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Kurz-Test: Aldi Samsung Galaxy Young GT-S6310N
Review

Kurz-Test: Aldi Samsung Galaxy Young GT-S6310N

von 3. Juli 2013
 Die Daten des Galaxy Young GT-S6310 lesen sich wunderbar: Eine 16 GB SD Karte, Android 4.1.1, ein 1 Gigaherz Prozessor – und das alles für nur 119 Euro. Aldi Nord und Aldi Süd führen seit vergangener Woche ein Samsung Handy, das die Nerdbench am liebsten nie in den Händen gehalten hätte.

In den letzten Monaten hat Samsung ein Smartphone nach dem anderen auf den Markt gebracht. Von High-End, wie dem Samsung Galaxy S4, bis hin zum vorliegenden Gerät. Das Smartphone mit dem kryptischen Namen „S63190N“ soll  für einen geringen Preis viel Smartphone liefern – und versagt dabei auf ganzer Linie.
Der erste Eindruck
Wenig spannend verläuft das Auspacken auf der Testbank der Nerdbench: Das Gerät, ein Ladekabel und ein Handbuch befinden sich im Karton des Aldi-Gerätes. Der Redaktion fällt direkt auf: dem Smartphone liegt kein Headset bei. Hier hat Samsung wohl zu Gunsten der 16 GB SD Karte so entschieden, die dies entschädigt. Das Gerät erinnert mit seinem Aussehen an ein S3, und könnte wohl locker als mini-mini Version oder vom Gefühl in der Hand als China Klon durchgehen. „Mini-mini“ deswegen weil das Young noch einmal kleiner ist als ein Galaxy S3 Mini: das Display kommt gerade mal auf 3,3 Zoll – was einer Pixeldichte von 180,3 ppi entspricht. Dies ist nicht unbedingt die beste Auflösung, wenn man sich beispielsweise Google Maps Karten anschauen möchte. Wenigstens der Homescreen bleibt ordentlich: so viel Platz für unzählige Icons ist hier nämlich gar nicht.

Der Alltag 
Das Young startet träge – und wird von dort aus nicht mehr schneller. Das ist auch kein Wunder: der 1 GHz  Cortex A5 Prozessor schnauft unter der Rechenlast deutlich. Es kommt zu starken Verzögerungen und Wartezeiten. Vom Prozessor erwartet die Nerdbench-Redaktion bereits nach kurzer Zeit nichts mehr. Mal davon abgesehen, dass wir mit anderen billigen Geräten wie dem Telekom MOVE bessere Erfahrungen gemacht haben, wissen wir nicht wie andere Testbericht-Seiten dem Aldi-Smartphone ein angenehmes Arbeitstempo attestieren können. Außer natürlich man geht davon aus, dass sich die Redakteure während dem Apps wechseln standardmäßig einen Kaffee machen. Die fleißigen Redakteure der Nerdbench sind dies nicht gewohnt und entsprechend unzufrieden mit der Performance. Eventuell hätte Samsung noch etwas an der Performance drehen können, hätte man auf den Einsatz von Touchwiz verzichtet. Doch eine „Google-Edition“ des Youngs wäre wahrscheinlich wieder teurer als die Touchwiz Variante.
Für die Wiedergabe von Mp3s  und zum gelegentlichen Mails abrufen reicht das Android-Smartphone wohl aus. Jugendlichen, denen man ein erstes Smartphone schenken möchte, macht man hiermit aber keine Freude. Seien wir ehrlich: Die Freude am neuen Telefon ist schnell vorbei und es stellt sich Ärger ein: Youtube-Videos sind gerade so flüssig zu betrachten – wohl gemerkt in einem Zustand, wo noch kaum ein Programm als Hintergrund-Prozess läuft. Wenn später Whatsapp, Facebook, Facebook Messanger und Twitter im Hintergrund laufen sind wir von der Nerdbench skeptisch, dass man mit dem Betrachten von Youtube-Videos noch viel Freude haben wird.
Nicht viel Verständnis haben wir für die 3,2 Megapixel Kamera, die auch ebenso von der Konkurrenz in diesem Preisbereich geschlagen wird. Eventuell möchte Samsung durch das Young eine neue „Unterklasse“ generieren, die einfach „noch billiger“ ist. Das „Noch billiger“ hätten wir nur gerne auch im Preis wieder gefunden – 119 Euro ist dieses Stück Smartphone-Schrott nämlich kaum wert.

Die Akkulaufzeit
Doch nicht nur das Display des Young ist klein: Der Akku misst gerade mal 1,300 mAh – was angesichts des Displays und des Prozessors zwar eventuell angemessen sein mag, aber dem Young nur auf die Standard-Laufzeiten anderer Smartphones mit entsprechend höherer Hardware bringt: einen Tag bei regelmäßigem Gebrauch, 2-3 bei sporadischer Nutzung. Ein Gewinn für den User wäre hier ein überdimensionierter Akku gewesen, der dem Young mit seinen Spezifikationen eine unschlagbare Akkulaufzeit
erpasst hätte.

Das Positive
Völlig unerwartet bietet das Young „NFC“ als Feature. Die Near Field Communication Technologie soll in naher Zukunft für das bargeldlose Zahlen eingesetzt werden. Die Nerdbench fragt an der Aldikasse nach und wurde im Eindruck, dass dies noch starke Zukunftsmusik ist, bestätigt.  Das Gerät kommt ohne Simlock, Vertragsanbindung und ohne Provider Branding! Der User hat somit die Wahl, mit welchem Anbieter er das Young betreibt. Hier hört allerdings unsere positive Erfahrung auch schon wieder auf.

Das Negative
Das Samsung Galaxy Young repräsentiert den unteren Preisbereich der Galaxy Reihe. Wir waren überzeugt, dass es auf der Messlatte unter dem Samsung Galaxy Wonder gar nicht mehr so viel Platz nach unten gibt – den scheint es aber gegeben zu haben und Samsung hat hier angesetzt: Das Samsung Galaxy Young ist schlicht Technikschrott – im Wert von 119 Euro.  Das Display, die Verarbeitung, der Prozessor, der mit 1,4 GB recht magere interne Speicher – alles lässt zu wünschen übrig. Die On-Screen Tastatur ist nur mit sehr kleinen Fingern richtig gut zu bedienen – doch selbst unsere Praktikantin Kathrin hat beim Schreiben von Whatsapp-Nachrichten Probleme (Was schade ist, denn das Young wäre ein billiges Abschiedsgeschenk gewesen. Sie hat uns leider klar gemacht, dass wir gar nicht erst daran denken sollen.)

Das Fehlende
Beim Samsung Galaxy Young fehlt uns der Anschluss an andere Hersteller in dieser Preisklasse. Hersteller wie Huawei bieten zu gleichen Konditionen bessere Leistung und bessere Geräte. Wobei ein „besseres Gerät“ zu sein im Vergleich zum Young nicht wirklich schwer ist.

Das Fazit
Das Samsung Galaxy Young wird die Redaktion schnellstmöglich wieder verlassen und nie wieder zurück kommen. Das Gerät ist klein und trotzdem recht klobig. Es ist langsam und das Display verpixelt. Hier lohnt es sich definitiv zur Konkurrenz zugreifen – selbst China-Phones bieten mehr bei gleichem Preis/Leistung Verhältnis. Wie beim Samsung Galaxy S4 verschlingt das Betriebssystem einen großen Anteil der Speicher-Kapazität: Das Smartphone verfügt über 4 GB von denen nur 1,3 Gigabyte verfügbar sind.

Das Nerdbench-Urteil: Lieber bei der Konkurrenz umschauen, als sich unglücklich zu machen mit dem Samsung Galaxy Young. Kaufempfehlung? Nein, danke! Wer trotzdem zuschlagen will: hier gehts zum Angebot von Amazon.

 

Positives

NFC
Günstiger Preis

Negatives

Der Rest

Bewertung
Unsere Bewertung
Technik
Akkulaufzeit
Bildschirm
Betriebssystem
Performance
Konnektivität
Design
Ton
Preis
Preis-Leistungsverhältnis
Fazit

Das Young ist leider bestenfalls Elektroschrott - hier gibt es deutlich bessere Alternativen.

Unsere Bewertung
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Über den Autor
Timm Mohn
Schreib- und Technikbegeistert. Freut sich über innovative Technik, kann Budget Smartphones nur bedingt ausstehen - WiFi Gadgets, wie die GoPro, umso mehr. Gründer von Nerdbench.com