügung.
Die Website des GPC listet die derzeit kompatiblen Spiele
auf. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Liste etwas angestaubt
wirkt. Im letzten Monat haben wir erst über Asphalt 8: Airborn berichtet, da
tummelt sich in der Kompatibilität noch die fünfte Inkanation des Spieles. Wohl
gemerkt handelt es sich dabei um ein Spiel, dass bereits 3 Jahre alt ist.  Etwas weniger alt ist Temple Run: Seit 2011
ist das ebenso mit dem GPC kompatible Spiel auf dem Markt. Temple Run 2 sucht
man vergebens.
Nur einige unserer Testgeräte: das iPhone 3gs, Pomp W99 und xTouch x507

Das Pairing mit dem iPhone funktionierte auf Anhieb. Für
iOS ist auch kein zusätzlicher Treiber von Nöten. Nach dem das Apple Smartphone
mit dem GPC verbunden ist können wir in Temple Run allen nötigen Bewegungen
nachgehen.
Der Controller verfügt über verschiedene
Kompatibilitätsmodi. Genau 3 von 4 sind dabei (nicht nur, aber auch) für
Android und Android Spiele geschaffen.
Der zweite Modus des GPC ist für Android reserviert. Die
Redaktion schnappte sich  das Pomp W99
und pairted den GPC mit jenem.  Erst nach
einigem Hin- und Her war trotz befolgen der Anleitung eine Verbindung
hergestellt. Unter Android ist ein Treiber notwendig, der für die richtige
Belegung des Controllers sorgen sollte.
GPC und Smartphone sind schnell verbunden
Im Praxis-Test ist die Software aber eher zu
vernachlässigen gewesen. Auf die Spitze gebracht: nach etlichen erfolglosen
Tests mit TempleRun schmissen wir den sogenannten Treiber wieder herunter – er wird
seinem Namen einfach nicht gerecht. Wir haben zuvor noch mutigerweise das
offiziell nicht kompatible Spiel „Asphalt 8“ ausprobiert: dieses erkennt einen
Controller und dann hört der Spaß auch schon wieder auf.
Android selbst lässt sich mit dem Controller bedienen,
umso fraglicher, warum Temple Run nicht auf die Befehle reagierte. Für
Controller wirklich geeignet sind ohne Frage Konsolen oder Handheld spiele. Da
die Nerdbench einen Gameboy besitzt haben wir direkt einmal das gute alte
Rayman mit einem Gameboy Emulator ausprobiert – und siehe da: der Controller
lässt sich wunderbar einrichten und die Tasten belegen.
Ist dies geschehen, können wir bequem durch Raymans Welt
springen. Es ist anzunehmen, dass dies auch bei anderen Emulatoren so
funktionieren wird.
Mit einem Gameboy Emulator wunderbar: der BigBen GPC

Das Konsolen-Feeling
Wir können mit Gewissheit sagen, dass der Spaßfaktor
mobiler Spiele mit dem GPC – wenn er einmal verbunden ist – stark zunimmt.
Einen Controller in der Hand zu haben mit zudrückenden Tasten ist einfach etwas
anderes, als stetig nur auf einem Display herum zu drücken. Nicht zuletzt kommt
dadurch auch Konsolen Stimmung auf (nachweisbar nicht zuletzt durch
plattgedrückte Daumen nach einer unendlich langen Spiel-Session während der
Arbeitszeit in der Redaktion).
Die Nerdbench springt in ihr Verderben: Keine Reaktion auf unsere Eingabe, trotz Treiber
Die Halterung
Das Besondere am GPC ist die Halterung für Smartphones.
Somit wird das Smartphone auf den Controller gespannt und in die richtige
Blickrichtung für den Spieler positioniert. 
Das Produkt-Foto verrät bereits, dass der Schwerpunkt von BigBen auf dem
iPhone liegt. Das iPhone 3GS und ein iPhone 4 konnten wir auch problemlos in
das Gerät einspannen. Das Nexus 4 passt gerade noch so in die Halterung.
Unseren Versuch, den Samsung Galaxy Note 2 Klon mit 5,3 Zoll in die Halterung
zu spannen brachen wir irgendwann ab, aus Angst den GPC Controller dadurch zu
beschädigen.
Kleinere Geräte passen sehr viel einfacherer in die Halterung

Möchte man den GPC Controller mit einem Tablet oder einem
HDMI-Stick verbinden braucht man die Halterung nicht. Für diesen Fall kann man
die Halterung auf der Rückseite des GPC entriegeln und abtrennen.
Hierbei fällt der Redaktion auf, wir den GPC oftmals
falschherum greifen: Die Form des Controllers ist – bedingt durch die Halterung
– spiegelverkehrt. Während normalerweise nach unten hingehend die zwei offene
Seite gelegen sind, hat der GPC auf der oberen Seite den „Gap“ der dadurch
entsteht. Hat man sich erst einmal daran gewöhnt, stellt dies aber kein
Hindernis mehr da.
Die Halterung für das Smartphone ist leicht abzutrennen

Die Halterung kann außerdem gedreht werden, je nachdem,
in welcher perspektive das zuspielende Spiel programmiert oder ausgerichtet
ist. Die Höhenverstellung wirkt stabil und bei einem Pomp W99, dem iPhone 3GS
oder 4, sowie bei einem Nexus haben wir auch keine Bedenken was die Stabilität
betrifft. Bei allen Geräten über 5 Zoll Display Diagonale wollen wir unsere
Hände nicht ins Feuer legen. Die maximale Breite der Halterung ist 80 mm.
Der Controller wird durch das Abtrennen der Halterung direkt kompakter 
Die Akkulaufzeit
Im GPC ist ein 550 mAh Akku verbaut. Damit schafft es der
GPC in unserem Test auf knappe 16 Stunden Laufzeit. Das ist beachtlich und
bringt einen durch etliche Zug- und Busfahrten oder auch Redaktionspausen.
Sollte der Akku einmal leer werden, benötigt man nur knappe 3 Stunden, bevor es
wieder losgehen kann.
Ein Netzteil ist bei dem Gerät nicht im Zubehör-Paket
mitinbegriffen. Ein solches Netzteil sollte aber jeder Smartphone-Eigentümer
haben. Ein MicroUSB Kabel wird mit geliefert.
Der USB Anschluss macht einen soliden Eindruck. Wir
erwarten keine Wackelkontakte in der Zukunft.
Das Fazit:
Der GPC ist ein wertig verarbeiteter Controller. Das
Handling lässt keine Wünsche übrig und überzeugte die Nerdbench. Desweiteren
wirkt der GPC nicht nur auf den Promobildern von BigBen schick: er ist es auch
in Wirklichkeit.
Weniger Probleme am PC: hier funktioniert der GPC einwandfrei
Bei allen getesteten Gameboy oder Windows sowie als
kompatibel beschriebenen iOS Spielen reagierte der GPC Controller zuverlässig
und schnell.  Mit der Kompatibilität mit
Emulatoren verfügt der GPC über großes Potenzial. Für den Android sowie iOS
spezifische Spiele Markt bleibt der Controller aber hinter unseren Erwartungen
zurück.
Wer aus seinem Android-Smartphone, Tablet, HDMI Stick
eine Spiele-Konsole für Retro Spiele machen möchte, ist hier genau richtig
aufgehoben.
Wer sein iPhone in einen Spiele-Temple verwandelt muss
auf eine Kompatibilität bzw. ein ordentliches Update jener hoffen.  Der GPC ist erst wenige Monate auf dem Markt.
Wir erwarten eine stetige Weiterentwicklung des Produktes und hätten uns
gewünscht, dass BigBen eher vor- als nach arbeitet.
Entspricht der problemlose Einsatz mit Emulatoren und
einigen angestaubten (aber auch neueren) – aber deswegen nicht schlechteren – iOS Spielen dem eigenen
Spieler-Profil kann man hier mit 30 Euro einen netten Controller, der auch das
Smartphone hält, kaufen. 
Solange das Gerät Bluetooth hat, kann der GPC damit verbunden werden
Wir blicken positiv in die Zukunft, und hoffen, dass die
bisherigen User auf der Homepage fleißig auf den „Spiel vorschlagen“-Button drücken. So könnte man einen
erweiterten Spiele-Stamm gewährleisten. 
Schmerzlich vermisst hat die Nerdbench eine Art
Transportbox für den Controller. Der GPC ist das perfekte Zubehör für unterwegs
– hier hätte eine Tragetasche dem Zubehör dem GPC gut getan. Nimmt man die
Halterung ab, lässt sich der Controller angenehm klein verstauen und ist nur
noch halb so groß. Und eins ist noch viel wichtiger: verwendet man den
Controller an einem Tablet oder HDMI-Stick ist sieht er sehr gut aus und macht
eine gute Figur. Für Menschen, die Hardware Buttons mögen, ein Muss! Für
Gameboy, N64 und (Super) Nintendo-Fans ein Pflichtkauf, wenn diese über ein
Android Gerät verfügen.
Der Gamephone Controller hinterlässt gemischte Gefühle

Der Gamephone Controller ist derzeit für 40 Euro auf Amazon erhältlich.

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Über den Autor
Timm Mohn
Schreib- und Technikbegeistert. Freut sich über innovative Technik, kann Budget Smartphones nur bedingt ausstehen - WiFi Gadgets, wie die GoPro, umso mehr. Gründer von Nerdbench.com